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  1. Joaquin

    Die spanische Hochzeit

    Die spanische Hochzeit ist ein Buch von Louis Fürnberg. Es erschien 1948 im Berlin : Dietz Verlag. Inhalt Dem Andenken an Frederico Garcia Lorca - ermordet von den Banden des Generals Franco in Granada Die "Spanische Hochzeit" wurde im Dezember 1944 begonnen und im April 1945 vollendet. Die Sowjetunion hatte für die ganze Menschheit geblutet, geopfert und gesiegt. Erst als der Ausgang des Krieges entschieden war, die Rote Armee in ihrem epochalen Siegeszuge die gequälten Völker erlöst und befreit hatte, verstanden sich die Westmächte zur Eröffnung der Zweiten Front. Denn die Zweite Front sollte nicht so sehr der endgültigen Niederwerfung des Faschismus dienen als der brutalen Erdrosselung der Freiheitsbewegungen der Völker, die der faschistischen Unterdrückung ledig geworden waren. Am entsetzlichsten erwies sich das am Beispiel Griechenlands. Wer vergäße je des Gemetzels, das der britische General Scobie unter dem Oberbefehl Winston Churchills und mit Bevins Billigung unter den griechischen Freiheitskämpfern veranstaltete? Wer der RAF- Bomber, die über die Akropolis zogen, des Kindermords von Athen im Dezember 1944 und des gespenstischen Marionettenspiels um den verräterischen griechischen König? Wer vergäße je den amerikanischen "Befreier", die in Paris einzogen, als Paris vom französischen Volke befreit worden war? Wer der belgischen Freiheitskämpfer , die von den Engländern entwaffnet wurden? Wer der amerikanischen und bitischen Bomben, die auf die Arbeiter Turins niederhagelten, als sie die Faschisten vertrieben hatten? Und wer erinnerte sich nicht des zynischen Winston Churchill, der als Premierminister der Britischen Krone, noch während des Völkerkrieges gegen den Faschismus, dem blutigen Monster Franco seine Freundschaft antrug? Dieser langen Ballade ist ein Meldung der Zeitungsagentur Reuter vorangestellt, die in den Tagen, da das Blut in Strömen floß, das Blut der Verteidiger der Freiheit, das Blut der armen Kinder von Athen, in englischen und amerikanischen Zeitungen erschien. Diese beispiellose zynische Meldung, deren Datum man genau beachten möge, wurde mir zum Anlaß meines Gedichts. Mag sie nun als ein Memento darüberstehen. Und unter ihr die drei Sätze aus Konstantin Simonows erschütternder Reportage aus Lublin. Die Prinzenhochzeit von Sevilla über den Zehntausenden Schühlein der gemordeten Kinder... Aus Schmerz und Zorn ist meine lange Ballade gemacht. Aber während ich sie schrieb, war groß und strahlend, tröstlich und beglückend das Bewußtsein in mir, Zeitgenosse der herrlichen Sowjetunion zu sein, deren Existenz und Tat der Qual ein Ende setzte und der tödlichen Einsamkeit, von der so viele Strophen meines Gedichts handeln. .... Louis Fürnberg Bezugsquellen ASIN B00A41ZA2I
  2. Joaquin

    Spanische Abkürzungen

    Hier sind Abkürzungen der spanischen Sprache, aufgeführt in alphabetischer Reihenfolge. Dabei handelt es sich sowohl um übliche lexikalische Abkürzungen, als auch Abkürzungen der Umgangssprache und offizielle Abkürzungen für Institutionen und Firmen. A AENA Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (Die staatliche Betreibergesellschaft aller inländischen Flughäfen Spaniens) AEAT Hacienda (Finanzamt) B BCN Barcelona (Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Katalonien in Spanien) C CIU Convergència i Unió (Parteienbündnis mit regionaler Verankerung in der spanischen Autonomen Region Katalonien) D D. Don (Herr (als Anrede)) DPM De Puta Madre (Umgangssprache für richtig gut) Dr. Doctor (Doktor/Arzt) E ERC Esquerra Republicana de Catalunya (Republikanische Linke Kataloniens) etc. etcétera (und so weiter) F G H I IPC Indice de Precios de Consumo (Inflationsrate) IRPF Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas (Lohnsteuer) ITV Inspecion Tecnica de Vehiculos (spanische Hauptuntersuchung/TÜV) IU Izquierda Unida (Vereinigte Linke) J K L LFP Liga de Fútbol Profesional (Spanische Fußball-Liga) M N N.I.E. Número de identidad de extranjero (spanische Steuernummer für Ausländer) NPI Ni Puta Idea (nicht die leiseste Ahnung) O P p.ej. por ejemplo (zum Beispiel) PNV Partido Nacionalista Vasco (Baskische Nationalistische Partei) PP Partido Popular (konservative politische Partei in Spanien) PSC Partit dels Socialistes de Catalunya (sozialdemokratische Partei in Katalonien) PSOE Partido Socialista Obrero Español (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei) Q R renfe red national de los ferrocarriles españoles (Spanische Bahngesellschaft) S Sr. Señor (Herr (als Anrede)) Sra. Señora (Frau (als Anrede)) T TAE Tasa Anual Equivalente ((Jahres)- Zinssatz ) TVE Televisión Española (größte Fernsehnetzwerk Spaniens) U Ud. Usted (Sie (Sg.) (als Anrede)) V W Y X
  3. Joaquin

