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Ebbe und Flut

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Das hat zwar nicht viel mit Spanien zu tun, aber ich finde es so interessant, dass ich hier mal ein Thema dazu eröffne.

Die meisten Menschen, die in Spanien an den Küsten leben, habe so gut wie nichts mit Ebbe und Flut am Hut. Es gibt die Tiden, aber man bemerkt sie kaum, zumindest nicht an den Mittelmeerküsten. Am Atlantik im Süden gibt es einen höheren Tidenhub (Unterschied der Wasserpegel zwischen Ebbe und Flut), aber er ist nur 'sichtbar', wenn man sich dafür interessiert. Zumal die Strände nur mal breiter und mal etwas schmaler, aber immer noch sehr breit sind.

In Nordspanien sieht die Sache schon anders aus. In Galicia, Asturias, Cantabria, Pais Vasco ist der Tidenhub schon grösser und fällt mehr auf, da die relativ kleinen Strände in den Buchten sehr unterschiedliche Gesichter zwischen den Extremen zeigen.

Je weiter man die Küste hochfährt, desto gewaltiger wird der Tidenhub. Mont Sant Michelle in Frankreich ist allen bekannt: Mal Insel, mal ein Berg im Sand. Nicht weit davon haben die Franzosen ein Tidenkraftwerk gebaut. Bei Flut läuft das Wasser ins Land und treibt die Turbinen an, bei Ebbe das gleiche Spiel in die andere Richtung.

In England und Schottland ist der Tidenhub an einigen Küsten schon recht gewaltig. Den grössten Tidenhub der Welt gibt es jedoch in der Bay of Fundy in Nova Scotia, Canada, mit 14,4 Metern - das ist so eine Art täglicher Tsunami.

800px-Bay_of_Fundy_-_Tide_Out.jpg

Der britische Fotograf Michael Marten hat 8 Jahre lang Fotos an britischen Küsten von identischen Standplätzen jeweils einmal bei Ebbe und einmal bei Flut gemacht. Die Kamera blieb auf dem Stativ stehen, somit sind die Fotos deckungsgleich, was die Geschichten noch interessanter macht.

Ich finde es immer wieder spannend, Dinge zu sehen, die man selbst nicht in seiner Umgebung hat.

Viel Spass:

Ins and outs: Michael Marten photographs the difference the tide makes

Sea-change-Severn-Bridge-007.jpg

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Doch das Thema ist auf jeden Fall interessant.

Ich fahre z.B. gerne mit dem Rad am Strand lang, im Winter, wenns noch nicht so voll ist.

Bei Flut ist das nicht möglich, weil der Sand viel zu weich ist für das Fahrrad, also sehe ich mir immer vorher den Tabla de mareas an, damit ich radeln kann, mein Mann schaut danach wann es günstig ist zu angeln.

Tabla de mareas 2012 de Conil de la Frontera, Cdiz para la pesca <(((><

Tolle Aufnahmen sind das 6x9 .

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Hach, ich als Deern von de Waterkant schwelge, wenn ich solche Fotos sehe, hab ich immer die Nordsee vor Augen - und unweigerlich die Erinnerung, als mein Exmann damals zum ersten Mal in HH war und wir eine Kuestenfahrt mit ihm gemacht haben, in Husum fielen ihm dann die Augen aus dem Kopf, als die ganzen Fischerboote schief im Hafen auf Grund lagen :D, damals war mein Sohn auch noch ganz klein, und verstand nicht so richtig, wohin denn das ganze Wasser verschwunden war..

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Den höchsten Tidenhub an der Nordseeküste haben wir in Bremerhaven mit 3,90 Meter, weil das Atlantikwasser (die Nordsee ist zu flach) in den Mündungstrichter der Weser hineingedrückt wird. In Hamburg sind es immerhin noch 3,60 Meter.

Wenn man die nüchternen Zahlen liest, ist das nicht viel. 14,40 Meter wie in der Bay of Fundy in Canada entspricht der Höhe eines 6-geschossigen Wohnhauses, die 3,9 Meter in Bremerhaven entsprechen 1,5 Etagen. Mit diesen Vergleichen bekommen die Zahlen schon eine ganz andere Dimension.

Die wenigsten Menschen wissen übrigens, dass sie im Watt vor der Flut nicht davonlaufen können. Nicht einmal ein guter Läufer hätte eine Chance, den Strand zu erreichen, wenn er bei Ebbe an der Wasserkante steht und losläuft, sobald die Flut einsetzt. In Cuxhaven an der Elbmündung läuft das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 1,8 Metern pro Sekunde (das sind 108 Meter pro Minute oder 6,48 Kilometer pro Stunde) durch das Watt und 'den Strand hinauf'. Da das Wasser aber nicht nur von der Wasserkante her kommt, sondern auch durch die Priele (eine Art Bäche innerhalb der Wattfläche), kommt dem Läufer das Wasser auch entgegen und hindert ihn am Laufen. Was wir von Land aus als eine beschauliche Angelegenheit wahrnehmen, ist in Wirklichkeit jeden Sommer für einige Badegäste verheerend und endet mit dem Einsatz der Seerettung.

