• Siesta nun auch in Deutschland? Warum lange Mittagspausen in Spanien wichtig sind.


    Joaquin

    Dieses Jahr ist Hitzerekordjahr in Deutschland. Gleich an zwei Tagen wurde in Deutschland ein neuer Hitzerekord von 40,3 Grad Celsius gemessen. Beides in Kitzingen, am 5. und 7. Juli 2015. Ganz Deutschland stöhnt angesichts dieser hohen Temperaturen und ich, ja ich find's geil :)

    40,3 Grad, wie lächerlich ist das denn? In Spanien hat man im Juli 1994, in der Stadt Murcia, 47,2 Grad gemessen. Und so etwas ist kein statistischer Ausreißer, denn Temperaturen über 44,8 Grad Celsius, hat man schon 50 mal in Spanien gemessen. Nicht zwei mal 40,3 Grad, nein, 50 mal 44,8 Grad bis hin zu 47,2 Grad. Und glaubt mir eines, die 4,5 Grad bis knapp 9 Grad Unterschied, die merkt man deutlich bei diesen Temperaturen.

    Und warum finde ich es nun so toll, dass ganz Deutschland unter dieser Hitzewelle stöhnt? Nun, vielleicht weil ich mir ab und zu auch ein wenig Demut und Verständnis für andere Kulturen von den Deutschen wünsche. Nicht immer nur anderen vorschreiben wollen, wie die Dinge auf die Deutsche-Art gemacht werden, sondern evtl. auch mal berücksichtigen, dass gewisse Dinge anderswo halt nicht so wie in Deutschland erledigt werden können. Und hier fällt nun das Stichwort, "Siesta", mit deren teilweise mehrstündigen Mittagspause.

    Und dann hört man sie schon schimpfen, die deutschen Touristen, welche mit knallroten Köpfen, nicht selten auch mit einer ebenso rot-verbrannten Haut, in der mittäglichen Bruthitze herumlaufen und verzweifelt versuchen ein geöffnetes Geschäft zu finden. Dann geht aber erst richtig das Gemeckere los. W ist denn das hier für ein fauler Haufen und das es da ja kein Wunder sei, dass es Spanien und dem Rest des Südens so überaus schlecht geht. In Deutschland wäre so etwas nicht möglich, da würde durchgearbeitet, bla, bla, bla.

    Nicht selten sind es genau die Leute, die in Deutschland am Stammtisch mit Nachdruck fordern, die Ausländer sollten sich in Deutschland doch bitte zu 135 Prozent, der deutschen Kultur anpassen. Dabei versagen sie schon selbst im Urlaub, an lokalen Öffnungszeiten. Warum auch, sie bringen ja das Geld, sie sind Kunde und der ist bekanntlich König und dann sollen sich mal die Ausländer dort in Spanien, also sie Spanier, dem zahlender Tourist gegenüber anpassen. Immerhin geht es hier um Service der zahlenden Kundschaft gegenüber.

    Ja und daher freut es mich, dass es jetzt mal wieder so ein wenig heiß ist in Deutschland. Plötzlich merkt der Deutsche dann auch, dass diese arbeitsfreie Mittagszeit und das Verlegen der Arbeit in die kühleren Stunden, schon so ein wenig Sinn macht. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Temperaturen im Spanien und allgemein im Süden Europas, halt doch schon deutlich höher sind und das über Monate hinweg.

    Klar ist das was anderes, wenn ich da zum Urlaub bin, aus dem Pool oder Meer heraus mal schnell was einkaufen gehen möchte, um dann im Anschluss wieder ins kühle Wasser zu springen. Aber welcher normale Mensch geht schon in der brühenden Mittagshitze einkaufen und schleppt dann noch den Einkauf zurück? Genau, die Touristen aus Deutschland, um dann mit einem Kreislaufkollaps im Krankenhaus aufzuwachen.

