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    moix reagierte auf Joaquin für ein Artikel, Tierquälerei in Spanien - Das perverse Spiel mit dem Spiel der Tiere   
    Die Onlineversion der kostenlosen Schweizer Pendlerzeitung 20 Minuten, hat eines meiner Videos in einem Bericht über die Stierkämpfe, Stierläufe und der Tierquälerei bei den Festen/Fiestas in Spanien aufgegriffen. Dort wird mein Video dann mit der folgenden Beschreibung belegt:
    Diese Beschreibung ist reißerisch formuliert und entspricht nicht den Tatsachen, wie auch bei den anderen Videos, welche in dem Bericht mit dem Titel "Die blutigsten Volksfeste Spaniens", dargestellt werden. Auch dort werden Aussagen getroffen, die schlicht und einfach falsch, über alle Maßen überzogen und reißerisch verfasst wurden.
    Bei meinem Video ärgert es mich unter anderem, da schon auf Youtube beim Video selbst, die Vorgehensweise korrekt erklärt wird und auch ein Link zu einem Forenbeitrag mit näheren Erläuterung dazu besteht (Der Feuerstier - Toro embolado), wie auch ein weiterer zum Spanien-Magazin (Spanien-Wissen: Feuerstier - Toro embolado), wo konkret auf den Feuerstier eingegangen wird. Weder die kurze Beschreibung auf Youtube, noch die weiterführenden Informationen wurden zur Recherche herangezogen.
    Es fängt schon damit an, die Gemeinde Benicarló als Dorf zu bezeichnen. Ein einfacher Blick in die Wikipedia hätte da schon ausgereicht. Dort kann man auch schnell erfahren, dass Benicarló 26.521 Einwohner hat und da sollte es selbst dem einfältigsten Reporter einleuchten, dass dies nicht unter die Begrifflichkeit Dorf fällt. Dann übergeht er die Informationen zum Gestell, welches auf den Hörnern angebracht wird und dass nicht die Hörner selbst angezündet werden. Ebenso dichtet er sich ein stundenlanges hin und hergerenne des Stieres zusammen. Dass das ganze am Hafen stattfindet, sei mal nebenbei angemerkt.
    Als kleinen Auszug kurz zwei weitere Beispiele aus der Kollage des Artikels.
    Im Bericht spricht man von 110 Enten, von autorisierten Fängern, welche wissen müssen wie man die Enten fängt, aber auch von welchen, welche die Enten nicht immer korrekt fangen. Die Enten müssen dann auch zurück gegeben werden, aber kein Wort davon, dass der Großteil der Enten dabei stirbt, was ich auch aus eigener Erfahrung nicht bestätigen kann.
    Als nächstes haben ich noch das Folgende:
    Auch hier findet das, ähnlich wie in Benicarló, am Hafen statt und tagsüber ist die Wasserseite offen. Dort werden die Tiere aber in der Regel nicht ins Meer getrieben, sondern sie rutschen aus, verkalkulieren sich usw. und fallen oder springen darauf hin in das Hafenbecken. Diese Zahl ist jedoch nicht auf zwei festgelegt, denn selbst im dort gezeigten Video sieht man mehr als zwei Kühe ins Wasser springen. Und daran sieht man auch schon, wie gut der dortige Autor recherchiert hat, denn in der Regel sind auf den dortigen Festen Kühe und weniger Stiere am Laufen. Und dann die letzte Aussage mit dem Herzversagen oder dem Ertrinken gehört auch in die Rubrik, was wir uns so aus den Fingern saugen können um es dramatischer klingen zu lassen.
    Sicher, Klappern gehört zum Handwerk, aber muss man nur um Leser zu bekommen wirklich alle Fakten außen vorlassen, Quellen rigoros ignorieren und dafür verkaufende Unwahrheiten und Übertreibungen hinschreiben?
    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man mit Übertreibungen und Falschaussagen, der eigentlichen Sache, nämlich den Tieren, keinen Gefallen tut. Am Ende diskreditiert man sich und die gute Absicht dahinter. Aber ich bin mir in diesem Fall auch ziemlich sicher, weder dem Reporter, noch der Redaktion lagen das Leiden der Tiere am Herzen. Eher waren Selbstreputation und Steigerung der Leserschaft die Ziele.
    Das eine muss ja das andere nicht zwingend ausschließen, aber offenbar war dem Schreiber und auch dem Herausgeber, die Tierquälerei und das Leid der Tiere noch nicht groß und die Bilder nicht grausam genug. In derartigen Fällen unterstelle ich, dass es hier nie um die Tiere selbst ging, sondern ausschließlich um monetäre Interessen und ich weiß nicht was am Ende wirklich perverser ist? Menschen, die sich keinen Kopf darüber machen, ob Tiere bei solchen Festen leiden und dann dort mitmachen oder Leute, die wissentlich und gezielt mit dem Leid der Tiere, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen versuchen und sich dann auch noch den reinen Schein des Aufklärers umhängen wollen.
    Wer spielt also wirklich das perverse Spiel mit dem Spiel der Tiere?
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    moix reagierte auf Joaquin für ein Artikel, Spanien-Wissen: Stierlauf + Stierrennen   
    Dieser Artikel zum Stierlauf + Stierrennen wird in der SpanienWiki weitergeführt:
    SpanienWiki: Stierlauf
    Stierlauf - Encierro de Toros
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    moix reagierte auf Joaquin für ein Artikel, Stierkampf: Arenen und Sonstiges   
    Arenen - placa de toros
    Die Stierkampfarena heisst auf spanisch plaza de toros (Stierplatz), manchmal hört man auch coso taurino. Das Wort arena heisst Sand und wird wirklich nur in Zusammenhang mit diesem gebraucht (nur in Frankreich wird der Ausdruck "arène" für Stierkampfarena benutzt). Das eigentliche Sandrund nennt man ruedo. Geht ein Spanier zum Stierkampf sagt er vamos a los toros - wir gehen zu den Stieren.
    Fast jede grössere Stadt in Spanien hat eine Stierkampfarena. Manche sind schon über hundert Jahre alt. Es werden heute noch öfters Arenen gebaut, meist als sogenannte multiuso, die man auch für andere Veranstaltungen wie Konzerte, Boxkämpfe und sogar Theater benutzen kann. Neue Arenen - vor allem im Norden Spaniens - werden heute überdacht oder mit ausfahrbarem Dach gebaut, so kann man die plazas auch im Winter und wetterunabhängig nutzen.
    Die Arenen sind in Kategorien eingeteilt, wenige Arenen - z.B. Sevilla, Madrid, Barcelona - sind Kategorie 1, alle anderen grösseren Arenen Kategorie 2 und kleine Dorfplazas Kategorie 3. Manchmal veranstalten auch Orte ohne plaza de toros eine corrida, sie mieten dann eine transportable plaza (plaza portátil), die extra aufgestellt wird.
    In einer plaza Kat.1 kämpfen - zumindest an Festtagen - hauptsächlich die grossen Stars, die Plätze sind teuer, die Stiere gross und es ist für die matadores schwer, Trophäen zu bekommen, man könnte sagen, die "Messlatte" ist sehr hoch. In Kategorie 2 sind die Plätze etwas preiswerter, es werden öfters Trophäen verteilt, die matadores verdienen nicht ganz soviel. Bei Kategorie 3 sind die Stiere etwas jünger, sprich kleiner, die plazas sind relativ klein. Oft kämpfen junge toreros oder "Lokalmatadore", es ist aber absolut möglich, in so einer plaza auch einen der Stars zu sehen, sei es weil er mit dem Organisator befreundet ist, weil er aus diesem Ort stammt oder weil er einfach diese kleine corrida zum Training nutzt.
    Ausser in Spanien gibt es Stierkämpfe in Frankreich, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela und Mexico. In Mexico-City findet man die grösse plaza de toros der Welt, mit rund 41'000 Sitzplätzen. Auch in Portugal gibt es Stierkämpfe, es ist jedoch verboten den Stier in der plaza zu töten, er wird erst später unter Ausschluss der Öffentlichkeit getötet. Da er jedoch wärend dem Kampf verletzt wird lässt bis dann der Adrenalistoss nach und er empfindet Schmerzen. Daher lehnen es die meisten spanischen toreros ab in Portugal zu kämpfen.
    In der Regel hat eine grössere Arena corrales für die Stiere, Ställe für die Pferde und eine kleine Metzgerei, in der die Stiere gleich zerlegt werden. In kleineren plazas werden die toten Stiere ins nächste Schlachthaus gefahren. Für die toreros gibt es eine Kapelle, um vor Beginn noch ein Gebet zu sprechen.

