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Leben mit einem außergewöhnlichem Menschen! Von Petro!

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Leben mit einem außergewöhnlichem Menschen, von Petro!

Mir wurde in den letzten Jahren, sehr oft die Frage gestellt: Sag mal, wie lebt es sich den eigentlich, mit einer so außergewöhnlichen Frau und Ihren Fähigkeiten?

Meine Antwort darauf war immer die Gleiche: Na, normal! :pfeiffen:

Nun habe ich mir allerdings doch einmal so meine Gedanken darüber gemacht und mich selbst Gefragt: Was macht eigentlich das Außergewöhnliche einer Person aus?

Sind wir nicht alle, in irgendeiner Weiße außergewöhnlich?

Haben wir nicht alle, irgend eine besondere Gabe – Fähigkeit in uns, die wir uns nur nicht getrauen zu zeigen, oder zu demonstrieren, weil wir uns davor schämen und fürchten, belacht oder belächelt zu werden?

Oder ist es vielleicht doch so, das Außergewöhnliche Menschen nur deswegen außergewöhnlich sind, weil Sie, mit Ihrem tun und handeln, vielleicht auch mit Ihrer Lebenseinstellung und Weiße, nicht in die sogenannte DIN Norm passen?

Ich denke man könnte noch 100 andere Gründe hier zu aufführen, aber dass würde wohl zu weit führen!

Meine Frage ist nun eigentlich, falls es überhaupt irgend Jemanden interessieren sollte, wer kennt zum Beispiel auch solche Personen oder ist vielleicht selbst sogar dies Person, die nicht in diese DIN Norm passt und seine damit gemachten Erfahrungen!

Ich weiß, es könnte ein sehr heikles Thema werden, aber wenn man mit den Füßen auf dem Boden und dabei sachlich bleibt, kann es auch wiederum ein sehr interessantes Thema werden!

Wir sind ja alle erwachsen! Oder!?! :rolleyes:

In diesem Sinne, freue ich mich schon jetzt darauf, Eure gemachten Erfahrungen zu diesem Thema zu lesen!

Un abrazo para todos

Petro :winken:

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Gast Gast1055

Sind wir nicht alle, in irgendeiner Weiße außergewöhnlich?

Haben wir nicht alle, irgend eine besondere Gabe – Fähigkeit in uns, die wir uns nur nicht getrauen zu zeigen, oder zu demonstrieren, weil wir uns davor schämen und fürchten, belacht oder belächelt zu werden?

Oder ist es vielleicht doch so, das Außergewöhnliche Menschen nur deswegen außergewöhnlich sind, weil Sie, mit Ihrem tun und handeln, vielleicht auch mit Ihrer Lebenseinstellung und Weiße, nicht in die sogenannte DIN Norm passen

Ich denke, ich habe noch nie in die sogenannte DIN-Norm gepasst und jeder Lebenslauf, den ich schreiben müsste, käme einer Strafe gleich. :D

Meine Frage ist nun eigentlich, falls es überhaupt irgend Jemanden interessieren sollte, wer kennt zum Beispiel auch solche Personen oder ist vielleicht selbst sogar dies Person, die nicht in diese DIN Norm passt und seine damit gemachten Erfahrungen!

Da ich selber so ein Grenzgänger bin, begegneten mir natürlich auch viele Aussenseiter unserer Gesellschaft. Da ich zudem zeitlebens mit Künstlern aller Richtungen zu tun hatte und immer noch habe, ist die "Din-Norm" für mich ein Absurdum. :D

Ich sage immer: "Lieber total verrückt, als stinknormal !!" :)

Du fragst nach einer besonderen Gabe?

Ich nenne mich diesbezüglich einen Vermittler zwischen verschiedenen Welten, "Brückenbauer", da ich immer wieder Menschen sehr unterschiedlicher Richtungen zusammenbringe und verknüpfe.

Ich denke, jeder Mensch erfüllt eine spezielle Rolle in dem Gesamtgefüge, die wir Gesellschaft nehmen.

Keiner ist darin besser oder schlechter, sondern jeder nimmt einen bestimmten Platz ein und versucht sich bestmöglich zu entfalten. Dem Einen gelingt es etwas besser, anderen weniger. Dennoch haben alle ihren Sinn im Gesamtgefüge.

Werde Dir hier ein paar ungewöhnliche Geschichten einstellen über Menschen, welche sonst in der Regel übersehen werden.

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Gast Gast1055

Fredo

Vor Jahren, als ich mit meiner damaligen Partnerin vom Kino heimwärtsging, sah ich in einer frostkalten Winternacht einen Obdachlosen, der mit einer schmutzigen Mütze über das Gesicht gezogen, in einer Geschäftspassage im Stehen schlief. Er tat uns leid und wir kochten eine warme Suppe, brachten diese und etwas Obst und belegte Brote, dazu eine Decke. Er nahm dankend an und blieb wo er war. Am nächsten Abend kam ich und bot an, ihn in eine nahe Obdachlosenunterkunft zu bringen. Zögernd willigte er ein, da er das turbulente, laute Treiben dort nicht mochte. Unterwegs im Auto erfuhr ich etwas aus seinem langen Leben auf der Straße, den schönen Sommernächten in den duftenden Blumenwiesen unter freiem Sternenhimmel. Er strahlte eine Seelenverwandtschaft ab und seinen wenigen Worten wurde mir die Bedeutung dieser Begegnung, für mich klar. Er blieb eine Nacht im wärmenden Asyl, nutzte dort die Dusche und warme Mahlzeiten. Die Nacht darauf stand er wieder an seinem alten Platz, die von Schmutz strotzende Mütze über das Gesicht gezogen und schlief im Stehen.

