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42 Ergebnisse gefunden

  1. Valencia

    Wunderschöne Stadt allein schon aufgrund ihrer Baukunst(en). Einfach zum Verlieben. Ein unbedingtes Muss für jeden der Spanien besucht. Valencia ist im Übrigen die drittgrößte Stadt Spaniens. Und das wissen natürlich auch die Fussballkenner;)... Von der Stierkampfarena bis hin zum wohl eines der größten Ozeanien Europas - einfach nur toll!
  2. Ferdinand der Stier, der Blumen liebt und so gar kein Kampfstier sein will, kannte ich bisher nur als den Klassiker aus dem Jahr 1938 von Walt Disney. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein Kinderbuch aus dem Jahr 1936. Doch dieser Klassiker scheint es den Machern von Ice Age wohl angetan zu haben und bringen es zu nun Weihnachten als animierten Spielfilm auf die Leinwand. Da kann man doch echt gespannt sein FERDINAND Trailer German Deutsch Der alten Zeiten wegen aber hier doch noch einmal der Kurzfilm von Walt Disney Ferdinand, der Stier
  3. Für alle, die sich über Stierkampf informieren wollen, aktuelle Meldungen , deutschsprachig, suchen : www.vamosalostoros.com Ein Blog, der regelmäßig in deutscher Sprache über aktuelle Nachichten aus der Welt der fiesta brava berichtet. Reportagen, Fotos und Buchtipps.
  4. Stierkampf Einen Stierkampf muss man gesehen haben, um sich eine Meinung bilden zu können. Und mit Gesehen, meine ich nicht den Ausschnitt bei YouTube. Und man sollte auch etwas darüber wissen, z. B. was so alles dranhängt am Stierkampf. Die Subvencionen aus Brüssel, gehen an den Züchter, der nichts anderes ist, als Euer Bauer um die Ecke. Mit dem Unterschied, das die Kälbchen nicht kurz nach der Geburt, auf engstem Raum gemästet werden. Das die Kuh nicht ihr Dasein angebunden auf 1,5qm fristet, fast ständig künstlichem Licht ausgesetzt ist (erhöht die laktation) . Das Der Bulle heutzutage nur noch zur Samenspende herhält, da Künstliche Befruchtung effektiver ist. Wenige dieser Zuchtrinder, Lieferanten für Fleisch u. Milch, sehen je eine saftige Weide und Tageslicht. (Natürlich gibt es Ausnahmen) Diese Tier e sind nur noch Nummern, gezüchtet auf Effektivität. Viel Fleisch und viel Milchleistung. Der spanische Kampfstier, Toro de lidia, genießt hohes Ansehen, bei Züchtern, Aficionados und Toreros.. Er wird frei geboren, zieht mit dem Familienverband über riesige Weideflächen (da greift die Subvencion). Das junge Kuhkalb wird nach dem Absetzen (Trennung), vom Züchter und div. Fachleuten geprüft. Kriterien sind neben Gebäude(hübsch oder nicht), die Tapferkeit. Diese Tapferkeit wird seit Jahrhunderten gezüchtet. Schon ein 3 Tage altes, tapferes Stierchen, geht auf alles los, was sich bewegt. In der Prüfung wird es je nach dem, einmal vom Pferd aus, mit einenem langen Holzstab zu Fall gebracht - rennt es feige weg, wars das. Geht es tapfer wieder auf die Pferde los, wird es selektiert und in einer kleinen Arena mit Capa und Muleta (die roten Lappen) "gereizt". Erweist sich das Kuhkalb hier als tapfer, hat es sich ein tolles Leben verdient, als Zuchtkuh. Der kleine Stier hat 3-5 Jahre Lebenserwartung, auf der riesigen Weide, bei bestem Futter, tierärztlicher Versorgung und täglicher in Augenscheinnahme. Die Tiere bekommen neben der Zuchtnummer auch einen Namen. Ihre Eltern sind bis ins letzte Glied bekannt, alle stammen von den tapfersten und besten Stieren ab, die es je gab. Der Vater nämlich ist ein "Indulto", ein Stier, der in der Arena gekämpft hat und wegen seiner Tapferkeit begnadigt wurde. Nach dem Kampf, der für den Ganadero (Züchter), eine große Ehre darstellt, wird er tierärztlich versorgt und reist zurück, nach Hause, wo er seine eigene Herde bekommt, die er dann "beglücken" darf. Noch Tage nach dem Kampf ziert er die Titelblätter der Fachpresse, sein Pedrigee wird durchgehechelt, er ist Sohn von, Enkel von... Wenn ein Stier seiner Bestimmung, dem Tod in der Plaza de torors zugeführt wird, gelten auch hier strenge Regeln. Zuerst kontrolliert der Vetrenär, ob er auch im Stande ist zu kämpfen. Ist dieser dann beim Kampf aus irgendeinem Grunde lahm, oder krank, wird er wieder hinausgelassen. Beim Stierkampf gibt es drei Kategorien: Novilladas sin cavallos , Novilladas con cavallos und die Corrida deToros Novilladas werden von "Stierkampflehrlingen" bestritten, die Corridas von fertigen Maestros. Die Novillos (Jungstier) haben ein Gewicht um die 4ooKg und sind zwischen 3 - 4 jahre alt. Die Toros sind zwischen 500 u. 600Kg schwer und ca 5 Jahre alt. Jeder Stier wirdauf einem Cartel angekündigt, mit Gewicht und Namen.Ja, sogar seine Farbe wird beschrieben, und seine Ahnen. Der Kampf unterliegt dem Reglamento taurino, indem genau festgelegt ist was, wann, wie, gemacht wird. Im ersten Tercio läuft der Stier von einem Mann zum andern, der ihn mit der Capa reizt, anzugreifen. Dann wird er auf ein gut gepanzertes Pferd gelenkt, von wo aus der Picador ihm einen Lanzenstoß verabreicht. Viele denken jetzt beginnt das Gemetzel, aber gute Toreros, ebenso wie das Publikum lehnen das ab, so das meisst nur ein kurzer Stoß ausgeführt wird. Die Lanze hat eine kleine, dicke Spitze, die grade mal durch die Haut dringt. Danach folgt der Part der Banderillos und zum Schluss kämpft der Torero mit dem Toro. Ist es ein "guter Stier", der immerwieder angreift und dem Torero ermöglicht, mit seiner Muleta (roter Lappen), bestimmte Drehungen und Figuren zu zeigen. Dabei soll der Stier möglichst nah, den Mann passieren. Ein Hornstoß und der Mann hat verloren. In diesem Part wird Flamencomusik gespielt, einige sind eigens für den Torero geschrieben worden. Um Torero zu werden, fangen die meisten mit 6(!) Jahren an, in den Escuelas taurinas. Dort lernen sie nicht nur den Umgang mit Capa u. Muleta, das Setzen der banderillas, sondern vor allem Disziplin und Benehmen. Bis sie das erstemal, wenn überhaupt in der Arena stehen, vergehen Jahre des Trainings. Wenn die Lehrlinge einen guten Manager haben, bekommen sie die Chance, bei den "Kuhtests" der Züchter, die Capa zu schwingen, was die Zahl der Aspiranten dezimiert, viele landen im Krankenhaus, lebensgefährlich verletzt. Haben sie sich dort als begabt gezeigt, bekommen sie den ersten Kampf bei einer Novillada - es wird ernst. Auch das bringt viele Debütanten mit schweren Hornverletzungen in die Chirugie, die übrigens auch ganz speziell ist. Hat es der Lehrling über die Alternativa zur Confirmation in Madrid geschafft, hat das Geld, Hunger, Blut und Tränen gekostet. Ob er dann so ein erfolgreicher Torero wie z.B. "El Cordobes" wird, steht in den Sternen, denn das Publikum ist so launisch wie die Stiere. Und so riskieren im Sommer jeden Tag, irgendwo in Spanien, Portugal, Frankreich und Südamerika hunderte Stiere und Männer ihr Leben. Stierkampfverbot - ein Wirtschaftszweig soll eleminiert werden. Zum Kampf von Jose Thomas, in Nimes, bewegten sich auch viele Catalanen nach Francia und die Stadt hatte 100% Hotel u. Gaststättenbesetzung ... ne Menge Kohle! Mit der IVA-Erhöhung zahlt nun auch der Zuschauer in ES 21%, was die Eintrittskarten verteuern wird, besonders bei den Novilladas. Die Corrida wird übrigends nicht von der EU subvencioniert (soweit ich weiss), sondern die Stierzucht. Matadores wie El Juli, haben mit ihrem Geld verbilligte Eintrittskarten für Rentner, Arbeitslose u. Behinderte gesponsert. Geben Benefitzkämpfe, für Kranke ect. Und riskieren Spott, Verachtung und obendrein ihr Leben. In den letzten 2 Wochen landeten mindestens 15 junge Männer, mit z.T. lebensgefährlichen Verletzungen in der Enfemeria.! 4 Kampfstiere wurden begnadigt - Indulto! Ich möchte hier nun keine Diskusion auslösen, sondern nur zum besseren Verständnis beitragen.
  5. Ein echte Stierkampf mit Kälbern, ist etwas was ich bislang nicht gekannt habe. Umso fassungsloser war ich, als ich das folgende Video sah. Becerrada en Valmojado Dieses Schauspiel fand bei den Patronalsfesten von Valmojado (Toledo) statt und scheint dort auch nicht das erste mal statt gefunden zu haben. Veröffentlicht wurde das Video von der Tierschutzpartei PACMA (Partido Animalista Contra el Maltrato Animal - Partei der Tierschützer gegen Tiermissbrauch). Der Stierkampf ist zu Recht umstritten. Oft verwendetes Argument der Befürworter ist, dass ein Stier der im Stierkampf getötet wird, im Gegensatz zu einem Masttier aus der Tierzucht, zumindest bis zum Tag seines Kampfes, ein nahezu freies und natürliches Leben führen konnte und ihm ein solches Leben ohne den Stierkampf wohl nicht möglich gewesen wäre. Lässt man dieses Argument zu, dann fragt man sich hier, welches Leben soll ein Kalb denn gelebt haben soll, welches diese Grausamkeit rechtfertigt? Gegen ein Stier was eine halbe Tonne Lebensgewicht auf die Waage bringt, könnte manch einer sogar noch das Gegenübertreten eines Menschen mit einem Degen rechtfertigen. Aber einem Kalb, was man als Erwachsener selbst mit dem eigenen Körpergewicht umwerfen kann? Diesem zuerst die Banderillas in den Nacken rammen und dann den Degen stümperhaft in das Tier zu rammen, ist schon äußerst beschämend. Stierkampfbeführworter umschreiben den Stierkampf gerne mit Kultur, Kunst, Kampf und Sport. Hier bleibt jedoch nichts anderes als ein feiges und quälendes Abschlachten eines völlig wehrlosen Kalbes. Die Stadt Valmojado sieht sich hier zu unrecht attackiert und beschimpft. Um ihren "guten" Ruf wieder herzustellen ist ihnen die gloreische Idee gekommen, Klage gegen PACMA einzureichen. Dennfür sie steht fest, das Video wurde manipuliert und stellt so gar nicht das dar, wofür die Patronalsfeste dort stehen. PACMA erwiederte, dass hier lediglich Gesichter von Zuschauern gepixelt wurden und reagiert dann prompt mit der Veröffentlichung des vollständigen, unbeschnittenen Videos. Anstatt sich also offen, ehrlich und evtl. auch verantwortungsbewusst der Kritik zu stellen, haben die Verantwortlichen von Valmojado genau das falsche gemacht und bekommen dafür die Quittung präsentiert. Noch mehr Kritik und Häme. Das fällt dann wohl unter die Rubrik: "Wie bescheuert und unverschämt kann man eigentlich nur sein?" Becerrada Valmojado Versión completa
  6. Stierkampfarena in Morella