    El presidente
    In den allerhäufigsten Fällen ist el presidente de la corrida de toros die meist gehasste Person in einer Stierkampfarena, aber dazu später mehr. Da alles was mit der corrida de toros zusammenhängt dem spanischen Innenministerium untersteht, bzw. von dort kontrolliert (genehmigt) wird, muss auch immer eine amtliche Autoritätsperson "vor Ort" sein, der presidente de la corrida de toros. Nach dem reglamento taurino soll dieses Amt entweder der Bürgermeister oder der Polizeipräsident übernehmen. Meistens wird diese Aufgabe in der Hierarchie immer weiter nach unten delegiert, so dass fast immer ein kleiner (überforderter) Verwaltungsangestellter in der Präsidentenloge sitzt. Zu seinem Glück erfordert das Reglement zwei Beisitzer. Einer, der sich in den Regeln auskennt, meist ein ehemaliger torero, sowie einen Tierarzt. Des Präsidenten unmittelbarer "Untergebener" ist eine Art Zeremonienmeister, der alguacil. Er ist das ausführende Organ für die Anordnungen des Präsidenten im ruedo, dem runden Sandplatz. Er ist gleichzeitig der Vermittler der Anliegen oder Bitten der toreros zum Präsidenten. Da der Präsident durch die Entfernung zum Geschehen keine akkustischen Anordnungen geben kann, signalisiert er diese durch verschiedenfarbige Tücher (in der Form von etwas grössere Taschentüchern):
    Weiss = als Signal zum Beginn der corrida, Einlass des Stieres, Wechsel der einzelnen Drittel des Kampfes, Erinnerung an den matador, dass die Kampfzeit abläuft und zur Signalisierung wieviel Trophäen der Matador erhält.
    Grün = der Stier wird ausgewechselt (meistens aus Kampfunfähigkeit auf Grund einer Verletzung im Stall oder wenn er in den ersten Minuten jeglichen Angriff unterlässt).
    Rot = es wird angeordnet, dass der Stier banderillas negras gesetzt bekommen soll (banderillas negras haben etwas grössere Widerhaken und sollen den Stier etwas reizen, wenn er überhaupt nicht angreift - gibt es nur in 1.Kl.-plazas und sind sehr selten).
    Blau = der Stier war so gut in seinem Kampfverhalten, dass er nach seinem Tod von den Maultieren nicht sofort ins Schlachthaus gezogen wird, sondern eine vom Publikum applaudierte Ehrenrunde bekommt.
    Orange = der Stier hatte eine so grosse Angriffslust, die über die gesamte Dauer des Kampfes anhielt, dass er begnadigt wird und lebend den ruedo verlässt. Er ist der Stolz jeden Züchters und wird anschliessend Vater von vielen kleinen Stieren sein.
    Alle diese verschiedenfarbigen optischen Signale des Präsidenten werden von zwei "Signalhörnern" (clarines) hörbar begleitet.
    Wie bei einem Fussballschiedsrichter wird der Präsident nie zur Zufriedenheit des Publikums handeln. Meistens wird der Präsident zur Zielscheibe des Unmuts bei der Auffassung wie kampffähig ein Stier ist. Das Publikum sieht eine Invalidität des Stiers, der Präsident nicht. Desgleichen wird der Präsident sehr oft bei der Vergabe der Trophäen ausgepfiffen. Für das Publikum sind die genehmigten Trophäen meistens zu wenig. Dass der presidente de la corrida am nächsten Tag mit guten Kritiken in der Zeitung steht, ist beinahe unmöglich. Übrigens, mehr und mehr übernehmen wirklich kompetente Frauen dieses Amt - und bekommen sehr gute Kritiken.
     