    Sicher gibt es heute auch Klimaanlagen und die moderne, globalisierte Welt hat auch schon in Spanien Einzug gehalten. Wo die kleinen Geschäfte Mittags zumachen, laufen in den großen Discountern die Klimaanlagen auf Hochtouren und man kann super bequem ins Auto einsteigen, die Klimaanlage voll aufdrehen, ein paar Liter Sprit mehr verbrennen und zum Einkaufen klimatisiert hin und zurück fahren. Bequem und modern, aber sicher nicht wirklich vernünftig, und klima- und umwelttechnisch, auch mehr als bedenklich, dieser Fortschritt.

    Nichtsdestotrotz vermeiden zu dieser Jahreszeit die Spanier zu Recht, ins Freie zu gehen oder körperlich schwere Arbeit zu verrichten. Mittagessen um 14.00 Uhr und dann eine Siesta bis 16.00 Uhr oder 17.00 Uhr. So gestärkt kann man dann weiterarbeiten.

    Hätten unsere "tolleranten" und gut informierten, deutschen Touristen sich vorab über die Öffnungszeiten informiert, hätten sie entspannt am Mittag chillen können und dann bei angenehmeren Außentemperaturen, ihren Einkauf getätigt.

    Für einen heißen Sommer macht es natürlich keinen Sinn, die Arbeitszeiten und Gewohnheiten in Deutschland zu ändern, aber es sollte evtl. doch mal den ein oder anderen Deutschen zum Nachdenken zu bewegen, falls es wieder mal bei dem Wort Siesta anfängt, über die faulen Südländer herzuziehen. Es zeigt sich immer so leicht mit den Finger auf andere, wenn man nicht selbst in deren Haut steckt. Und in diesem Sommer, durften die Deutschen für einen kleinen Zeitraum und für ein paar Grad mehr als sonst üblich in Deutschland erfahren, wie man sich in der Haut eines Südländers fühlt, wen man ohne Klimaanlage in der brütenden Mittagshitze arbeiten soll. Denn es macht halt nicht immer Sinn, das deutsche Modell 1:1 auf andere Länder und Kulturen übertragen und erzwingen zu wollen ;)

    bearbeitet von Joaquin



    Rückmeldungen von Benutzern

    Empfohlene Kommentare

    Dass diese Siesta Sinn macht, merkte ich Ende der 80er Jahre, als ich nachmittags um fünf Uhr Straßenarbeiter beim Verlegen der Platten sah. Es schien mir unvorstellbar, wie man bei dieser Hitze eine so schwere Arbeit verrichten konnte.

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    Laut meiner spanischen Freunde har die siesta auch Nachteile.

    Da heutzutage nicht mehr jeder Arbeitnehmer an seinem Arbeitsplatz wohnt, können viele nicht nach Hause fahren und hängen dann stundenlang rum bis die siesta vorüber ist und kommen dann erst spät nach Hause.

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    Sorry, Annahme  zu „spanischen“ Freunde. Eine Frage dazu …oder….?

    ….Arbeitsplatz wohnt, können viele nicht nach Hause fahren und hängen dann stundenlang rum bis die Siesta

    --------R I C H T I G---------

     „Sicher ohne Gusto“ – mit Vorliebe auf unbezahlte Überstunden bzw. der derzeitigen Arbeitsvorgaben. :love:

    Trotz Vorliebe auf Schatten und den überschwänglichen aufgedrängten körperlichen Drang auf Produktivität zu haben. Man scheint dem Horario Verano trotzdem wie im BTM-Rausch hingebend verfallen zu sein.

    Weitere Annahme, dem realen Kontakt mit Kommunikation von Arbeitsleben steht hier Einiges im Wege. :blink:

    Suerte, por Gente in Spanien. Was jedem mit seinem redlich erarbeitet gekrümmten Buckel,gegönnt sein soll und gegen Neid zu kämpfen hat.

     

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    Nun, ich als Tourist habe deinen Artikel mehrfach gelesen und sacken lassen.