    Vom Album Morella

    Stierkampfarena von Morella.

    © Joaquín Enríquez Beltrán

  7. Dieser Artikel zu Stiere auf der Straße - Toros en la calle wird in der SpanienWiki weitergeführt: SpanienWiki: Stiere auf der Straße Stierlauf: Kühe statt Stiere, für die Frauen - Exhibición becerros a la mar
  8. Spanien-Wissen: Feuerstier - Toro embolado

    Dieser Artikel zum Feuerstier - Toro embolado wird in der SpanienWiki weitergeführt: SpanienWiki: Feuerstier Feuerstier (Stierlauf) - Toro embolado - Bou embolat
  9. Vor der corrida de toros Die cuadrillas fahren oft noch in der Nacht nach der corrida zur nächsten Stadt, manchmal quer durch Spanien. Bei den Stars kommt es öfters vor, dass sie am einen Tag in Andalusien kämpfen, am nächsten in Frankreich und am dritten geht es zurück irgendwo nach Spanien. Der matador steigt mit seinem mozo de espadas im grossen Hotel ab, wärend die cuadrilla in ein preiswerteres Hotel geht. Am Nachmittag vor der corrida zieht sich der matador zur Siesta in sein Zimmer zurück, der mozo - der ja für die Ausrüstung zuständig ist - legt die traje de luces bereit. Er hilft seinem Chef dann in die enge Kleidung. Die meisten matadores bauen einen kleinen Altar im Zimmer auf, mit Heiligen- und Familienbilder und sprechen vor Verlassen des Zimmers ein Gebet, manche zünden eine Kerze an, die brennt bis er wieder zurück kommt. Die banderilleros fahren mit dem grossen Wagen vor und holen den matador ab, wärend die picadores schon mit einem Taxi zur plaza vorgefahren sind, um die Pferde einzureiten. El pasíllo - der Einzug Nichts ist in Spanien so pünktlich wie eine corrida de toros. Die Eröffnung bildet der paseíllo, der Einzug. Als erstes erscheinen zwei Reiter, die alguaciles. Sie sind in Uniformen aus der Zeit Philipp II. gekleidet und sind die ausführenden Helfer des Präsidenten. Als erstes reiten sie zum Präsidenten und erbitten die Genehmigung den Kampf zu beginnen. Anschliessend reiten sie zurück und holen die toreros ab. Zuvorderst gehen die drei matadores, links der Dienstälteste, in der Mitte der Dienstjüngste. Ist ein matador zum ersten Mal in dieser plaza trägt er seinen Hut in der Hand. Hinter den matadores folgen - auch nach Dienstalter - die banderilleros, die picadores zu Pferd, die areneros (sie rechen den Sand und sorgen für Ordnung im Sand) sowie das Maultiergespann, dass den Stier zum Schluss rauszieht. Der Zug bewegt sich zum Präsidenten um ihn zu grüssen und löst sich dann auf. Die alguaciles erbitten vom Präsidenten den Schlüssel für den toril, den Stall, den sie dem Türsteher vom toril überbringen - der Kampf kann beginnen. Der Beginn - das erste Drittel Der toril ist offen und der Stier stürmt in den ruedo - oder auch nicht! Manchmal spaziert er gemütlich heraus und schaut sich erst mal um, es gab auch schon Stiere die rückwärts herauskamen. Auf dem Rücken flattert die divisa, zwei oder drei kleine Bändchen, die die Zuchtfahrben signalisieren. Wenn der Stier durch den Gang in die Arena läuft, wird das Bändchen mittels einer Lanze (garrocha) von oben auf den Rücken gesteckt, wo es dank einem kleinen Widerhaken stecken bleibt. Die banderilleros sind hinter den Schutzwänden, den burladeros, postiert und zeigen dem Stier kurz ihre capas. Das Ziel ist, dass der matador den Stier beobachten kann, wie läuft er, greift er an und mit welchen Horn stösst er. Wie Menschen Rechts- und Linkshänder sind, so zieht auch der Stier oft ein Horn dem anderen vor. Nun betritt der matador den Sand mit der capa und macht einige pases, Figuren. Eine andere Möglichkeit des Beginns ist, dass der matador sich direkt zum toril begibt und den Stier mit einer larga cambiada a porta gayola abfängt. Dazu kniet er sich nieder und wenn der Stier anstürmt schwingt er die capa an seinem Kopf vorbei, so dass der Stier an seinem Kopf "vorbei fliegt". Diese Figur ist besonders gefährlich, da matador und Stier sich erst kurz vor dem Zusammentreffen zum Ersten mal sehen. Der Picador - das zweite Drittel Ein Trompetensignal kündigt den nächsten Teil an, es erscheinen die picadores. Auf den ersten Blick bieten die picadores einen seltsamen Anblick. Sie tragen wie die matadores und banderilleros bestickte kurze Jacken, die sich allerdings in der Stickerei etwas unterscheidet, sie ist - am Gegensatz zu den anderen toreros - ganz bestickt, zudem dürfen sie als Einzige ausser den matadores Goldstickerei tragen. Dies stammt noch aus der Zeit aus früheren Jahrhunderten, als die Reiter die wichtigsten Teilnehmer an der corrida waren. Sie tragen Hosen aus dünnem Leder, die beim Reiten knapp unter die Knie reichen. Fuss und Bein sind mit einem "Eisenstiefel" ähnlich einer Ritterrüstung, vor den Hornstössen geschützt. Auf dem Kopf tragen sie den castoreño, einen Hut einer alten Tracht. Seit 1929 sind die Pferde der picadores geschützt mit dem peto, einer Art Matratze. Ein Teil des peto geht auch unter dem Bauch des Pferdes durch, da das Pferd vom Stier öfters umgeworfen wird. Vor der Einführung des peto wurden pro corrida mehrere Pferde tödlich verletzt. Heute kommt es nur noch sehr selten vor, dass ein Pferd ernsthaft verletzt wird (in den 40 Jahren die ich corridas besuche habe ich es ein einziges Mal erlebt). Wenn es jedoch umgeworfen wird kommt es oft nur mit Hilfe wieder hoch, dies liegt jedoch an der Behinderung durch den peto. Jede cuadrilla hat zwei picadores, die sich abwechseln. Der "aktive" picador stellt sich auf der Gegenseite des toril auf und der matador führt ihm den Stier zu. Ziel ist es, dass der Stier den picador angreift, der ihm seine Lanze (pica, puya oder vara - es gibt verschiedene Ausdrücke) in den Nacken stösst. Ohne diesen Stich wäre es dem matador später unmöglich, den Stier zu töten, da der Stier zu unruhig wäre und den Kopf nicht ruhig genug halten würde um mit dem Degen über die Hörner zu greifen. In heutiger Zeit sitzt die Spitze auf einem Kugellager, so dass der picador die puya nicht mehr drehen kann um dem Stier grössere Verletzungen zuzufügen als nötig. Der Stier muss den picador zweimal angreifen, jedoch kann der matador - wenn er das Gefühl hat, für den Stier reicht ein Angriff - den Präsidenten um den Wechsel bitten. Hierzu nimmt er die montera (seinen Hut) ab und gibt dem Präsidenten ein Zeichen. Das Teil mit den picadores wird vom Publikum nicht so gerne gesehen und oft werden sie ausgepfiffen. Die Banderillas Wieder kündigt ein Trompetensignal den nächsten Teil an, die banderillas. Dies sind Holzstäbe, umwickelt mit buntem Papier, mit Widerhaken, die der Stier in seinen Rücken gesetzt bekommt. Die Widerhaken haben eine Grösse von 3cm und der Sinn ist, ungleiches Zustechen mit einem Horn etwas auszugleichen. Der Widerhaken sitzt direkt unter der Haut und nicht wie oft fälschlich behauptet tief im Fleisch. Dies sieht man auch daran dass sie nicht aufrecht stehen bleiben, sondern hängen. Aufmerksame Beobachter werden jetzt sagen "klar, ca, 10cm über dem Haken knickt die banderilla auch ab!" Der Grund ist, dass es diesen Knick bis vor einigen Jahren noch nicht gab. So passierte es hin und wieder, dass es - wenn der Stier bei der Muletarbeit am matador vorbeirannte, schlimme Verletzungen beim matador durch die banderilla geben konnt, sie wirkte wie eine Peitsche. Ich selbst erlebte mal als ein matador fast erstickte durch einen Schlag der banderillas. Seit man die banderillas mit Knick erfand wurde diese Gefahr beseitigt. Der banderillero stellt sich in die Mitte des Platzes, ein paar Meter hinter ihm der matador, der den nächsten Stier bekämpft, als Sicherung. Der banderillero macht nun den Stier auf sich aufmerksam und rennt in dem Moment in einem Bogen los, wenn auch der Stier seinen Angriff beginnt. Beim Zusammentreffen springt der banderillero hoch und platziert die banderillas auf dem Rücken des Stiers. In der Regel werden drei Paar gesetzt, jedoch kann auch hier der matador um Verkürzung bitten wenn mindestens drei paar banderillas stecken. Hin und wieder sieht man auch einen matador selbst die banderillas setzen. Die banderillas des matador sind etwas kürzer, es dürfen keine anderen toreros als Helfer im ruedo sein und während er den Vorgang etwas ausschmückt spielt die Musik. Als Besonderheit kann man banderillas