    Seltsame Trophäen
    Je nachdem wie der Kampf war bekommt der matador seinen Applaus - oder eben nicht! War die faena schlecht, der matador konnte mit dem Stier nichts anfangen oder hat sehr schlecht getötet ertönen nun Pfiffe (pitos) oder - noch schlimmer - er wird ausgebuht (bronca). Konnte er mit dem Tier einfach nichts anfangen weil der Stier zuwenig angriff geht man mit Schweigen (silencio) über die Sache weg. War die Sache etwas besser hört er aplausos, man könnte sage "müden Applaus", machte er seine Sache aber recht gut, es reicht aber immer noch nicht für eine Trophäe hört er ovaciónes. Man kann in der Zeitung auch schon mal in der Kritik lesen división de opiniones - die Sonnenseite hat eine andere Meinung wie die Schattenseite. Mit einer Ovation darf er meist auch eine Ehrenrunde (vuelta) machen, wobei das Publikum sehr sensibel reagiert, oft bekommt ein matador seine ovación, will er aber auf die vuelta wird ihm mit Pfiffen klargemacht, soweit wollen wir nicht gehen!

    War das Publikum mit der Arbeit zufrieden zücken sie weisse Taschentücher und winken als Zeichen für den Präsidenten, dass der matador ein Ohr (oreja) des Stieres bekommen soll, als weitere Steigerung gibt es zwei Ohren und die máximos trofeos sind zwei Ohren und der Schwanz (rabo). Früher gab es noch als Steigerung einen Fuss, dies wurde aber Mitte des letzten Jahrhunderts verboten. Bei zwei Ohren und mehr hat der matador das Recht nach Beendigung der corrida auf den Schultern aus der plaza getragen zu werden (salida a hombros).
    Wie kommt es nun so solch archaisch anmutenden Trophäen? In früheren Zeiten wurde der matador anteilig mit Fleisch des Stieres entlohnt, die Menge der Ohren zeigte an wieviel ihm zusteht.
    In 3.-Klassplazas bekommt man schnell Trophäen, oft hat man das Gefühl nur schon aus Dankbarkeit dass der matador sich ins Örtchen begibt, während ein Ohr in Sevilla oder Madrid schon harte Arbeit bedeutet. Der letzte rabo in Las Ventas Madrid bekam Sebastián Palomo Linares 1972!
    Natürlich ist die Arbeit nicht messbar und so ist die Ohrenvergabe sehr subjektiv und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Und endlich begreift man den Sinn des Ausdrucks Lokalmatador...
     
    Wann spiet eigentlich die Musik?
    Die traditionelle Musik bei der corrida de toros ist der pasodoble. Es gibt wohl tausende, bekannte und weniger bekannte. Fast jeder einigermassen gute matador hat einen pasodoble, der ihm zu Ehren geschrieben wurde. In der plaza de toros werden sie von einer banda de música unterschiedlichster Güte gespielt.
    Zum ersten mal hört man die Musikkapelle beim paseíllo, dem Einzug. Einige der grösseren plazas beginnen ihre corridas traditionell mit dem gleichen pasodoble, so z.B. ertönt in Valencia "Pan y Toros" oder in El Puerto de Sta. María "Toros en El Puerto". Im französischen Nimes huldigt man dem Landsmann Georges Bizet, die toreros schreiten zur Musik von Carmen durch den Sand.
    Hat die corrida begonnen ertönt die Musik beim Part der banderillas, wenn der matador selbst setzt. Und schliesslich wärend der faena, der Hauptarbeit mit der muleta, wenn diese Arbeit sehr gut ist. Und natürlich begleitet die Musik auch den matador auf seiner Ehrenrunde, der vuelta al ruedo.
    Eine Ausnahme gibt es jedoch - in Madrid spielt die Musik nie wärend einer faena!
     
