Joaquin

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Artikel Kommentare erstellt von Joaquin


  1. Woher die Verschuldung im Detail kommt, weiß ich leider nicht. Auch kenne ich nicht den Verteilungsschlüssel wie dies in Spanien unter den einzelnen Regionen erfolgt. Es fiel mir nur auf, dass Madrid als zweitstärkste Region, etwas wenig Einnahmen, dafür aber kaum Schulden hat. Müsste Madrid bei fast gleich hohen Einnahmen, nicht ebenso hohe Abgaben leisten wie Katalonien und möglicherweise ähnlich verschuldet sein? Leider weiß ich nicht, wie die Verteilungen erfolgen und wonach sich diese bemessen. Die Verschuldung einer Region kann auch durchaus noch von zahlreichen anderen Faktoren abhängen, bei denen möglicherweise Madrid im Gegensatz zu Katalonien bevorzugt wird oder im Vorteil ist. Aber in diesen Punkten fehlt mir leider das nötige, ökonomische Wissen.


  2. @Mica du hast Recht und Unrecht :)

    Spanien ist nicht das einzige Land, was derartige Mittagspausen in Europa hat und sie haben ja auch einen ernsthaften, gesundheitlichen Hintergrund. Und die Lebensbedingungen und Lebenskultur, unterscheidet sich halt auch wesentlich vom nördlicheren Mitteleuropa. 

    Welcher Lebensrhythmus nun der bessere ist, da wird wohl jeder unterschiedliche Aussagen treffen. Dem einen missfallen lange Arbeitszeiten, der andere findet sie gerade familienfreundlich. Nimmt man kein starres System, sondern echte Gleitzeit, stellt man schnell fest, wie unterschiedlich die einzelnen Bedürfnisse sind. Und dann dieser Biorythmus, Eulen und Lerchen ;)

    Sicher muss und passt sich Spanien der modernen Industrialisierung an und wenn möglich im Drei-Acht-Stunden-Schicht-Takt in den Fabriken zu funktionieren. Aber das funktioniert halt nicht überall und man will es auch nicht überall haben. Klar, die großen Einkaufsketten können nonstop ihren Laden mit Klimaanlage im Sommer geöffnet haben. Der kleine Ladenbesitzer macht Mittags zu, weil in dieser Zeit eh kein Kunde kommt und er somit in Ruhe Essen gehen kann. Abends und sehr spät Abends, da macht es für ihn Sinn, da lockt er viel mehr Kunden ins Geschäft als er es jemals zur Mittagszeit machen würde, denn die Leute gehen i.d.R. halt bei den kühleren Temperaturen einkaufen.

    Und der Rhythmus ist in Spanien ein anderer und im Sommer verschiebt sich halt das Leben in die Abendstunden. Da werden Kinder nicht wie in Deutschland, wenn um 20.15 Uhr die Spielfilme beginnen und draußen spielen, angepöpelt sie sollen aufhören Fußball zu spielen, da geht es in Spanien erst richtig los.

    Sicher hast du Recht, dass das was im Sommer Sinn macht, muss im Winter nicht ebenso Sinn macht. Und die zuvor angesprochenen Ladenbesitzer, passen sich dem ja auch flexibel an. Fraglich nur, wie man dies bei anderen Wirtschaftsbereichen realisieren kann.

    Spanien wird sich dem marktwirtschaftlichen Zwängen immer weiter anpassen, aber ob das in allen Lebenslagen und für jeden gut ist, bleibt eher zweifelhaft.