negras (schwarze banderillas) setzen. Sie haben eine Widerhakengrösse von 8cm, sind somit länger wie die normalen banderillas. Und diese acht Zentimeter spürt der Stier. Der Grund für diese Massnahme ist eine Angriffsverweigerung des Stiers. Es wird sehr, sehr selten und nur in plazas der ersten Kategorie - also Madrid, Sevilla etc. - angewandt Die Faena - das letzte Drittel Es ertönt das nun schon bekannte Trompetensignal. Bevor der matador mit seiner Hauptarbeit beginnt, kann er seinen Stier jemandem widmen, wobei er seinen ersten Stier dem Präsidenten widmen muss, ausser natürlich der König ist anwesend. Seinen zweiten Stier kann er - muss jedoch nicht - irgendjemandem widmen, einem Freund oder Bekannten, jemandem dem er sich verpflichtet fühlt oder einer Persönlichkeit (Filmstar, Fussballspieler etc.) Er sagt ein paar nette persönliche Worte und wirft demjenigen dann seinen Hut zu. Es war früher üblich, dass der so Geehrte sich beim matador mit einem Geschenk bedankte und manche goldene Uhr kam so in den Besitz eines matador. Er kann den Stier auch dem Publlikum widmen, dies darf er auch schon beim ersten Stier. In diesem Fall geht er in die Mitte des ruedo, und wirft dann den Hut über die Schulter in den Sand. Der Aberglaube sagt, liegt der Hut mit der Öffnung nach unten bringt dies Glück, liegt er mit der Öffnung nach oben bringt dies Unglück, es sieht aus wie ein geöffneter Sarg. So hört man in diesem Fall oft ein belustigtes Raunen im Publikum, da beide Seiten - matador und Publikum - dies heute nicht mehr so ganz ernst nehmen. Manchmal kann man beobachten wie jemand aus der cuadrilla Papierschnippsel in den Sand wirft. Dies dient dazu Wind und Windrichtung zu beobachten. Da der Stier ja auf die Bewegung des Tuches geht - und nicht auf die Farbe, er ist so gut wie farbenblind - ist Wind äusserst lästig und gefährlich und es ist fast unmöglich eine gute faena zu arbeiten wenn das Tuch vom Wind verblasen wird. Etwas Abhilfe schafft das an sich schon schwere Tuch durch benetzen mit Wasser noch schwerer zu machen. Ein Handycap, das vor allem plazas an der Küste haben. Nun beginnt die eigentliche Arbeit des matador mit dem roten Tuch, der muleta. Die muleta ist ein fast rundes Tuch, das über einem Holzstock hängt. Das Tuch ist rot, auf der Innenseite aber gelb - also in den spanischen Farben. Der Stier folgt den Bewegungen des Tuches. Der matador kann die muleta in die rechte oder linke Hand nehmen. Ausserdem hat er eine Degenattrappe, die bleibt immer in der Rechten, also der Stichhand. Hätte der matador jetzt schon den richtigen, schweren Degen würde ihm später die Kraft fehlen für den Todesstoss. Der Stier ist nun etwas ruhiger geworden, ein guter Stier greift aber immer noch an. Der matador hat nun zehn Minuten Zeit den Stier zu einem Punkt zu bringen wo er dem Tuch absolut folgt. Bei einer guten faena spielt die Musik. Der matador reiht Figur an Figur und beendet seine faena, nachdem er sich den echten Degen geholt hat, mit der estocada - dem Todesstoss. Dazu "stellt" er den Stier, das heißt der Stier muss gerade stehen und sollte die Vorderbeine zusammen haben, damit die Schulterblätter offen sind. Steht der Stier breitbeinig sind die Schulterblätter geschlossen und es ist unmöglich mit dem Degen einzudringen. Der matador lenkt den Stier mit der linken Hand rechts an seinem Körper vorbei und sticht mit rechts - also über Kreuz. Die Stelle, die den sofortigen Tod zur Folge hat ist Briefmarkengross. Entgegen der landläufigen Meinung muss er nicht das Herz treffen sondern die Hauptschlagader durchtrennen, was - richtig ausgeführt - zum sofortigen Tod führt. Oft trifft der matador aber auf einen Knochen und er muss mehrmals stechen. Einen Fehlstich verzeiht das Publikum meist und gibt das durch Applaus bekannt, wobei er in einer 1.Kl.plaza bereits seine Trophäen verloren hätte. Allerdings bei mehr wie einem Fehlstich schlägt die Sympathie des Publikums schnell um. Fällt der Stier nicht gleich, kann aber keinen richtigen Angriff mehr machen, kommt der verduguillo (auch: descabello) zum Einsatz für einen Gnadenstoss ins Genick. Dies ist ein Degen mit einer kleinen Querstrebe an der Spitze. Um ganz sicher zu gehen dass der Stier tot ist setzt ein banderillero noch einen Gnadenstoss mit der puntilla, einem kleinen Metzgermesser. Vom Beginn des Kampfes bis zum Tod hat es höchstens zwanzig Minuten gedauert. Aus zwei Gründen darf ein Kampf nicht länger dauern - erstens verspürt der Stier über diese Zeit durch den erhöhten Adrenalinausstoss keine Schmerzen und zweitens würde der Stier nun lernen, dass sein eigentliches Ziel nicht das Tuch sondern der Mensch ist. Hin und wieder lernt ein Stier schon etwas früher, was für die toreros gefährlich werden kann. Ist der Stier nach zwanzig Minuten nicht tot wird der matador mit einem aviso - einer Warnung - darauf aufmerksam gemacht, dies hört man durch ein Trompetensignal. Nach weiteren zwei Minuten folgt das zweite aviso und eine Minute später das dritte und letzte. Nun muss der matador den ruedo verlassen, der Stier wird raus geholt und vom Metzger getötet oder direkt mit einem Gnadenstoss erlöst. Dies ist wohl die schlimmste Schmach für einen matador. Ist das Publikum zufrieden mit dem Kampf schwenkt es weisse Taschentücher, damit verlangt es beim Präsidenten ein Ohr (oreja) des Stieres für den matador, als Steigerung beide Ohren oder - wenn er ganz gut war - noch den Schwanz (rabo). Bis etwa mitte des letzten Jahrhunderts gab es als weitere Steigerung noch einen Fuss, dies wurde aber verboten. In früheren, schlechten Zeiten bekam der matador als Prämie einen Teil des Fleisches vom Stier zugesprochen, je nach dem wie erfolgreich er kämpfte. Das Symbol dafür waren die Ohren, um anzuzeigen wieviel ihm zusteht. Hat er mindestens zwei Ohren im Kampf bekommen (normalerweise bekämpft jeder matador pro Kampf zwei Stiere) hat er das Recht auf den Schultern aus der Arena getragen zu werden, wobei in grossen plazas wie Madrid oder Sevilla noch unterschieden wird ob er zur "torero-Tür" - durch die die toreros die Arena betreten - oder durch das Hauptportal darf. In den wöchentlich erscheinenden Fachzeitschriften werden immer Statistiken veröffentlicht wieviele Ohren ein matador in dieser Saison verbuchen konnte. Da die Vergabe aber sehr subjektiv ist und es nur auf den jeweiligen Präsidenten der corrida ankommt ist es fast wie beim Eislaufen oder Tanzen - die Meinungen, ob die Ohren gerechtfertigt waren oder nicht gehen oft sehr auseinander. Zudem gibt es in 2. oder 3.-Klasse-Arenen eher ein Ohr wie in 1.-Klasse-Arenen, so sind diese Statistiken nur bedingt aussagekräftig. War der Kampf nicht so erfolgreich, wird es bei einer vuelta (Ehrenrunde) mit aplauso belassen, oder gar silencio, man geht schweigend darüber hinweg. Seinen Unmut gibt das Publikum mit pitos (Pfiffen) oder gar bronca (Schmährufe) bekannt. Rejoneo Ein rejoneo ist die ursprüngliche Form des Stierkampfes, der Stierkampf zu Pferd. Der Ablauf ist der Selbe, nur anstelle matador kämpft der rejoneador, der Reiter. Anstelle capa oder muleta wird das Pferd eingesetzt und die banderillas werden vom Pferd aus gesteckt. Anstelle picador benutzt der rejoneador den rejón, eine Eisenspitze, die an einem Holzstab mit Sollbruchstelle befestigt ist. Steckt die Spitze bricht der Stab ab. Zum Schluss wird der Stier mit dem rejón de muerte - einem rejón mit grösserer Spitze - getötet. Die Pferde sind im Gegensatz zu den Pferden der picadores ungeschützt, sollten jedoch nicht vom Stier getroffen werden. Ein rejoneador benutzt pro Stier drei bis vier Pferde, der Grund ist die Aufregung des Pferdes einerseits und die Dressur andererseits. Viele aficionados lehnen den rejoneo ab, vor allem weil der Stier - der ja von der Weide an Reiter gewöhnt ist - den rejoneador nicht als Feind ansieht. Als Pferde- und Dressurfreund sollte man sich jedoch unbedingt ein rejoneo ansehen. Es gibt corridas nur mit rejoneadores oder ein rejoneador kämpft bei einer "normalen" corrida einen oder zwei Stiere. (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona) Bisher erschienen in dieser Artikelserie: Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
  10. Stierkampf: Der Torero

