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  1. 1 point
    Irgendwie hab ich das Gefuehl, dass Ihr nicht die geringste Ahnung habt, was hier wirklich los ist, sondern dass hier nur das nachgeplappert wird, was die Nachrichten im Fernsehen zeigen (wollen) oder was in den Zeitungen (geschminkt oder nicht) berichtet wird.   Hier hat eine Handvoll Penner, auch perroflautas oder CUP genannt, Puigdemont so weit an den Rand des Abgrundes geschoben, dass er entweder nur einen Schritt weitergehen kann und uns alle schoen mit sich reisst oder sein Gesicht verliert und einen Schritt zuruecktritt, was wir uns hier alle nicht wirklich vorstellen koennen. Wenn er heute abend nicht die Unabhaengigkeit erklaert, sehen wir uns einem angekuendigten Generalstreik bis zum (mindestens) 16 Oktober entgegen.   Wenn er es tut, wird der Artikel 155 der Verfassung in Gang gesetzt, welcher Katalonien die Autonomie abspricht, was wiederum einen Generalstreik hervorrufen wird. Die CUP hat bereits angekuendigt, dass nach der Unabhaengigkeitserklaerung ein corralito (aehnlich wie damals in Argentinien) eingefuehrt wird, damit man in der Lage ist, in den Anfangsmonaten die neue Republik zu unterstuetzen und aufrecht erhalten zu koennen, "para apoyar la causa".   DAS ist die Realitaet und nicht irgendwelche fahnenschwingenden Demonstranten auf der Strasse, die sind ja schoen und gut, aber aus dieser Situation kann uns jetzt grade niemand irgendwie mehr rausholen.   Grosse Firmen, die bereits abgewandert sind:  Banc Sabadell, CaixaBank, SegurCaixa, San Miguel, Freixenet, Dogi, MRW, Gas Natural, Abertis, Cellnex, Colonial, Aguas de Barcelona, Oryson, Naturhouse, Proclinic, Catalana Occidente um nur mal einige zu nennen. Editorial Planeta wird, sollte die Unabhaengigkeit erklaert werden, auch abwandern und Grifols, ein grosser Pharmakonzern, macht die Abwanderung davon abhaengig, ob deren Geschaefte negativ beeinflusst werden oder nicht.  So sieht es hier aus, alle warten nun gespannt darauf, was heute abend ab 18h passieren wird, irgendwann um die Zeit rum wird Puigdemont sprechen und dann koennte es gut sein, dass ich das naechste Mal von Menorca aus schreibe und einfach meine Umzugsidee, die ich eigentlich fuer meine Rente hatte, mal schnell 12 Jahre vorziehe.   Es bleibt spannend (und nervenaufreibend).
  2. 1 point
    Niemand der sich mit Staatsrecht evt. auskennt wird das Handeln der Politiker in Katalonien als rechtens ansehen und ebenso wenig die EU einen solchen Austritt anerkennen. Und nun sticht Madrid genau dort hin, warum sich Katalonien so stark fühlt, auf deren Einnahmen und Geld. Mit den Entscheidungen in Madrid, Unternehmungen und Banken den Umzug aus Krisenregionen zu erleichtern und zu ermöglichen, haben nun die Bank Banco Sabadell entschieden nach Alicante umzuziehen und die wohl größte Bank der Region, La Caixa nach Valencia. Hiermit zeigt die Wirtschaft nicht nur ihre Sorge um die Region Katalonien und welche Folgen eine solche Abspaltung für sie haben könnten, sondern auch das sie ein solches Vorhaben insgesamt wohl mehr als missbilligen. Zumal sie auch die angedrohten, negativen Auswirkungen der Ratingagenturen fürchten und entgehen wollen, denn so etwas kommt im Kreditwesen dem Ruin sehr nahe. La Caixa ist schon dem Namen nach eine ur-katalanische Bank, aber schon lange nicht mehr nur auf Katalonien beschränkt und hier kennen die Banken den Wert um einen Verbund in einem Land, den anderen Ländern in Europa und Weltweit, entgegen den engstirnigen und kurzsichtigen Gedanken einiger Nationalisten. Und La Caixa ist mit 32.400 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von 357 Milliarden Euro kein Leichtgewicht, sondern das Schwergewicht in Katalonien. Aber nicht nur die Banken, sondern auch der extilhersteller Dogi, das Biotech-Unternehmen Oryzon, die Telekommunikationsfirma Eurona und der Lebensmittelhersteller Naturhouse verlassen Katalonien und weitere werden folgen. Nicht nur ein gut platzierter Schachzug, sondern nach den Beharren der katalanischen Regierung auf eine Abspaltung, ein wichtiges Instrument für die Industrie in Spanien selbst und den dem Land umspannenden Arbeitsplätzen. Denn auch wenn man sich dort isoliert, besser agierend sehen will, ignorieren sie das Gefüge Spanien, in dem sie recht komplex ko-existieren. Wie stark ist der Unabhängigkeitsgedanke, wenn Banken, Wirtschaft und damit das Geld Katalonien verlassen?
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