    Encierros von San Fermín und andere Stierspiele
    Als es noch keine Lastwagen gab wurden die Stiere über die Strassen zu den Arenen getrieben. Daraus entstanden die encierros. Durch Hemingway wurde Pamplona berühmt, es gibt aber auch andere Orte, die encierros veranstalten. Dabei werden die Stiere, die am Nachmittag in die plaza kommen von einem Corral durch die Stadt getrieben, wobei die mozos (Burschen) vor den Stieren her rennen. Begleitet werden die Stiere von Leitochsen (cabestros). Das Tempo der Tiere kann man nicht mithalten so dass es nur kurz möglich ist vor ihnen herzulaufen. Heute machen dabei auch viele Ausländer mit, man sollte den toro bravo und seine Reaktionen aber schon kennen. So kann es tödlich sein wenn man fällt und sofort wieder aufsteht, man muss liegen bleiben bis die Stiere vorbei sind - ein paar Huftritte sind in der Regel nicht so schlimm wie ein Hornstoss.
    Man stellt immer wieder fest, dass die toros, die morgens am encierro waren, nachmittags an der corrida munterer sind und weniger einbrechen. Das Laufen scheint ihnen nach der Fahrt auf dem Lastwagen zu bekommen.
    Vor allem in Andalusien gibt es einige Volksbelustigungen auf den Strassen mit toros bravos. Vor einigen Jahren wurden sie aus Tierschutzgründen verboten, ausser sie konnten auf lange Tradition zurückblicken. DIESE - ZUM TEIL GRAUSAMEN - "SPIELE" HABEN NICHTS MIT DER TRADITIONELLEN CORRIDA DE TOROS ZU TUN! Auch viele toreros lehnen sie ab.
    In den letzten Jahren sehr in Mode gekommen sind die recortadores. Man könnte sie als Artisten bezeichnen, sie machen sich die Reaktionen der Stiere zu nutzen, springen über sie, machen Saltos etc. Sie tragen die traje de luces der toreros, der Stier wird dabei nicht getötet.
    Langsam in Vergessenheit gerät der comico taurino, manchmal auch nach Charly Chaplin (in Spanien Charlot) charlotada genannt. Clowngruppen unterschiedlichster Güte, die zum Teil verblüffende Dinge machten und sich - wie heute die recortadores - die Reaktionen der Stiere zu nutzen machten. Allerdings wurde beim comico taurino der Stier meist auch getötet. Da die Clowns das Verhalten der Stiere durch und durch kennen mussten genossen sie unter den ernsthaften toreros meist grosses Ansehen. Viele Figuren die wir heute als "klassisch" ansehen kommen eigentlich aus dem comico und mancher matador machte seine ersten Erfahrungen in so einer Gruppe. So z.B. José Ortega Cano, der heute noch sagt er habe in der Gruppe sehr viel über Stiere gelernt.
    Aus Portugal kommen die Fourcados. Bei den Fourcados stellt sich eine Reihe Männer in portugiesischer Tracht in eine Reihe auf, zitiert den Stier, fängt ihn ab und stellt sich ihm entgegen. Mich erinnert das ganze immer an eine Footballmannschaft mit Stier als Gegner. Der tiefer Sinn des Ganzes ist mir bisher leider verborgen geblieben.
     
    (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
     
    Bisher erschienen in dieser Artikelserie:
    Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular  
    PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
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    moix reagierte auf Joaquin für ein Artikel, Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros   
    Vor der corrida de toros
    Die cuadrillas fahren oft noch in der Nacht nach der corrida zur nächsten Stadt, manchmal quer durch Spanien. Bei den Stars kommt es öfters vor, dass sie am einen Tag in Andalusien kämpfen, am nächsten in Frankreich und am dritten geht es zurück irgendwo nach Spanien. Der matador steigt mit seinem mozo de espadas im grossen Hotel ab, wärend die cuadrilla in ein preiswerteres Hotel geht.
    Am Nachmittag vor der corrida zieht sich der matador zur Siesta in sein Zimmer zurück, der mozo - der ja für die Ausrüstung zuständig ist - legt die traje de luces bereit. Er hilft seinem Chef dann in die enge Kleidung. Die meisten matadores bauen einen kleinen Altar im Zimmer auf, mit Heiligen- und Familienbilder und sprechen vor Verlassen des Zimmers ein Gebet, manche zünden eine Kerze an, die brennt bis er wieder zurück kommt. Die banderilleros fahren mit dem grossen Wagen vor und holen den matador ab, wärend die picadores schon mit einem Taxi zur plaza vorgefahren sind, um die Pferde einzureiten.
     
    El pasíllo - der Einzug
    Nichts ist in Spanien so pünktlich wie eine corrida de toros.
    Die Eröffnung bildet der paseíllo, der Einzug. Als erstes erscheinen zwei Reiter, die alguaciles. Sie sind in Uniformen aus der Zeit Philipp II. gekleidet und sind die ausführenden Helfer des Präsidenten. Als erstes reiten sie zum Präsidenten und erbitten die Genehmigung den Kampf zu beginnen. Anschliessend reiten sie zurück und holen die toreros ab. Zuvorderst gehen die drei matadores, links der Dienstälteste, in der Mitte der Dienstjüngste. Ist ein matador zum ersten Mal in dieser plaza trägt er seinen Hut in der Hand. Hinter den matadores folgen - auch nach Dienstalter - die banderilleros, die picadores zu Pferd, die areneros (sie rechen den Sand und sorgen für Ordnung im Sand) sowie das Maultiergespann, dass den Stier zum Schluss rauszieht.

    Der Zug bewegt sich zum Präsidenten um ihn zu grüssen und löst sich dann auf. Die alguaciles erbitten vom Präsidenten den Schlüssel für den toril, den Stall, den sie dem Türsteher vom toril überbringen - der Kampf kann beginnen.
     
    Der Beginn - das erste Drittel
    Der toril ist offen und der Stier stürmt in den ruedo - oder auch nicht! Manchmal spaziert er gemütlich heraus und schaut sich erst mal um, es gab auch schon Stiere die rückwärts herauskamen. Auf dem Rücken flattert die divisa, zwei oder drei kleine Bändchen, die die Zuchtfahrben signalisieren. Wenn der Stier durch den Gang in die Arena läuft, wird das Bändchen mittels einer Lanze (garrocha) von oben auf den Rücken gesteckt, wo es dank einem kleinen Widerhaken stecken bleibt.
    Die banderilleros sind hinter den Schutzwänden, den burladeros, postiert und zeigen dem Stier kurz ihre capas. Das Ziel ist, dass der matador den Stier beobachten kann, wie läuft er, greift er an und mit welchen Horn stösst er. Wie Menschen Rechts- und Linkshänder sind, so zieht auch der Stier oft ein Horn dem anderen vor. Nun betritt der matador den Sand mit der capa und macht einige pases, Figuren.
    Eine andere Möglichkeit des Beginns ist, dass der matador sich direkt zum toril begibt und den Stier mit einer larga cambiada a porta gayola abfängt. Dazu kniet er sich nieder und wenn der Stier anstürmt schwingt er die capa an seinem Kopf vorbei, so dass der Stier an seinem Kopf "vorbei fliegt". Diese Figur ist besonders gefährlich, da matador und Stier sich erst kurz vor dem Zusammentreffen zum Ersten mal sehen.
     