    Feuerlauf

    Der Feuerlauf heißt ursprünglich in Spanien correfoc. Wobei hier das Wort foc, sowohl im Katalanischen, als auch im Valenzianisschen für Feuer (spanisch fuego) steht. So wird auch der Feuerlauf sowohl in der venezianischen, als auch in der katalanischen Region praktiziert. Ablauf Der Feuerlauf wird von einer Gruppe Menschen geleitet die oft als Teufel verkleidet sind. Dabei dient diese Verkleidung auch dem Schutz vor den Funken der Feuerwerkskörper mit denen man dort hantiert. Die Vorführung ist ein dynamisches Event, mit vielen improvisierten Elementen, welches durch abgedunkelte Straßenzüge veranstaltet wird. Dabei werden die mitlaufenden Passanten als Element der Show mit einbezogen. Sie werden durch Funkenstrahlen geneckt und ebenso auch durch Tänze oder Sprünge durch Funken, mit in die Veranstaltung eingebunden. Die Aktionsgruppe bedient sich dazu der Pyrotechnik, mit welcher sie unter anderen Funken über das Publikum sprühen lässt und ebenso auch fahrende Gebilde und Figuren, welche mit entsprechender Pyrotechnik ausgestattet ist. Diese Kunst wird seit Jahren immer weiter ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung Geschichte Den historischen Ursprung soll dieses Fest in einem beschriebenen Ball de diables (spanisch baile de diablos - Tanz der Teufel), aus dem zwölften Jahrundert in Katalonien haben. Aus diesem soll sich der aktuelle Feuerlauf entwickelt haben. Das Wort correfoc selbst, wird 1977 das erste mal erwähnt. Correfoc - Der Feuerlauf in Spanien Einzelnachweise Der Feuerlauf - Correfoc
  4. Joaquin

