Hella

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  1. Nun ist der Stierkampf also in Spanien Unesco-Kulturerbe geworden, wie auch schon vorher in Frankreich. Viele wissen es nicht, wohl weil es schlecht zu Frankreichs Image als Kulturvorbild zu passen scheint, (auch in Filmen sind die Bösewichte immer viel eher spanisch ,-) ) auch in Südfrankreich ist die corrida, bei der der Stier im Kampf getötet wird, verbreitet (siehe Wikipedia). Sowohl dort, als auch in Spanien existieren daneben andere Formen des Stierkampfes oder Stierspielen, die nicht tödlich enden, bei manchen wird der Stier allerdings danach getötet, ohne Öffentlichkeit. Das nette Land ohne tödlichen Stierkampf ist Portugal. Fest steht, dass der Stier in der Kultur Spaniens tatsächlich immer eine sehr große Rolle gespielt hat. In alten Zeiten, so wie bei vielen Mittelmeervölkern, im Zusammenhang mit dem Überlebenskampf in der harten Natur, mit Männlichkeit und Fruchtbarkeit. Viele der lokalen Traditionen waren dabei um einiges grausamer, als die uns heute bekannte Form - aber die Menschen waren es untereinander auch, es gab viel grausame Unterdrückung, bittere Armut, etc... Feingefühl gegenüber einem Tier hätten wenige nachvollziehen können. Die heutige Corrida ist eine sehr streng geregelte Form des Stierkampfes, die erst im 19. Jahrhundert entstand. Dazu gehört auch, dass der Stier, wenn er durch die Lanzenstiche der Reiter genug "vorbereitet" ist, schnell und gezielt getötet werden soll. Schafft der Torero das nicht, gibt es Minuspunkte. Es mag so immer noch grausam genug sein, aber die Leiden des Stieres sind nicht die Attraktion, die die Zuschauer anzieht (abgesehen vermutlich von ein paar Gestörten, die es überall gibt). Diese Behauptung der meisten antitaurinos "die haben Spaß am Quälen von Tieren" ist einer der Punkte, die mich von ihnen distanzieren, obwohl ich nun auch nihct sagen kann, dass ich ein Stierkampf-Fan sei. Die Antitaurinos scheinen immer aus einem spontanen Empörungsgefühl heraus loszuschimpfen und erwecken den Eindruck, sich über jede Mühe von Beschäftigung mit der verurteilten Tradition moralisch erhaben zu fühlen! Daher wirken sie dann schlecht informiert, etwa so: "Will ich garnicht wissen, das ist grausam, diese Menschen, Völker sind böse, das genügt". Umso edler ist man natürlich selbst, so auf der sicheren Seite, denn Stierkampf ist endlich mal eine Sünde, bei der wir Deutschen uns so richtig gut und unschuldig fühlen können, bei welchem Thema hat man das sonst schon? Also raus mit dem moralischen Zeigefinger. Aber es ist natürlich nicht gerade förderlich für eine interkulturelle Verständigung. Es sich mit solchen Themen zu einfach zu machen, finde ich nicht legitim. Und nicht nur der Rücksicht auf Spanier, Franzosen, Südamerikaner etc, wegen, sondern auch um unserer selbst willen, dazu gleich mehr. Man könnte ja einen aficionado fragen: Was fühlst du dabei, was gibt dir das, was zieht dich dorthin? Ich habe im Internet Texte von Antitaurinos gesehen, die sich in sadistischen Phantasien darüber ergehen, was sie den Toreros am liebsten antun würden, gegen die jeder Torero als friedlichstes Blumenkind erscheint. Das kann einen schon stutzig machen. Ich habe mich gefragt, wie kommt es, dass gerade der Stierkampf in einem Ausmaß bis hin zu tödlichem Hass die Gemüter erhitzt, wo er doch insgesamt gesehen bei weitem nicht die schlimmste Art gegenwärtiger Tierquälpraktiken darstellt? (das mit den Hunden in Spanien regt mich z.B. weit mehr auf) Erstmal "banal" fällt ins Auge, dass der Stier das Männlichkeitssymbol überhaupt ist, könnte es da vielleicht sein, dass sich unter den männlichen fanatischen antis mancher etwas sehr identifiziert...? (da er sich mit dem Matador nicht identifizieren kann) Derlei Dinge sitzen ja bekanntlich tief im kollektiven Unbewussten... Ansonsten scheint die Antwort genauso tief in den Grundlagen der Kulturen verwurzelt zu sein, wie der Stierkampf selbst. Es sind ja auch zwei Themen: Tierschutz und Kulturkonflikt. Man kann die Tiere aber nicht an den Menschen vorbei schützen, wenn es einem wirklich ernst ist. Wenn man sich zudem nicht auch seine eigene kulturelle Prägung mit allen verinnerlichten "Selbstverständlichkeiten" bewusst macht und dazu mal einen Schritt auf Distanz gehen kann, wird man es nicht erfassen können und wollen. So ein fremder bzw. weiterer Blickwinkel ist eine interessante und wichtige Erfahrung, gerade heutzutage. Unterschiede zwingen einen, sich mit der eigenen Kultur/Lebensweise auseinanderzusetzen, Dinge infrage zu stellen, zu überprüfen. Das ist eigentlich wichtig für die gesellschaftliche Weiterentwicklung, aber die meisten wollen es nicht, weil es einen der selbstverständlichen Geborgenheit, des "Heimatgefühls" beraubt, die einem der gewohnte Blickwinkel garantiert. Daher vor allem rührt Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Das Fremde ist unbequem und wird abgewehrt. Man"muss" ja funktionieren. Ginge es nur um Tierschutz, darum die Stiere zu retten,müsste man sich fragen, welches alternative Schicksal man ihnen bietet. Werden das dann alles glückliche Biorinder, jahrelang auf grünen Weiden, irgendwann sanft getötet? Irgendwie bezweifele ich das.... Es mag sein, dass nicht jeder Kampfstier ein so schönes Leben vor seinem Ende in der Arena führt, wie eigentlich vorgesehen, wie auch nicht jeder Schlachtbetrieb sich an die Regeln hält, aber insgesamt betrachtet scheint ein Kampfstierdasein heutzutage trotz allem eine der angenehmsten Lebensentwürfe für ein Rind darzustellen. Warum bekämpft man dann ausgerechnet das mit so viel Vehemenz? Weil es nicht der Ernährung dient? Wir müssen heutzutage kein Fleisch