    Der Picador - das zweite Drittel
    Ein Trompetensignal kündigt den nächsten Teil an, es erscheinen die picadores. Auf den ersten Blick bieten die picadores einen seltsamen Anblick. Sie tragen wie die matadores und banderilleros bestickte kurze Jacken, die sich allerdings in der Stickerei etwas unterscheidet, sie ist - am Gegensatz zu den anderen toreros - ganz bestickt, zudem dürfen sie als Einzige ausser den matadores Goldstickerei tragen. Dies stammt noch aus der Zeit aus früheren Jahrhunderten, als die Reiter die wichtigsten Teilnehmer an der corrida waren. Sie tragen Hosen aus dünnem Leder, die beim Reiten knapp unter die Knie reichen. Fuss und Bein sind mit einem "Eisenstiefel" ähnlich einer Ritterrüstung, vor den Hornstössen geschützt. Auf dem Kopf tragen sie den castoreño, einen Hut einer alten Tracht.

    Seit 1929 sind die Pferde der picadores geschützt mit dem peto, einer Art Matratze. Ein Teil des peto geht auch unter dem Bauch des Pferdes durch, da das Pferd vom Stier öfters umgeworfen wird. Vor der Einführung des peto wurden pro corrida mehrere Pferde tödlich verletzt. Heute kommt es nur noch sehr selten vor, dass ein Pferd ernsthaft verletzt wird (in den 40 Jahren die ich corridas besuche habe ich es ein einziges Mal erlebt). Wenn es jedoch umgeworfen wird kommt es oft nur mit Hilfe wieder hoch, dies liegt jedoch an der Behinderung durch den peto.
    Jede cuadrilla hat zwei picadores, die sich abwechseln. Der "aktive" picador stellt sich auf der Gegenseite des toril auf und der matador führt ihm den Stier zu. Ziel ist es, dass der Stier den picador angreift, der ihm seine Lanze (pica, puya oder vara - es gibt verschiedene Ausdrücke) in den Nacken stösst. Ohne diesen Stich wäre es dem matador später unmöglich, den Stier zu töten, da der Stier zu unruhig wäre und den Kopf nicht ruhig genug halten würde um mit dem Degen über die Hörner zu greifen. In heutiger Zeit sitzt die Spitze auf einem Kugellager, so dass der picador die puya nicht mehr drehen kann um dem Stier grössere Verletzungen zuzufügen als nötig.
    Der Stier muss den picador zweimal angreifen, jedoch kann der matador - wenn er das Gefühl hat, für den Stier reicht ein Angriff - den Präsidenten um den Wechsel bitten. Hierzu nimmt er die montera (seinen Hut) ab und gibt dem Präsidenten ein Zeichen. Das Teil mit den picadores wird vom Publikum nicht so gerne gesehen und oft werden sie ausgepfiffen.
     
    Die Banderillas
    Wieder kündigt ein Trompetensignal den nächsten Teil an, die banderillas. Dies sind Holzstäbe, umwickelt mit buntem Papier, mit Widerhaken, die der Stier in seinen Rücken gesetzt bekommt. Die Widerhaken haben eine Grösse von 3cm und der Sinn ist, ungleiches Zustechen mit einem Horn etwas auszugleichen. Der Widerhaken sitzt direkt unter der Haut und nicht wie oft fälschlich behauptet tief im Fleisch. Dies sieht man auch daran dass sie nicht aufrecht stehen bleiben, sondern hängen. Aufmerksame Beobachter werden jetzt sagen "klar, ca, 10cm über dem Haken knickt die banderilla auch ab!" Der Grund ist, dass es diesen Knick bis vor einigen Jahren noch nicht gab. So passierte es hin und wieder, dass es - wenn der Stier bei der Muletarbeit am matador vorbeirannte, schlimme Verletzungen beim matador durch die banderilla geben konnt, sie wirkte wie eine Peitsche. Ich selbst erlebte mal als ein matador fast erstickte durch einen Schlag der banderillas. Seit man die banderillas mit Knick erfand wurde diese Gefahr beseitigt.

    Der banderillero stellt sich in die Mitte des Platzes, ein paar Meter hinter ihm der matador, der den nächsten Stier bekämpft, als Sicherung. Der banderillero macht nun den Stier auf sich aufmerksam und rennt in dem Moment in einem Bogen los, wenn auch der Stier seinen Angriff beginnt. Beim Zusammentreffen springt der banderillero hoch und platziert die banderillas auf dem Rücken des Stiers. In der Regel werden drei Paar gesetzt, jedoch kann auch hier der matador um Verkürzung bitten wenn mindestens drei paar banderillas stecken.
    Hin und wieder sieht man auch einen matador selbst die banderillas setzen. Die banderillas des matador sind etwas kürzer, es dürfen keine anderen toreros als Helfer im ruedo sein und während er den Vorgang etwas ausschmückt spielt die Musik.
    Als Besonderheit kann man banderillas negras (schwarze banderillas) setzen. Sie haben eine Widerhakengrösse von 8cm, sind somit länger wie die normalen banderillas. Und diese acht Zentimeter spürt der Stier. Der Grund für diese Massnahme ist eine Angriffsverweigerung des Stiers. Es wird sehr, sehr selten und nur in plazas der ersten Kategorie - also Madrid, Sevilla etc. - angewandt
     