    Inhaltlich mag er ja halbwegs zutreffend sein, der Schreibstil erscheint mir allerdings ziemlich daneben. Bei der herablassenden Art wie du über DIE DEUTSCHEN Touristen schreibst, würdest du mich als solcher niemals mehr sehen. Nochmals zur Verdeutlichung:

    Wer nicht will, dass andere verallgemeinern (die Spanier....), sollte sies auch bei Anderen nicht tun

    (Deutsche Touristen...)!

    Und zum Autofahren mit Klimaanlage: Offensichtlich ist dir fremd, dass

    1. Klimaanlagen nicht mehrere Liter/100Km verbrauchen

    2. Der Sicherheitsgewinn durch Klimaanlagen, durch erheblich gesteigerte Konzentration beim Fahren, mehrfach erwiesen ist.

    Ausserdem hast du selbst ein gewichtiges Argument GEGEN die Siesta eingebracht:

    Viele Läden sind klimatisiert, und die Kunden fahren in die Malls........ -stimmt-Und selbst die ignoranten DEUTSCHEN TOURISTEN geben jeden Euro nur einmal aus

    Viele Geschäftsinhaber sind dadurch ganztägig von zu Hause weg- wie Raven bereits schrieb

    Die Touristen die erstmals in ES sind sind nunmal nicht an Siesta gewohnt. Und wenn die dann abends den Souvenirladen betreten, der mittags zu war, in dem dann die Klimaanlage läuft, dann wundert sich dieser Tourist nunmal. Es geht nämlich nicht um "den Einkauf, den man dann in der Mittagshitze schleppen muss".

     

    Und, bevor du was anderes schreibst, in den 10 Jahre, in denen ich regelmässig in Andalusien bin, habe ich einige Menschen kennen gelernt und mit ihnen Zeit verbracht. Nein, ich nenne sie nicht Freunde, aber gute Bekannte, auf die man sich jedes Jahr sehr freut.

     

    Da wir ja bereits mehrfach aneinander geraten sind, höre ich hier einfach mal auf. Nur noch das, die meisten Rotverbrannten Touristen in ES sind NICHT die Deutschen.

    bearbeitet von roham

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    Dies ist nur ein persönlicher Bericht, mit der dazu freien spitzen Feder geschrieben und in solchen Erzählungen ist es nicht unüblich Stereotypen zu verwenden, wie sie auch von vielen hier und auch von meinen deutschen Bekannten selbst skizziert werden. Ich denke die meisten Leser haben dies korrekt verstanden und sicher kein Sachthema erwartet.

    Ob trotz ökonomischer KFZ-Technik, deren Einsatz für einen Kleinsteinkauf um die Ecke ökologischer ist, als dies zu Fuß zu erledigen, wage ich dennoch stark zu bezweifeln.

    Kern meiner Aussage war aber die nicht immer sinnvolle 1:1 Übertragung von deutschen Konzepten und Gewohnheiten auf andere Ländern und die denke ich, bleibt im Kern unberührt. Oder frei für dieses Thema interpretiert: ¡Viva la Siesta! :)

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    Dies ist nur ein persönlicher Bericht, mit der dazu freien spitzen Feder geschrieben und in solchen Erzählungen ist es nicht unüblich Stereotypen zu verwenden, wie sie auch von vielen hier und auch von meinen deutschen Bekannten selbst skizziert werden. Ich denke die meisten Leser haben dies korrekt verstanden und sicher kein Sachthema erwartet.

    Ob trotz ökonomischer KFZ-Technik, deren Einsatz für einen Kleinsteinkauf um die Ecke ökologischer ist, als dies zu Fuß zu erledigen, wage ich dennoch stark zu bezweifeln.

    Kern meiner Aussage war aber die nicht immer sinnvolle 1:1 Übertragung von deutschen Konzepten und Gewohnheiten auf andere Ländern und die denke ich, bleibt im Kern unberührt. Oder frei für dieses Thema interpretiert: ¡Viva la Siesta! :)

    Nun, spitz oder nicht, mir war sie eindeutig zu sehr "von oben Herab".

    Und woher da die Demut rühren soll, erschliesst sich mir definitiv nicht.