mehr essen, schon gar keine ungesunden Mengen von Billigfleisch. Da geht es auch nur um Genuss und Gewohnheit. Ein industrielles Fleischrind ist für uns nur eine Sache, Fleisch, kein individuelles Lebewesen. Das wollen wir auch so und bestimmen es einfach frech so, wie es uns passt. Wir geben ihm keinen Namen, bewundern nicht seine Schönheit und sein Wesen. Wirkliche Stierkampfanhänger hingegen tun das, sie lieben die Tiere auf eine Weise, die uns fremd ist, obwohl sei sie töten, traditionell hinterher auch essen. Getötet würden sie ohnehin, es geht hier überhaupt nicht um einen gleichberechtigten Zweikampf! Ich wage im Übrigen zu bezweifeln, dass der Stierkampf ein humaneres Image hätte, wenn in 50% der Kämpfe der Torero das Zeitliche segnete...selbst wenn er nicht verspeist wird. Der Torero entfaltet seine Kunst im Kampf mit dem Stier. Er spielt mit der Gefahr, die trotz ungleicher Chancen besteht, tanzt sozusagen mit dem Tod und "besiegt" ihn dadurch. Dabei muss er sich in das Tier hineinfühlen können, sich intensiv mit ihm befassen. Dieser Kontakt, die Kunst und die reale Gefahr zusammen vermitteln die Faszination. Nicht die Schmerzen des Stieres. Allerdings ist auch das allgemeine Verhältnis zu Schmerz in Kulturen unterschiedlich. Diese existenzielle Ebene zwischen Tod und Leben, intensives Erleben, der Übergang von Schmerz zu Freude, bestimmt auch den echten Flamenco und vermittelt etwas, das dem Spirituellen nahe kommt. Es ist vielleicht ein typisch spanisches Merkmal, das Teil des maurischen Erbes ist. Das Erleben in unserer mitteleuropäischen Zivilisation ist vergleichsweise ziemlich eingeebnet, weshalb dann auch viele an allen möglichen Orten und unter verschiedensten Vorwänden "Kicks" und Gewalt suchen. - Außerdem könnte es gut wahr sein, dass das Tier mitten im Gefecht die Schmerzen der Verletzungen nur unterschwellig spürt, auch wenn mancher die Behauptung zynisch findet. Wenn Kinder sich prügeln, merken sie oft erst hinterher, was für Wunden sie sich dabei geschlagen haben. Das habe ich sogar selbst so in Erinnerung, vorher ist man einfach zu beschäftigt mit dem Kämpfen. Auch bei Schlachten im Mittelalter soll das so gewesen sein, während Mann gegen Mann kämpfte. Wenn man auch noch bedenkt, dass wilde Rinder in der Natur oft von Wolfsrudeln gehetzt und mit vielen Bissen totgebissen wurden während sie auch um ihr Leben kämpften, könnte man den Tod in der Arena sogar beinahe artgerecht nennen. Es wirkt auch nicht als Verrat auf das Tier, weil der Stier den Torero vorher nicht kennt. Aber gut, die letzen 20 Minuten sind natürlich nicht angenehm. Und jetzt mal etwas Kultur nach soviel Barbarei? Wie ist es beim vertrauten Schlachtrind, sowohl bei uns als auch in Spanien? Man sperrt es es eine kurze Existenz lang in einen industriellen Massenstall. Genauso sperrt man dann seinen Tod aus, den es anonym in Schlachthof, abgelegen, um unsere Nerven und unseren Appetit zu schonen, keineswegs immer so schmerzlos wie nach Lehrbuch, erleidet. Ob das Rind unser diskretes, pikiertes Wegschauen wohl zu würdigen weiß? Welcher Tod hat mehr Würde sowohl für den Menschen als auch für das Tier? Für die Indianer wäre die Antwort klar....die dankten ja auch noch dem Geist des Tieres, wenn sie es aßen und riefen sich unser aller Sterblichkeit in Erinnerung. Statt das Schnitzel als paniertes Rechteck und den Fisch als Stäbchen (und um Himmels willen ohne Kopf...) vorzuziehen, damit es nur nicht nach Tier aussieht. Damit die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut - und was ich nicht weiß (wissen will) dafür bin ich nicht verantwortlich. Aber wir sind ja nicht wie diese rohen Wilden, wir sind ja zivilisiert. Wow!! Zu unserer technischen Zivilisation passt der industrielle, anonyme, feige Wegseh-Schlachtbetrieb viel besser als der Stierkampf, gar keine Frage. Wie überhaupt jede Art von verdecktem und verstecktem Tod und Elend. Wie Gefangenenlager,Drohnenangriffe, geheime" Antiterrorkommandos" und natürlich Massenvernichtungswaffen, deren Bedienungselemente (Menschen...) wenig Bezug zu den Auswirkungen auf das Leben in den Zielregionen haben - das ist nämlich nicht ihr Job. Sie sind, selbst wenn es keinen rettet, bereit für die "Ehre" Amerikas und der westlichen Welt, ..( z.B)., aus sicherem Bunker heraus Millionen zu töten ohne selbst gefährdet zu sein und ohne es zu sehen. Verglichen mit derlei wahnsinnigen Auswüchsen unseres zivilisatorischen Fortschrittes, die wir ziemlich ergeben hinnehmen, erscheint mir der archaische Stierkampf geradezu vernünftig, natürlich und gesund. Hier spielt sich unmaskierte Wahrheit ab. Ein Hauptmerkmal unserer Kultur ist Heuchelei und Doppelmoral, wegsehen und Verleugnen. Und die Verdrängung des Todes. Ich glaube, die Aufregung kommt daher, dass der Stierkampf diese Tabus bricht und das eine Provokation und Beunruhigung darstellt für diejenigen, die sich stark bis ausschließlich in mit unserer technischen Zivilisation identifizieren. Aber ich kann den versteckten Tod einfach nicht humaner finden als den sichtbaren, warum soll das zivilisierter sein?. Eine Technik, die einen von den direkten Auswirkungen seiner Gewalttat fernhält und schützt, macht mehr Grausamkeit möglich. Man sollte den Stierkampf, bei dem der Tod offen zu sehen ist, vor allem als Anstoß nehmen, sich zu fragen wie wir "Zivilisierte"ganz allgemein mit den Themen Gewalt, Tod und Sterblichkeit umgehen und die weniger einsehbaren Schauplätze mal unter die Lupe nehmen! Und auch mal überlegen, wie wir uns die technisch-zivilisatorische Weiterentwicklung vorstellen, wo es schon ernsthafte Überlegungen gibt, ob der biologische Mensch nicht ein überholtes Modell ist und die Weiterentwicklung in einem intelligenten Maschinendasein läge. Vielleicht sollte man angesichts solcher drohenden Szenarien ein paar relativ harmlose archaische Bräuche bestehen lassen? Im Übrigen bin ich dafür die Gewissensfragen die corrida betreffend den Spaniern u.a. überlassen, solange wie wir selbst Schlachtfabriken dulden und nutzen, halte ich es für lächerlich und anmaßend, ihnen moralische Vorhaltungen zu machen. Gruß Hella