    Es ist schwer torero zu werden Noch bis vor ca. 20. Jahren pilgerten die jungen Männer mit einem Bündel auf den Schultern von Stierzucht zu Stierzucht, immer in der Hoffnung, von einem Züchter eingeladen zu werden und von einem matador oder empresario (Mananger) entdeckt zu werden. Man nannte sie nach ihrem Bündelchen maletillas. Heute gibt es in Spanien Stierkampfschulen, in denen die angehenden toreros ihr Handwerk von Grund auf lernen. Sie beginnen als novillero mit jungen Stieren, die noch zu klein für den picador - den Lanzenreiter - sind (novilladas sin picadores). Kämpft der Jungmatador gut und hat er mindestens 25 corridas kann er in novilladas con picadores auftreten, hier sind die Stiere bereits etwas älter und grösser. Bei sehr guten toreros dauert diese Zeit ca. 3 Jahre, meistens jedoch länger. In heutiger Zeit bestehen die meisten spanischen Eltern darauf, dass die Söhne (oder Töchter) die Schule zu Ende bringen und vielleicht nebenher noch eine "bürgerliche" Ausbildung machen. In früheren Zeiten war dies oft die einzige Möglichkeit Armut und Hunger zu entkommen. Aber die Stierkampfschulen vereinfachen den Einstieg keineswegs, die novilladas finden häufig auf dem Land statt und die novilleros bekommen oft kein Geld. Die teure Ausrüstung - inklusive Tracht - plus Anreise etc. muss aus eigener Tasche bezahlt werden, so dass die Anfänge oft grosse finanzielle Belastungen für die Familien sind und mancher gute torero auf der Strecke bleibt. Wird der novillero in den Stand des matador erhoben, übergibt ihm bei seiner ersten corrida de toros der dienstälteste matador symbolisch seine muleta (rotes Tuch) und den Degen und läd ihn so ein, als erster in dieser corrida zu kämpfen. Diese Zeremonie nennt man alternativa. Der dritte matador fungiert dabei als Zeuge (testigo). Kämpft er zum Erstenmal nach der alternativa in Madrid wird die kleine Zeremonie wiederholt als confirmación. Oft trägt der neue matador zu diesen Anlässen eine weisse Tracht. Banderilleros, waren oft matadores, die in ihrer Karriere wenig Erfolg hatten und ein festen Gehalt als Angestellte dem unsicheren Künstlergeschäft vorziehen. Auch sie werden pro Kampf gezahlt, können jedoch auch noch in anderen cuadrillas arbeiten. Die grossen Stars unter den matadores haben 80-120 corridas pro Saison. Die picadores sind oft Landarbeitersöhne von Stierzuchten, die das Reiten gewohnt sind, oder ihre Väter und Grossväter waren schon picadores. Es gibt richtige Picador-Familien, in denen alle männlichen Mitglieder dieser Arbeit nachgehen. Was verdient ein matador? Oft werde ich gefragt, was ein matador verdient. Um die Wahrheit zu sagen - ich weiss es nicht. Finanzielles ist ein grosses Geheimnis, weder matadores noch apoderados (die Manager) oder empresarios (Vetreter der plaza) äussern sich diesbezüglich. Sämtliche Geldgeschäfte werden auch heute noch bar erledigt. Der matador wird für eine corrida pauschal bezahlt, davon muss er alle Kosten begleichen: seine Mannschaft, (drei banderilleros, zwei picadores, ein mozo de espadas, ein weiterer Helfer, ein Fahrer, der Manager). Dazu kommt die Ausrüstung: capas, muletas, Degen und nicht zuletzt die trajes de luces (ein vielbeschäftiger matador hat ca. 5-8). Plus Anreise und Hotelkosten. Da der matador pro corrida bezahlt wird gibt es Verdienstausfall für die gesamte Mannschaft im Falle einer Verletzung des Chefs. Die Topstars, man könnte sagen die Top-ten, die über längere Zeit an der Spitze stehen, können absolut zum Millionär werden, meist leisten sie sich eine grosse Finca, oft mit eigener Stier- oder Pferdezucht. Bei geschicktem Umgang mit dem Vermögen dürften sie ausgesorgt haben, auch wenn man bedenkt dass die Karriere relativ früh - meist zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Altersjahr, bereits zu Ende ist. Die grosse Mittelmasse kann es soweit bringen, dass sie mit ihrer Familie in gutem Mittelstand leben können, nach Beendigung der Karriere gehen sie oft einer Arbeit in der Stierkampfwelt nach, sei es als Manager, Vertreter einer plaza oder ähnliches. Läuft die Karriere nicht so gut werden matadores oft banderilleros und arbeiten als Angestellte eines Kollegen. Da sie die Arbeit als matador kennen sind sie begehrt und können gerade jungen matadores mit Rat und Tat beistehen. Man erlebt aber oft, dass matadores einige Jahre nach Beenden ihrer Karriere wieder zurückkehren, oft aus finanziellen Gründen. Die Cuadrilla Als cuadrilla bezeichnet man die Mannschaft des matadors. Sie besteht aus drei banderilleros, zwei picadores sowie einem mozo de espadas. Die banderilleros sind die eigentlichen Helfer des matadors, sie empfangen den Stier damit der matador den Stier beobachten und einschätzen kann, setzen die banderillas (daher der Name) und stehen bereit im Falle ihrem Chef etwas passiert. Die picadores sind Reiter, die den Stier im zweiten Drittel mit einem Lanzenstich beruhigen. Der mozo de espadas (Degenjunge) ist für die Ausrüstung zuständig, er bringt die traje de luces sowie die Tücher des matadors in Ordnung, hilft beim Ankleiden der engen Tracht und reicht währen der corrida dem matador die Utensilien. Oft wird dieser Job von einem Verwandten des matadors erledigt. Dazu kommt noch der Fahrer des Mannschaftswagens, meist ein Kleinbus. Warum sind toreros so seltsam angezogen? Der Stierkampf wurde urspünglich - vor 300 - 400 Jahren - von den Herrschaften und Königen zu Pferd gepflegt. Zu Fuss waren nur Helfer und Pagen. Als dann mehr und mehr der Stierkampf zu Fuss aufkam - sein Begründer in der heutigen Form soll Pedro Romero aus Ronda sein - wurden die Kleider der Pagen zugrunde gelegt. Auch der seltsame Hut (montera) ist den Dreispitzen der Reiter abgeguckt, wobei man vermutet, dass bei den Kleidern ursprünglich auch noch eine gewisse "veräppelung" der Herrenreiter dabei war. Die Tracht nennt man traje de luces (Lichtertracht) Der matador, der den Stier tötet (=matar), trägt eine goldbestickte Tracht, er kann jedoch auch silber, schwarze oder weisse Stickerei wählen. Seinen Helfern - den banderilleros - ist Gold verwehrt. Lediglich die picadores - tragen Goldstickerei, ein Relikt aus früherer Zeit, als die Reiter die Hauptpersonen waren. Der Hut des picadors - castoreño - stammt aus einer alten Volkstracht. Das "Zunftzeichen" der toreros war früher ein Zopf, die coleta. Wenn ein junger Bursche offiziell torero wurde durfte er sich das Haar wachsen lassen und sich einen Zopf flechten. Dieser wurde dann oft unter ein Haarnetz gesteckt. Heute tragen sie nur noch einen Knopf mit daran angebrachtem Zöpfchen, der vor dem Kampf angesteckt wird. Beendet ein torero seine Karriere wird ihm bei seinem letzten Kampf das Zöpfchen abgeschnitten. So spricht man beim Beenden der Karriere von "cortar la coleta" - den Zopf schneiden, ein Ausdruck den man in Spanien auch ausserhalb der Stierkampfwelt hört anstelle unseres "an den Nagel hängen". Frauen Vor ca. 25 Jahren kämpfte die Stierkämpferin "Angela" um Gleichberechtigung und erreichte, dass das in Spanien gültige Stierkampf-Verbot für Frauen aufgehoben wurde. Sie wurde jedoch nie "matadora", dies schaffte als erste Spanierin die auch bei uns durch TV bekannte Cristina Sánchez. In den Stierkampfschulen sieht man nun zwar öfters Mädchen, kaum eine gelangt jedoch weiter als zum Stand des novilleros. In Südamerika war es Frauen erlaubt und auch als rejoneador durften sie kämpfen. In den 60er/70er Jahren gab es viele rejoneadoras, im Moment gibt es aber auch in dieser Sparte keine Frau von Bedeutung. Bis das Gesetz gekippt wurde, dass Frauen als torero kämpfen dürfen, war es Frauen sogar verboten den callejón - die Gasse um das Rund, in dem sich die nicht aktiven toreros und Helfer aufhalten - zu betreten. Heute wäre dies schon deswegen nicht mehr möglich, da während der corrida auch Veterinärinnen, Ärztinnen, Polizistinnen usw. ihren Dienst im callejón versehen. Wohlgemerkt, wir sprechen von einem Land, in dem die Stadt Bilbao schon eine Bürgermeisterin hatte, als die Schweizerinnen noch kein Stimmrecht besassen und in dem in Militär und Guardia Civil schon lange vor Deutschland Gleichberechtigung herrschte. Inzwischen gibt es auch Damen die in der Präsidentenloge den Vorsitz haben. Die Ehefrauen und Mütter der toreros blieben noch bis vor wenige Jahren traditionsgemäss zu Hause und beteten. Erst in den letzten Jahren sieht man die "modernen" Mütter an der corrida ihrer Söhne, die Ehefrauen allerdings bleiben nach wie vor meist zu Hause, halten aber per Handy Kontakt. Natürlich werden toreros oft verletzt! In grösseren plazas gibt voll funktionsfähige Operationsräume, in kleinen plazas steht eine mobile Unfallstation bereit. Früher gab es viele Tote, dank der Erfindung des Penicillins kommen heute jedoch seltener toreros um. So wurde dem Erfinder Dr. Fleming ein Denkmal errichtet, das heute vor "Las Ventas", der plaza von Madrid steht. Oft sind die Verletzungen jedoch gar nicht vom Horn, sondern rühren vom Sturz aus grösserer Höhe, wenn der torero in die Luft geschleudert wird. Auch durch einen Stoss der Aussenrundung des Horn kann es zu schweren inneren Verletzungen kommen. Früher waren toreros nicht versichert, keine Versicherung nahm das Risiko auf sich. So wurde eine Art Fond gegründet, der in Madrid ein Stierkampfkrankenhaus unterhielt. Das Haus wurde ausserhalb der Saison geschlossen, die Ärzte waren Spezialisten auf Hornverletzungen und die toreros wurden auf schnellstem Weg jeweils nach Madrid gefahren. Es gab Tage im August, da war das kleine Haus übervoll, einmal wurde es jedoch auch für einen einzigen Patienten einen Winter lang offen gehalten. In den 70er Jahren wurde es aus Kostengründen geschlossen, heute werden die toreros in den örtlichen Krankenhäusern behandelt, im Bedarfsfall wird ein Spezialist für Hornverletzungen zugezogen. Inzwischen gibt es sogar einen "Stierkampfchirurgen-Kongress", bei dem sich die Spezialisten aus den Stierkampfländern treffen und austauschen. Trotzdem gibt es auch heute noch Tote, so erwischte der Star-banderillero Manolo Montoliú vor einigen Jahren in Sevilla ein Horn mitten ins Herz, ebenso in den 80er Jahren "El Yiyo", ein junger vielversprechender matador. Bei beiden hatte es den unmittelbaren Tod innerhalb von Minuten zu Folge. Für "El Yiyo" steht ein Denkmal vor "Las Ventas" in Madrid, für Montoliú vor der plaza von Valencia. 1984 starb Starmatador Francisco Rivera "Paquirri", er wurde in Pozoblanco, einem kleinen Ort bei Córdoba, verletzt und starb auf dem Weg nach Córdoba ins Krankenhaus, vermutlich an einer Embolie. Sein Denkmal steht übrigens vor der grossen plaza von El Puerto de Sta. María. Ein anderer der ganz Grossen, Julio Robles, starb 2001. Ein Stier hatte ihn zehn Jahre vorher in Frankreich auf die Hörner genommen. Er hatte keine Hornverletzung, jedoch erlitt er eine Querschnittlähmung beim Aufprall auf dem Boden. Er starb zehn Jahre später an einer Sekundärkrankheit. Nach seinem Tod wurde in seiner Heimatstadt Salamanca Trauer befohlen, er wurde mit allen Ehren im Rathaus aufgebahrt, auch er hat ein Denkmal, es steht vor der plaza von Salamanca. Ebenso hatte der Franzose "Nimeño" Lähmungen nach einem Unfall, konnte zwar wieder laufen, jedoch nicht mehr kämpfen - er nahm sich darauf das Leben. Sein Denkmal steht vor der plaza von Nimes. Dem matador Juan José Padilla durchstach ein Horn vollständig den Hals, vier Wochen später stand er wieder in der Arena. Länger brauchte er, als ihm ein Stier bei einem Stoss mit dem Körper den Magen verschob. Dem matador Juan Mora wurde im Oberschenkel Arterie und Vene aufgerissen, eine Verletzung die normalerweise innerhalb Minuten zum Tod führt. Er hatte das Glück in der Nähe einen guten Gefässchirugen zu haben, sieben Monate später stand er wieder in der Arena. Alles in allem gibt es pro Saison sehr viele Verletzungen, die meisten sind Hornverletzungen im Oberschenkel. Verehrung und Stars Matadores - vor allem natürlich die Stars - geniessen hohes Ansehen und man schmückt sich gerne mit ihnen. Kaum eine Ausgabe der spanischen yellow press (in Spanien prensa rosa genannt), in der nicht über den einen oder anderen matador zu lesen ist und auch im Fernsehen wird in den einschlägigen Magazinen gerne über sie berichtet. Besondere Beachtung geniessen natürlich matadores, die mit bekannten Sängerinnen oder Flamencotänzerinnen verheiratet sind, eine Verbindung die es öfters gibt. Enrique Ponce - einer wenn nicht DER Star im Moment - war zu Gast an der Hochzeit von Kronprinz Felipe (das einzige Gesicht das meine Tochter im TV erkannte, dafür die einzige Persönlichkeit, die der Kommentator des deutschen Fernsehens NICHT kannte...) und jedes Jahr wird bei der Preisverleihung der Bellas Artes (schönen Künste), vorgenommen von S.M. König Juan Carlos I, auch ein matador berücksichtigt. Die Hochzeiten von den Stars El Cordobés (mit einer Stierzüchter- und Industriellentochter), Fran Rivera (mit der Tochter der Herzogin von Alba) und Enrique Ponce (mit der Tochter eines ehemaligen matadors und heutigen empresarios) wurden live im Fernsehen übertragen. Matadores, die durch den Stier umkamen, bekommen natürlich ihr Denkmal, in Spanien ist es aber absolut möglich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt zu bekommen, meist in ihrer Heimatstadt. So steht z.B. vor der plaza de toros La Maestranza von Sevilla ein Denkmal für Curro Romero, der nicht weniger wie vierzig (!) Jahre jedes Jahr zu Palmsonntag in dieser plaza auftrat. Und vor der plaza von Sanlúcar de Barrameda steht schon seit vielen Jahren eine Büste von Lokalmatador José Martínez "Limeño". Gerne benennt man auch Strassen nach matadores. Religiosität und Aberglaube In einem streng katholischen Land wie Spanien spielt Glaube und Religiosität natürlich auch bei der corrida de toros, wo es ja um Leben und Tod geht, eine grosse Rolle. Früher besuchten matadores oft am Morgen vor der corrida die Messe, etwas das heute in der modernen Zeit nicht mehr so streng gehandhabt wird. Allerdings beten auch heute noch die meisten matadores vor der corrida beim Ankleiden in ihrem Hotelzimmer, wo meist ein kleiner Altar aufgebaut wird, mit Familienfotos, Heiligenbilder und ähnlichem. Meist wird auch eine Kerze angezündet, die während der Dauer der corrida brennen sollte. Bei einer so traditionellen Sache wie der corrida de toros findet man auch einige abergläubische Dinge, denen sich kaum jemand entziehen kann. Geschichten und Legenden "beweisen", dass halt doch hinter manchen Aberglaube auch ein Fünkchen Wahrheit steckt, so als der matador Jaime Ostos seine dreizehnte Verletzung an einem dreizehnten von einem Stier mit der Zuchtnummer 13 hatte, zumal er auch ein Hotelzimmer mit - ja was wohl - der 13 hatte. Verpönt sind trajes de luce mit der Farbe gelb, diese Farbe symbolisiert den Tod. Unglück soll es auch bringen, einen Hut auf ein Bett zu legen, so dass man dies tunlichst unterlassen sollte seinen Cordobeser- oder Sonnenhut abzulegen, besucht man den torero vor der corrida. Manche reagieren allergisch auf Leichenwagen, die den Weg zur plaza kreuzen. Dazu kommen natürlich noch jede Menge persönliche Glücksbringer und Unglücksboten, so wusste sich ein matador nur sicher wenn sein Manager während der corrida seine Uhr am Handgelenk trug. Auch wärend der corrida kann ein aufmerksamer Zuschauer diesbezüglich einiges beobachten. Schon beim Betreten des ruedo zum paseíllo klopfen einige an die Holzbarrikade, das traditionelle "Holzanlangen". Manche zeichnen vor dem paseíllo mit dem Fuss ein Kreuz in den Sand oder bekreuzigen sich. Manche matadores bekreuzigen sich bevor "ihr" Stier den toril verlässt, einige tragen ein Abbild ihrer Madonna als Krawattennadel und sprechen nochmals ein kurzes Gebet. Viele matadores wollen gar nicht hinsehen wenn der Stier den toril verlässt und verstecken sich hinter der Schutzwand oder ihrer capa. Widmet ein matador den Stier dem Publikum wirft er die montera über die Schulter in den Sand. Landet sie mit der Öffnung nach unten soll es Glück bringen, Öffnung nach oben bringt Unglück - sie erinnert dann an einen offenen Sarg! (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona) Bisher erschienen in dieser Artikelserie: Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
  11. Stierkampf: Der Stier