In den folgenden Monaten begegnete mir Fredo immer wieder und jedesmal freute ich mich ihn wohl und gesund zu sehen. Immer wenn ich diese wild aussehende Gestalt, mit unrasiertem Gesicht, durch die Straßen wandern sah ging mein Herz auf, da lachte etwas in mir, was ganz tief aus meiner Seele drang. Fredo war immer gut versorgt, einmal trug er zwei paar neue Schuhe bei sich, ein andermal neue Kleidung. Die Geschäftsleute gaben es ihm, manche um ihn loszuwerden, anderen ging es wohl wie mir. Einmal fand ich in einer Telefonzelle ein liegengebliebenes Baguette und sah im gleichen Moment Fredo auf der anderen Straßenseite. Ich sah dies als einen Wink des Schicksals und brachte ihm dies. Doch er lehnte dankend ab, da er genug habe und so kamen wir an diesem Abend völlig unerwartet zu diesem frischen Baguette.

Immer wieder hatte ich das Gefühl einem unbewußten Buddha zu begegnen. Denn er lebte das, was viele spirituelle Jünger vergeblich zu erreichen versuchten, da ihnen letztlich der fragende und wollende Kopf im Weg war. Fredo lebte total aus dem Moment, war immer in Bewegung, fand was er brauchte und schien glücklich zu sein. Vielleicht kannte er nichts anderes und erwartete nichts anderes mehr. Vielleicht war er wunschlos glücklich? Jedenfalls in der Zeit, als er mir sehr häufig begegnete.

Mir half er den Blick zu schärfen, für die einfachen Menschen, an denen wir häufig vorbeigehen. Die leicht übersehen werden, da sie nicht in unserer Bild von Seriösität passen, über die wir voreilig urteilen. Die wir gekonnt übersehen, da dies bequemer ist.

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Gast Gast1055

Lyrik eines Landstreichers

Vor rund zehn Jahren hielt ich im Ulmer Buchladen Eichhorn einen Vortrag. Zuvor machte ich einen Stadtbummel und schlenderte am Rand des Münsterplatzes an Geschäften entlang. Plötzlich sah ich einen Rucksack und davor einige Hefte und einen Hut liegen. “Lyrik eines Landstreichers” las ich auf der Titelseite, hob ein Heft auf und blätterte darin. Da hatte sich ein Obdachloser alles von der Seele geschrieben, intensive persönliche Gedanken und Erfahrungen. Ich legte das Heft zurück und als ich weitergehen wollte, sah mich ein Ehepaar enttäuscht an: “Wir dachten Sie sind der Landstreicher!” Ich schüttelte den Kopf und ging in Richtung Fußgängerzone. Auf dem Rückweg sah ich, wie ein grauhaariger älterer Mann den Rucksack schultert und in Richtung Münster geht. Ich eile ihm nach, in einer gewissen Neugierde, und spreche ihn an: “Als ich vorhin Ihre Lyrik las, da wurde ich mit Ihnen verwechselt, da dachten andere Menschen, ich sei der Landstreicher.” Nur kurz dreht er den Kopf und sagt im Laufen. “Das war keine Verwechslung!” Mir bleibt nur die Verblüffung und ein befreiendes Lachen.

Danach denke ich über diese knappe Botschaft nach. Ja er hat Recht, ich streiche durchs Land, halte hier einen Vortrag, gebe Beratungsgespräche, organisiere einmal im Jahr einen Künstlermarkt im Kornhaus. Doch dann steigt es in mir noch tiefer. Im Grunde sind wir alle Landstreicher. Wir streichen solange wir leben durchs Land. Mit der Geburt tauchen wir ein und mit dem Tod gehen wir zurück. Dazwischen streichen wir übers Land. Zeitweise verwurzeln wir, bis der Wind der Zeit uns weitertreibt.

Selten hat mir ein menschlicher Gedanke soviel gegeben, so klar meine Existenz mir bewußt gemacht und dieser Funke wirkt bis heute in mir weiter.

Nachtrag:

Monate später sehe ich im Schweizer Fernsehen, daß ein Berner Verlag den Landstreicher sucht, da dieser dessen Lyrik in einem Büchlein verlegt und bereits über sechshundert davon verkauft hat. Ihm stehen die Tantiemen zu. Ich telefoniere mit dem Verleger und teile ihm mein Erlebnis mit. So komme ich nachträglich zu der "Lyrik eines Landstreichers" mit dem Büchlein "Die Harmonie der Welt" (ISBN 3-906786-12-9) erschienen im Berner Lokwort-Verlag. Nun in gebundener Form erkenne ich, daß ich in Ulm nicht ganz wach war. Da habe ich die Tiefe dieser Lyrik nicht erkannt. Nun aber berührt mich diese tief. Jetzt bin ich voll reif dafür und sehe deutlich die Nähe zwischen ihm und mir. Wenn etwas sein soll, dann kommt es zu einem. Entweder direkt oder indirekt im passenden Moment, zum richtigen Zeitpunkt.

Dieser "Landstreicher", ein ehemaliger Schriftsetzer aus der DDR, der alles zurückgelassen hat, nur mit Rucksack und Fahrrad durch Europa radelt, ist für mich ein heute lebender Laotse. Denn seine Lyrik geht tief und beschreibt in einfachen Gedanken das unfassbare.

Mir wird bewußt, daß zu Erleuchtung nichts mehr gehört, als zu sein und sich selbst total zu leben. Das eigene ICH BIN zu erkennen, zu akzeptieren und zu lieben. Und dann ganz authentisch zu sein, an dem Platz, wo das Leben mich hinstellt.