  2. Das Video läuft bei mir nicht, schade, braucht man irgendeine besondere Software? Schön, dass es hier einen Kurs gibt. Ich mache gerne mit, da ich ohnehin angefangen hatte, Spanisch zu lernen - nach Wörterbuch und kleinem Touri-Lehrbuch mehr oder weniger. Ich habe noch keinen Überblick über die verschiedenen Fragewörter und die Formen von ser und anderes....kommt ja dann sicher. - Ich hatte instinktiv vermutet "sonrisa" hieße "Sonnenaufgang" - sunrise! - aber es heißt ja "lächeln", wie hübsch! ;-) Hella
  3. Jetzt juckt es mich doch in den Fingern zum Thema Tomatina. Und da kann man ja auch gleich die Weinschlacht von Haro (Rioja) miterwähnen, wo die Menschen sich traditionell seit dem 18 Jahrhundert einmal im Jahr im Rahmen einer Fiesta gegenseitig mit Rotwein begießen und bespritzen. Enstanden aus einem uralten Nachbarschaftskonflikt, der dann, nachdem sich die gegnerischen Parteien auf diese Art abreagiert hatten, friedlich gelöst werden konnte. Ich meine, die Tomatina hätte einen ähnlichen Ursprung viel neueren Datums. In Pamplona wiederum wird sich zum Auftakt der Fiesta San Fermin gegenseitig fröhlich mit Sekt bespritzt. :-) Bei all diesen Veranstaltungen könnte man jetzt sagen "Verschwendung" als "ernsthafter verantwortungsbewusster Deutscher". Fakt ist erstmal: es wird, soweit ich weiß, etwa ein Drittel bis die Hälfte aller Lebensmittel, und nicht nur der abgelaufenen, in Deutschland weggeworfen und ob das in Spanien viel anders ist......? Einfach auf den Müll. Es könnte mehr davon an Bedürftige verteilt werden, aber dafür fehlen oft einfach genügend Leute, die das in die Hand nehmen, zum anderen Teil verhindern es gesetzliche Bestimmungen. Sie werden nicht konsumiert, weder materiell noch ideell, wie es bei einer Feier wäre, bei der die Leute sich abreagieren, Spaß haben und in friedliche Stimmung kommen, wie bei der Tomatina, wo es auch, soweit ich weiß, nie oder selten zu Unfällen oder gar Gewalt kommt. Die Menschen reagieren sich spielerisch ab. Dagegen finde ich nichts einzuwenden, es kann wichtiger sein als die Tomate zu essen! Schließlich lebt der Mensch nicht vom Brot allein, wie es sehr richtig heißt und schon gar nicht von der Tomate! Wo gerade Hunger gelitten wird, würden die Tomaten nicht weggeworfen. Auch die schlechten würden gegessen, die Menschen würden wohl die Wagen überfallen und die Tomaten noch heil herunterholen. Wenn es schlimmer kommt, wer weiß. Aber solange es nicht so ist - exportiert werden können sie nicht - warum nicht auf harmlose Art damit Spaß haben? Den haben die Teilnehmer (aus vielen Ländern) nämlich wirklich und sie sind ganz entspannt danach. Also ist es wohl eine psychisch gesunde Aktion.Ist das weniger wichtig als Tomaten-Essen? Es gibt Therapien, die so ausgerichtet sind. Ich finde sowas überhaupt nicht pervers....davon kann ich aber leider auch meine Freunde nicht überzeugen, vielleicht mal im Schrebergarten so eine Weinschlacht zu machen ....oder uns mit unseren runtergefallenen Matsch-Kiwis zu bewerfen, das würde manche Spannung abbauen und jede menge gute Stimmung machen, da bin ich sicher. Schade....! Wir sind hier in mancher Hinsicht überzivilisiert und haben eine gesunde Naturverbundenheit verloren, wovon viele Neurosen kommen, die viel destruktivere Folgen haben können, als eine harmlose Tomatenschlacht. Ich weiß, dass diese Ansicht nicht populär ist. Es heißt nicht, dass Zivilisation, Ordnung und Sauberkeit, Sparsamkeit (die klassischen deutschen Tugenden u.a.) falsch oder unwichtig wären. Es geht nur darum, das man sie gelegentlich auch mal loslassen kann, um sich nicht zu ausschließlich damit zu identifizieren und davon nicht zu abhängig zu sein. Dann ist man u.a. auch toleranter anderen Kulturen gegenüber. Man kann nicht immer nur vernünftig sein, das ist letztlich unvernünftig. Mal ausflippen, Unsinniges tun, mal ein Kind sein, das gehört zum Leben dazu, auch als Erwachsener. Das ist nicht pervers. Köln feiert dafür gerade Karneval, aber der war auch mal übermütiger und weniger zahm in früheren Zeiten. Als Kind wird man von klein auf, vor allem in Deutschland, dazu dressiert, sich nur ja nicht schmutzig zu machen und, dass alles mögliche eklig sei. Am meisten lernen das nat. Mädchen. Das sitzt ganz tief in unserer Kultur. Das Gegenteil ist der "Schatten", mit dem man sich nicht identifizieren will. Aber er ist deswegen trotzdem ein Teil von jedem. Man projiziert ihn dann z.B. auf andere Völker mit weniger ordentlichen oder reinlichen Sitten. Wie kommt es z.B., dass die Sendung "Dschungelcamp" hier so beliebt ist? Mich reizt sie überhaupt nicht, eklige Effekthascherei finde ich, sie ist das Resultat der andererseits übertriebenen Pingeligkeit, könnte ich mir denken. Die buddhistische Philosophie sagt einfach ausgedrückt, um ganz und gesund zu sein, solle alles auch immer ein bisschen vom Gegenteil enthalten. Man denke an das Yin YANG -Symbol. Also braucht unsere vernünftige, geregelte Zivilisation auch immer noch ein bisschen Wildheit und Unvernunft um gesund und friedlich und glücklich zu sein. Das ist doch toll! Eins der Dinge, neben dem Stellenwert gemeinssamen Feierns überhaupt überhaupt, die mir an Spanien gefallen, ist dass es noch nicht so ganz gezähmt und zivilisiert erscheint, wie der überwiegende Rest zumindest Westeuropas. Was mir nicht gefällt, ist vielfach der Umgang mit ihren (Haus-)tieren. Aber, dass viele Fiestas noch so etwas Archaisches, Verrücktes und Ungezähmtes haben, das mag ich! Die Menschen brauchen das auch, sonst suchen sie es eben bei weniger harmlosen bis Gewalt- Exzessen verschiedener Art. Ich hoffe, dass sich Spanien nicht in jeder Hinsicht EU-zähmen lässt. Manches können auch wir lernen! Ein "Alaaf" aus Köln, dem noch wildesten Teil von Deutschland...oder? Hella