    Wo kommt der Stier her? In Spanien gibt es einige hundert Stierzüchtereien, dazu noch einige in Portugal und Südfrankreich, sowie in allen lateinamerikanischen Ländern in denen es Stierkämpfe gibt (Perú, Ecuador, Venezuela, Kolumbien, Mexiko). Eine Zucht hat einige Dutzend Zuchtstiere, man rechnet auf einen Stier 30 - 50 Kühe. Ein Stier darf bis zum Kampf keinem Menschen mit einer capa oder muleta (die Tücher) begegnen, da er ausserordentlich schnell lernt und nicht vergisst. In der plaza wüsste er sofort, dass er nicht auf das Tuch, sondern auf den Menschen geht. Hin und wieder gibt es Stiere die schnell lernen, dies endet für den torero meist im Krankenhaus. Die Tiere stehen als Herde und nach Alter zusammen auf riesigen Weiden. Jede einzelne Herde - auch die der Kühe - wird von einem ausgewachsenen Stier "bewacht". Sie sind sehr aufmerksam, meiden in der Regel allerdings den Menschen. Selbst das Klicken einer Kamera lässt sie bereits in einer Entfernung von ca. 80m alarmiert aufblicken. Als Einzelgänger sind sie absolut gefährlich und auch fähig schon mal ein Auto anzugreifen. Die Kühe sind dabei oft noch gefährlicher wie die Stiere, da sie ihre Kälber verteidigen und ausserdem wendiger sind wie Stiere. Öfters kommt es zu Revierkämpfe und Kabbelein zwischen den Stieren, dies kann zu Verletzungen bis hin zum Tod eines Stieres führen. Da ein Stier, wenn er für die corrida de toros vorgesehen ist doch einen beträchtlichen Wert darstellt schützen seit geraumer Zeit einige Züchter die Hörner mit einer Glasfiberummantelung, die sich leicht wieder abziehen lässt. Ein nicht ganz unumstrittener Vorgang. Jede Zucht hat ein eingetragenes Brandzeichen. Jeder Stier bekommt einen Namen, abgeleitet vom Namen der Mutter (Malagueño ist der Sohn von Malagueña usw.), sowie eine Zahl, die im Zuchtbuch eingetragen wird. Die Stiere aus den verschiedenen Zuchten haben jeweils verschiedene Charaktere, sowohl im Aussehen wie auch im Charakter der Tiere, eine Zucht hat z.B. Stiere mit grösseren Hörnern, andere mit kleineren Köpfen, wieder andere mit kürzeren Körpern oder sie sind wendiger etc. Es gibt matadores die eine bestimmte Zucht einer anderen vorziehen oder sich gar weigern mit Stieren einer bestimmten Zucht zu kämpfen - dies können sich aber natürlich nur die Stars leisten. Gute Stiere sind namentlich bekannt, ebenso natürlich Stiere, die einen torero auf dem Gewissen haben. Den Tod des berühmten matadors Manuel Rodríguez "Manolete" wird man immer mit dem Stier Islero aus der Zucht Miura in Verbindung bringen, ebenso wie beim Tod von Francisco Rivera "Paquirri" immer Avispado genannt wird. Jeder Matador wird sich Zeit seinen Lebens auch an den Namen des Stiere seiner alternativa erinnern oder an den Stier mit dem er einen aussergewöhnlichen Triumph feierte. Im Alter von ca. zwei Jahren wird der junge Stier auf seinen Mut erprobt im acoso y derribo: er wird von zwei Reitern mit langen Lanzen (garrocha) von der Herde getrennt, über die Weide gejagt und dabei mit der garrocha zu Fall gebracht. Greift er anschliessend das Pferd des anwesenden, ebenfalls mit einer garrocha bewaffneten picador - meist der mayoral der Zucht - an, hat er die Mutprobe bestanden, ansonsten wird er als Fleisch verkauft. Die garrocha hat eine kleine Spitze, die das Tier etwas piekt, jedoch keine Verletzungen herbeiführt. Mit garrochas werden auch die Herden geleitet. Bei bestandener Mutprobe darf er weitere Jahre auf die Weide, bis er im Alter von vier Jahren zu "Jungstierkämpfen" (novilladas) oder im Alter von fünf Jahren zu Stierkämpfen verkauft wird. Ausserordentlich gute und schöne Stiere sowie Stiere die beim Kampf begnadigt wurden gehen in die Zucht. Bei der tienta (od. auch tendadero) werden die jungen Kühe erprobt, sie allerdings mit Tüchern in einer kleinen Arena, die zu jeder Zucht gehört, mit dem Nebeneffekt, dass hier Anfänger und auch matadores bei dieser Gelegenheit üben können. Auch sie werden zu dem mit der garrocha bewaffneten picador geführt. Man sagt, der Stier erbt die Kraft und den Mut vom Vater und die Wildheit von der Mutter. Vier bis fünf Jahre ist der Stier auf der Weide. Hat er das nötige Alter erreicht wird er an eine plaza de toros verkauft, in der Regel sechs Stiere plus ein Ersatzstier resp. zwei Ersatzstiere für eine 1.Klasse-plaza, im Falle ein Stier wärend der corrida ausgewechselt werden muss. Die kann passieren wenn der Stier z. B. sich im Stall der plaza verletzt oder zu Beginn total inaktiv ist. Der Preis eines Stieres einer namhaften Zucht in einer 1.Kl.plaza kann 10'000 Euro übersteigen. Schon Wochen vor der corrida wird die Gruppe von den Herden getrennt und kommt auf eine eigene Weide, um sich aneinander zu gewöhnen. Wie kommt der Stier in die plaza? Als es noch keine Lastwagen gab wurden die Stiere von Reitern in die entsprechenden Städte getrieben. Musste man eine Ortschaft durchqueren ritt ein Reiter mit einer Glocke voraus und warnte die Bevölkerung, die dann in den Häusern verschwand. Als Tradition haben sich daraus die morgendlichen Stierrennen wärend des San Fermín-Festes von Pamplona erhalten. Es handelt sich dabei um die Stiere der corrida am Nachmittag, die von einem corral in die plaza getrieben werden. Heute werden die Stiere mit Lastwagen in die jeweiligen plazas gebracht, wobei jeder Stier einzeln in einer Box steht. Öfters sieht man auf der Strasse solche Lastwagen mit Kisten, beschriftet mit ganado bravo oder toros de lidia. Am späteren Vormittag vor dem Kampf werden sie den Veterinären, der Öffentlichkeit - vertreten durch den Präsidenten der plaza und der Guardia Civil - sowie den Vertretern der matadores vorgestellt. Die matadores selbst nehmen nie teil. Die Stiere werden gewogen und dann werden die Paarungen nach Grösse und Gewicht zusammengestellt, so dass nicht ein matador zwei grosse und der Kollege zwei kleine toros bekommt. Dazu werden die Zuchtnummern der Stiere auf kleine Zettelchen geschrieben, die jeweiligen Zettel eines Paares zusammengeknüllt zu einer kleinen Papierkugel und die drei Kügelchen (3 mal 2 Stiere) in den Cordobeser-Hut des mayorals (*) gesteckt, darauf kommt gegengleich ein zweiter Hut, das ganze wird geschüttelt und die Vertreter der matadores ziehen dann das jeweilige Stierpaar. Alsdann werden die Stiere getrennt und bis zum Nachmittag einzeln in Boxen getrieben. (*) Mayoral ist der Vorarbeiter der Zucht und somit verantwortlich für die Stiere. Er begleitet die Stiere zum Kampf und ist dafür verantwortlich, dass die toros in gutem Zustand an die plaza ausgeliefert werden. Als Vertreter der Zucht trägt er am Tag des Kampfes die andalusische Tracht, grau gestreifte Hosen mit hellem Umschlag, Stiefel, kurze Jacke und "Cordobeser"-Hut mit breiter gerader Krempe. Diese Tracht tragen alle mayorales, auch die Nordspanier. (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona) Bisher erschienen in dieser Artikelserie: Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
  12. Stierkampf: Tauromaquia

