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  1. Als 2011 mehrere Menschen nicht nur an dem EHEC-Erreger erkrankten, sondern auch 53 Menschen in Deutschland starben, war nicht nur die Angst um diesen Erreger groß, sondern auch die Panik. Fieberhaft wurde nach dem Überträger für den lebensbedrohlichen Darminfekt gesucht und in Deutschland glaubte man ihn dann schließlich den Überträger bei spanischen Gurken gefunden zu haben. Bei Proben vom Hamburger Großmarkt, wurde auf Salatgurken aus Spanien, der Ehec-Erreger gefunden. In dieser Situation sprach die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) auf der Pressekonferenz vom 26. Mai 2011 von einem Durchbruch und dabei riet vom Verzehr von Salatgurken aus Spanien generell ab. Wie später heraus stellt, war dies ein großer Fehler, denn nicht das Gemüse aus Spanien war der Überträger des tödlichen Erregers, sondern wohl Sprossen aus Ägypten. Der Imageschaden für die spanische Gurke war nun aber schon da und ebenso der wirtschaftliche Schaden für die spanischen Bauern. Der Hersteller Frunet der Gurken, auf dem damals der Erreger gefunden worden sein soll, hat nun gegen die Stadt Hamburg geklagt und es zeigt sich ab, dass die daraus resultierenden Schadensersatzforderungen nicht unerheblich sein können. Selbst beziffert der Hersteller den Schaden auf 2,2 Millionen Euro. Wie nun das Gericht festgestellt hat, hatte die Behörde damals vorschnell und unverhältnismäßig aufgrund der vorliegenden Tatsachen, vor Salatgurken aus Spanien gewarnt. Die Behörde habe bei ihrer Mitteilungen bei der Pressekonferenz Aussagen getätigt, welche über den damaligen Kenntnisstand der Behörde hinausgegangen. Grundsätzlich stellte der Richter am Hamburger Landgericht nun auch fest, dass dem Produzenten der Gurken, Schadensersatz zustehe. Die Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks kündigte gleich am Freitag an, gegen das Urteil in die Berufung zu gehen. Ihre Worte hierzu: "Die Nennung von Unternehmen, die gesundheitsgefährdende Lebensmittel in Verkehr bringen, ist aus meiner Sicht geboten." Die Frage bleibt dann aber bestehen, ob das Unternehmen wirklich gesundheitsgefährdende Lebensmittel in Umlauf gebracht hat? Wie verhältnismäßig war die Warnung? Den mit letzter Sicherheit wusste man damals nicht, ob diese Gurken für die Übertragung verantwortlich waren. Sicher ist auch eines, egal wie hoch der Schadensersatz ausfallen wird, er wird sicher um ein vielfaches höher ausfallen, wenn andere spanische Gurkenproduzenten und Bauern ihren Ausfall geltend machen werden.
  2. "Ist einmal der Ruf ruiniert, lebt es sich doppelt so ungeniert", so zumindest lautet ein altes Sprichwort. Die Realität sieht aber oft anders aus, wie die spanische Gurke seit dem EHEC-Vorwurf sozusagen am eigenem Leibe erfahren darf. Trotz bewiesener Unschuld, hat die vormals bei den Deutschen so beliebte spanische Gurke nicht den Gang zurück in die deutschen Supermarktregale geschafft. Schmollen und Heulen hilft da aber nicht viel und so wird nun kräftig die Werbetrommel für die spanische Gurke gerührt. Einst von der spanischen Agrarministerin Rosa Alguila in Leben gerufen, wird nun die Kampagne für die spanische Gurke patriotisch von zahlreichen Spaniern aufgenommen. Sogar der andalusische Traditionsverein FC Sevilla solidarisiert sich mit seinen Bauern und macht auf den Trikots Werbung für die heimische Gurke.
  3. Gerade eben lief es über die Nachrichten. Der EHEC-Virus, welcher hier in Deutschland schon einige Todesopfer forderte, wird laut Hamburger Hygiene-Institut durch Salatgurken aus Spanien übertragen. Da es gegen den EHEC-Virus keine Impfung gibt, sollte man besonders Vorsicht walten lassen, wie zum Beispiel regelmäßiges Händewaschen. Hat man einen Infektionsverdacht, welcher sich unter anderem durch blutigem Durchfall äußert, sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Durch den Durchfall sollte man viel trinken um einen Flüssigkeitsverlust entgegen zu wirken und diesen damit auszugleichen. Auch wird davor gewarnt, bei einer Infektion, diese mit Antibiotika bekämpfen zu wollen, da hierdurch weitere Giftstoffe freigesetzt werden. Weitere Symptome neben dem wässrigen und blutigen Durchfall sind Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Nicht immer müssen alle gleichzeitig auftreten. Wenn die Krankheit jedoch schlimm verläuft, kommt es zu Blutarmut, Gefäf- und Nierenschäden, welche dann zu Nierenversagen führen können. Dies wird dann HUS bzw. hämolytisch-urämisches Syndrom genannt. EHEC steht hier für den Enterohömorhagischen Escherischia Coli-Bakterium und gehört zu den Koli-Bakterien. Er spaltet in der Regel Nährstoffe im Darm und wehrt Krankheitserreger ab und findet sich bei den Nutztieren wieder. Beim Menschen jedoch setzt er Giftstoffe frei und kann Krankheiten auslößen. Da er bei den Nutztieren gefunden wird, wird der Erreger auch durch den Kot der Nutztiere übertragen. So wird vermutet, dass er durch das Düngen mit Gülle auf den Feldern auf das Gemüse übertragen wird. Daher auch die Ratschläge Gemüse vorher gründlich zu waschen oder gar bei hohen Temperaturen, lange zu kochen. Dies erklärt auch, warum Frauen hier öfters vom Virus betroffen sind, da sie in der Küchenarbeit, öfters mit dem rohen Gemüse in Verbindung kommen. Nun muss sich noch zeigen, ob die spanischen Gurken, die einzige EHEC-Quelle sind oder ob noch weitere Gemüsesorten wie Tomaten aus Spanien davon betroffen sind.