Übrigens:

Der Schweizer Verleger hatte noch mehr Anrufe von Menschen, welchen der Landstreicher begegnete und die diesen kurzzeitig bei sich aufgenommen hatten. Alle haben von ihm etwas besonders bekommen, was danach deren Bewusstsein oder Leben veränderte.

Ausschnitte aus "Lyrik eines Landstreichers":

Dein Wahrnehmen ist gefilterte Welt

Dein Denken ist gefilterte Wahrnehmung

Dein Streben ist gefiltertes Denken -

Was ist es, das Du da greifst?

Entsteht in Deiner Mitte das Gefühl von Mangel

Bewirkt es an Deinen Rändern Ergreifen

Die Augen suchen reizvolle Bilder

Die Ohren reizvollen Klang

Der Gaumen reizvollen Geschmack

In Deinem Denken entstehen reizvolle Vorstellungen.

Bleibst Du in der Mitte

Erfüllt sie sich selbst.

Des kreisenden Vogels Spähen gilt nur der Beute

Des Rehes Lauschen gilt nur der Gefahr

Des Hundes Schnüffeln gilt nur den Reizen

Deiner Gedanken Umherlaufen gilt nur der Befriedigung.

In Deinem Widerstreben spannt sich die Welt

In Deinem Streben erhebt sich die Welt

In Deinem Wirken verwandelt sich die Welt

In Deinem Sterben entspannt sich die Welt

In Spannung und Entspannung erklingt

Die Harmonie der Welt.

"Die Harmonie der Welt" (ISBN 3-906786-12-9)

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Ich denke, jeder Mensch erfüllt eine spezielle Rolle in dem Gesamtgefüge, die wir Gesellschaft nehmen.

Keiner ist darin besser oder schlechter, sondern jeder nimmt einen bestimmten Platz ein und versucht sich bestmöglich zu entfalten. Dem Einen gelingt es etwas besser, anderen weniger. Dennoch haben alle ihren Sinn im Gesamtgefüge.

Hallo Zugvogel!

Genau dass meinte ich mit der Frage:

Sind wir nicht alle, in irgendeiner Weiße außergewöhnlich?

Was Deine Geschichte/Erfahrung mit FREDO angeht, so denke ich, el lohnt sich einmal etwas genauer darüber nach zu denken und dies besonders was Dein Schlusssatz betrifft!

<Mir half er den Blick zu schärfen, für die einfachen Menschen, an denen wir häufig vorbeigehen. Die leicht übersehen werden, da sie nicht in unserer Bild von Seriosität passen, über die wir voreilig urteilen. Die wir gekonnt übersehen, da dies bequemer ist.>

Nicht in unserer Bild von Seriosität passen! :eek:

Diese meinte ich auch mit dem Begriff: „DIN Norm“

Saludo

Petro :winken:

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Gast Gast1055
Hallo Zugvogel!

Genau dass meinte ich mit der Frage:

Sind wir nicht alle, in irgendeiner Weiße außergewöhnlich?

Oder einfach nur normal, jenseits begrenzender Bewertungen. ;)

Jede Schubladenzuordnung hat mit Macht und Ohnmacht zu tun. In dem wir klassifizieren und damit begrenzen.

Der ist besser und der Andere schlechter. Moralisch bewerten, optisch, inhaltlich, intellektuell, religös, sexuell, ...

Dabei wollen alle nur das Gleiche: Liebe, angenommen sein, Achtung, Nahrung, Sicherheit, Freiheit, ...

Dafür strampelt sich jeder auf seine Weise ab und nimmt viel Leid auf sich, kämpft darum und wird erniedrigt deswegen.

Da ich selber über viele Jahre Menschen in Lebenkrisen beraten habe, kam ich diesem Urgrund aller menschlicher Probleme sehr nahe, erlebte was sich in Familien und Beziehungen abspielte, erfuhr Komödien und Dramen, Beziehungspossen und grausame Rituale überholter Familientraditionen.

Dabei wie auch junge Menschen in ihren tatsächlichen Anlagen und Fähigkeiten missachtet werden. Talente nicht gefördert oder die Wunschvorstellungen der Eltern übergestülpt wurden. Genau da beginnt das Leid aus dem jeder sich dann wieder befreien muss, sich durchkämpfen, um die innersten Wünsche und Träume zu verwirklichen. Wer stark genug ist schafft es oder man hat Glück und kommt über sogenannte Zufälle weiter. Andere schaffen es nicht und suchen dann die Schuld bei anderen.

Genau diese Themenkreise werden auch Dein Beruf gewesen sein.

Ohne die Psychotherapie zu verteufeln, sie leistet sicher oft sehr gute Arbeit und doch wird mir zu oft im Nebulösen herumgestochert, anstatt die Aktivposten zu sehen, zu erkennen und gezielt zu fördern!

Besser wäre es moderne Seelsorger zu schaffen, welche Arzt, Priester und Pschologen vereinen. Das wären dann echte Talentförderer, da sie Menschen die Abschubenergie geben könnten, die deren Talente entfalten und zu grösstmöglicher Blüte entfalten würden.

Dann hätte wirklich jeder die Chance aussergewöhnlich zu sein und dies ganz normal zu leben. ;)

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Habe ehrenamtlich in einer Obdachlosenhilfe gearbeitet und habe viele Menschen kennengelernt, deren IQ höher war als die einiger Minister.

Gebildet, sehend und frustriert gehen sie einen "anderen" Weg und weden oft abgestempelt.

