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  1. Heute Abend um 23.30 Uhr zeigt die ARD in Rahmen ihre TV-Reihe "Geschichte im Ersten", eine 45 minütige Dokumentation über die Geschichte des deutschen Konzerns Mercedes-Benz, zu Zeiten der argentinischen Militärdiktatur. Wie verhält man sich als westlicher Konzern, dessen Zentrale in einem modernem, demokratischem Land sitzt? Immerhin sollte Mercedes durch die eigene Rolle im dritten Reich, ja so einiges aus der Geschichte gelernt haben. Setzte man sich nun in Argentinien für die Menschen und deren Rechte ein? Oder schweigte man, kooperierte und paktierte man evtl. sogar mit der Diktaturregierung, egal um welchen Preis und setze hier die eigene Profitmaxiierung über die Menschenrechte?
  2. Es geht um 500 Millionen Euro! Noch ist das ganze Ausmaß dieses Skandals nur zu erahnen, aber die ersten Hinweise sprechen dafür, dass sich nach diesem Skandal die spanischen Gewerkschaften komplett abgeschafft haben werden. http://www.andaluz.tv/nachrichten/nachricht-andalusien.php?idNot=13690&url=gewerkschaften-andalusien-spanien#sthash.P7vwKVjf.dpuf
  3. Es ist ja nicht so, als würde sich die Spanische Regierung nicht darum kümmern die wirtschaftlichen Probleme Spaniens in den Griff zu bekommen, aber leicht macht man es ihr wirklich nicht. Erst kürzlich hat die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident José Luis Rodrígues Zapatero ein weiteres Millionen-Sparpaket mit nur einer Stimme Mehrheit durchgepaukt und konnte dafür sogar den Lob des Generaldirektors vom Internationalen Währungsfonds einheimsen und schon wird Spanien wegen eben dieser Sparaktion durch die Ratingagentur Fitch von einem vorbildlichen AAA auf die nächst tiefere Stufe AA+ abgestraft. Da will man das Land vorbildlich sanieren und bekommt dafür auch noch eins auf den Deckel. Wenn das mal nicht ungerecht ist. Aber die ökonomischen Verhältnisse sind auch alles andere als leicht. Wie spart man viel und richtig ohne das wirtschaftliche Wachstum im eigenem Land zu hemmen und sich in eine hausgemachte Rezension zu sparen? Einen solchen Königsweg lehrt man zwar gerne an den Universitäten, aber in der realen Wirtschaft eines Landes sind die Dinge komplexer und vielschichtiger verknüpft, als dass man sie mit einfachen Formeln lösen könnte. Spanien muss gleich drei große Probleme im Land Land lösen, deren Mittel zur Lösung in den wenigsten Fällen bei der Bevölkerung auf Gegenliebe und Verständnis stoßen. Da ist zum einen das gewaltige Haushaltsdefizit, welches für eine gute Kreditwürdigkeit des Landes unbedingt zurückgeführt werden muss. Dazu kommt der Arbeitsmarkt mit einen hohen Anzahl an Arbeitslosen. Hinzu kommen die marroden Sparkassen welche durch die Immobilienkrise aufgedeckten lauen Immobilienkredite in arge Bedrängnis geraden sind und immerhin die Hälfte des spanischen Bankenmarktes ausmachen. Schon die zahlreichen Einsparungen stoßen viele Spanier sauer aus, aber die von der Wirtschaft und Teilen der Politik geforderte flexiblere Arbeitsmarkt, ist aber traditionell Wasser auf den Mühlen der Gewerkschaften. Hier ist jetzt schon die Rede vom Generalstreik. Wie absurd im übrigen die Ratingagenturen handeln, zeigt sich in der Aussage von Fitch, dass Rating für Spanien in den kommenden 12 Monaten nicht erneut bewerten. Also entweder hat das Rating hat etwas mit der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung eines Landes zu tun, dann sollte es auch eine kontinuierliche Anpassung des Ratings geben. So aber ist es nur ein Zeitfenster in die Zeit, als das Rating erstellt wurde. Aber auch so muss Spanien nun aufpassen, dass dem Land durch ein unverhältnismäßige Einsparungen nicht die Steuereinnahmen weg brechen. Und so blieben nach wie vor die Fragen.Wie Sparen und weiterhin das Land aufbauen? Wie das Land finanziell retten ohne es finanziell zu erwürgen? Selbst Deutschland schafft es seit Jahrzehnten nicht, den Schuldenberg abzubauen und immerhin haben die Spanier weniger Schulden als das international in wirtschaftlichen Dingen so hoch angesehene Deutschland. Aber immerhin hat Deutschland ein gut funktionierende Wirtschaft und dadurch einen bei weitem besseren Haushalt. Wie auch immer, Spanien steht am Anfang der sprichwörtlichen Sisyphusarbeit um sich wirtschaftlich zu sanieren. Ein kurzer hystorischer Hintergrund aus dem alten Griechenland: Sisyphos hatte neben vielen anderen Dingen sich vor allem darin versündigt, dass er sich über die Götter im Olymp lustig gemacht hatte, worauf ihm eine Strafe mit einer unlößbaren Aufgabe auferlegt wurde. „Und weiter sah ich den Sisyphos in gewaltigen Schmerzen: wie er mit beiden Armen einen Felsblock, einen ungeheuren, fortschaffen wollte. Ja, und mit Händen und Füßen stemmend, stieß er den Block hinauf auf einen Hügel. Doch wenn er ihn über die Kuppe werfen wollte, so drehte ihn das Übergewicht zurück: von neuem rollte dann der Block, der schamlose, ins Feld hinunter. Er aber stieß ihn immer wieder zurück, sich anspannend, und es rann der Schweiß ihm von den Gliedern, und der Staub erhob sich über sein Haupt hinaus.“ – Homer: Odyssee 11. Gesang, 593–600. Übersetzung Wolfgang Schadewaldt Heutzutage bezeichnet man daher eine Aufgabe, welche trotz größer Mühe und Anstrengungen kaum oder so gut wie nie erledigt werden kann als Sisyphosarbeit bzw. Sisiphusarbeit.