    Allerdings schrieb ich ausdrücklich, dass es eben NICHT um den Händler nebenann, sondern dem Besuch in der Mall mit dem klimatisierten Auto ging.

    Und, um den Kern einer Aussage zu bemühen,

    "SARKASMUS AN" kann es wohl ebenfalls nicht sinnvoll sein, das Konzept eines gerade der Pleite entronnenenen Landes als Massstab für andere heranzuziehen ."SARKASMUS AUS"

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    In der Parodie und Karikatur ist es doch gute Sitte und Tradition, die Führenden, Dominierenden, Elite und Prominenten, auf die Schippe zu nehmen. Die Deutschen kenne ich als ein Volk, was selbst sehr gut über sich lachen kann und dies als Tradition gerne und deftig bei Festen wie dem Karneval, Fastnacht oder bei zahlreichen Satire- und Kabarettfestivals zelebriert. Kann ein Mensch aus einer führenden Industrienation und aus einem in der Selbstironie erprobtem Land, wirklich dieses dagegen fast schon zarte Geschreibe eines Menschen aus einem "gerade der Pleite entronnenen Landes", von oben herab empfinden?

    Roham keine Angst, niemand zwingt dir die Siesta auf und wann und wie und wann du dein Auto fährst, ist hier in der Regel auch allen egal. Dann halt etwas von einem deiner Landsmänner über Deutsche, so auf gleicher Augenhöhe quasi :)

    Volker Pispers - Der Dumme Deutsche - 3sat Bis Neulich Kabarett - Politsatire

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    Siehst du, das unterscheidet ihn von dir:

    Bei Piespers erwarte ich Ironie und beissenden Sarkasmus; deinen Artikel habe ich als solchen nicht erkennen können

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    Deine Verteidigung der langen Mittagspausen ist "typical spanish". :p


    Siesta ist fuer Wochenenden, Feiertage und Urlaub. Punkt.


    Mag ja sein, dass kein Strassenarbeiter Lust hat, bei +40Grad in der Mittagshitze zu arbeiten, schoen und gut, tut ja auch fast keiner - auf den Doerfern, denn in den Staedten sieht es da ganz anders aus (muss 'ne andere Art von Hitze sein!) aber Sommer ist ja auch nicht ewig. Mit welcher Entschuldigung gibt's denn Siesta in den anderen 3 Jahreszeiten? Ganz einfache Loesung: fuer solche Art von Arbeiten werden Zeiten von 05.00h-13.00h oder von 15.00h bis 23.00h vorgesehen. Die die bis Mittag arbeiten machen dann ihre Siesta oder was auch immer sie lustig sind und die, die um 15.00h anfangen pennen vorher ein bisschen.


    Warscheinlich haben die 3 Monate Schulferien auch mit der Hitze zu tun, oder? Aus der Zeit noch, als die Klimaanlage noch garnicht erfunden war? Na dann wird es aber Zeit, sich mal zu modernisieren.


    Lange Mittagspausen sind nicht noetig, sondern eine Qual.

    Ich habe selbst 1,5 Stunden Mittagspause und waere sehr gerne bereit, so wie viele andere Kollegen auch, selbige zu verkuerzen und entweder etwas frueher anzufangen oder etwas frueher zu gehen. Klares Nein von der Firma. Warum? Weil ein Teil unserer Kunden noch laengere Arbeitszeiten hat als wir selbst. Was machen die meisten von uns? Essen und gehen zurueck an den Arbeitsplatz, freut sich die Firma.


    Siesta macht bei uns keiner, jedenfalls nicht unter der Woche.


    Siesta ist das Unwort ueberhaupt, was jeder von ausserhalb kennt, selbst wenn er/sie kein Wort Spanisch spricht. Hier anrufen, nach 'nem Kollegen fragen, der grade mal nicht am Tisch ist, und hoeren: "Ach der macht wohl grade Siesta, was?". Der "gute" Ruf Spaniens kommt von den Worten siesta, fiesta und mañana.