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Hallo Zugvogel,

für Deinen Beitrag möchte ich Dir einfach DANKEN. Du hast mit wenigen Worten viel gesagt und ich wünsche mir, Deine Worte erreichen einige Menschen, die inne halten und über Deine Worte nachdenken und sich vielleicht ein bisschen in ihrer Welt zum positiveren korrigieren.

Felicia:applaus::applaus::applaus:

:applaus::applaus::applaus:

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Gast Gast1055

Besser wäre es moderne Seelsorger zu schaffen, welche Arzt, Priester und Pschologen vereinen. Das wären dann echte Talentförderer, da sie Menschen die Abschubenergie geben könnten, die deren Talente entfalten und zu grösstmöglicher Blüte entfalten würden.

Da sollte natürlich Anschubenergie heissen. :D

Danke Felicia für Deine Zustimmung.

Es wäre schön, wenn das möglich wäre, doch leider in unsere Gesellschaft zuwenig dafür ausgerichtet.

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Zugvogel,

es gibt die Theorie, daß die Degenration der Gesellschaft, wenn man etwas an die Geschichte schielt, ist eine Notwendigkeit für neue Entwicklung.

Felicia:rolleyes:

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Gast Gast1055

es gibt die Theorie, daß die Degenration der Gesellschaft, wenn man etwas an die Geschichte schielt, ist eine Notwendigkeit für neue Entwicklung.

Jeder Rückschritt bietet eine Chance für einen Schritt nach vorne. ;)

Gesellschaftlich gesehen, kann das aber mehrere Generationen benötigen, bis die Kraft für eine neue Entwicklung aufgebaut ist.

Der letzte wirklich grosse Entwicklungsschritt begann bei uns 1968. Dann die Öffnung der DDR und Wiedervereinigung.

Aber seither sind wir eher in der Rückwärtsbewegung.

Das was ich ansprach hat aber damit nichts zu tun, da in dem Bereich schon seit Jahrhunderten Fehlentwicklungen ablaufen, die für all das Leid in Familien verantwortlich zu sehen ist.

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Seit nun mehr als drei Jahren, unterstützen meine Frau und ich Menschen, die ein besonders Talent oder eine besondere Fähigkeit haben, die selbst nicht, aus finanziellen Gründen in der Lage sind, ihre Fähigkeiten und Talente zu entwickeln!

Wir sind der Meinung, soweit man dies verantworten kann und die Möglichkeit dazu hat, sollte man auch helfen!

Es ist nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, aber wenn wir durch unseren bescheidenen Beitrag auch nur einem Menschen dazu verhelfen konnten, sein Talent oder seine Fähigkeit zu leben, so ist der Tropfen nicht umsonst verdampft!

Saludo

Petro :winken:

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Gast Gast1055
Es ist nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, aber wenn wir durch unseren bescheidenen Beitrag auch nur einem Menschen dazu verhelfen konnten, sein Talent oder seine Fähigkeit zu leben, so ist der Tropfen nicht umsonst verdampft!

Ich habe schon bei einigen Menschen die wahren Talente erkannt und diese direkt oder indirekt dabei gefördert.

Schön dann zu sehen, wenn diese damit Erfolg haben und glücklich sind. :)

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Gast Gast1055

Will dieses interessante Thema nochmal aufwärmen. :winken:

Auf der Flucht

Es war im Februar 1945, als der Krieg zu Ende ging. Aufgelöst zogen sich die deutschen Truppen in das Innere des Landes zurück, waren aber gezwungen, nur des Nachts auf den Landstraßen dahinzuziehen, um den Flugzeugen zu entgehen, die sie am Tage unablässig verfolgten.

Allnächtlich hörte die Frau, die allein mit ihrem Kind in dem Häuschen am Berghang wohnte, die Geräusche der Truppen auf der Straße und selbst, wenn sie spät nach Mitternacht erwachte, ertönte das Klappern der Hufe müder Pferde, das Rollen der Wagenräder oder seltener das Brummen von Motoren, soweit ihnen der Brennstoff nicht ausgegangen war.

Eines Nachts erwachte sie aus dunklen Träumen und horchte auf. Diesmal waren die Töne, die sie vernahm, anders als in den vorigen Nächten. Wohl war auch jetzt wieder das Getrappel vieler Pferde zu hören, doch waren es fremdartige Stimmen, die den Pferden zuriefen. Melodische Stimmen waren es, die den Tieren zu schmeicheln schienen, doch nicht nachzulassen und noch einmal zu versuchen, den steilen Berg zu nehmen. Schließlich trat unvermutet Ruhe ein, alle Pferde und Fahrzeuge hielten fast zugleich an, offenbar unfähig die Steigung zu nehmen. Harte, barsche Rufe rissen nun die Stille auf, von Männern, die mit norddeutschem Befehlston der offenbar ausländischen Mannschaft befahlen, die Pferde nicht länger zu schonen und das letzte aus ihnen herauszuholen. ”Gebt ihnen die Peitsche”, schrien sie, doch nichts rührte sich als allgemeines Gemurmel. Endlich schien sich das, was da auf der Straße im Dunkel rumorte, auf eine vorläufige Ruhepause einzurichten.

