Joaninha

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  1. Vielen Dank, liebe Mica, für die Antwort und den Link, das hilft mir sehr weiter! Die Untersuchungen sind auf den ersten Blick ganz ähnlich wie in Dt, das ist schon mal berühigend. In Dt gibts glaube ich auch Vitamin D für das Neugeborene, aber dass man das in Sp nicht sooo dringend braucht, ist dann schon klar. Hast Du zufällig auch noch Infos zu den Vorsorgeuntersuchungen für das Neugeborene in den ersten Wochen? Ich will jetzt doch mal kurz von meinen Erfahrungen berichten, ohne zu sehr ins Schimpfen zu kommen, hoffe ich. Vielleicht könnt Ihr vor dem Hintergrund Eurer Erfahrungen etwas dazu sagen. Also einmal ging ich mit starken Schmerzen ins KH und wurde von der Ärztin zusammengestaucht (ja, das ist nicht übertrieben), weshalb ich überhaupt komme - wenn ich das Kind verlieren würde, könnte sie auch nichts machen. Ein andermal im Centro de salud haben zwei Krankenschwestern sich geweigert, eine von einer Ärztin angeordnete Analyse durchzuführen, mit der Begründung, die Analyse wäre momentan eh nicht sinnvoll und ich sollte in zwei Wochen wiederkommen. Es hat sich dann auch herausgestellt, dass die beiden befürchteten, ich als Ausländerin würde die Rechnung für die Behandlung nicht bezahlen. Vielleicht haben sie da einfach mal auf Selbstjustiz gesetzt. Wohlgemerkt im Wissen, dass ich schwanger bin. Und schließlich, das war dann in einer Privatklinik, wurden meine Blutproben versehentlich eingefroren statt analysiert, was wir dann auch erst fünf Tage später erfuhren, als wir die Ergebnisse abholen wollten. Mein Eindruck war, dass, abgesehen vom alltäglichen Chaos, da so ein bisschen der Respekt vor dem ungeborenen Leben fehlt. Was die erste Sache betrifft, diese Ärztin, die mich am Liebsten gleich wieder nach Hause geschickt hätte, habe ich mich auch gefragt, ob man in Sp genauso weit gehen würde wie in Dt, um ggf. das Leben des Kindes zu retten. Ich weiß, dass man in Dt auch in der Frühschwangerschaft versuchen würde, das Kind zu retten, und ich hab mich einfach gefragt, ob man in Sp - vielleicht auch im Zuge der Krise - an dieser Stelle einmal den Geldhahn zugedreht hat. Wahrscheinlich kann man darüber nur spekulieren, denn mit Sicherheit gibt es keine offizielle Webseite mit den Kürzungen im Gesundheitswesen... aber das sind so meine Sorgen bei der Sache.
  2. Wir würden dann in der Nähe von Madrid wohnen. Momentan bin ich noch in Dt.
  3. Hallo Ihr Lieben, (sorry, das ist lang geworden!) nach langer Zeit melde ich mich wieder einmal. Ich war im vergangenen Jahr in Spanien und wie das Leben so spielt, bin ich nun schwanger und werde, wenn es nach meinem spanischen Freund geht, die letzten Wochen der Schwangerschaft und die Geburt in Spanien verbringen. Ich bin sehr am Zweifeln, ob das so gut ist. Denn ich habe in den Anfangswochen, die ich in Spanien verbracht habe, wirklich schlimme Erlebnisse gehabt. Man kann natürlich ganz genau dieselben schlechten Erfahrungen auch in Deutschland machen, das ist mir schon klar. Aber ich bin schon wirklich ein bisschen eingeschüchtert und frage mich, ob ich zur Geburt nach Spanien zurücksoll... Hat jemand von Euch Erfahrungen mit der Schwangerschaft in Spanien? Ich freu mich über alle Infos, auch, was Unterschiede zu Deutschland betrifft (also, konkrete Unterschiede vom Typ "anders als in Dt gibts standardmäßig ne Schmerzspritze zur Geburt" oder so... bitte kein allgemeiner Vergleich der beiden Gesundheitssysteme!). Mich würde auch interessieren, ob Ihr in der sanidad pública oder privada wart. Und: Nach welchen Kriterien habt Ihr "Euer" Krankenhaus gewählt? Ach ja, und wie ist das mit den Untersuchungen nach der Geburt, wird da +/- dasselbe gemacht wie in Deutschland? Fragen über Fragen... Danke schon mal!