    Die Faena - das letzte Drittel
    Es ertönt das nun schon bekannte Trompetensignal. Bevor der matador mit seiner Hauptarbeit beginnt, kann er seinen Stier jemandem widmen, wobei er seinen ersten Stier dem Präsidenten widmen muss, ausser natürlich der König ist anwesend. Seinen zweiten Stier kann er - muss jedoch nicht - irgendjemandem widmen, einem Freund oder Bekannten, jemandem dem er sich verpflichtet fühlt oder einer Persönlichkeit (Filmstar, Fussballspieler etc.) Er sagt ein paar nette persönliche Worte und wirft demjenigen dann seinen Hut zu. Es war früher üblich, dass der so Geehrte sich beim matador mit einem Geschenk bedankte und manche goldene Uhr kam so in den Besitz eines matador.
    Er kann den Stier auch dem Publlikum widmen, dies darf er auch schon beim ersten Stier. In diesem Fall geht er in die Mitte des ruedo, und wirft dann den Hut über die Schulter in den Sand. Der Aberglaube sagt, liegt der Hut mit der Öffnung nach unten bringt dies Glück, liegt er mit der Öffnung nach oben bringt dies Unglück, es sieht aus wie ein geöffneter Sarg. So hört man in diesem Fall oft ein belustigtes Raunen im Publikum, da beide Seiten - matador und Publikum - dies heute nicht mehr so ganz ernst nehmen.

    Manchmal kann man beobachten wie jemand aus der cuadrilla Papierschnippsel in den Sand wirft. Dies dient dazu Wind und Windrichtung zu beobachten. Da der Stier ja auf die Bewegung des Tuches geht - und nicht auf die Farbe, er ist so gut wie farbenblind - ist Wind äusserst lästig und gefährlich und es ist fast unmöglich eine gute faena zu arbeiten wenn das Tuch vom Wind verblasen wird. Etwas Abhilfe schafft das an sich schon schwere Tuch durch benetzen mit Wasser noch schwerer zu machen. Ein Handycap, das vor allem plazas an der Küste haben.
    Nun beginnt die eigentliche Arbeit des matador mit dem roten Tuch, der muleta. Die muleta ist ein fast rundes Tuch, das über einem Holzstock hängt. Das Tuch ist rot, auf der Innenseite aber gelb - also in den spanischen Farben. Der Stier folgt den Bewegungen des Tuches. Der matador kann die muleta in die rechte oder linke Hand nehmen. Ausserdem hat er eine Degenattrappe, die bleibt immer in der Rechten, also der Stichhand. Hätte der matador jetzt schon den richtigen, schweren Degen würde ihm später die Kraft fehlen für den Todesstoss.

    Der Stier ist nun etwas ruhiger geworden, ein guter Stier greift aber immer noch an. Der matador hat nun zehn Minuten Zeit den Stier zu einem Punkt zu bringen wo er dem Tuch absolut folgt. Bei einer guten faena spielt die Musik. Der matador reiht Figur an Figur und beendet seine faena, nachdem er sich den echten Degen geholt hat, mit der estocada - dem Todesstoss. Dazu "stellt" er den Stier, das heißt der Stier muss gerade stehen und sollte die Vorderbeine zusammen haben, damit die Schulterblätter offen sind. Steht der Stier breitbeinig sind die Schulterblätter geschlossen und es ist unmöglich mit dem Degen einzudringen. Der matador lenkt den Stier mit der linken Hand rechts an seinem Körper vorbei und sticht mit rechts - also über Kreuz. Die Stelle, die den sofortigen Tod zur Folge hat ist Briefmarkengross. Entgegen der landläufigen Meinung muss er nicht das Herz treffen sondern die Hauptschlagader durchtrennen, was - richtig ausgeführt - zum sofortigen Tod führt. Oft trifft der matador aber auf einen Knochen und er muss mehrmals stechen. Einen Fehlstich verzeiht das Publikum meist und gibt das durch Applaus bekannt, wobei er in einer 1.Kl.plaza bereits seine Trophäen verloren hätte. Allerdings bei mehr wie einem Fehlstich schlägt die Sympathie des Publikums schnell um.

