PapaJoe

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  1. Meine Frau war letztes Jahr bei der 'Gemeinde', sprich beim Centro de Servicios Sociales (oben schon geschrieben, sozialer Dienst). Nach dem die einmal vorort waren und nach einigem Briefverkehr haben sie die Hilfe wegen fehlender Gesundheitskarte oder Sozialversicherungskarte abgelehnt.
  2. Beide sind als Resedente angemeldet. Meine Frau war vor 8 Monaten dort, hat aber bei den Institutionen nichts erreicht. Seitdem versucht sie es von Deutschland aus schriftlich. Die Caritas hat eine Hilfe abgelehnt und an den sozialen Dienst verwiesen. Der soziale Dienst war einmal vorort und wollte eine Notfallklingel installieren sowie einmal pro Woche nach den zweien schauen. Daraus ist aber nichts geworden, da sie keine Sozialversicherungskarte haben und der soziale Dienst schrieb, sie können nichts für uns tun. Dann hat sich der Dienst an das Konsulat gewendet. Das Konsulat hat sich an die deutschen Behörden gewandt - es standen daraufhin zwei Polizisten vor unserer Tür und wollten uns mitteilen, das die Mutter auf Ibiza erkrankt ist. Also Caritas, sozialer Dienst und Konsulat: Fehlanzeige. Beim örtlichen roten Kreuz haben wir es wegen fehlender Spanischkenntnisse nicht versucht. Die spanischen Nachbarn, die meine Frau um Kontaktaufnahme mit dem roten Kreuz gebeten hat, haben das nicht gemacht. Bis vor etwa 2 Jahren waren beide in der Lage ihre Papiere in Ordnung zu bringen, waren aber wohl zu bequem nach Mallorca zu fliegen. Laut Konsulat muß man dort persönlich erscheinen. Finanziell sieht das ganze gar nicht so schlecht aus. Inklusive der Unterstützung meiner Frau haben die zwei 1500 € im Monat, abzuglich der 800€ Krankenkasse bleiben also etwa 700€ zum Leben. Das Problem ist, das sie sich im Alltag nicht mehr selbst versorgen können. Um eine Pflegekraft zu bezahlen reicht das Geld natürlich nicht. Das Geld, das meine Frau auf ein spanischen Konto ihrer Mutter überweist, war ursprünglich mal für eine Putzfrau gedacht. Die hatte aber nach einigen Wochen keine Lust mehr, zumal die Geldübergabe aufgrund eines fehlenden Kontos ihrerseits schwierig war.
  3. Hätten die beiden einen Wohnsitz in Deutschland würden sich natürlich die karitativen Organisationen und das Sozialamt kümmern. Ein Spanier, der in Deutschland wohnt und lebt würde vom deutschen Staat sicher nicht sich selbst überlassen werden wenn er in Not gerät. Natürlich schickt Deutschland auch keine ausländischen Harz4ler nach Hause zurück, sondern Sozialleistungen sind unabhängig von der Nationalität. Ich hatte geschrieben, dass sie selbst schuld sind und nicht das Spanien schuld ist. Und trotzdem ist Spanien seinen Einwohnern gegenüber zur Hilfe verpflichtet, ebenso wie Deutschland seinen Einwohnern sowie allen seinen Flüchtlingen und Migranten. Zumindest hatte ich das angenommen.
  4. Hallo Leute, ich möchte euch mal das Problem meiner Schwiegermutter und ihres Lebenspartners auf Ibiza schildern und fragen, ob jemand ähnliches kennt und weiss wie man hier weiter kommt. Vor 35 Jahren, meine Frau war gerade 19, ist die Schwiegermutter nach dem Verkauf des Familienbetriebs (Firma und Wohnhauses) mit viel Gerld nach Ibiza augewandert. Dort hat sie, wie so viele, Ferienhäuser verwaltet und zeitweise einen Kiosk betrieben, aber vermutlich ohne dies korrekt anzumelden, also keine Solzialversicherungskarte. Sie und ihr holländische Lebenspartner haben in den 35 jahren gut gelebt und ihr Geld komplett durchgebracht, bis auf die kleine Eigentumswohnung auf Ibiza. Seit mehreren Jahren überweist meine Frau Geld, obwohl das Verhältnis zur Mutter eher distanziert ist. Beide sind privat über eine deutsche Versicherung krankenversichert (Residentenversicherung oder so), diese erlischt aber, sobald sie nach Deutschland kommen oder eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird. Beide haben weder eine spanische Sozialversicherungskarte, noch gültige Papiere (deutscher Perso abgelaufen, holländische Papiere verloren). Auf Ibiza können die Papiere nicht beantragt werden, nur auf Mallorca. Seit etwa zwei Jahren geht es nun mit beiden rapite bergab (Demenz/Alsheimer). Das Haus ist vermüllt, die beiden schwer verwarlost und angeblich halb verhungert. Es stinkt wohl bis auf die Strasse. Laut Hausarzt, schon mehrer Schlaganfälle bei Ihm. Wie kommt man auf Ibiza an Ausweisdokumente, wenn man nicht reisetauglich ist und dazu angeblich persönlich auf dem Konsulat in Mallorca erscheinen muß? Gibt es eine Organisation, die sich um die Leute kümmern würde, der 'soziale Dienst' hat es wohl abgelehnt, da sie keine Sozialversicherungskarte haben? Das Konsulat fühlt sich nicht zuständig, die Nachbarn haben keine Lust mehr zu helfen, sind genervt und schreiben ständig vorwurfsvolle EMails an meine Frau. Gegen die Rückholung nach Deutschland spricht: keine Krankenversicherung in Deutschland, keine Pflegeversicherung (nie gehabt), aber voraussichtlich beide pflegebedürftig (natürlich noch ohne Gutachten), keine Reisedokumente, er Holländer sie Deutsche, beide warscheinlich nicht transportfähig, keine Ersparnisse mehr, daher in Deutschland Sozialfall, keinen Betreuungsplatz in Deutschland. Wir sind ratlos. Wie kann es sein, dass in einem Land der EU die alten Leute verrecken und keiner sich kümmern will, auch wenn sie natürlich selber schuld sind?