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Ja stimmt, das hab ich auch miterlebt, ich habe frueher immer meine Sommer mit Oma und Opa in Hochdonn verbracht, am Nord-Ostseekanal, wir waren oft im Watt - die dicken fetten Wattwuermer zum Angeln gesucht, aber das Watt im Norden ist wie die rote Flagge hier an den Straenden, der glaubt auch keiner, und wer am Ende dran glauben muss, ist der Rettungsschwimmer, davon kann ich auch ein Lied singen, bin selbst Rettungsschwimmerin beim Roten Kreuz.

Der Norden ist einfach nur wunderschoen :-), nettes Thema, welches Du hier angefangen hast.

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...wobei auch das ablaufende Wasser nicht zu unterschätzen ist. :cool: Als ich noch Kind war fuhren wir immer nach Dänemark. Kinder ins Schlauchboot gesetzt und sie paddeln lassen. Leider war ablaufendes Wasser und nur kurz mal nicht auf die Kinderlein geachtet und schon waren sie weg. Haben drei Rettungsschwimmer, den Onkel und den Vater gebraucht um uns wieder zu holen.

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Danke für die Bilder der Brücke und der liegenden Schiffe, 6x9.

Doch 14 Meter.....:eek: Also der Bootsanlegesteg, der ja sicher bei Flut auch noch begehbar ist, scheint mir keine 14 Meter hoch zu sein.

Oder sind die von Dir erwähnten 14 Meter das Maß bei einer Springflut?

Mein Bruder und ich sind auch als Kinder an der Nordsee - z.B. St. Peter Ording - barfuß durch das Watt gelaufen. Natürlich nicht außer Sichtweite der Eltern. Das hat so schön gequadscht zwischen den Zehen und wir fanden das total witzig. Bis ich dann eines Tages im Biologieunterricht erfuhr, was da alles so in diesem Watt lebt und krabbelt. Danach waren nur noch Gummistiefel angesagt oder am besten gar nicht, um keine Würmer und Schnecken zu zertreten.:verlegen:

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Das Fischerboot links im Bild ist vom Kiel bis zum Dach der Kajüte ca. 6 Meter. Pack es übereinander, und Du bist am Steg. Sind 12 Meter. Dann sieh mal den Meeresspiegel am Horizont. Nochmal 2.4 Meter - kommt hin. Die 14,4 Meter sind wirklich der normale Tidenhub. Da in der Bay of Fundy kein Westwind das Wasser in den Hafen drücken kann, gibt es keine Sturmflut wie an der Nordseeküste. Eine Springflut macht nur ein paar Zentimeter bei Flut aus, auch an der Nordsee. Sie sieht nur höher aus, weil das Wasser bei Ebbe nach der Springflut einen wesentlich niedrigeren Pegel erreicht als normal, und das auch noch mit 2 bis 3 Tagen Verzögerung.

Für die Nicht-Norddeutschen: Eine Springflut entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Linie stehen, d.h. bei Vollmond oder Neumond. Dann wirken die Gravitationskräfte stärker auf das Wasser. Die Darstellung unten ist natürlich sehr übertrieben, veranschaulicht die Wirkung jedoch sehr gut.

gezeiten_springflut.gif

Hier noch ein Foto Flut/Ebbe:

annapolis-tide-3.jpg?w=500&h=749

Der Kutter sieht nicht sonderlich gross aus, aber wenn man einen Menschen daneben stellt, ist er gigantisch:

img_7290.jpg?w=500&h=750

Jetzt rechne mal die Meter nach...

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Ans Mittelmeer gewöhnt, habe ich an der Atlantiküste auch erstmal gestutzt.

Da lagen die Boote erst auf dem Schlammboden, am andern Tag (andere uhrzeit) schaukelten sie in den Wellen.

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Selbst wenn Du jeden Tag zur gleichen Uhrzeit an die gleiche Stelle gehen würdest, sähe das Bild anders aus, denn die Gezeiten verschieben sich täglich um ca. 30 Minuten. Bedingt durch Küstenformationen kann es auch mehr sein.

Also alle 6 Stunden Ebbe und Flut kommt nicht hin. Eine (theoretische) Tide dauert ca. 12 Stunden 30 Minuten. Daher werden für jeden Küstenabschnitt separate Tidenkalender berechnet, wie Du bei dem Link von Jule oben sehen kannst.

Wer mehr wissen will:

Gezeiten

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Danke für den Link, 6x9 mich fasziniert dieses Themal total.

Letztes Jahr am 19. März war dieser Supervollmond mit einer unglaublich schönen Ebbe.

Ich habe mich damals mit Kamera und Stativ an den Strand begeben, es war total schön.