    Mir ist klar, dass dies ein sehr kontroverses Thema ist. Ich möchte hier ein paar wissenswerte Dinge rund um den Stierkampf erzählen, oft auch Kleinigkeiten, von denen man in Büchern nichts liest. Auch der Ablauf einer corrida de toros wird beschrieben. Am Ende findet man ein paar praktische Tipps wenn man eine corrida besuchen möchte. Ich bin bewusst nicht auf die Geschichte der corrida de toros eingegangen, dies würde den Rahmen hier sprengen. Ich benutze hier einige spanische Worte resp. Fachausdrücke. Weiter hinten findet man auch ein Vokabular. Nur soviel zu Beginn - ich schreibe hier von plaza (genau plaza de toros), damit ist natürlich die Arena gemeint (Arena heisst auf spanisch Sand und wird nicht für das Gebäude benutzt). Auch ist die Rede von matador für den Mann, der den Stier tötet, natürlich betrifft dies aber auch den novillero - (Jungmatador). Der Ausdruck torero beinhaltet alle aktiven Teilnehmer, also matador/novillero, aber auch banderilleros und picadores. (Ein torrero mit zwei r- wie oft fälschlich auf deutsch geschrieben - ist übrigens ein Turmwächter...). Spanische Worte schreibe ich - der Sprache folgend - klein, so auch die im Deutschen gebräuchlichen Worte matador oder torero. Ziele der corrida de toros Parar – templar – mandar – die Grundlagen der Tauromaquia. Parar = den wilden Stier, dessen Instinkt auf Angriff steht, zu bremsen. Templar = den nun bereits etwas gesammelten Stier zu beruhigen. Mandar = das wilde Tier soweit zu bringen, dass es dem Willen des körperlich unterlegenen Menschen folgt. Diese Arbeit erfolgt mit der muleta im dritten Teil des Kampfes, wo der Stier dem Tuch bis zum Höhepunkt, dem Todesstoss, folgt. Ohne Tod des Stieres wäre dies letztendlich der absolute Sieg des Tieres über den Menschen. Pro + Contra Was spricht für die corrida de toros – ohne corrida würde die Zucht dieses Tieres eingestellt, da sie nur als Fleischproduzent zu aufwendig ist und der Stier selbst zu gefährlich. Der toro bravo ist eine der wenigen wenn nicht die einzige noch erhaltene Rasse, die auf das alte Ur-Rind zurückgeht und. Mit dem toro bravo würden in Spanien auch riesige Ländereien mit Korkeichen und ähnlichen schützenswerten Gewächsen verschwinden. Das Argument, dass diese Rinderrasse auch ohne corrida de toros weitergezüchtet würde greift nicht, es kann sich rein finanziell kein Züchter leisten, so eine wilde Rasse, die grosse Ländereien braucht, nur fürs Schlachthaus zu züchten. Auch würden die Tiere - ausser ein paar Zuchtstiere - gar nicht erst fünf Jahre alt. Natürlich könnte die Menschheit ohne corrida de toros auskommen. Wie gesagt, die Weideflächen würden verschwinden und somit auch die Landflächen, die auch Heimat vieler zum Teil noch seltener Tiere sind, Vogelarten, aber z.B. auch Chamäleone usw. Die Arenen würden verfallen, abgerissen oder für andere Zwecke gebraucht und viele Menschen würden erst mal arbeitslos. Es würde ein spanisches Kulturgut - vom König als solches eingestuft - verschwinden. Oft wird mir die Frage gestellt, warum man an corridas geht. Ich glaube eine schlüssige Antwort darauf kann niemand geben, es ist eine Faszination des Zusammenprallens zwischen Mensch und Tier, Kultur und Natur, die Dominanz des Geistes über die pure, rohe Kraft. Und dabei immer das Suchen nach der "perfekten faena" - der perfekten und eleganten Arbeit. In Mitteleuropa hört man oft den Ausdruck "blutrünstiges Publikum", es wird unterstellt, dass alle Leute an corridas gehen, weil es ihnen Spass macht Tiere zu quälen, man hat den aficionados auch schon vorgeworfen, ihre Kinder zu schlagen und ähnlichen Unsinn. Ich denke, bevor man sich zu solchen dümmlichen Aussprüchen hinreissen lässt sollte man wirklich eine corrida besuchen und sich mal im Publikum umsehen. Oft wird von Stierkampfgegnern ins Feld geführt, ohne ausländische Touristen gäbe es keine corrida de toros mehr. Auch das stimmt so nicht, denn die bekanntesten Kämpfe, mit regelmässig vollen Arenen finden in Gegenden statt, in denen nur wenig Tourismus herrscht. Ich glaube kaum, wenn im Sommer in Bilbao die plaza mehrere Tage mit jeweils rund 15'000 Menschen gefüllt ist, dass dies vor allem Ausländer sind. Dasselbe gilt auch für Orte wie San Sebastián, Albacete usw. und auch Madrid dürfte kaum einen Monat lang zu San Isidro im Mai/Juni täglich 23'000 Ausländer mobilisieren. Übrigens gibt es auch Gegenden in Spanien, in denen die corride de toros nie Fuss gefasst hat, Galicia und Asturia. Schmerz – da der Stier in einer absoluten Ausnahmesituation ist, von der Herde getrennt und auf unbekanntem Gebiet, greift er an, der Adrenalinspiegel steigt. Dies hält ca. 20 Minuten an und ist mit ein Grund, warum der Stier nach dieser Zeit tod sein sollte. Es wurden schon wissenschaftliche Untersuchungen gemacht mit Sensoren über das Schmerzverhalten und festgestellt, dass der Stier zu diesem Zeitpunkt keinen Schmerz verspürt. Von Tierschützer vorgebrachte Argumente – da kursieren die seltsamsten und unausrottbaren Gerüchte wie der Stier bekomme die Stimmbänder durchgeschnitten damit er nicht vor Schmerz brüllen kann. Argument siehe oben – hin und wieder hört man auch mal einen Stier, dass er ein muhen von sich gibt, dies ist aber weit entfernt von „vor Schmerz brüllen“, beweist aber, dass er absolut seine Stimmbänder noch hat. Vor der corrida Beine mit Terpentin einstreichen, Nüstern oder Augen mit Vaseline einstreichen, Sandsäcke auf Nieren, Abführmittel und ähnlichen Unsinn wäre absolut kontraproduktiv, entweder würde der Stier mit solcher „Behandlung“ absolut unberechenbar und somit ausserdordentlich gefährlich für den matador (wäre also auch das Gegenteil von dem was die „Tierschützer“ unterstellen) oder der Stier würde tatsächlich keinerlei Angriff starten, was letztendlich nicht weniger gefährlich wäre. Überlegen wir also mal wer Interesse an so ein „Behandlung“ hätte - das Management der plaza? Die corrida wäre ausserdordentlich schlecht, bei Wiederholung würde das Publikum fern bleiben und das finanzielle Desaster wäre vorprogrammiert. Der Züchter? Von einem Züchter mit schlechten Stieren würde keine plaza mehr Tiere abkaufen. Der matador? Mit solchen Stieren, die nicht angreifen kann er nicht triumphieren, also will ihn keiner mehr sehen und auch er darf sich um einen neuen Job bemühen. Aber natürlich ist auch bei der corrida de toros viel Geld im Spiel und damit kommen tatsächlich auch hin und wieder unschöne und verbotenen Dinge vor. Als Hauptärgerniss wäre da das „rasieren“ der Hörner zu nennen, man feilt die Hornspitzen etwas kürzer. Wie ein Mensch, der wenn er etwas greifen möchte, genau weiss wie lange sein Arm ist so weiss auch der Stier genau wie lange seine Hörner sind. Sind nun die Hörner kürzer wird er natürlich ins Leere stossen. Sehr oft werden Hörner nach der corrida wissenschaftlich untersucht ob sie manipuliert wurden und wenn es sich herausstellt wird der Züchter mit hohen Strafen belegt. Kontrollorgan über den Stierkampf ist übrigens das Innenministerium. (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona) Bisher erschienen in dieser Artikelserie: Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
  13. Stierkampf: Tipps