    Mir ging es darum aufzuzeigen, dass das was wo anders gut funktioniert, nicht immer und uneingeschränkt anderswo funktionieren muss oder gar sinnvoll ist. Lass zum Beispiel mal in Spanien die Müllabfuhr wie in Deutschland nur einmal die Woche für Restmüll, Biomüll und zwei mal die Woche für die Gelben-Säcke kommen. Mit Investitionen in Gasmasken könnte man ein Vermögen machen ;)


  3. In der Parodie und Karikatur ist es doch gute Sitte und Tradition, die Führenden, Dominierenden, Elite und Prominenten, auf die Schippe zu nehmen. Die Deutschen kenne ich als ein Volk, was selbst sehr gut über sich lachen kann und dies als Tradition gerne und deftig bei Festen wie dem Karneval, Fastnacht oder bei zahlreichen Satire- und Kabarettfestivals zelebriert. Kann ein Mensch aus einer führenden Industrienation und aus einem in der Selbstironie erprobtem Land, wirklich dieses dagegen fast schon zarte Geschreibe eines Menschen aus einem "gerade der Pleite entronnenen Landes", von oben herab empfinden?

    Roham keine Angst, niemand zwingt dir die Siesta auf und wann und wie und wann du dein Auto fährst, ist hier in der Regel auch allen egal. Dann halt etwas von einem deiner Landsmänner über Deutsche, so auf gleicher Augenhöhe quasi :)

    Volker Pispers - Der Dumme Deutsche - 3sat Bis Neulich Kabarett - Politsatire


  4. Dies ist nur ein persönlicher Bericht, mit der dazu freien spitzen Feder geschrieben und in solchen Erzählungen ist es nicht unüblich Stereotypen zu verwenden, wie sie auch von vielen hier und auch von meinen deutschen Bekannten selbst skizziert werden. Ich denke die meisten Leser haben dies korrekt verstanden und sicher kein Sachthema erwartet.

    Ob trotz ökonomischer KFZ-Technik, deren Einsatz für einen Kleinsteinkauf um die Ecke ökologischer ist, als dies zu Fuß zu erledigen, wage ich dennoch stark zu bezweifeln.

    Kern meiner Aussage war aber die nicht immer sinnvolle 1:1 Übertragung von deutschen Konzepten und Gewohnheiten auf andere Ländern und die denke ich, bleibt im Kern unberührt. Oder frei für dieses Thema interpretiert: ¡Viva la Siesta! :)

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  5. Ein Honorarkonsul ist ein ehrenamtlicher Konsul und soll vorrangig die Handelsbeziehungen erleichtern. Voraussetzung dafür ist, dass man eine entsprechende Person darstellt, welche im betreffenden Land über entsprechende Beziehungen, berufliche Erfahrungen, nötigen Sprachkenntnisse und über eine dafür notwendige Stellung verfügt. Für Deutschland können solche ein Ehrenamt und Ehrenbeamter, auch Ausländer ernannt werden.


  6. Korrigieren will ich hier die Aussage, dass Spanien der zweitgrößte Fleischkonsmnent der Welt ist. Eine Statistik welche dies besagt, stammte aus dem Jahr 2003. Die hierzu genannte Quelle zeigt für das Jahr 2009 jedoch auf, dass Spaninen nicht mehr unter den ersten zehn Fleischkonsumenten weltweit liegt und dies auch nicht mehr in Europa. Inwieweit hier ein Konsumentenwandel aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen oder der Finanzkrise hervorgerufen wurde, läßt sich ohne weitere Daten nicht fest stellen.

    Wenn ein Tier bei einer Jagd getötet wird, spricht man nicht von einem Mord, sondern vom erlegen. Ich halte es für wichtig, nicht durch die falsche Wahl von Worten und juristischen Begriffen, Tiere auf die selbe Stufe mit den Menschen zu stellen. Auch über ein Bewußtsein der Bevölkerung, im Zusammenhang mit der Jagd des Königs zu sprechen, halte ich für eine Argumentation als bedenklich. Eine derartige Argumentation könnte man genauso gut umdrehen und zum Beispiel Deutschland als größten Fleischproduzenten Europas (Stand 2011) ein fragwürdiges Bewußtsein bescheinigen, angesichts all dieser "Ermordungen" im Land.

    Angesichts des heiklen und wichtigen Themas, sollte wir bei der Argumentation, Wortwahl und Vorbringen von Statistiken, aktuell und sachlich agieren.