  4. Ein interessantes Thema. Ich habe mich mal die letzten Tage beim Denken beobachtet und das Ergebnis ist, dass ich nach Themengebieten unterschiedlich denke. Wenn ich an spanische Freunde denke, denke ich auf Spanisch; an aktuelle Ereignisse, auf Spanisch; an Familie und Freunde in Deutschland auf Deutsch usw. Jetzt versuche ich gerade, herauszufinden, ob ich unterschiedlich denke, wenn ich dasselbe Thema mal auf Spanisch und mal auf Deutsch bedenke (nach dem Motto: rege ich mich z.B. über Politik auf spanisch weniger auf als auf deutsch, weil ich mit der Sprache auch die relative Gelassenheit übernommen habe?). Na ja, eigentlich kann man das nicht wirklich rausfinden, aber spannend ist die Frage schon... Eine Sache ist mir neulich auch aufgefallen, die nicht ganz zum Thema passt, aber vielleicht doch so ein bisschen: Geht es Euch auch so, dass Ihr, wenn Ihr Euch auf Spanisch unterhaltet, zwar alles versteht, aber hinterher doch mehr Einzelheiten vergessen habt als bei einem deutschen Gespräch?
  5. Hallo, Wofür brauchst Du denn den Perso? Falls es nur um den Rückflug geht: Mir ist dasselbe vor Jahren passiert, allerdings wurde der Perso gestohlen. Ich habe bei der Polizei in Madrid Anzeige erstattet, bekam eine Bestätigung und konnte mit dieser Bestätigung problemlos fliegen. Ich kann mich noch gut erinnern, weil ich ein bisschen erstaunt darüber war, dass das bei der ganzen security-Hysterie an Flughäfen so einfach geht. Kreditkartennummern und ähnliches würde ich niemals im e-mail-Postfach hinterlegen. Saludos
  6. Ich glaube, da muss man zwei Dinge unterscheiden. Einmal ist der Terrorismus gerade in Madrid sehr präsent. Viele öffentliche Gebäude kann man nicht ohne Sicherheits-Check betreten, so dass man quasi ständig mit der Nase auf die Terrorismusgefahr gestoßen wird. Dann kennt auch jeder jemanden, der von Anschlägen berichten kann. In meinem Fall: Immerhin zwei meiner Freunde haben einen Anschlag aus nächster Nähe erlebt. Nicht jeder findet es angenehm, wenn ein paar Meter weiter eine Bombe hochgeht, vor allem dann nicht, wenn er weiß, dass er Minuten später genau an diesem Ort gewesen wäre. Insofern ist der Terrorismus schon etwas, was die Menschen unmittelbarer betrifft als die Korruption. Und dann sind da die Medien, die sich auf Dinge wie die doctrina Parot stürzen. Ich habe immer stärker den Eindruck, dass Terrorismus, aber auch Naturkatastrophen oder Katastrophen durch menschliches Versagen deshalb so breit getreten werden, weil man dadurch so schön von der Korruption ablenken kann.
  7. Ach, stimmt, das hatte ich falsch im Kopf... ok, also versuchter Mord statt Mord. Das ändert aber nichts an meiner Argumentation.