  4. News aus Spanien

    Was ich letztens hier schrieb gehört wohl eher in den Bereich Kultur/Geschichte..den gibts auch, wie ich eben sah. In den aktuellen Polit-Skandalen in Spanien steckt man ja in Deutschland nicht so drin. Gestern kam mal ein Beitrag, dass die Spanier jetzt nach dem Betrugskandal endgültig genug hätten und es wurden Demonstranten in Madrid gezeigt, mit Briefumschlägen. Ich finde es peinlich, dass Frau Merkel sich hinter Rajoi stellte, hinter einen offensichtlichen Betrüger. Aber das erfordert wohl politische Taktik. Jetzt erleben die Spanier wohl, dass sie mit den Konservativen nicht besser dran sind, im Gegenteil. Was immer sie jetzt, tun wenn sie etwas tun, ich hoffe vor allem sie orientieren sich nicht nach radikal rechts, wie das in anderen Krisenländer schon ziemlich ausgeprägt passiert. Gruß Hella
  5. News aus Spanien

    Mica, ich hoffe mal, du bist wegen des Öffnens der braunen website n i c h t entlassen worden! Allerdings, würdest du dafür als vermeintlicher Sympathisant befördert, könnte man sich auch nicht recht darüber freuen....,-[ (die smilies &co. lassen sich von mir nicht benutzen). von wegen Geschichtsunterricht: so kann man es auch machen, ist eine Epoche für das Land fragwürdig bzw. nicht gerade schmeichelhaft gewesen, hat man mit seiner Region damals gerade nicht zu Spanien gehört, nur Kastilien war immer dabei und zu Weltmachtzeiten dann noch Aragon.... incl. Catalunya meine ich doch. Komisch, ich habe noch von keiner sog. "Autonomen Gemeinschaft" (so nennen sie sich doch, Catalunya, Asturias, Galicia, Andalucia usw.) gehört, bei der nicht einige behaupten, eigentlich gar nicht zu Spanien zu gehören. Auch Andalusien z.B., die im Norden sowieso alle. Wenn das auch Kastilier sagen, ergibt sich die blöde Frage, wo Spanien denn eigentlich liegt (immer da, wo man nicht wohnt, wie es scheint) oder ob es existiert oder nur so eine Idee ist...;-} Das ist so eine der (aber irgendwie unterhaltsamen) Verrücktheiten auf die man stößt, und die einem spanisch vorkommen, wenn man sich als Ausländer mit Spanien befasst. Aber das macht es natürlich schwierig Verantwortung für eine gemeinsame Geschichte zu übernehmen. Und Deutschland an sich existiert sowieso erst seit....wann war das noch genau, irgendwann im 19. Jahrhunert. Beim 3.Reich kann sich allerdings keine Region ausklinken. Meine Schulzeit endete 1978, eigentlich gab es da schon Unterricht über das 3. Reich und den 2. Weltkrieg, aber bei uns hat das "organisatorisch" irgendwie nicht hingehauen, was aber auch deutlich kritisiert wurde. Damals war ansonsten eine ziemlich kritikoffene Zeit, manchmal auch mit ungewöhnlichen Blüten: für unseren Schülerrat kandidierte auch der Kommunistische Oberschülerverband und er setzte sich für regelmäßige zivile Wehrübungen (Alternative zur Bundeswehr) auf unserem Sportplatz ein! Wir duzten unseren Geschichtslehrer und legten im Leistungskurs lässig die Füße auf den Tisch, während wir die Zeitungsmeldungen diskutierten. Wir waren der 2. Jahrgang in NRW mit Oberstufenreform. Hella
  6. News aus Spanien

    Heute.... gestern, (hab morgen frei) wurde in Sendung "yourope" auf Arte darüber berichtet, dass sich in den klassischen Krisen- und ein paar anderen Ländern junge Menschen einen Diktator wünschen, weil damals (über das sie kaum etwas wissen) angeblich alles besser gewesen sein soll. In Spanien gibt es da eine Gruppe namens "Nudo Patriota espanol" (hab mein richtiges Wörterbuch verlegt und im Reisesprachführer steht nicht was "Nudo" heißt), die sich sehnlichst Franco zurückwünscht "Vuelva General" . Schrecklich. Es seien hauptsächlich Jugendliche aus traditionellen Familien. Sie begebn sich z.B. in soziale Netzwerke und sprechen da ratlose Menschen in Notsituationen an. Zwar distanzieren sie sich offiziell von Gewalttaten, meinen aber nur ein Diktator könne Spanien retten, mit Demokratie ginge das nicht und sie vertreten die alten traditionellen Werte (Kirche, Ungleichheit...). Sie ignorieren die tatsche , dass Franco 114ooo Menschen (weiß nicht, ob der Bürgerkrieg dabei mitzählt oder nur Verureteilungen danach) auf dem Gewissen hat und es damals unter seinem Regime auch viel materielle Not gab. Gut ging es nicht allen Schichten. Die Jugendlichen lernen anscheinend kaum etwas in der Schule über die Geschichte ihres Landes. Diese Zeit müsste endlich aufgearbeitet werden. Warum fürchten sich die meisten Spanier so davor die Verbrechen des Franco-Regimes aufzuklären? Fühlen sie sich denn alle da hineinverwickelt? Nach Zusamenbruch der DDR kann ich mich an keine solche allgemeine Scheu hierzulande erinnern. Die ihr in Spanien lebt, wie erlebt ihr denn die Spanier so zu diesem Thema? Das würde mich mal interessieren. Wie ist der Geschichtsunterricht in den Schulen? - Ich muss allerdings sagen, wir hatten in den späten 70ern auch nicht das 3.Reich, noch nicht mal im Leistungskurs Geschichte, trotz sehr linkem Lehrer. Der Lehrplan sah es nicht vor (Marxismus und Adam Smith hatten wir!). Ich habe darüber nur in der evangel. Schülerarbeit mit Aktion Sühnezeichen viel erfahren. -Dann gibt es aber auch noch die ältere Geschichte