    Fällt der Stier nicht gleich, kann aber keinen richtigen Angriff mehr machen, kommt der verduguillo (auch: descabello) zum Einsatz für einen Gnadenstoss ins Genick. Dies ist ein Degen mit einer kleinen Querstrebe an der Spitze. Um ganz sicher zu gehen dass der Stier tot ist setzt ein banderillero noch einen Gnadenstoss mit der puntilla, einem kleinen Metzgermesser.
    Vom Beginn des Kampfes bis zum Tod hat es höchstens zwanzig Minuten gedauert. Aus zwei Gründen darf ein Kampf nicht länger dauern - erstens verspürt der Stier über diese Zeit durch den erhöhten Adrenalinausstoss keine Schmerzen und zweitens würde der Stier nun lernen, dass sein eigentliches Ziel nicht das Tuch sondern der Mensch ist. Hin und wieder lernt ein Stier schon etwas früher, was für die toreros gefährlich werden kann. Ist der Stier nach zwanzig Minuten nicht tot wird der matador mit einem aviso - einer Warnung - darauf aufmerksam gemacht, dies hört man durch ein Trompetensignal. Nach weiteren zwei Minuten folgt das zweite aviso und eine Minute später das dritte und letzte. Nun muss der matador den ruedo verlassen, der Stier wird raus geholt und vom Metzger getötet oder direkt mit einem Gnadenstoss erlöst. Dies ist wohl die schlimmste Schmach für einen matador.
    Ist das Publikum zufrieden mit dem Kampf schwenkt es weisse Taschentücher, damit verlangt es beim Präsidenten ein Ohr (oreja) des Stieres für den matador, als Steigerung beide Ohren oder - wenn er ganz gut war - noch den Schwanz (rabo). Bis etwa mitte des letzten Jahrhunderts gab es als weitere Steigerung noch einen Fuss, dies wurde aber verboten. In früheren, schlechten Zeiten bekam der matador als Prämie einen Teil des Fleisches vom Stier zugesprochen, je nach dem wie erfolgreich er kämpfte. Das Symbol dafür waren die Ohren, um anzuzeigen wieviel ihm zusteht.
    Hat er mindestens zwei Ohren im Kampf bekommen (normalerweise bekämpft jeder matador pro Kampf zwei Stiere) hat er das Recht auf den Schultern aus der Arena getragen zu werden, wobei in grossen plazas wie Madrid oder Sevilla noch unterschieden wird ob er zur "torero-Tür" - durch die die toreros die Arena betreten - oder durch das Hauptportal darf.
    In den wöchentlich erscheinenden Fachzeitschriften werden immer Statistiken veröffentlicht wieviele Ohren ein matador in dieser Saison verbuchen konnte. Da die Vergabe aber sehr subjektiv ist und es nur auf den jeweiligen Präsidenten der corrida ankommt ist es fast wie beim Eislaufen oder Tanzen - die Meinungen, ob die Ohren gerechtfertigt waren oder nicht gehen oft sehr auseinander. Zudem gibt es in 2. oder 3.-Klasse-Arenen eher ein Ohr wie in 1.-Klasse-Arenen, so sind diese Statistiken nur bedingt aussagekräftig.
    War der Kampf nicht so erfolgreich, wird es bei einer vuelta (Ehrenrunde) mit aplauso belassen, oder gar silencio, man geht schweigend darüber hinweg. Seinen Unmut gibt das Publikum mit pitos (Pfiffen) oder gar bronca (Schmährufe) bekannt.
     
    Rejoneo
    Ein rejoneo ist die ursprüngliche Form des Stierkampfes, der Stierkampf zu Pferd. Der Ablauf ist der Selbe, nur anstelle matador kämpft der rejoneador, der Reiter. Anstelle capa oder muleta wird das Pferd eingesetzt und die banderillas werden vom Pferd aus gesteckt. Anstelle picador benutzt der rejoneador den rejón, eine Eisenspitze, die an einem Holzstab mit Sollbruchstelle befestigt ist. Steckt die Spitze bricht der Stab ab. Zum Schluss wird der Stier mit dem rejón de muerte - einem rejón mit grösserer Spitze - getötet.

    Die Pferde sind im Gegensatz zu den Pferden der picadores ungeschützt, sollten jedoch nicht vom Stier getroffen werden. Ein rejoneador benutzt pro Stier drei bis vier Pferde, der Grund ist die Aufregung des Pferdes einerseits und die Dressur andererseits. Viele aficionados lehnen den rejoneo ab, vor allem weil der Stier - der ja von der Weide an Reiter gewöhnt ist - den rejoneador nicht als Feind ansieht. Als Pferde- und Dressurfreund sollte man sich jedoch unbedingt ein rejoneo ansehen. Es gibt corridas nur mit rejoneadores oder ein rejoneador kämpft bei einer "normalen" corrida einen oder zwei Stiere.
     
    (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
     
    Bisher erschienen in dieser Artikelserie:
    Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular  
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    moix reagierte auf Joaquin für ein Artikel, Stierkampf: Tauromaquia   
    Mir ist klar, dass dies ein sehr kontroverses Thema ist. Ich möchte hier ein paar wissenswerte Dinge rund um den Stierkampf erzählen, oft auch Kleinigkeiten, von denen man in Büchern nichts liest. Auch der Ablauf einer corrida de toros wird beschrieben. Am Ende findet man ein paar praktische Tipps wenn man eine corrida besuchen möchte. Ich bin bewusst nicht auf die Geschichte der corrida de toros eingegangen, dies würde den Rahmen hier sprengen.
    Ich benutze hier einige spanische Worte resp. Fachausdrücke. Weiter hinten findet man auch ein Vokabular. Nur soviel zu Beginn - ich schreibe hier von plaza (genau plaza de toros), damit ist natürlich die Arena gemeint (Arena heisst auf spanisch Sand und wird nicht für das Gebäude benutzt). Auch ist die Rede von matador für den Mann, der den Stier tötet, natürlich betrifft dies aber auch den novillero - (Jungmatador). Der Ausdruck torero beinhaltet alle aktiven Teilnehmer, also matador/novillero, aber auch banderilleros und picadores. (Ein torrero mit zwei r- wie oft fälschlich auf deutsch geschrieben - ist übrigens ein Turmwächter...). Spanische Worte schreibe ich - der Sprache folgend - klein, so auch die im Deutschen gebräuchlichen Worte matador oder torero.
     
    Ziele der corrida de toros
    Parar – templar – mandar – die Grundlagen der Tauromaquia.
    Parar = den wilden Stier, dessen Instinkt auf Angriff steht, zu bremsen.
    Templar = den nun bereits etwas gesammelten Stier zu beruhigen.
    Mandar = das wilde Tier soweit zu bringen, dass es dem Willen des körperlich unterlegenen Menschen folgt. Diese Arbeit erfolgt mit der muleta im dritten Teil des Kampfes, wo der Stier dem Tuch bis zum Höhepunkt, dem Todesstoss, folgt. Ohne Tod des Stieres wäre dies letztendlich der absolute Sieg des Tieres über den Menschen.