    Versteh nicht, wie man im Jahre 2016 die ueberlangen und unnoetigen Mittagspausen noch mit der Hitze und der folglich notwendigen Siesta verteidigen kann, in jeder Kaschemme gibt's air condition.


    Europaeische Arbeitszeiten gehoeren her und zwar schnell. Andere Laender koennen mit Spanien nicht kommunizieren, weil von 1 bis 3 keiner da ist. Klasse. Wir koennen mit anderen Laendern oft ab 15.00h oder 16.00h nicht mehr reden, weil die alle schon zuhause sind. Ist doch Bloedsinn sowas.


    Ich kenne andere Arbeitszeiten noch aus meiner Zeit in Deutschland und ich kann versichern, dass die Lebensqualitaet steigt wenn man zwischen 16h und 17h bereits zuhause ist.  Immer noch genug Zeit, um fuer 30 Minuten die Augen zu schliessen. Und die Siesta kenn ich aus D auch noch - an Wochenenden, Feiertagen und im Urlaub. Siesta hat mit Hitze nur ganz bedingt zu tun.

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    @Mica du hast Recht und Unrecht :)

    Spanien ist nicht das einzige Land, was derartige Mittagspausen in Europa hat und sie haben ja auch einen ernsthaften, gesundheitlichen Hintergrund. Und die Lebensbedingungen und Lebenskultur, unterscheidet sich halt auch wesentlich vom nördlicheren Mitteleuropa. 

    Welcher Lebensrhythmus nun der bessere ist, da wird wohl jeder unterschiedliche Aussagen treffen. Dem einen missfallen lange Arbeitszeiten, der andere findet sie gerade familienfreundlich. Nimmt man kein starres System, sondern echte Gleitzeit, stellt man schnell fest, wie unterschiedlich die einzelnen Bedürfnisse sind. Und dann dieser Biorythmus, Eulen und Lerchen ;)

    Sicher muss und passt sich Spanien der modernen Industrialisierung an und wenn möglich im Drei-Acht-Stunden-Schicht-Takt in den Fabriken zu funktionieren. Aber das funktioniert halt nicht überall und man will es auch nicht überall haben. Klar, die großen Einkaufsketten können nonstop ihren Laden mit Klimaanlage im Sommer geöffnet haben. Der kleine Ladenbesitzer macht Mittags zu, weil in dieser Zeit eh kein Kunde kommt und er somit in Ruhe Essen gehen kann. Abends und sehr spät Abends, da macht es für ihn Sinn, da lockt er viel mehr Kunden ins Geschäft als er es jemals zur Mittagszeit machen würde, denn die Leute gehen i.d.R. halt bei den kühleren Temperaturen einkaufen.

    Und der Rhythmus ist in Spanien ein anderer und im Sommer verschiebt sich halt das Leben in die Abendstunden. Da werden Kinder nicht wie in Deutschland, wenn um 20.15 Uhr die Spielfilme beginnen und draußen spielen, angepöpelt sie sollen aufhören Fußball zu spielen, da geht es in Spanien erst richtig los.

    Sicher hast du Recht, dass das was im Sommer Sinn macht, muss im Winter nicht ebenso Sinn macht. Und die zuvor angesprochenen Ladenbesitzer, passen sich dem ja auch flexibel an. Fraglich nur, wie man dies bei anderen Wirtschaftsbereichen realisieren kann.

    Spanien wird sich dem marktwirtschaftlichen Zwängen immer weiter anpassen, aber ob das in allen Lebenslagen und für jeden gut ist, bleibt eher zweifelhaft.

    Mir ging es darum aufzuzeigen, dass das was wo anders gut funktioniert, nicht immer und uneingeschränkt anderswo funktionieren muss oder gar sinnvoll ist. Lass zum Beispiel mal in Spanien die Müllabfuhr wie in Deutschland nur einmal die Woche für Restmüll, Biomüll und zwei mal die Woche für die Gelben-Säcke kommen. Mit Investitionen in Gasmasken könnte man ein Vermögen machen ;)

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