    Tipps zum Besuch eine corrida de toros In der plaza de toros von El Puerto de Sta. María gibt es eine berühmte Kachelnformation, mit der Inschrift "QUIEN NO HA VISTO TOROS EN EL PUERTO, NO SABE LO QUE ES UN DIA DE TOROS." (Wer keine Stiere (im Sinn von corrida) in El Puerto gesehen hat weiss nicht was ein Tag der Stiere ist.) Sie enthält eine grosse Wahrheit - ein Tag der Stiere. Um ein corrida zu sehen und zu erleben braucht es gewisse Vorbereitungen, die natürlich unterschiedlich sind - je nachdem ob man seine erste corrida sieht, bereits aficionado ist oder selbst als torero involviert ist. Letztere werden diese Seite kaum lesen, aficionados wissen wovon ich rede, aber für den Leser der zum Erstenmal eine corrida sehen möchte sollen ein paar Ratschläge helfen, dass die Sache positiv erlebt wird und nicht mit einer Enttäuschung endet. Auf jedenfall sollte man sich erst etwas einlesen und versuchen mit der Sache vertraut zu machen. Wer gänzlich unverbereitet zu den Stieren geht wird in den meisten Fällen enttäuscht werden. Wie erfahre ich wo corridas stattfinden? In der Tagespresse und vor allem durch Plakate, die an den möglichsten und unmöglichsten Orten angebracht werden. Hier liest man auch, um was für eine Art corrida es sich handelt: corrida de toros = ein Stierkampf mit matadores und ausgewachsenen Stieren novillada = ein Stierkampf mit Jungmatadoren und etwas kleineren Stieren novillada sin picadores = ein Stierkampf mit Anfängern, die Stiere sind zu klein/jung für picadores. rejoneo = ein Stierkampf zu Pferd festival = ein Stierkampf mit jungen, kleinen Stieren, meist eine Benefizveranstaltung. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern die andalusische Tracht. Es kann sich sehr wohl um bekannte matadores handeln, oft auch ältere, die sonst nicht mehr aktiv sind. Eine Vorschau gibt es auch jeweils in den führenden Wochenzeitschriften über die corrida de toros, Aplausos oder 6Toros6. Tickets / billetes Karten kauft man an den bezeichneten Vorverkaufsstellen, (oft ist es eine Bar - in einem Dorf kann es auch schon mal der Pfarrer sein) oder direkt an der plaza. In grossen Städten wie z.B Sevilla besorgen einem in der Regel auch die Hotels Karten. Direkt vor der corrida kann man noch Karten an der plaza kaufen - es sei denn es heisst no hay billetes - es ist ausverkauft, was vor allem an ferias vorkommen kann. Bei grossen Ferias (z.B. Fallas Valencia, Feria de Abril in Sevilla oder bei San Isidro in Madrid) ist es fast aussichtslos am gleichen Tag ein billete zu bekommen. Da bleibt einem nur der Schwarzmarkt, wobei bei corridas mit grosser Nachfrage, also mit den Stars die Schwarzmarkpreise ins astronomische steigen. Bei den Sitzplätzen unterscheidet man zwischen den teureren Schattenplätze (sombra), die meist auch etwas näher am Geschehen sind, und die preiswerteren Sonnenplätze (sol), in einigen grossen Arenen gibt es auch sol y sombra. Normalerweise wird man tendido (Rang) kaufen, barrera ist die sehr teure erste Reihe. Es gibt auch Plätze ganz oben, die je nach plaza unter den unterschiedlichsten Namen verkauft werden. Da eine plaza de toros keine Säulen hat ist die Sicht überall uneingeschränkt, ausser vielleicht oben unter den Arkaden. Ausnahme - die berühmte, sehr alte plaza von Ronda, hier gibt es Säulen bis zur ersten Reihe, die Sicht ist ziemlich eingeschränkt. Die Plätze sind eingeteilt nach Rang-Nummer (also z.B tendido 1, tendido 2 etc.) und Platznummern. Es gibt plazas wo auf der einen Seite die ungeraden Nummern und auf der anderen Seite die geraden sind, ähnlich dem Hausnummersystem. Man muss sich also keine Gedanken machen wenn man z.B. die Plätze 43, 45 und 47 hat, es sind fortlaufende Nummern. In kleinen plazas der 3. Kategorie kann es auch vorkommen dass die Plätze nicht nummeriert sind, hier empfiehlt sich sehr frühzeitiges Erscheinen. Es ist - besonders Sonntags und bei ferias in der Stadt - üblich, sich sonntäglich zu kleiden, wobei die jüngeren Leute hier auch schon eher leger gekleidet sind. Über Touristen allerdings mit nacktem Oberkörper und Bikinioberteil lächelt man nachsichtig, empfindet es aber allgemein den toreros gegenüber und dem Stier - um dessen Tod es immerhin geht - als unhöflich. In der sombra ist man so absolut "underdresst". Damen empfehle ich Hosen, oft ist sehr wenig Platz und man muss breitbeinig sitzen. Mit grossen Rucksäcken kann es auf den Rängen sehr eng werden! Kann ich mein Kind mitnehmen? Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Spanische Kinder wachsen natürlich mit den Bildern auf, wärend es für "unsere" Kinder eine fremde Welt ist. Man hat psychologische Untersuchungen bei Kindern gemacht, die regelmässig an corridas gehen und keinerlei Verhaltensstörungen oder ähnliches feststellen können. Trotzdem kam es zu Katalonien zu einem Verbot, Kinder unter 14 Jahren dürfen in dieser Region nicht an corridas. Kleine Kinder langweilen sich bei einer zwei- bis dreistündigen corrida oft, zumal das Geschehen für sie auch recht weit weg ist, finden dann aber auch oft Unterhaltung bei der Beobachtung des nächsten Publikums. Natürlich ist es schwer, wenn Fragen von Kindern kommen, auf die man selbst keine Antwort hat, aber wenn man den Kindern erklärt, dass man es selbst nicht weiss, geben sie sich damit zufrieden - man könnte ja das Angebot machen, dass man versucht sich später zusammen noch darüber zu informieren. Ich habe aber noch nie gehört, dass ein Kind nach einem Besuch einer corrida begann einem Tier Schmerz zu zufügen. Kinder können sehr wohl unterscheiden zwischen dem Geschehen in der der plaza und ihrem eigenen Umfeld. Meine Kinder sind es von klein auf gewohnt an corridas zu gehen und ich konnte nie einen negativen Einfluss auf ihr Verhalten gegenüber Tieren feststellen. Als sie grösser wurden und ihnen die Sache bewusster wurde haben sie sehr wohl viele Dinge hinterfragt. Heute im Teenageralter ist mein Sohn ein grosser aficionado, wärend meine Tochter höchstens ein bis zwei ausgesuchte corridas im Jahr besucht, jedoch hat auch sie ein grosses Wissen. Es geht los! Der Tag der corrida de toros ist da! Man sollte möglichst frühzeitig zur plaza kommen, vor allem wenn man mit dem Wagen da ist. Vielleicht muss man sich ja auch noch ein Ticket kaufen. Ausserdem beginnt in Spanien nichts so pünktlich wie eine corrida de toros. Man sollte noch etwas Zeit haben, um die plaza bummeln, sehen und gesehen werden ist nun bei der einheimischen Bevölkerung angesagt. Ganz wichtig - noch eine copita (ein Gläschen) in der nächsten Bar ist ein Muss. Wahrscheinlich ist sie bereits übervoll, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, zur Bar durchschlängeln! Gestärkt sucht man dann seine Plätze auf - mein Rat: frühzeitig, denn den richtigen Eingang und die richtigen Plätze zu finden ist - je nach plaza - manchmal selbst für geübte corrida-Besucher eine Herausforderung! Meist sind einem aber Platzanweiser behilflich (ein kleines Trinkgeld ist willkommen!). In vielen plazas gibt es Sitzkissen zu leihen, der Erlös kommt meist dem Roten Kreuz zu Gute. Sollte man unbedingt tun, zwei bis drei Stunden auf einer Steinbank kann im wahrsten Sinne des Wortes hart werden. Und jetzt kann es endlich los gehen - der Sitznachbar rammt Dir seinen Ellbogen in die Rippen, die Lady hinter Dir piekst Dir ihre spitzen Knie in den Rücken, Du sitzt breitbeinig da, denn der Wohlbeleibte vor Dir sitzt zwischen Deinen Beinen, aber er vernebelt Dir sowieso die Sicht mit seinem puro (Zigarre) und die Dame zu Deiner Rechten treibt Dich zum Wahnsinn, wobei Du Dir aber nicht sicher bist - ist es das konstante Fächergewedel oder die Goldarmreifen, die dabei nervtötend klimpern - mit anderen Worten: die Atmosphäre ist einmalig! (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona) Bisher erschienen in dieser Artikelserie: Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
  14. Stierkampf: Vokabular