Spaniens, die manches schwer verdauliche enthält. Am schlimmsten von allem überhaupt finde ich die Conquista in Südamerika. Lernen die Schüler das immer noch als Heldengeschichte und Größe Spaniens? Nachdem ich begonnen hatte mich für Spanien zu interessieren und einiges darüber las, hätte ich an dem Punkt fast genug gehabt und fragte mich wieso ich mich nicht stattdessen für ein nettes, harmloses, sauberes Land, sowas wie Dänemark, Belgien oder die Schweiz interessieren könnte. In puncto Schweiz protestierte ein Freund gleich heftig, von wegen harmlos...von Belgien erfuhr ich erst die Tage in einer BBC- Sendung, dass es für 10 mio. getötete Kongolesen in der Kolonialzeit verantwortlich sei (hätte ich nie gedacht) . Aber Dänemark habe sich seit der Wikingerzeit zivilisiert, sagt eine Freundin, während Spanien unverändert archaisch sei, kulturell "blutrünstig" siehe(Re-) Conqista, Inquisition, Stierkampf, Goya...und der Flamenco habe ja auch irgendwie sowas Ungezügeltes an sich. Hm. Also den mag ich jedenfalls. Stierkampf gibts auch im zivilisierten Südfrankreich und die zivilisierten Franzosen finden er widerspreche ihrer Verfassung nicht. Die deutsche Malerei sieht zwar nicht aus wie Goyas Menschenfresserbild, aber enthält jede Menge scheußliche geflügelte und andere Dämonen. Aber vielleicht finde ich ja reine Vorbildländer, wie Dänemark bei allem Nachahmenswerten etwas langweilig. Eine "Wiederkehr Francos" wäre allerdings das Allerödeste. Hella
  7. Sollte man nicht erst alle Männer und Frauen zählen und dann für "ellos" oder "ellas" nach Mehrheit entscheiden? .-} Sonst wäre "ellas", also weiblich für alle, korrekter. Schließlich sind alle Menschen ursprünglich weiblich., also XX. Die y-Chromosom Variante ist ein Testlauf der Evolution für bestimmte Funktionen, die wenn sich das Y nicht bewährt, auch anders erfüllt werden könnten. Da gäbe es die Zellteilung, die Selbstbefruchtung und noch mehr Varianten (siehe Tierreich), die sicher auch vergnüglich sein können. Das Y-Chromosom sollte nicht zu sehr die Welt verwüsten, sonst wird es wieder wegevolutioniert! Soy una mujer aleman(a?) que vive en Colonia y ne palabra mucho de Espanol. Solo un poc(it)o. Pero es una lengua bonita que intento aprender. naja.....- müsste ich als Frau die Verben in dere 1. Person mit a enden lassen? Sind sicher noch mehr Fehler drin. - - - Aktualisiert - - - Versuche zu übersetzen: "Pies" und "pelo" musste ich nachschlagen. Dann heißt es. Mein Auto, mein Haus, mein Hund (kenne ich mit Boot, - barco?) Mein Haar ist heute schrecklich, meine Gesundheit ist gut, meine Füße tun mir weh. "Duelen" ist dann wohl unregelmäßige 3. Plural von dolor, nein doler. Heißt "Me doleis" dann "ihr tut mir weh" oder ihr verletzt mich"? Soy casada y camino (~?) a mi cama. Buenas noches! Hella
  8. Wie funktioniert denn Wettbetrug?

    England dem Namen nach, aber nein, die sind auch verwickelt. ;-) Hella
  9. News aus Spanien

    Roham, ich kann jetzt nicht nachprüfen was Spanien alles an sozialpolitischen Maßnahmen umgesetzt oder abgeschafft hat in den letzten Jahren :-\ . Natürlich bin ich keinesfalls dafür, Großunternehmen und Sportvereine von Steuern zu verschonen...ich halte es allgemein für sinnvoller jungen Menschen Arbeit zu geben, als ältere zu zwingen bis ins Greisenalter zu arbeiten und selbstverständlich bin ich nicht dafür, dass Deutschland den Fortschritt seines Sozialsytems wieder abschafft, wozu es allerdings immer wieder ansetzt. Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich in Deutschland in den letzten Jahren besonders rasant entwickelt, ein Grund sind sehr niedrige Löhne und Renten. Willst du andeuten, dass das die Alternativen zum Verhalten gegenüber den südeuropäischen Ländern seien? Ich halte es für die richtige Idee großes Privatvermögen mehr bzw. überhaupt erst einmal, siehe Griechenlands Reeder z.B., von denen niemand mehr redet, zu besteuern. Griechenlands reiche Oligarchen haben letztlich noch gemeinsam vor der Regierung lamentiert wie schlecht es ihnen doch jetzt ginge...das nennet man wohl Jammern auf hohem Niveau, keine Spur von Solidarität und Mitgefühl mit ihrem Volk. So entfremdet war Königin Marie Antoinette einst dem französichen Volk, als sie verwundert meinte, die Menschen könnten doch Kuchen essen, wenn sie kein Brot hätten. In der folgenden Revolution, die so hoffentlich nicht kommen wird, wurde sie gleich enthauptet. Dieses Kapitel sollten sich manche mal öfter vor Augen führen. Ich weiß nicht wie drastisch die Verhältnisse vergleichsweise in Spanien schon sind. Deutschland steckt genau wie Südeuropa in den Mechanismen eines weltweiten Gesamtsystems genannt Kapitalismus, und vom "bösen Deutschland" kann man daher so auch nicht reden. Dieses System wird von dort gelenkt, wo das meiste Geld sitzt, wen wunderts? So ist es doch immer. Die hedge fonds, eine Art übergeordnete Banken, wo internationale Konzerne ihre Gelder anlegen und zu denen "Normalkunden" keinen Zugang haben, lenken die weltweiten Kapitalbewegungen im größten Maßstab und üben sehr viel Einfluss aus, worum sie öffentlich natürlich wenig Aufhebens machen. Laut Recherche des Kölner Autors Werner Rügemer, der u.a. das Buch Colonia Corrupta geschrieben hat, sind sie die eigentlichen Besitzer der auch politisch sehr einflussreichen angeblich staatlichen Rating Agenturen....es führt zuweit das hier jetzt auszudehnen, hier kann man seinen Vortrag hören Ich habe ihn die Tage live hier in Köln gehört. Düster, düster... aber das zu sehen heißt nicht sich die Laune völlig verderben lassen zu müssen, das hilft sicher nix. Kölle jedenfalls fiert jetzt Karneval und trotz allem sich selbst....wie schon immer. ;-0 Hella