So weit war ich hier noch nie im Meer, dass Besondere war das auf der Meerseite die Sonne unterging und

nur wenige Sekunden später auf der Landseite dieser riesige Vollmond aufging.

Drei Bilder hab ich mal davon rausgekramt.

2u9tz5qe.jpg

wvuup8v7.jpg

5llgar6d.jpg

bearbeitet von Jule

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Stark! ! !

Ich gehe mal davon aus, dass Du den Mondaufgang nicht montiert hast, d.h. Du musst ein verdammt langes Tele dafür genommen haben. Perfekt belichtet, schöne Spiegelungen.

Somit hast Du die Gunst der Springflut genial genutzt - ich gratuliere Dir!

Am 19. März 2011 war die Sonne um 19:38 unter dem Horizont im Azimuth 270° verschwunden (-1,5°) und der Mond kurz vor dem Aufgang im Azimuth 95,3° unter dem Horizont (-0,9°).

[ATTACH=CONFIG]4034[/ATTACH]

Womit wir schon wieder ein neues Thema eröffnen könnten: Erde und Mond...

Der Mond zeigt immer die gleiche 'Seite' (Hälfte) zur Erde, weil seine Eigenrotation perfekt zu seiner Umlaufbahn passt. Trotzdem sieht der Mond im Süden anders aus als im hohen Norden, denn der Blickwinkel auf den Mond ist ein anderer.

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@ Jule: Ich habe eben nochmal überschlagsweise gerechnet und dann nachgesehen: am 21. März 2012 um 19:40 wirst Du wieder eine Springflut haben, allerdings wird der Mond diesmal kurz vor der Sonne ins Meer tauchen, d.h. man wird ihn nicht sehen können. Aber die Ebbe dürfte dann wieder ungewöhnlich stark ausfallen.

ephemeris_21.03.2012.jpg

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Meinen herzlichen Glückwunsch, Jule, zu diesen wundervollen Aufnahmen. Die letzte haut mich einfach um!

Jetzt kram doch ruhig noch ein wenig weiter in Deinen Fotos, Du scheinst ja ein Händchen dafür zu haben.

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Danke Jule für die faszinierenden Fotos, ja das Letzte haut einen fast um und ist ein sehr schöner Anblick.

Lilac, hast du eine Nachtschicht eingelegt :eek:

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Also ich war ja noch nie an nördlichen Stränden, da ich etwas Windempfindlich bin. Aber ich stelle es mir schon sehr schön vor, an einem vom Meer frei gegebenen Strand zu spazieren und dabei auch das angeschwemmte Strandgut zu bestaunen

Einmal eine dumme Frage...........hat es an der Nordsee eigentlich auch Muscheln und hat schon mal Jemand eine Flaschenpost gefunden??

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Ja, Muscheln gibt es im Watt und der Nordsee immer noch, nein, Flaschenpost habe ich noch nie gefunden, nur verschickt.

Ob ich die Muscheln allerdings essen würde, wage ich zu bezweifeln, denn so sauber ist das Wasser an der Küste nicht. Die Flüsse spülen dort viel zu viel Schwermetalle, Nitrate, Ammoniak, etc. durch.

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Danke 6x9 für die Info , wieder was dazu gelernt.

Also dann weiterhin doch lieber wieder an das Mittelmeer. Was mich auch daran so fasziniert, ist das das Meer täglich ja manchmal sogar stündlich eine andere Farbe annimmt. Von dunkelgrau bis helltürkis die ganze Palette.........und somit immer wieder anders anzusehen ist. Einfach irre schön............:) Da kann ich dann auch gerne auf einen Wattspaziergang verzichten, obwohl dies sicher auch seine Reize hat.

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Ich freu mich total das euch das Mondbild so gut gefällt, meistens "knipse" ich nur und nutze vorwiegend die Automatik, bei solchen Ereignissen knipse ich erst und mache ich das dann manuell und freu mich dann ganz besonders wenn es gelungen ist.

@6x9 das Tele hat nur 55-250 mm Brennweite, manchmal wünschte ich es wäre "länger", an dem Abend ist es aber leicht gewesen so einen großen Mond hinzubekommen weil er eben auch supergroß am Himmel stand, ich denke auch ganz ohne Tele werden einige gute Aufnahmen dabei gewesen sein.

Tausend Dank für den Termin, ich hab mir das sofort notiert. 21. März 2012 um 19:40 :)

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6x9, das was du oben über Mont Saint Michel geschrieben hast, habe ich mal live erlebt als ich es mir vor ein paar Jahren angeguckt habe. Ich wollte baden gehen und es war grad Ebbe und wir mussten so unglaublich weit laufen! Leider kamen wir dann auch nie zu unserer Abkühlung, dafür war das Meer zu weit weg. So extrem habe in das noch nie erlebt.

An Jule auch von mir nochmal den Begeisterungszuspruch, deine Fotos sind echt gut! *beeindruckt*

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