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Joaquin

Spanier demonstrieren trotzt Demonstrationsverbot

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Obwohl die spanische Regierung unter dem spanischen Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, ein landesweites Demonstrationsverbot ausgesprochen hat, gehen die Leute weiter auf die Straße.

Begonnen hatten die Kundegebungen vor sieben Tagen als Protest gegen Arbeitslosigkeit und den Sparkurs der Regierung und nennt sich "Echte Demokratie Jetzt!". Diese fanden mit der Zeit immer größeren Zulauf und scheinen nun auch einen politische Gefahr für die derzeitige Regierung darzustellen.

Nun setzte offiziell die Wahlkommission ein Demonstrationsverbot vor den Kommunal- und Regionalwahlen am Sonntag. Dabei bezieht man sich auf ein Gesetz, wonach am Tag vor den Wahlen und am Wahltag selbst keine politischen Kundgebungen stattfinden dürften. Trotz des Demonstrationsverbotets haben sich in der Hauptstadt Madrid auf dem zentralen Platz Puerta del Sol Augenzeugen mindestens 20.000 Menschen versammelt. Die Veranstalter selbst argumentieren, dass die Teilnehmer hier keiner bestimmten politischen Partei angehören oder den Wahlausgang beeinflussen wollen.

Auch das zuvor von der Regierung angekündigte harte Vorgehen, wurde revidiert. Nun heißt es, solange die Proteste friedlich verlaufen, würde man nicht dagegen angehen. Die Regierung musste feststellen, dass ein derartiges Verbot und die Ankündigung von Gewalt, eher das Gegenteil bewirkt hat und nur noch mehr Demonstranten mobilisierte.

Sicher ist, dass die Proteste und der Sparkurs der Regierung das Wahlgeschehen massiv beeinflussen werden. Fraglich ist jedoch, ob der Opposition, falls sie ihren Job gut machen möchte, ein anderer Weg übrig bliebt, als jener, den die jetzige Regierung eingeschlagen hat?

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Gast Sergio

¿Demonstrationsverbot? wassn das?

kenn ich in meinem Wortschatz garnicht :pfeiffen: :D:D

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Lt. Google-News ist das Demonstrationsverbot aufgehoben worden.

Man will wohl nicht auch noch das Risiko einer Eskalation

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Protestierende Massen, die einem Demonstrationsverbot trotzen – eine Schlagzeile wie aus Nordafrika. Seit Tagen geht die spanische Jugend gegen den Sparkurs der Regierung auf die Straße. Der soziale Frieden ist in Gefahr.

Den siebten Tag in Folge demonstrierten die Menschen in Spanien gegen die hohe Arbeitslosigkeit und den Sparkurs der Regierung. In der Hauptstadt Madrid versammelten sich am Samstag Zehntausende auf dem zentralen Platz Puerta del Sol. Sie missachteten damit ein Demonstrationsverbot vor den Kommunal- und Regionalwahlen am Sonntag. Das spanische Recht untersagt politische Veranstaltungen an Wahlwochenenden.

Tausende hatten in der Nacht zum Samstag auf dem zentralen Platz gecampt. Kurz vor Mitternacht hielten sie eine Schweigeminute ab, beim Glockenschlag brachen sie in laute Rufe aus. Landesweit beteiligten sich nach Medienberichten in der Nacht rund 60 000 Menschen an den Protesten.

Polizei duldet Proteste

Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hatte angekündigt, friedliche Proteste zu respektieren. „Die Polizei wird nicht ein Problem lösen, indem sie ein anderes schafft.“ Man werde sehen, was passiere. Die Regierung und das Innenministerium würden sich korrekt verhalten und mit Umsicht agieren.

Die größtenteils jungen Demonstranten rufen das spanische Volk dazu auf, am Sonntag nicht für Zapateros Sozialistische Partei und auch nicht für die oppositionelle konservative Partido Popular zu stimmen. Die Sozialisten müssen sich Meinungsforschern zufolge auf deutliche Verluste einstellen. Zu den Forderungen der Demonstranten zählt auch eine Reform des Wahlrechts, das derzeit die beiden großen Parteien bevorzugt.