  8. @ Roham und Joaquín: Ich würde das nicht unbedingt als reißerisch ansehen. Einmal, ganz pragmatisch: Solche sagenhaft hohen Strafen hat es für ETA-Terroristen schon öfter gegeben, es ist in Spanien also mehr oder weniger erwartbar, in den Nachrichten davon zu hören. Ich denke nicht, dass hier noch jemand erstaunt darüber ist. Man kennt das Verfahren einfach und wäre eher erstaunt, wenn es weniger wäre. - Dann das "menschliche" Argument: Man muss ja schon sehen, dass 160 Menschen gestorben sind und 160 Familien trauern. Ich glaube, es ist für uns in Deutschland - glücklicherweise! - schwer nachzuvollziehen, was ein solcher Verlust für den Einzelnen und dann auch für ein Kollektiv bedeutet. Ich finde es nicht unangebracht, wenn das Strafmaß jeden Einzelnen der Gestorbenen berücksichtigt. @ Joaquín: Deine Frage treibt momentan ganz Spanien um; ich weiß nicht, ob Du darum fragst? In Spanien gibt es Straferlass z.B. wenn der Häftling studiert. Dieser Erlass kann bis zu 12 Jahren betragen. Wer also 20 Jahre bekommen hat und vier Jahre studiert, wird nach 16 Jahren entlassen. So weit, so gut. Jetzt wird es kompliziert, und ich bin mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe. Im Jahr 2006 hat ein ETA-Häftling namens Parot beim Tribunal supremo um Entlassung aus dem Gefängnis ersucht, weil er die maximale Zahl an Jahren, die in Spanien möglich sind - 30 Jahre -, abzüglich ein paar Jahren Straferlass "abgesessen" hatte. Das Urteil ging als "doctrina Parot" in die spanische Rechtssprechung ein. Es besagt, dass der Straferlass nicht von den 30 Jahren abgezogen wird, sondern vom Gesamtstrafmaß (das bei Parot ebenfalls mehrere tausend Jahre betrug). Das Problem ist, dass man die doctrina Parot rückwirkend auf andere Fälle anwenden wollte. Das wurde nun, zur großen Erbitterung der Opfer, vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als rechtswidrig erklärt. Sprich: Alle Häftlinge, die vor 2006 einen Straferlaß erarbeitet haben, müssen nach 30 minus "X" Jahren freigelassen werden. Für die Opfer ist das verständlicherweise sehr bitter. Hier noch ein Zeit-Artikel zum Thema: www.zeit.de/politik/ausland/2013-10/baskenland-eta-freilassung-demonstration
  9. Unbedingt erwähnen muss man neben dem Jamón Serrano auch den Jamón Ibérico. Der ist ein klein wenig (bis sehr viel) teurer, schmeckt aber unglaublich gut. Der Schinken stammt nicht, wie der Jamón Serrano, vom Hausschwein, sondern vom Ibérico-Schwein, daher der Name. Es gibt diverse Qualitätsabstufungen, ähnlich wie beim Wein; Ibérico de bellota stammt zum Beispiel von einem Schwein, das nur Eicheln gegessen hat, die übrigen Abstufungen kenne ich leider nicht. Das Schneiden des Schinkens ist in Spanien eine Wissenschaft für sich. Selbst überzeugte "Sparer" unter meinen spanischen Freunden behaupten, dass der frisch und dazu mit dem Messer (nicht mit der Maschine) geschnittene Schinken der AL-LER-BES-TE ist. Was dran ist, weiß ich nicht... kürzlich gab es in Madrid jedenfalls eine "Feria de Jamón Ibérico", bei der auch der Jamón-Ibérico-schneide-Experte Florencio Sanchidrián anwesend war, "sabio conocedor de todos los secretos que el jamón ibérico de Bellota puede esconder" und außerdem seines Zeichens der durch die Real Academia Española de Gastronomía ernannte spanische Botschafter des Jamón Ibérico. Tja, so was gibts auch. Hier die zugehörige Webseite, aus auch der das Zitat stammt: http://www.espaciomadrid.es/?p=23417
  10. Genau die Frage habe ich neulich mal einer spanischen Freundin gestellt, die offenbar sehr von ihren „Royals“ angetan ist (nur nicht von Letizia, der Bösen!). Sie meinte Folgendes: Juan Carlos hat v.a. repräsentative Aufgaben, Preisverleihungen, Ernennung von Diplomaten und so. Nützlich macht er sich, indem er mit schöner Regelmäßigkeit Aufträge für die spanische Wirtschaft an Land zieht, z.B. den AVE nach Mekka (ein Auftrag, der ihm als "Dankeschön" die Reise nach Botsuana mit den bekannten Folgen eingebracht hat). Er kann sich als Vermittler betätigen, so dass er theoretisch z.B. Rajoy und Mas an den Verhandlungstisch zwingen könnte (aber er selbst hat natürlich keine Entscheidungsgewalt in dieser Frage). Ansonsten hat ihm der legendäre 23-F ein unschlagbar hohes Ansehen beschert, von dem er heute noch zehrt. Sein Sohn wiederum spricht fließend Englisch, insofern ist auch er in Spanien praktisch unersetzlich (.. okok, ich gebe zu, den letzten Halbsatz hat sie so nicht direkt gesagt... ;-) Wie gesagt, das ist offensichtlich die „königstreue“ Variante. Inwieweit es im Einzelnen stimmt, weiß ich nicht, aber velleicht ist ja jemand genauer informiert. Meine eigene Meinung, nach einigen Monaten hier in Spanien und einem groben Überblick über diverse Korruptionsskandale in der politischen Klasse: Eine Demokratie kommt zwar ohne König aus; aber eine Demokratie wie die spanische ist mit einem Monarchen wie Juan Carlos gut beraten. Er bringt, wie soll ich sagen, so'ne seriöse Note ins Spiel. Das ist schon etwas wert in einem Land, in dem unrechtmäßige Bereicherung m. E. als viel zu selbstverständlich angesehen wird.