    Pro + Contra
    Was spricht für die corrida de toros – ohne corrida würde die Zucht dieses Tieres eingestellt, da sie nur als Fleischproduzent zu aufwendig ist und der Stier selbst zu gefährlich. Der toro bravo ist eine der wenigen wenn nicht die einzige noch erhaltene Rasse, die auf das alte Ur-Rind zurückgeht und. Mit dem toro bravo würden in Spanien auch riesige Ländereien mit Korkeichen und ähnlichen schützenswerten Gewächsen verschwinden. Das Argument, dass diese Rinderrasse auch ohne corrida de toros weitergezüchtet würde greift nicht, es kann sich rein finanziell kein Züchter leisten, so eine wilde Rasse, die grosse Ländereien braucht, nur fürs Schlachthaus zu züchten. Auch würden die Tiere - ausser ein paar Zuchtstiere - gar nicht erst fünf Jahre alt.
    Natürlich könnte die Menschheit ohne corrida de toros auskommen. Wie gesagt, die Weideflächen würden verschwinden und somit auch die Landflächen, die auch Heimat vieler zum Teil noch seltener Tiere sind, Vogelarten, aber z.B. auch Chamäleone usw. Die Arenen würden verfallen, abgerissen oder für andere Zwecke gebraucht und viele Menschen würden erst mal arbeitslos. Es würde ein spanisches Kulturgut - vom König als solches eingestuft - verschwinden.
    Oft wird mir die Frage gestellt, warum man an corridas geht. Ich glaube eine schlüssige Antwort darauf kann niemand geben, es ist eine Faszination des Zusammenprallens zwischen Mensch und Tier, Kultur und Natur, die Dominanz des Geistes über die pure, rohe Kraft. Und dabei immer das Suchen nach der "perfekten faena" - der perfekten und eleganten Arbeit.
    In Mitteleuropa hört man oft den Ausdruck "blutrünstiges Publikum", es wird unterstellt, dass alle Leute an corridas gehen, weil es ihnen Spass macht Tiere zu quälen, man hat den aficionados auch schon vorgeworfen, ihre Kinder zu schlagen und ähnlichen Unsinn. Ich denke, bevor man sich zu solchen dümmlichen Aussprüchen hinreissen lässt sollte man wirklich eine corrida besuchen und sich mal im Publikum umsehen.
    Oft wird von Stierkampfgegnern ins Feld geführt, ohne ausländische Touristen gäbe es keine corrida de toros mehr. Auch das stimmt so nicht, denn die bekanntesten Kämpfe, mit regelmässig vollen Arenen finden in Gegenden statt, in denen nur wenig Tourismus herrscht. Ich glaube kaum, wenn im Sommer in Bilbao die plaza mehrere Tage mit jeweils rund 15'000 Menschen gefüllt ist, dass dies vor allem Ausländer sind. Dasselbe gilt auch für Orte wie San Sebastián, Albacete usw. und auch Madrid dürfte kaum einen Monat lang zu San Isidro im Mai/Juni täglich 23'000 Ausländer mobilisieren. Übrigens gibt es auch Gegenden in Spanien, in denen die corride de toros nie Fuss gefasst hat, Galicia und Asturia.

    Schmerz – da der Stier in einer absoluten Ausnahmesituation ist, von der Herde getrennt und auf unbekanntem Gebiet, greift er an, der Adrenalinspiegel steigt. Dies hält ca. 20 Minuten an und ist mit ein Grund, warum der Stier nach dieser Zeit tod sein sollte. Es wurden schon wissenschaftliche Untersuchungen gemacht mit Sensoren über das Schmerzverhalten und festgestellt, dass der Stier zu diesem Zeitpunkt keinen Schmerz verspürt.
    Von Tierschützer vorgebrachte Argumente – da kursieren die seltsamsten und unausrottbaren Gerüchte wie der Stier bekomme die Stimmbänder durchgeschnitten damit er nicht vor Schmerz brüllen kann. Argument siehe oben – hin und wieder hört man auch mal einen Stier, dass er ein muhen von sich gibt, dies ist aber weit entfernt von „vor Schmerz brüllen“, beweist aber, dass er absolut seine Stimmbänder noch hat. Vor der corrida Beine mit Terpentin einstreichen, Nüstern oder Augen mit Vaseline einstreichen, Sandsäcke auf Nieren, Abführmittel und ähnlichen Unsinn wäre absolut kontraproduktiv, entweder würde der Stier mit solcher „Behandlung“ absolut unberechenbar und somit ausserdordentlich gefährlich für den matador (wäre also auch das Gegenteil von dem was die „Tierschützer“ unterstellen) oder der Stier würde tatsächlich keinerlei Angriff starten, was letztendlich nicht weniger gefährlich wäre. Überlegen wir also mal wer Interesse an so ein „Behandlung“ hätte - das Management der plaza? Die corrida wäre ausserdordentlich schlecht, bei Wiederholung würde das Publikum fern bleiben und das finanzielle Desaster wäre vorprogrammiert. Der Züchter? Von einem Züchter mit schlechten Stieren würde keine plaza mehr Tiere abkaufen. Der matador? Mit solchen Stieren, die nicht angreifen kann er nicht triumphieren, also will ihn keiner mehr sehen und auch er darf sich um einen neuen Job bemühen.
    Aber natürlich ist auch bei der corrida de toros viel Geld im Spiel und damit kommen tatsächlich auch hin und wieder unschöne und verbotenen Dinge vor. Als Hauptärgerniss wäre da das „rasieren“ der Hörner zu nennen, man feilt die Hornspitzen etwas kürzer. Wie ein Mensch, der wenn er etwas greifen möchte, genau weiss wie lange sein Arm ist so weiss auch der Stier genau wie lange seine Hörner sind. Sind nun die Hörner kürzer wird er natürlich ins Leere stossen. Sehr oft werden Hörner nach der corrida wissenschaftlich untersucht ob sie manipuliert wurden und wenn es sich herausstellt wird der Züchter mit hohen Strafen belegt. Kontrollorgan über den Stierkampf ist übrigens das Innenministerium.
    (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
     
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