    Wörter und Ausdrücke alguaciles - Vertreter des Präsidenten im ruedo alternativa - Zeremonie, bei der ein novillero in den Stand des matador erhoben wird. banderillas - mit buntem Papier umwickelte Stäbe mit einem kleinen Widerhaken, der unter die Haut des Stieres gesteckt wird, um einseitiges Stossen des Stieres auszugleichen banderillero - Helfer des matador, er setzt auch die banderillas, ausser der matador macht dies selbst barrera - Plätze in der ersten Reihe brindis - Widmung burladero - Schutzwand für die toreros callejón - Gang um das Sandrund, das man durch die burladeros betritt. Im callejón halten sich alle Aktiven auf. Ganz alte plazas haben keinen callejón. capa, auch capote - pinkfarbenes Tuch in Form eines Umhangs (capa), es wird von den banderilleros benutzt, sowie von den matadores in den ersten beiden Drittel des Kampfes cartel - das Plakat un buen cartel - wörtlich ein gutes Plakat = es treten gute matadores auf, ein gutes Programm coleta - das Zöpfchen (Zunftabzeichen) der toreros cortar la coleta - den Zopf abschneiden, im Sinne von er hört auf, hängt seinen Job an den Nagel. cornada - Verletzung durch das Horn corrida de toros - der Stierkampf cuadrilla - die Mannschaft des matador, bestehend aus zwei picadores, drei banderilleros und einem mozo de espada descabello - ähnlich einer espada, für den Gnadenstoss diestro - Ausdruck für einen guten matador divisa - Farben und Brandzeichen der Zucht enfermería - Unfallstation espada, auch estoque - der Degen (auch für den matador wird der Ausdruck espada gebraucht) faena - die Hauptarbeit, die der matador im letzten Teil des Kampfes mit der muleta ausführt festival - corrida zu Ehren von jemanden oder auch als Benefizcorrida. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern andalusische Tracht ganadería - Zucht lleno hasta la bandera - wörtlich: voll bis zur Fahne. In grossen plazas sind die obersten Ränge überdacht und meistens wehen da Fahnen. Ist die plaza ausverkauft sitzen oft noch ein paar Mutige beim Fahnenmast, daher dieser Ausdruck für eine ausverkaufte corrida matador - von matar - töten. Er ist der Chef, der den Stier mit der faena "bearbeitet" und tötet mayoral - Verwalter der Zucht. Er begleitet die Stiere von der Zucht zur plaza und ist für die korrekte Übergabe verantwortlich. mozo de espadas - wörtlich Degenjunge, er hilft dem matador beim Ankleiden und reicht ihm während des Kampfes die benötigten Utensilien. Er ist auch zuständig dafür, dass bis zum nächsten Kampf alles wieder sauber und in Ordnung ist. muleta - das rote Tuch, das der matador bei der faena benutzt. Es ist aussen rot und innen gelb, nach der spanischen Flagge. Da der Stier farbenblind ist, ist die Farbe egal, früher waren die muletas weiss. novillada - corrida mit Jungmatadoren (novilleros) und jungen Stieren (novillos) novillero - Jungmatador novillo - Jungstier, ca. 4 Jahre alt, wird von novilleros bekämpft oreja - Ohr - wird nach einem guten Kampf als Trophäe dem matador verliehen (ein oder zwei Ohren) paseíllo - der Einzug zu Beginn der corrida peto - Matratzenartiger Schutz des Pferdes des picador pica oder puya - Lanze des picador picador - Reiter, der den Stier mit einer Lanze (pica oder puya) empfängt. Sein Pferd wird mit einem peto - einer Art Matratze - geschützt plaza portátil - kleine Stierkampfarena, die man wir ein Zirkuszelt aufbauen kann - wird oft in kleineren Orten ohne eigene Arena benutzt plaza de toros - Die Arena (arena heisst auf spanisch Sand, dieses Wort wird nicht für den Bau benutzt) rabo - Schwanz - wird als Trophäe nach zwei Ohren dem matador verliehen rejoneador - Stierkämpfer zu Pferd (nicht zu verwechseln mit dem picador!). Der rejoneador macht die gleiche Arbeit wie der matador, jedoch vom Pferd. Gekleidet ist er in der andalusischen Tracht, als Portugiese in alter höfischer Tracht mit Dreispitz. ruedo - das Sandrund sol - Sonnenplätze sombra - Schattenplätze sol y sombra - in manchen Arenen gibt es sol y sombra Plätze, da sitzt man die erste Hälfte in der Sonne und die zweite Hälfte der Zeit im Schatten. taquilla - Kartenverkaufsschalter tendido - Sitzplätze auf Rängen torero - Stierkämpfer, schliesst alle ein, die mit Stierkampf zu tun haben (Vorsicht: auf deutsch oft falsch als "Torrero" mit zwei r geschrieben, ein Torrero ist aber ein Turmwächter!) toril - Stall mit Einzelboxen für die Stiere toro - ausgewachsener Stier, wird nur von matadores bekämpft traje de luces - "Lichttracht", die Tracht der toreros ¡vamos a los toros! - wörtlich lasst uns zu den Stieren gehen! - wir gehen zur corrida voltereta - Überschlag, Unfall eines torero ohne Verletzung vuelta al ruedo - Ehrenrunde des matadors oder auch des Stieres (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona) Bisher erschienen in dieser Artikelserie: Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular Stierkamp: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps... 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  15. rejoneo 2 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer beim rejoneo mit einem Stier in der Stierkampfarena, dem Berittener Stierkampf. Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  16. muleta 4 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer mit seiner muleta, dem Degen und dem Stier in der Stierkampfarena. Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  17. muleta 2 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer mit seiner muleta und dem Stier in der Stierkampfarena. Manzanares - Morón Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  18. capote 2 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer mit seiner capa und dem Stier in der Stierkampfarena. Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  19. banderillas 1 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Banderillero mit banderillas und Stier, beim Stierkampf in einer Stierkampfarena. Fandi - Vejer Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  20. picador - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein picador zu Pferd und dem Stier in der Stierkampfarena. Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  21. paseillo - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Der so genannte paseíllo zu Beginn eines Stierkampfes, mit den Stierkämpfern (matadores), banderilleros und areneros in der Stierkampfarena. Cid / Manzanares / Cayetano - Morón Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros

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  22. muleta 3 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer mit seiner muleta und dem Stier in der Stierkampfarena. Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Arenen und Sonstiges

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  23. brindes - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer begrüßt das Publikum und den Präsident (el presidente) mit dem so genannten brindes. El Fandi - San Fernando Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Arenen und Sonstiges

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  24. banderillas 2 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Banderillero mit banderillas, beim Stierkampf in einer Stierkampfarena. Padilla - Prado del Rey Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Torero

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  25. capote 1 - Stierkampf - Tauromaquia - corrida de toros

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    Ein Stierkämpfer mit seiner capa und dem Stier in der Stierkampfarena. Bild zur Dokumentationsreihe: Stierkampf: Der Torero

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