  11. @ Mica: Dann hatte ich Dich falsch verstanden und wir sind uns einig. @ Rita: Das wäre natürlich ein wirklich tolles Thema! Aber auch etwas aufwändig... Da müsste ich schon ein bisschen Arbeit investieren, so dass das Frustrationspotenzial bei negativen Reaktionen entsprechend hoch wäre. Na, ich denke mal darüber nach!
  12. @ Mica: Deinen Einwand verstehe ich, glaube ich, nicht ganz - willst Du sagen, dass die Vorliebe für Gesten im Spanischen eine Frage politischer correctness ist? Das ist nicht der Fall. Die Gesten sind tatsächlich ein Teil des Sprachsystems, und zwar weit stärker als im Deutschen. Deshalb habe ich sie hier auch erwähnt. Denn schwierig, aber eben auch interessant sind beim Sprachenlernen, finde ich, ja gerade die Dinge, die in der Fremdsprache anders funktionieren als in der eigenen Sprache. - Dass Spanier einen unerschöpflichen Fundus an tacos haben, die ebenfalls ausdrucksstark sind, will ich aber natürlich nicht in Frage stellen! Wir können dazu ja mal ein eigenes Thema eröffnen :-) So, das soll jetzt aber nicht besserwisserisch klingen! Ich selbst mag die Sprachlernthemen einfach gerne, weil mir das Spanische sehr am Herzen liegt (le tengo mucho cariño, de verdad!) und ich bei solchen Themen die Möglichkeit für konstruktive Forenbeiträge sehe.
  13. @ Kurtchen: Willst Du besonders ausdrucksstark sprechen, also etwa im Sinn von "Neee, also echt jetzt, das finde ich ja total unmöglich!!!"? Dann wäre das wahrscheinlich ein typischer Fall, in dem ein Spanier Ausdruck durch Gesten erzeugen würde. Er würde etwas sagen wie "naaaa (hier im Sinn von "nein"), eso no me gusta", dabei die Hände vom Körper wegführen, als ob er einen imaginären Gegenstand von sich abhalten wollte. Hier ein hübscher Link zum Thema: http://www.ecos-online.de/solo-online/ampliaciones/video-sobre-los-gestos-en-espanol Zu Don/Doña und Señor/Señora: Ich meine, dass Don/Doña nur in Verbindung mit Vornamen gebraucht wird, also "Don Juan Carlos" und "Doña Sofía", auch "Don Mariano Rajoy" (Vorname + Nachname). Señor hingegen nur mit dem Nachnamen: "el señor Rajoy" ("Señor" mit Vorname habe ich schon gehört, es war dann aber scherzhaft gemeint).
  14. Also, ich bin auch überhaupt kein Stierkampf-Fan und wenn ich (im Fernsehen) blutüberströmte Stiere sehe, dann weiß ich auch, warum; weil ich nämlich kein Mensch sein möchte, der an einem solchen Schauspiel Freude hat. Andererseits habe ich das Thema in Spanien auch schon ausgiebig diskutiert und fand ein Argument sehr überzeugend, das nicht die Sache an sich betrifft, sondern die Position dessen, der urteilt: Wie kann jemand, der Fleisch aus Massentierhaltung isst - also praktisch jeder Nichtvegetarier -, sich überhaupt ein Urteil anmaßen? Das kann er tatsächlich nicht, würde ich sagen. Ansonsten wird auch immer wieder auf den ästhetischen Aspekt des Stierkampfs hingewiesen. Wer sich den Stierkampf anschaut, schaut demnach keine grausame Tierquälerei an, sondern ein Kunstwerk... ob man das gelten lassen will, ist ja jedem selbst überlassen. Mich selbst kann das Ästhetik-Argument nicht überzeugen, aber schön kam diese Seite des Stierkampfs jedenfalls in dem sehr empfehlenswerten Film "Blancanieves" heraus.
  15. @ Rita: todo perdonado! No es para tanto, lo importante es que haya cierto "mecanismo feedback" para los que están afectados por las modificaciones. Y como tú me dices que sí que lo hay pues, por mi parte, todo bien. Claro que seguiré escribiendo. Un saludo!