  10. Wie funktioniert denn Wettbetrug?

    Hallo zusammen, auch hier ist der Fußballwettskandal ein großes Thema und, soweit ich gelesen und gehört habe, ist Deutschland keineswegs außen vor, sondern mit vielen Spielen verwickelt. - Außerdem wurde auf meiner T-online Nachrichtenseite anlässlich Spaniens Gewinn der Handball WM die Frage diskutiert, wie es möglich käme, das Spanien plötzlich in allen Mannschaftssportarten an der Spitze stünde. Außer im Handball auch im Volley- oder Basketball (EM) und natürlich im Fußball als Welt- und zweifacher Europameister. Da dachten manche an Doping, denn das sei ja wohl schon auffällig, sonst müsse man ja schon an Magie denken - schwarze natürlich! Jemand anders hatte eine originellere Antwort, die zumindest eine Erklärung anbietet, warum der Erfolg früher ausblieb. Die klingt aber so schräg, dass man es kaum für möglich halten und sich so ein Spiel noch weniger vorstellen kann, außer als Witz ;-). Früher war es in allen Mannschaftsspielen demnach so, dass ein Katalane (einschl. Valencia..)den Ball nicht direkt an einen Spanier/Kastilier gab oder umgekehrt. Es musste immer ein "Neutraler" dazwischen sein, zb ein Andalusier, Galizier oder Asturier.Der Ball ging also typischerweise in solchen Mustern: Katalane->Baske->Kastilier->Andalusier->Katalane etc. (kann ich mir nicht vorstellen, so unsinnige Spielweisen hätten doch aufallen müssen) An alten Spielen könne man nach Toren sehen, wie immer, wenn die eine Hälfte jubelte, die andere sich über das Wetter unterhalten habe. Später erst schafften die Fußball-Trainer Luis Aragon und dann Vincente del Bosque es, die Spanier von diesen Regionaldünkel zu kurieren, zumindest im Fußball, so dass sie sich als eine gemeinsame spanische Mannschaft empfanden. Seitdem wären sie auf einmal so erfolgreich geworden. Na, wenn das nicht ein gewaltiges Signal für nationale Einheit wäre, wenn es stimmte "Gemeinsam sind wir stark" ...aber nach all dem zerstörerischen Nationalismus und er Repression, die meist damit verbunden war, verstehe ich, dass für viele ein gesamtspanisches Nationalgefühl wenig attraktiv ist. Hella
  11. News aus Spanien

    Bruny, ich bin keine Wirtschaftssachverständige, aber mir erscheint allgemein einleuchtend, philosophisch (Philosophie ist heute wichtig!)dass, wenn man das Ziel hat, gemeinsam voranzukommen, z.B. mit der EU, manchmal selber etwas anhalten muss, damit Langsamere oder schwächere mithalten können. Langfristig nützt einem das dann auch wieder selbst. Aber auf "langfristig" ist der Kapitalismus nicht angelegt, sondern auf schnelle Gewinne und Konkurrenzfähigkeit an der Börse. Auch wollen Politiker vor allem Wählerstimmen. Was eines der Dinge ist, die ich auch nie ganz nachvollziehen kann: wozu will man unbedingt wiedergewählt werden, wenn man mit dem Amt nichts Gescheites erreichen kann? Wie kann allein die Position einem so wichtig sein...naja, das verstehe ich genausowenig, wie religiösen Fanatismus und Kriege (Agressionen an sich verstehe ich sehr wohl). Das erscheint alles so kindisch....nun ja. Dieser Artikel in dem link, siehe meine letzten Beitrag, mit dem Titel "Spanien im freien Fall" erscheint mir sehr interessant und aufschlussreich. http://www.nachdenkseiten.de/?p=15854 Da klingt sogar an, dass Deutschland seine gegenwärtige Stärke u.a.auf der Schwächung Südeuropas aufgebaut habe (die Immobilienblase, auch deutsche Banken sind vielleicht beteiligt gewesen sein) kam nur noch dazu und hat längere Zeit ein grundsätzliches Missverhältnis überdeckt). Das wäre doch ein Fehler im System. Ungleiche Startbedingungen, die nie wirklich aufgeholt werden können. Da davon auszugehen ist, dass unsere Regierung durch fähige Wirtschaftsexperten beraten wird, sollte ihr diese Achillesferse der Sache bekannt gewesen sein. Warum hat sie die gemeinsame Währung dann trotzdem gewollt? Der romantische Gedanke an eine geeintes Europa, von dem ich ja z.B. immer noch beseelt bin, da ich mich durch mehr unterschiedliche Eigenschaften, als nur die "deutschen" mehr repräsentiert fühle und lieber einen größere Heimat habe, bei Frau Merkel weniger der Grund zu sein scheint, was ist es dann? Einfach nur noch besser für die Wirtschaft der vorher schon reichen Länder? Das kann einen schon nachdenklich machen. Ich bin für eine Lösung, die für alle Menschen am besten ist. Dabei lege ich mich nicht unbedingt auf ein politisches System fest. Warum auch? Gerade heute müsste man die Frage ganz offen, frei und neu betrachten, wo soviel auf dem Spiel steht. Es sieht nicht aus, als ob der Kapitalismus da das letzte Wort haben wird (eine sozialistische Parteidiktatur auch nicht) oder es ist vielleicht wirklich das letzte, was auf der Erde gesprochen werden kann! Gruß Hella Mehr bei: http://www.spanien-treff.de/threads/4409-News-aus-Spanien/page6#ixzz2JWA0nMSp