Jäh erhob sich die Frau aus dem Bett, als schrill die Hausglocke läutete. Rasch kleidete sie sich an und öffnete zögernd die Türe. Ein deutscher Soldat stand da mit trübem, übermüdetem Gesichtsausdruck und hinter ihm still eine Frau, die ein Bündel sorgsam in den Armen barg. ”Wir haben hier eine Frau”, sagte der Soldat, ”eine Russin, die ihr Kind versorgen und die Milchflasche wärmen möchte. Es wird nicht lange dauern”. Sie traten ein, der Soldat mit einem Koffer und die Russin mit ihrem vermummten Bündel. Alsbald zeigte sich, was das Bündel enthielt, als die vielen Tücher auseinandergefaltet wurden und ein Kind zum Vorschein kam, lieblich und träumend. Ruhig, mit sicheren Bewegungen wusch die Mutter das Kind, während der Soldat den Koffer öffnete, in dem sich, sauber geschichtet, die Windeln und alles das befand, wessen ein kleines Wesen bedarf. Es seien russische Truppen, Kosaken, die unter deutschem Kommando stünden, sagte der deutsche Soldat. Die Frau sei Zahnärztin und es sei so schwer für sie, das Kind auf der Flucht zu versorgen. Es war nicht zuerkennen, welche Rolle der Soldat spielte, der müde und fast teilnahmslos, doch immer ergeben der Russin diente, er mochte wohl gar der Vater dieses Kindes sein, das so unter seltsamen Umständen einer gänzlich ungewissen Zukunft entgegenzog. Seltsam und zugleich wunderbar erschien jedenfalls die Ruhe, Umsicht und mütterliche Freude, mit der die Russin das Kind betreute. Wohin sie denn noch ziehen wollten, wurde sie gefragt. Dies wisse sie wahrhaftig nicht, bedeutete sie in mühsamen Deutsch, so viele Nächte seien sie nun gewandert, hätten viele Männer am Rhein verloren und noch sei kein Ende abzusehen. - Warum sie noch weiter nach Osten fahren? Wolle sie denn zu den Russen, deren Heere vom Osten her sich näherten? Nur das nicht, gab sie zur Antwort, das wäre ein Ende mit Schrecken. - Wohin denn noch? - Irgendwohin, sagte sie und schien zu denken, es sei gleichgültig, wohin, wichtig allein sei, daß das Kind lebt, das da ruhig atmet und keinen Krieg kennt, keine Flucht, kein Elend.

Draußen zogen die Pferde an, zum Zeichen, daß der Aufbruch bevorstand. Schweigend erhob sich die Russin, nahm das Kind fest an sich und dankte der deutschen Frau indem sie sich über ihre Hand beugte und sie küßte.

Es gab wohl keine Rettung für diese Menschen, die da wieder in die finstere Nacht hinauszogen. Und doch strahlte von dieser gefährdeten Mutter eine geheimnisvolle Kraft aus und ein Vertrauen darauf, daß da, wo ein Kind träumt, das Leben unzerstörbar ist.

Alfons Burger (1954)

(Über ein Erlebnis von Sofia Denninger, wie meine Mutter damals noch hies. Wenn sie darüber sprach, kam mehrmals der Hinweis, daß wenn die Russin das Kind bei ihr gelassen hätte, ich heute noch ein Geschwister mehr hätte. Denn in der damaligen Zeit wurden oft Kinder vor anderen Haustüren abgelegt, von verzweifelten Müttern die nicht mehr die Kraft für ihre Kinder hatten.

Ich bin mir sicher, daß meine Mutter das Kind dieser Russin bei sich behalten hätte.)

Posthum veröffentlicht in dem Buch: MENSCHLICHKEIT - HUMANITY zugunsten Amnesty-International; ISBN 3-035192-62-2

Insofern waren meine Eltern auch außergewöhnlich

und lebten ihr Leben mutig kraftvoll !! :)

Jeder zu seiner Zeit und an seinem Platz, wohin einen das Leben stellt.

bearbeitet von Gast1055

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Kriege sind grausam und unmenschlich. vernichtung von Hunderten, tausenden ,millionen von Leben, und am Ende weis keiner wofür.

Der Mensch, des Denkens fähig, sollte lieber seine Kräfte dort einsetzen, wo es Gewinn verspricht.

In der Krebsforschung, zum Schutz von Tieren und Umwelt, in der 3. Welt

Die jenigen, die lieber Kriege inszenieren um irgentwelche Territorien zu bekommen, oder ihre Waffen teuer an den Mann zu bringen, die haben das Leben garnicht verdient.

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    • Von traveler
      Hallo
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    • Von F-Art
      Hallo zusammen,
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      Ich hoffe es gibt reichliche Informationen von Euch.
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    • Von F.Art
      Hallo,
      derzeit lebe ich mit meiner serbischen Frau in Serbien, aber ich bin Deutscher und wir überlegen den Schritt zu unternehmen nach Spanien aus zu wandern.
      Daher wollen wir uns über die Lebensunterhaltskosten, Arbeitssuche und Aufenthaltsbestimmungen informieren, sowie Empfehlungen von erfahrenen Auswanderern.
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      Als Lebensort stellen wir uns ein Ort vor der nicht zu groß ist und nicht zu viel Trouble hat. Eher ein Dorf als eine Stadt, allerdings auch nicht hunderte Kilometer von der Zivilisation entfernt.
      Was für hilfreiche Infos könnt ihr uns geben?
       
      Gruß F.Art
    • Von Joaquin
      Das Treffen mit Frau Kaufer aus „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ im Event-Restaurant El-Paso

      Bei „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ werden ja auch immer wieder Menschen und Familien gezeigt, welche nach Spanien auswandern um dort ihr Glück zu versuchen. Eine weitere Familie war dann auch die Familie Kaufer. Zu der damals ausgestrahlten Sendung auf VOX nahm ich dann auch Bezug und äußerte, wie auch andere hier im Forum, meine Kritik an ihrem dort gezeigten Vorhaben und Vorgehen.