Fast jeder zweite Jugendliche arbeitslos

Das hoch verschuldete Spanien muss bislang zwar keine Hilfen von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen. Der Preis dafür ist aber ein harter Sparkurs. Die wirtschaftliche Erholung verläuft schleppend, die Arbeitslosigkeit ist mit einer Quote von 21,3 Prozent so hoch wie in keinem anderen EU-Land. Unter den 18- bis 25-Jährigen liegt sie sogar bei 45 Prozent. Viele davon müssen noch bei ihren Eltern leben, weil sie keinen Job finden. Der IWF sprach bereits von einer „verlorenen Generation“.

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Gestern habe ich mich mit meiner spanischen Freundin getroffen, mit der ich mich regelmässig austausche (vorrangig, um mein Spanisch zu verbessern, bzw. ihr Deutsch). Und natürlich haben wir über dieses Thema gesprochen.

Interessant war in diesem Zusammenhang, dass sie die Situation der jungen Leute eigentlich NICHT als besonders dramatisch oder besorgnisrregend einstuft. Sie begründete das dami, dass die jungen Leute eh bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Hause der Eltern blieben ...

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Ich könnte mir vorstellen, dass die jungen Menschen auch irgendwann einmal ihren eigenen Hausstand gründen möchten. Wie sehen denn die Zukunftsperspektiven aus, wenn sie keinen Job haben?

Und mit den Großfamilien wird das ja auch immer weniger.

Außerdem als Beispiel: Meine Freundin ist rund 50 und gerade arbeitslos geworden mit einer Arbeitslosenhilfe von knapp 300 Euro. Ihr Mann ist noch nicht im Rentenalter, hat aber keine Arbeit mehr und bekommt vom Staat die 426 Euro Überbrückungsgeld.

Und die drei Kinder? Eines geht noch zur Schule, eines studiert (was soll es auch sonst machen?) und eines hat dem Himmel sei Dank einen Job beim Rathaus. Wie soll diese Großfamilie überleben?

Und selbst wenn sie länger im Hotel Mama leben als in Deutschland - was soll aus ihnen werden? Keine Lehre, keinen Job, kein Geld, kein Anspruch auf Sozialhilfe.

Himmel, hatte meine Generation es gut!:rolleyes:

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Tja, aus unserer Sicht völlig absurd, wie die jungen Spanier ins Leben starten. Im "Hotel Mama" bleiben bis zum Sankt Nimmerleins-Tag ...

Meine spanische Freundin verachtet diese Einstellung zum Leben mehr oder weniger offen, verschliesst aber auch nicht die Augen vor der Realität.

Die Realität in Spanien sieht von jeher völlig anders aus als in Deutschland. Es ist geradezu verpönt, zur Miete zu wohnen. Also wird das Geld zusammengehalten, um irgendwann in den Genuss von Eigentum zu kommen. Und dafür verzichten diese jungen Leute auf ihre Selbständigkeit und stellen die Füsse unter Mamas und Papas Tisch.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass so etwas gutgehen kann. Aber die Spanier sind da irgendwie anders drauf. Das sieht man glaube ich auch ganz gut an den sonntäglichen Aktivitäten, die vornehmlich der gesamten Familie gehören.

Ich denke nicht, dass die jungen Leute das Problem haben, berufslos zu sein oder zu werden. Das Problem ist eher das der gewünschten festen Anstellung.

Leider muss ich sagen, dass die jungen Leute geradezu ein "Luxusproblem" haben. Denn abgesehen von ihrer fehlenden Selbstbestimmung, geht es den meisten doch ziemlich gut. Die Bars sind jedenfalls stets gut besucht.

O.K., das könnte jetzt ein bisschen oberflächlich rübergekommen sein. Aber im Kern ist da schon was dran (bestätigte mir übrigens auch ´ne spanische Freundin aus Cheste ...).

Viel schlimmer sind die wirklich vielen "Ausländer" dran, die hier Familie haben und für die sich der spanische Staat einen Scheissdreck interessiert. Wenn ich mir die Sorgen und Nöte eines vollintegrierten, perfekt spanisch sprechenden, rumänischen Familienvaters anhöre (im Übrigen verheiratet mit einer Kolumbianerin, die beiden haben zwei kleine Kinder), dann wird mir ganz anders. In Spanien ist es jedenfalls kein Zuckerschlecken, in diesen Zeiten ein "wertloser" Mitbürger mit ausländischen Wurzeln zu sein ...

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Im Zusammenhang mit den "15-M" - Aktionen hat "El País" heute abend folgendes veröffentlicht:

Solo e indignado en Siberia

El único español residente en Siberia se manifiesta en solitario a favor del movimiento 15-M

Raquel Seco Madrid 21 MAY 2011 - 20:56 CET

Das ist etwas für die Ewigkeit!