  12. Ach ja, hallo und holà..!

    Oh hallo, das war ja noch einmal eine richtige Begrüßungsrunde! - ja, der kleine lila Qeggi, an dem ich natürlich noch sehr hänge, fungiert jetzt bis auf weiteres "nur" als Sommerferienhäuschen am allerdings sehr schönen Mittelrhein. Die über 4000km Italienreise (hin und zurück) als Anhänger am Hanomag hatten dem alten Gefährt doch etwas zu schaffen gemacht. Er war sogar auf oben auf dem Ätna, der (die Etna, la Mamma, eigentlich!) gerade netterweise (obwohl, naja ein bisschen hätte er ja ruhig.......) nicht aktiv war. Aber nicht das hat ihm die meisten Blessuren beigebracht, sondern eine von verschiedenen originellen Kapriolen unseres Navi-Systems, die uns auf einem winzigen Dorfplatz in der Toscana direkt vor dem Eingang in eine Küche festsitzen ließ. Die Hausfrau kam mit Kind auf dem Arm erschrocken auf die Straße gerannt, die anderen Dorfbewohner folgten uns starrten unser orange (Hanomag)- lila (Qeg) farbenes Gespann an, als ob wir ein Ufo wären. Wir konnten weder vor noch zurück ,-). Dabei hatten wir doch nur die Autobahnmaut sparen wollen .... dann erschienen die Carabinieri, die es erfreulich südländisch gelassen nahmen. Mit ihrer Hilfe it bekamen wir die Fahrzeuge dann schließlich wieder frei und auf die Straße zurück, aber nicht ohne verschiedene Blessuren, die relativ aufwändig und teuer repariert werden müssten. Zuhause habe ich keinen dauerhaften Stellplatz für den Qeg, selbst kein Auto und wenn ich mit dem erwähnten Freund reise, reicht uns zu zweit der Hanomag, der ja auch ein Wohnmobil ist. Mit mehr Leuten, die sich zu unterschiedliches von einer längeren Reise erwarten, möchte ich so etwas nicht mehr machen! Und der Hanomag ist im Verbrauch für lange Reisen auch einfach zu teuer - sonst wäre ich liebend gern mit ihm kreuz und quer durch Spanien unterwegs! Aber Billigflüge und Überlandbusse sind preiswerter, vor allem mit Minizelt dabei. Auf den Jacobswegen darf man sein Zelt oft neben den Pilgerherbergen aufbauen und wildes Zelten ist zwar, der Müllhinterlassenschaften mancher Reisenden wegen verständlicherweise, ungern gesehen, aber mit Einschränkungen in bestimmten Gebieten, noch grundsätzlich erlaubt (in Deutschland nicht, trotzdem...im Wald würde einen auch kaum einer finden), so dass ich in den Herbergen nur gelegentlich übernachten will. - Ich hab den Qeg also abgemeldet, vielleicht melde ich ihn irgendwann mal wieder an...oder auch nicht. Ja, innen ist er gemütlich-urig und einige wollten ihn schon haben, aber nein...!! - Das Navi-System sorgte überhaupt immer wieder für Überraschungen, so dass es nicht langweilig wurde. Einmal fanden wir uns ungeplant vor dem Turm von Pisa wieder, und sahen ihn nun auch einmal schön beleuchtet bei Nacht, dann verbrachten wir die letzte Nacht kurz vor dem Ziel notgedrungen in einem Kornfeld.... Motoraussetzer unseres Oldtimers auf dem Rückweg taten das ihre dazu und fanden netterweise an ausgesuchten Orten statt, die wir, wegen der Eile eines unserer Mitreisenden garnicht mehr haten besuchen wollen: In Giardini Naxos bei Taormina - Badepause! Und im Cilento-Nationalpark, einer wunderschönen Waldregion. Naja, einmal auch auf der Autobahn.... Gruß Hella - - - Aktualisiert - - - Du hast also auch einen Qeg, Lilac,das erlebt am aber selten, oder ist es nicht deiner? Sieht ganz gut in Schuss aus. Eine Heizung hat meiner nicht (anders als der Hanomag), heizt du ihn irgendwie, da er keinen Abzug hat, ist das ja etwas problematisch, daher kommt er für Schneeferien nicht infrage. Fließendes Wasser habe ich auch nicht, obwohl ein braunes Spülbecken eingebaut ist. Ich hole das Wasser aus einem Brunnen etwa 100 m entfernt, was aber ganz gut geht. Und da Gas mir nicht geheuer ist, benutze ich einen größeren Spirituskocher. ;-) Hella
  13. Ich stelle mir das mit der Quanten-Verschränkung immer so vor, dass die beiden Quanten in Wirklichkeit ein Ding sind. Wenn ich, sagen wir einen Baumstamm vor mir herrolle, bewegen sich die beiden Enden auch gleichzeitig, da er ja ein Ding ist. Und wenn auf einer Spielplatz-Wippe das eine Ende nach oben geht, bewegt sich ohne Zeitunterschied (oder..?) das andere nach unten. Die beiden Teilchen sind die beiden Enden, das "Mittelteil dazwischen" befindet sich sozusagen in einer anderen Dimension, die wir bisher nicht wahrnehmen können, daher sieht es für uns aus, als ob es zwei Teilchen wären, die kommunizieren müssten. Naja, wissenschaftlich ist das nicht, aber es macht Spaß mit solchen Vorstellungen zu spielen. Hella - - - Aktualisiert - - - - ...und die Quantenphysik ist einfach herrlich verrückt, so dass es schon nach Wahrheit klingt. Ich mochte sie sofort, als ich zum ersten mal davon hörte, anders als Einstein...;-) So etwas Gewaltiges wie die Wirklichkeit mit allen Möglichkeiten kann, wie ich finde einfach nicht in ein gewohntes System von Alltagslogik hineingequetscht werden. - Hier schicke ich einen link zu meinem F o t o a l b u m "L a I s l a B o n i t a" v o n L a P a l m a auf facebook. Man muss nicht bei facebook sein um sie anschauen zu können, bisher hat das jedenfalls immer gut funktioniert. Ich glaube nicht, dass ich so viele Bilder anders hierhin schicken könnte. http://www.facebook.com/media/set/?set=a.150700774991568.30477.100001549407225&type=3&l=156521b091 Viel Freude beim Anschauen...hoffe ich! Hella
  14. News aus Spanien