      Aber ich wollte mich nun gerne persönlich davon überzeugen, was nun genau an dieser Geschichte um und mit der Familie Kaufer, tatsächlich dran ist. Immerhin hatte ich ja bisher nur die Möglichkeit die Geschichte durch das Fernsehen zu beurteilen und wie ja wohl alle mittlerweile wissen sollten, sind diese Arten von „Dokumentationen“ alles andere als penibel recherchiert, bzw. wahrheitsgetreu nachgestellt und oft nur billig inszeniert.

      Zuerst versuchte ich das Lokal der Kaufers in Benicarló ausfindig zu machen und recherchierte ein wenig im Internet über die Kaufers. Nicht all zu schwer, denn auf ihrer Homepage verheimlichen sie nicht, dass sie bei „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ mitgemacht haben und so kommt man mit den entsprechenden Suchbegriffen bei den Suchmaschinen, dann auch schnell auf ihre Homepage.

      Beim großen Einkaufszentrum „Centro Azahar“ an der Landstraße N340, machte ich mich bei einem Einkauf im Eroski auf die Suche nach dem Event-Restaurant „El Paso“ und fand es dann dort auch tatsächlich. Machte von außen einen richtig guten Eindruck. Nachdem ich nun lokaltechnisch zumindest festgestellt hatte, dass die ganze Geschichte kein reiner Fake war, schrieb ich die Familie Kaufer per Email an, ob sie nicht Interesse an einem Treffen mit mir hätte, um über ihren Auftritt bei „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ und ebenso ihrem Neuanfang in Spanien zu plaudern. Dabei verwies ich auch auf meinen hier im Forum verfassten Artikel, damit sie eine ungefähre Vorstellung von dem bekommen konnte, wie ich bisher über sie gedacht habe und was da insgesamt wegen ihres Auftritts in der Sendung, so an Meinungen hier im Forum erschienen waren.

      Nun denn, die Email wurde höflich beantwortet und ich wurde zu einem Treffen in das Restaurant eingeladen. Damit stand einem Treffen mit echten „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“-Stars, nichts mehr im Wege

      Im Folgenden werde ich versuchen den Inhalt des recht ausführlichen und langen Gespräches, so weit wie möglich aus meinen Gedächtnis zu rekonstruieren und so wahrheitsgetreu wie möglich wieder zu geben.


      Ich und meine Begleitung wurden von Frau Kaufer höflich empfangen und so nahmen wir uns ausreichend Zeit, um die wahren Hintergründe zu dieser Geschichte zu erfahren und ihren Wertegang in Spanien.

      Das Restaurant El Paso selbst, macht schon von außen einen guten Eindruck, welcher sich ebenso im Inneren fortsetzt. Es ist angelehnt an einen Saloon, aber ohne zu sehr amerikanisch zu wirken. Zahlreiche Details und eine liebevolle Umsetzung sorgen dafür, dass man sich hier beim Essen wohl fühlen kann, wozu auch das nette, spanische Personal seinen Teil beiträgt. Also eine gute Atmosphäre, auch um ein solches Gespräch zu führen.


      Die Wahrheit um „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ bei VOX und der Blick hinter die Kulissen

      Zu „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ sind die Kaufers durch eine Immobilienanzeige o.ä. gekommen, welche sie im Internet bzw. in einem Forum aufgegeben und angekündigt hatten. Auf diese Internetanzeige meldete sich dann eine Produktionsfirma bei den Kaufers um mal nachzufragen, ob man da nicht einfach und so locker nebenbei, mitfilmen dürfe. Wie ich ebenfalls dieses Jahr erfahren habe, scheint dies im übrigen eine gängige Masche und Trick der Produktionsfirmen zu sein, hier passende Opfer zu finden. Man nimmt nicht irgendwelche Bewerber für derartige Produktionen, sondern sucht sich gezielt im Internet derartige Auswanderer aus und schreibt sie dann direkt an. So trifft man die Opfer oft unvorbereitet bei ihren schon laufenden Vorbereitungen und kann sie damit schnell und einfach überrumpeln.

      Genau so passierte es dann auch bei den Kaufers. Zwar hatte sich die Produktionsfirma schon früh gemeldet und gefragt, ob man da nicht einfach mal so nebenbei mitfilmen dürfte. Dann eines Tages, mitten in den größten Vorbereitungen und beim Umzug, meldete sich die Produktionsfirma plötzlich und teilte den Kaufers mit, das Ganze musste sofort innerhalb von zwei Tagen fertig gedreht werden. Also das, was in der Sendung dann nach mehreren Wochen ausschaut, wurde in nur zwei Tagen abgedreht. Klar das hier, vieles für das Produktionsteam gestellt werden musste/sollte, um diesen Eindruck zu erwecken.

      Das dann fertig gedrehte und vor allem zusammen geschnittene Material, bekam die Familie Kaufer natürlich erst im Fernsehen selbst zu sehen. Von dem was sie dann aber im Fernsehen sahen und vor allem wie sie dort dargestellt wurden, darüber waren sie dann doch mehr als überrascht bzw. entsetzt.

      Ein wenig wurde beim Dreh inszeniert um Spannung zu erzeugen, so wie der gestellte Streit zwischen Mutter und Tochter. Andere Dinge wurden komplett falsch dargestellt, wie der Eingang ihres Hauses, welcher angeblich nur durch die Garage möglich wäre und was so angeblich in Spanien üblich wäre. Auch wies mich Frau Kaufer darauf hin, dass immer wenn ein O-Ton ohne den jeweils sprechenden Akteur gezeigt wird, man hier davon ausgehen kann, dass dies nicht im jeweils gezeigten Zusammenhang steht und eine mehr oder weniger grobe Manipulation der gezeigten Darstellung durch den Regisseur ist.