Laut Artikel gibt es seit 5 Jahren einen Spanier (aus Barcelona), der in Omsk lebt!! Er bezeichnet sich selbst als den einzigen Spanier in einem Radius von 1000km. (Keine Ahnung, ob Moskau "so nah" an Omsk dran ist, ich möchte es fast bezweifeln, weshalb ich annehme, dass er mit dieser Einschätzung eher zu bescheidne ist ...)

Auf jeden Fall ist er ermuntert worden, seinen Protest gegen das "System" doch bitte auch zu artikulieren. Und dem ist er laut Artikel nachgekommen (Fotos sind mitgeliefert worden) und so steht er nun vor einer Lenin-Statue in Omsk und protestiert ... allein ...

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    • Von Joaquin
      In der Regel erkläre ich den Leuten, was es so typisch spanisches gibt in der kulinarischen Vielfalt Spaniens, doch dieses Wochenende, war es genau umgekehrt. Besuch aus Spanien forderte mich nun heraus, dass typisch Deutsche beim Essen und trinken, einem Spanier näher zu bringen.
      Hierbei muss man natürlich wissen, was beide Länder anzubieten haben, wo die großen und die kleinen Unterschiede liegen. Denn gewisse Sachen gebt es zwar in beiden Ländern, aber halt doch nicht so wie in dem jeweils anderem
      Gar nicht so leicht und dann in der kürze der Zeit, auch noch das passende zu finden. Das ein oder andere mag es sicherlich auch in Spanien geben, aber zum Glück kannte mein Gast dies nicht, so dass ich es als neue, deutsche Erfahrung verkaufen konnte
      Bei den Getränken ist es es leicht, da kann man sich unbesorgt auf alles was mit Bier zu tun hat schmeißen. Hier kann man natürlich mit sehr viel aufwarten. Hefeweizen ist etwas, dass kennt man in Spanien in der Regel nicht. Und bei den Mixgetränken, kann es auch nicht schaden diese so zu servieren, wobei ich denke, dass je nach Region es diese auch in Spanien gibt, also Diesel (Bier mit Cola) oder Radler/Alster (Bier mit Limonade). Sehr gut kam hier die Altbierbowle an, denn Altbier mit Fruchtsaft und den Früchten, die man mit einem langen Löffel aus dem Bier holt, dass ist schon etwas besonderes und kam geschmacklich auch richtig gut an.
      Bei solchen Dingen, wie auch bei vielen anderen wurde erst einmal ungläubig geschaut, ob man hier nicht auf den Arm genommen werden sollte, denn Früchte in Bier, dass klingt für einen Spanier erst einmal ziemlich verrückt
      Beim Essen wurden unterschiedliche Würste serviert und dann an einem Imbiss, zeigt ich die kulinarische Spezialität einer Currywurst mit Pommes Rot-Weiß. Kam auch sehr gut an und patatas fritas con rojo y blanco, war dann wieder für ein erstauntes Lachen gut
      Das typisch kleine Baguette der Deutschen gab es dann zum Frühstück, die Brötchen. Und auch so gab es die ein oder andere Scheibe Schwarzbrot um sie zu belegen. Bei der großen Auswahl an Brot und der geliebten Brotvielfalt, tauchte dann aber auch die Frage auf, ob man in Deutschland denn nicht zu Mittagessen Brot serviere. Ich weiß, dass es das je nach Ort und Speise auch gibt, musste es aber für die Regel, verneinen. Bestellt man ein Schnitzel usw. in einem Restaurant, wird hier nicht extra noch Brot serviert.
      Was ganz exklusives und sicher nicht für jeden Ausländer immer etwas, war das deutsche Sushi, Mettbrötchen mit Zwiebeln. Da muss man natürlich auch als Ausländer bereit sein, sich auf diese deutsche Spezialität mit dem rohen Fleisch, einzulassen. Auch muss man hier ein wenig Überzeugungsarbeit leisten, denn so ein Spanier fragt sich dann schon, was denn das für unzivilisierte Wilde in Deutschland sind, die rohes Fleisch essen
      Klöße gab es in Anbetracht der kurzen Zeit nicht, aber Schnitzel mit Raumsauce und Spätzle, sind ja auch lecker. Auch ein einfacher Flammkuchen wurde serviert