    Stierkampf

    Mir ist klar, dass dies ein sehr kontroverses Thema ist. Ich möchte hier ein paar wissenswerte Dinge rund um den Stierkampf erzählen, oft auch Kleinigkeiten, von denen man in Büchern nichts liest. Auch der Ablauf einer corrida de toros wird beschrieben. Am Ende findet man ein paar praktische Tipps wenn man eine corrida besuchen möchte. Ich bin bewusst nicht auf die Geschichte der corrida de toros eingegangen, dies würde den Rahmen hier sprengen. Ich benutze hier einige spanische Worte resp. Fachausdrücke. Weiter hinten findet man auch ein Vokabular. Nur soviel zu Beginn - ich schreibe hier von plaza (genau plaza de toros), damit ist natürlich die Arena gemeint (Arena heisst auf spanisch Sand und wird nicht für das Gebäude benutzt). Auch ist die Rede von matador für den Mann, der den Stier tötet, natürlich betrifft dies aber auch den novillero - (Jungmatador). Der Ausdruck torero beinhaltet alle aktiven Teilnehmer, also matador/novillero, aber auch banderilleros und picadores. (Ein torrero mit zwei r- wie oft fälschlich auf deutsch geschrieben - ist übrigens ein Turmwächter...). Spanische Worte schreibe ich - der Sprache folgend - klein, so auch die im Deutschen gebräuchlichen Worte matador oder torero. Ziele der corrida de toros Parar – templar – mandar – die Grundlagen der Tauromaquia. Parar = den wilden Stier, dessen Instinkt auf Angriff steht, zu bremsen. Templar = den nun bereits etwas gesammelten Stier zu beruhigen. Mandar = das wilde Tier soweit zu bringen, dass es dem Willen des körperlich unterlegenen Menschen folgt. Diese Arbeit erfolgt mit der muleta im dritten Teil des Kampfes, wo der Stier dem Tuch bis zum Höhepunkt, dem Todesstoss, folgt. Ohne Tod des Stieres wäre dies letztendlich der absolute Sieg des Tieres über den Menschen. Pro + Contra Was spricht für die corrida de toros – ohne corrida würde die Zucht dieses Tieres eingestellt, da sie nur als Fleischproduzent zu aufwendig ist und der Stier selbst zu gefährlich. Der toro bravo ist eine der wenigen wenn nicht die einzige noch erhaltene Rasse, die auf das alte Ur-Rind zurückgeht und. Mit dem toro bravo würden in Spanien auch riesige Ländereien mit Korkeichen und ähnlichen schützenswerten Gewächsen verschwinden. Das Argument, dass diese Rinderrasse auch ohne corrida de toros weitergezüchtet würde greift nicht, es kann sich rein finanziell kein Züchter leisten, so eine wilde Rasse, die grosse Ländereien braucht, nur fürs Schlachthaus zu züchten. Auch würden die Tiere - ausser ein paar Zuchtstiere - gar nicht erst fünf Jahre alt. Natürlich könnte die Menschheit ohne corrida de toros auskommen. Wie gesagt, die Weideflächen würden verschwinden und somit auch die Landflächen, die auch Heimat vieler zum Teil noch seltener Tiere sind, Vogelarten, aber z.B. auch Chamäleone usw. Die Arenen würden verfallen, abgerissen oder für andere Zwecke gebraucht und viele Menschen würden erst mal arbeitslos. Es würde ein spanisches Kulturgut - vom König als solches eingestuft - verschwinden. Oft wird mir die Frage gestellt, warum man an corridas geht. Ich glaube eine schlüssige Antwort darauf kann niemand geben, es ist eine Faszination des Zusammenprallens zwischen Mensch und Tier, Kultur und Natur, die Dominanz des Geistes über die pure, rohe Kraft. Und dabei immer das Suchen nach der "perfekten faena" - der perfekten und eleganten Arbeit. In Mitteleuropa hört man oft den Ausdruck "blutrünstiges Publikum", es wird unterstellt, dass alle Leute an corridas gehen, weil es ihnen Spass macht Tiere zu quälen, man hat den aficionados auch schon vorgeworfen, ihre Kinder zu schlagen und ähnlichen Unsinn. Ich denke, bevor man sich zu solchen dümmlichen Aussprüchen hinreissen lässt sollte man wirklich eine corrida besuchen und sich mal im Publikum umsehen. Oft wird von Stierkampfgegnern ins Feld geführt, ohne ausländische Touristen gäbe es keine corrida de toros mehr. Auch das stimmt so nicht, denn die bekanntesten Kämpfe, mit regelmässig vollen Arenen finden in Gegenden statt, in denen nur wenig Tourismus herrscht. Ich glaube kaum, wenn im Sommer in Bilbao die plaza mehrere Tage mit jeweils rund 15'000 Menschen gefüllt ist, dass dies vor allem Ausländer sind. Dasselbe gilt auch für Orte wie San Sebastián, Albacete usw. und auch Madrid dürfte kaum einen Monat lang zu San Isidro im Mai/Juni täglich 23'000 Ausländer