      Da die Film-Crew selbst unter Zeitdruck stand und wie schon berichtet, alles in zwei Tagen im Kasten sein sollte, setzte man die in derartigen Dingen unerfahrene Familie einem weitaus größerem Druck und Streß aus. So wurde Familie Kaufer dann auch mit mobilen Sendern und Mikrofonen bestückt. Was sie dabei eben nicht wussten war, dass sie dabei ununterbrochen On-Air waren, also alles was sie sagten ununterbrochen aufgezeichnet wurde. So nahm sich die Produktionsfirma dann später gerne die Freiheit heraus, das hier oder dort Gesagte, halt nach Belieben frei an die ein oder andere Stelle in der „Reportage“ und natürlich gerne aus dem Zusammenhang gerissen zu platzieren und somit ein vollkommen falsches Bild der Szene und der Familie zu erschaffen.

      Finanziell ist es da schon eine richtige Frechheit bzw. Unverschämtheit, was der Familie Kaufer angeboten wurde. Hier hat man pro Person und Tag jeder Person 100,- Euro angeboten, von denen sie die Produktionsfirma aber zusätzlich mit durchfüttern mussten

      Gewundert hatte mich und andere Zuschauer im übrigen, dass die Folge mit den Kaufers bei „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“, so plötzlich endete und man im Fernsehen überhaupt nicht weiter erfuhr, wie es nun mit der Familie weiter ging. Dies hing natürlich damit zusammen, dass zu der Zeit die Familie Kaufer das Resultat der Ausstrahlung selbst im Fernsehen bewundern konnte und sie davon mehr oder weniger die Schnauze voll hatten.

      Familie Kaufer sagten zwar, dass sie generell gerne für dieses Format weiterhin zur Verfügung stünden, aber nur wenn ein anderer Regisseur hier die Leitung übernimmt und sie nur bei ihrer tatsächlich Arbeit im Restaurant usw. gefilmt würden. Also ohne das Szenen nachgestellt oder gar inszeniert würden. Erstaunlicherweise willigte man hier ein und es wurde dann auch tatsächlich weiter für „Goodbye Deutschland - Die Auswanderer“ mit der Familie Kaufer gedreht. Ausgestrahlt wurde dieses Material dann jedoch nie. Es war dem Sender VOX dann wohl nicht spektakulär genug, wenn alles normal und ohne irgendwelche gestellten, dramatischen Szenen abläuft.

      Also lieber Sender VOX, mich würde da schon die originalgetreue Fortsetzung der Familie Kaufer interessieren. Evtl. überlegt ihr euch das ja doch nochmal und zeigt mal das eh schon gedrehte Material


      Die Geschichte vom Auswandern nach Spanien und der Weg in die dortige Selbstständigkeit

      Nun will ich mich dem Thema der Auswanderung widmen.

      Vorweg die Schlussfolgerung zu der die Familie Kaufer gekommen ist. Sie würde vieles, wenn nicht sogar alles, anders machen. Der bisherige Weg war für sie hart und steinig und ist es immer noch.

      Zwar ist Spanien ein Land Europas und gehört zur EU, aber wenn es darum geht sich dort selbstständig zu machen, dann gibt es doch erheblich mehr Unterschiede zu Deutschland, als wenn man nur in den Urlaub fährt oder dort als Rentner seinen Lebensabend verbringen will. Vor allem hatten damals die Kaufers kaum die Wirtschaftskrise wahrgenommen und erst Recht nicht mit den Folgen dieser Krise für Spanien und damit letztendlich für sie, gerechnet.

      So haben die Kaufers einen langen Leidensweg hinter sich gebracht, auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit in Spanien und dem Auswandern in dieses Land. Hierbei haben sie zahlreiche Rückschläge, persönliche Schicksalsschläge und Enttäuschungen verbuchen müssen und man scheint hier immer noch nicht wirklich über dem Berg zu sein.

      Eine Sache welche sie so nie wieder machen würden, wäre es alle Zelte in Deutschland vollständig abzubrechen und sich Hals über Kopf ins Wasser zu stürzen. Ihr Rat ist es, auch wenn es nur eine kleine Mietwohnung in Deutschland ist, diese zumindest so lange in Deutschland zu behalten, bis wirklich zu 100 Prozent fest steht, dass der Schritt nach und in Spanien gelungen und felsenfest untermauert ist. Das die eigene Existenz in Spanien durch die neue Selbstständigkeit einen solchen soliden Untergrund hat, dass man dort wirklich auf eigenen Füßen für die Zukunft stehen kann. Erst dann kann und sollte man auch die letzten Zelte in Deutschland abbrechen, aber nicht eine Sekunde früher. Sicher für die Meisten ein sehr wichtiger Ratschlag.

      Auf den Schritt der Auswanderung versuchte man sich aus Deutschland heraus, so weit wie möglich vorzubereiten. Jedoch auch in Spanien ändern sich Gesetze mit der Zeit und was noch vor ein paar Jahren galt, als man sich aus dem Ausland über die Gesetzeslage informierte, muss beim Auswandern noch lange keine Gültigkeit mehr haben. Dann gibt es natürlich auch noch die Diskrepanz zwischen der Theorie und der Praxis. Das was laut dem Papier sein sollte, muss noch lange nicht auch so im Alltag gehandhabt werden.