    Ich weiß nicht, ich hatte ja auch schon fast den Eindruck, dass die Deutschen immer lieb und nett und altruistisch wären und als einizige natürlich niemals ihr eigenes Wohl im Auge hätten, fast zu engelhaft um wahr zu sein, nachdem sie alle niederen Instinkte ein für alle mal im 3. Reich abreagiert haben. Die anderen korrupten faulen Nationen, insbesondere die im Süden haben uns eigentlich garnicht verdient usw...So es wird einem ja Tag für Tag hier vorgesungen, direkt oder unterschwellig selbstverständlich. Und, wie klingt das? Sehr wahrscheinlich? Nicht vielleicht ein bisschen naiv? Mit den Medien ist Vorsicht geboten, weshalb man auch das Gegenteil nicht glauben muss. Aber zum Ausgleich schaue man vielleicht auch mal hier rein: http://www.nachdenkseiten.de/?p=15854 Es gibt Wirtschaftssachverständige, die erklären, dass Deutschlands Wirtschaftspolitik, gerade weil Deutschland so mächtig ist, ein nicht geringer Mitverursacher der Krise in den südeuropäischen Ländern ist, ganz abgesehen davon, dass die Finanzkrise an sich vor allem von den USA ausging! Das Problem ist, dass man um die Dinge richtig beurteilen zu können, einiges mehr von wirtschaftlichen Zusammenhängen verstehen müsste, als das die meisten Menschen, mich inbegriffen, tun, das das ja auch sehr kompliziert und verflochten ist. Allerdings versuche ich mich zu informieren. Mein Eindruck infolgedessen dem ist, dass eine gemeinsames Währungssystem nur zu funktionieren scheint, wenn auch andere politische und wirtschaftliche Bereiche ein Zusammenwirken als vorrangig vor ihren nationalen Egoismen anstreben. Man kann nicht mit einem Körperteil in eine Richtung gehen und mit den anderen in eine andere. Mit einer eigenen Währung konnten die südlichen Länder noch manche Wirkung der Wirtschaftspolitik z.B. Deutschlands ausgleichen, was sie durch den den Euro nicht mehr können. Die reichen Länder müssten ihre Wirtschaftspolitik dann auch entsprechend ändern, damit die anderen nioch mithalten können, aber das können sie den Wählern wohl nicht verkaufen. Kann man den Menschen im Süden vorwerfen, dass sie egoistisch seien, wenn die Deutschen es im Grunde nicht weniger sind? Und es gibt nicht nur aus dem Süden Kritik an der Wirtschaftspolitik Deutschlands! - Übrigens, klar dass die Binnennachfrage in Spanien zurückgeht, wenn immer mehr Menschen arbeitslos sind, es immer mehr Armut gibt. Findet ihr es wirklich richtig oder auch nur sinnvoll, wenn diese Menschen noch mehr einsparen, den Gürtel noch enger schnallen, solange es da überhaupt noch was zum Umschnallen gibt?? Mir scheint es sowohl menschlich verwerflich als auch wirtschaftlich kontraproduktiv, wenn jetzt vor allem an sozial notwendigen Staatsausgaben eingespart wird, damit schnell die Schulden zurückgezahlt werden können. Von politischen Folgen mal ganz zu schweigen. Ich kann den Volk nur wünschen, dass es sich das nicht gefallen lässt. Haben diese kleinen Leute vielleicht die Krise verursacht?? Hella
  15. Ach ja, hallo und holà..!

    Ach ja, hallo und holà..! ich hatte am Anfang ganz übersehen, dass es hier ja eine Vorstellungsecke gibt und war gleich in die Thematiken gesprungen. Lilac hat mich dann dort abgefangen und begrüßt ;-) ich hab noch nicht alles Technische hier rausgetüftelt. Vermutlich kann man die paar Angaben einsehen, die ich inzwischen über mich gemacht habe. Lebe leider nicht in Spanien, wobei mir das "leider" heute besonders leicht über die Lippen geht. Es ist 14.20 und draußen regnerisch und schon fast dunkel!! Man kommt nicht daran vorbei: das Wetter ist für Menschen, die eine gewisse Neigung zu saisonaler Depression haben und außerdem gern im Freien sind ein wichtiger Faktor der Lebensqualität, auch wenn angeblich die wahre Freude von innen kommt...wenn hier in Köln die Sonne scheint, was gelegentlich vorkommt und nach langer Abstinenz schnell zu Volksfeststimmung führen kann, sieht mir alles Schwierige im Leben (außer echten Katastrophen) weniger tragisch aus, ich fühle mich einfach trotzdem gut. Wenn es aber nur ums Wetter ginge, würde ich mich gleichermaßen für die ebenfalls sonnigen, schönen und reizvollen Länder Italien und Griechenland oder die Türkei interessieren, was so nicht der Fall ist. Mit Spanien hat es also mehr auf sich. Als Touristin bin ich ein paarmal dort gewesen (wie auch in den o.g. Ländern), was mir aber zu kurz und zu wenig intensiv war. Da ich auch ein Naturfreak bin und einigermaßen abenteuerlustig, habe ich vor das Land auf den verschiedenen spanischen Jacobswegen möglichst per Fahrrad auf eigene Faust zu erkunden und bin da gerade in der Planungs- und Informationsphase. Ein keines "Ferienhäuschen", wenn auch nicht in Spanien, habe ich auch: einen kleinen, vom Vorbesitzer lilafarbenen Wohnwagenanhänger der Marke Qeg, der in der ehemaligen DDR mal an einem Wartburg hing. Nachdem er, angehängt an den Hanomag-Oldtimer eines Freundes, mich mehrfach in Deutschland und einmal hin- und zurück durch ganz Italien einschl. Sizilien, transportiert hat, ist er jetzt "pensioniert" und steht am Mittelrhein zwischen Bingen und Bacherach auf Privatgelände oben an einem ehemaligen Weinhang im Grünen mit Blick auf die Weinberge gegenüber. Bei Sommerwetter ist es ein Paradies mit vielen Burgen, Wald, Wein, Wanderwegen Museumsstädtchen und sogar schönen Sandbadestränden unten am Rhein. Und vielen japanischen Touristen, ist ja Weltkulturerbe. - Das wars jetzt erstmal über mich. Bis demnächst irgendwo hier auf den Seiten. ;-) Hella