      Da neben dem vielen Regen, es dann auch noch etwas Sonne gab, serviert ich eine nicht ganz typisch, deutsche Speise. Da aber mein Gast bisher keine Spaghettis in Eisform kannte, gab es auch noch beim Italiener Spaghetti-Eis mit Erdbeeren
      Ich denke, ich habe hier alles in der Kürze aufgeführt, wovon ich dachte, dass es typisch(er) Deutsch ist und was man in Spanien weniger kennt. War auch ein recht anstrengendes Wochenende und ernährungstechnisch, habe ich ordentliche zugelegt
    • Von Joaquin
      Es gibt ja so manches Vorurteil in Deutschland über Spanien und umgekehrt. Ebenso gibt es auch Missverständnisse, welche einfach auf regionalen Gewohnheiten und Kenntnisse vor Ort zurück zu führen sind. Dabei habe ich so manch Kuriosum feststellen dürfen, über die ich dann mal hier im Forum so erzählen möchte.
      Für mich mögen diese Fragen auf den ersten Blick dumm und einfältig klingen, zumindest manchmal. Dabei werden diese Fragen gar nicht sicht von dummen und ungebildeten Menschen gestellt. Aber wenn man genau hinhört erkennt man, dass die einen doch ein ganz anderes Bild von dem jeweiligen Land haben. Geprägt von den Medien, von gewissen, immer währenden Mustern, von falschen, selbst abgeleiteten Schlussfolgerungen usw.
      Manchmal ergeben sich daraus lustige, manchmal aber auch erschreckende Bilder. Gerade für mich, der ja doch irgendwie in beiden Kulturen und Ländern verwurzelt ist.
      Ein erstes dieser Unkenntnisse/Vorurteile, habe ich hier rein gestellt:
      Vielleicht kennt ich ja auch einige dieser Unkenntnisse/Vorurteile, über die man so ein wenig schmunzeln kann?
    • Von Joaquin
      Ich liebe Louis de Funès. Was habe ich in meiner Kindheit seine Filme gemocht, seine Mimik, den Klamauk seiner hyperverntilierenten und niemals rastlos gestikulierenden Figuren. Er ist wohl der sympathischste Choleriker, den die Leinwand je gesehen hat.
      Durch Zufall erfuhr ich, dass er spanischer Abstammung sein sollte. Wenn man sich seinen Vollständigen Namen anschaut, dann erklärt das schon einiges, denn er heißt Louis Germain David de Funès de Galarza. Das klingt doch schon eher wie einer dieser typisch langen, spanischen Doppelnamen.
      Seine Eltern waren Spanier, welche 1009 aus Sevilla nach Spanien auswanderten. Seine Mutter hieß Léonor Soto Reguera und sein Vater Carlos Luis de Funès de Galarza. Nun sollte sich auch einem der Name erschließen können Zehn Jahre später, 1914, wurde dann der kleine und später berühmte Louis de Funès in Courbevoie geboren.
      Wer hätte gedacht, dass mich mit diesem Menschen so viel mehr verbindet. Denn obwohl ich meinen Spanischen Pass behalten habe, bin auch ich das Kind von spanischen Auswanderern und nur ein wenig weiter, im Nachbarland Deutschland geboren und aufgewachsen
    • Von Kurtchen
      http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/politik/detail/-/specific/So-wollte-ich-nicht-arbeiten-Spanische-Pflegekraefte-erschrocken-ueber-Zus-1462987062

      Guten Morgen allerseits,

      mich würde nun interessieren:

      wie ist denn die Situation in Altenheimen oder Krankenhäusern in Spanien im Vergleich zu Deutschland ?
      Haben die Spanier Recht ? natürlich weiß man das die Deutschen Krankenpfleger und Ärzte von der Schweiz oder anderen Ländern abgeworben werden.

      Wie ist die Ausbildung der Krankenpfleger im Vergleich zu uns ?

      Im Artikel steht das sie studiert haben ?
    • Von Kurtchen
      na die SAZ schreibt zitiert also doch positives über die Regierung, nur 'wollte' das bisher niemand posten.

      Kurtchen will zur Objektivität beitragen-

      Also: er hat seinen Vorsprung um 7 Prozent gegenüber den Soziallisten ausgebaut.
      Dieses gilt es zu respektieren
      http://www.saz-aktuell.com/Politik/-La-Razon-Spanier-erkennen-Rajoys-Kampf-gegen-die-Krise-an/27193.html
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