      Dann muss man einfach anerkennen, dass es halt doch ein paar kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede gibt, welche sich durch zahlreiche Gebiete des spanischen Lebens ziehen. Insbesondere als Selbstständiger im Gastronomiebereich, wo man auch für und mit den Spaniern zusammen arbeiten will und muss, darf und kann man diese nicht so ohne weiteres außen vor lassen. Wenn man jedoch zuvor hier wenig Kontakt mit Spaniern und zudem noch auf diesen Arbeitsgebiet hatte, dann muss man mit dem seit Jahren aufgebauten Wissen aus Deutschland brechen und sich schnellstmöglich auf die neue Situation einstellen.

      In der Selbstständigkeit bezahlt man in der Regel Unkenntnis und mangelhafte oder falsche Vorbereitung mit finanziellen Rückschlägen. Hier zählt nicht nur wie schnell man aus den gemachten Fehlern lernt, sondern auch wie schnell man sich der erforderlichen Situation anpassen kann und wie gut das finanzielle Polster ist, welches einem solche Fehlschläge und das Umsetzen des neu Gelernten, bis zum Erfolg ermöglicht.

      Einer von vielen Rückschläge, waren unter anderem ein Kabelbrand an der Außenseite ihres Restaurants. Eigentlich Glück, denn somit war das Feuer nur an der Außenwand und nicht im Restaurant selbst. Auch Glück, dass dieser von den Nachbarn rechtzeitig bemerkt wurde und somit auch schnell die Feuerwehr anrückte. Pech für die Kaufers, dass die Feuerwehr ihre Arbeit bei Feuer in der Regel ohne große Rücksicht auf Verluste erledigt und bei den Löscharbeiten das Restaurant komplett unter Wasser setzten. Weiteres Pech war, dass dies ausgerechnet in der Nacht vor der geplanten Eröffnung passierte und somit nicht nur das Restaurant unter Wasser stand, sondern auch jegliche zuvor erledigte Arbeiten für die Eröffnung zerstört waren. Mit viel Engagement, Hilfe und ohne in dieser Nacht wirklich ein Auge zuzumachen, schaffte man es dann doch noch, das Restaurant trocken zu legen, die Tische wieder zu dekorieren und eine erfolgreiche Eröffnung hinzulegen.

      Die Kaufers hatten ja eigentlich vorgehabt ein Finca zu bauen, was mehr eine Ferienanlage werden sollte, um dort Wohnungen bzw. das Haus an Gäste zu vermieten. Aber auch hier kam alles anders als erwartet. Denn ohne es zu wissen, erwarben sie Land auf welchem es zuvor gebrannt hatte. Nach spanischem Gesetz heißt dies dann, dass dieses Land in den nächsten 30 Jahren nur als Forstgebiet genutzt werden darf und kein Bauland ist. Man versuchte und versucht zwar nun gemeinsam mit den Behörden eine Lösung zu finden, aber dieses Vorhaben war damit vorerst gescheitert und auch dieses Geld, zumindest vorerst in den Sand gesetzt.

      Aber auch so haben die Kaufers immer wieder mal ihre lieben Probleme mit den spanischen Behörden. In Spanien ticken die Uhren nun einmal etwas anders, aber so langsam haben auch sie den ein oder anderen Kniff raus und wissen wie man in Spanien damit umzugehen hat.

      Nun versucht man mit den lokalen Geschäften zusammen zu arbeiten und mit Events und anderen Dingen, kräftig die Werbetrommel für das Restaurant zu rühren. Hier zählt vor allem Vertrauen in ein funktionierendes und bestehendes Lokal, welches nicht von Anfang an da ist, sondern sich erst mit der Zeit aufbaut. Denn gerade die privaten Familienfeiern usw. sind es, welche einem Lokal hier die Zukunft sichern können. Derartige Feste werden aber nur gebucht, wenn sich die Spanier vor Ort auch sicher sind, bzw. sich sein können, dass das Lokal auch noch am jeweils gebuchten Datum in der Zukunft, zur Verfügung steht und nicht Pleite bzw, Konkurs gegangen ist. Es ist also sehr viel Vorlauf und Arbeit nötig um sich hier Vertrauen aufzubauen und sich ebenso dieses zu verdienen.


      Schlusswort

      Auch in Deutschland habe ich zahlreiche Lokale und Restaurants ihre Zelte auf- und abbauen sehen. So wird gesagt wenn man es schafft einen solchen Betrieb fünf Jahre aufrecht zu erhalten und damit zu überleben, dann hat man es etabliert und somit geschafft. Wie lange es dauert bis man ein Restaurant in Spanien und zu Zeiten der Krise halten muss um es bei den Einheimischen und in der Gegen bekannt zu machen, sich einen guten Ruf zu erarbeiten usw. kann man gerade in der heutigen Zeit schlecht vorhersagen.

      Da aber alles Orakeln hier nichts hilft, wünsche ich der Familie Kaufer alles Gute auf ihren Weg in eine gesicherte Zukunft in Spanien. Immerhin bin ich mit Frau Kaufer so verblieben, dass dann alles doch gut werden wird und wir uns im kommenden Jahr dann erneut in ihrem Restaurant El-Paso treffen
    • Von roham
      Hallo
      Nachdem ich seit 10 Jahren regelmässig in Andalusien urlaube, hat es mich nun erwischt. Ich habe MEIN TRAUMHAUS gefunden.
      Richtige Größe, richtige Lage, Top Zustand........
      Naja, nur am Preis müssen wir noch verhandelt ;-)
      Und, sofern wir hierbei Einigkeit erreichen können, wird genau das unser Altersruhesitz werden.
      Aber im Ernst, worauf muss ich wirklich alles achten? Welche Unterlagen brauche ich?
       
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