mobilisieren. Übrigens gibt es auch Gegenden in Spanien, in denen die corride de toros nie Fuss gefasst hat, Galicia und Asturia. Schmerz – da der Stier in einer absoluten Ausnahmesituation ist, von der Herde getrennt und auf unbekanntem Gebiet, greift er an, der Adrenalinspiegel steigt. Dies hält ca. 20 Minuten an und ist mit ein Grund, warum der Stier nach dieser Zeit tod sein sollte. Es wurden schon wissenschaftliche Untersuchungen gemacht mit Sensoren über das Schmerzverhalten und festgestellt, dass der Stier zu diesem Zeitpunkt keinen Schmerz verspürt. Von Tierschützer vorgebrachte Argumente – da kursieren die seltsamsten und unausrottbaren Gerüchte wie der Stier bekomme die Stimmbänder durchgeschnitten damit er nicht vor Schmerz brüllen kann. Argument siehe oben – hin und wieder hört man auch mal einen Stier, dass er ein muhen von sich gibt, dies ist aber weit entfernt von „vor Schmerz brüllen“, beweist aber, dass er absolut seine Stimmbänder noch hat. Vor der corrida Beine mit Terpentin einstreichen, Nüstern oder Augen mit Vaseline einstreichen, Sandsäcke auf Nieren, Abführmittel und ähnlichen Unsinn wäre absolut kontraproduktiv, entweder würde der Stier mit solcher „Behandlung“ absolut unberechenbar und somit ausserdordentlich gefährlich für den matador (wäre also auch das Gegenteil von dem was die „Tierschützer“ unterstellen) oder der Stier würde tatsächlich keinerlei Angriff starten, was letztendlich nicht weniger gefährlich wäre. Überlegen wir also mal wer Interesse an so ein „Behandlung“ hätte - das Management der plaza? Die corrida wäre ausserdordentlich schlecht, bei Wiederholung würde das Publikum fern bleiben und das finanzielle Desaster wäre vorprogrammiert. Der Züchter? Von einem Züchter mit schlechten Stieren würde keine plaza mehr Tiere abkaufen. Der matador? Mit solchen Stieren, die nicht angreifen kann er nicht triumphieren, also will ihn keiner mehr sehen und auch er darf sich um einen neuen Job bemühen. Aber natürlich ist auch bei der corrida de toros viel Geld im Spiel und damit kommen tatsächlich auch hin und wieder unschöne und verbotenen Dinge vor. Als Hauptärgerniss wäre da das „rasieren“ der Hörner zu nennen, man feilt die Hornspitzen etwas kürzer. Wie ein Mensch, der wenn er etwas greifen möchte, genau weiss wie lange sein Arm ist so weiss auch der Stier genau wie lange seine Hörner sind. Sind nun die Hörner kürzer wird er natürlich ins Leere stossen. Sehr oft werden Hörner nach der corrida wissenschaftlich untersucht ob sie manipuliert wurden und wenn es sich herausstellt wird der Züchter mit hohen Strafen belegt. Kontrollorgan über den Stierkampf ist übrigens das Innenministerium. Wo kommt der Stier her? In Spanien gibt es einige hundert Stierzüchtereien, dazu noch einige in Portugal und Südfrankreich, sowie in allen lateinamerikanischen Ländern in denen es Stierkämpfe gibt (Perú, Ecuador, Venezuela, Kolumbien, Mexiko). Eine Zucht hat einige Dutzend Zuchtstiere, man rechnet auf einen Stier 30 - 50 Kühe. Ein Stier darf bis zum Kampf keinem Menschen mit einer capa oder muleta (die Tücher) begegnen, da er ausserordentlich schnell lernt und nicht vergisst. In der plaza wüsste er sofort, dass er nicht auf das Tuch, sondern auf den Menschen geht. Hin und wieder gibt es Stiere die schnell lernen, dies endet für den torero meist im Krankenhaus. Die Tiere stehen als Herde und nach Alter zusammen auf riesigen Weiden. Jede einzelne Herde - auch die der Kühe - wird von einem ausgewachsenen Stier "bewacht". Sie sind sehr aufmerksam, meiden in der Regel allerdings den Menschen. Selbst das Klicken einer Kamera lässt sie bereits in einer Entfernung von ca. 80m alarmiert aufblicken. Als Einzelgänger sind sie absolut gefährlich und auch fähig schon mal ein Auto anzugreifen. Die Kühe sind dabei oft noch gefährlicher wie die Stiere, da sie ihre Kälber verteidigen und ausserdem wendiger sind wie Stiere. Öfters kommt es zu Revierkämpfe und Kabbelein zwischen den Stieren, dies kann zu Verletzungen bis hin zum Tod eines Stieres führen. Da ein Stier, wenn er für die corrida de toros vorgesehen ist doch einen beträchtlichen Wert darstellt schützen seit geraumer Zeit einige Züchter die Hörner mit einer Glasfiberummantelung, die sich leicht wieder abziehen lässt. Ein nicht ganz unumstrittener Vorgang. Jede Zucht hat ein eingetragenes Brandzeichen. Jeder Stier bekommt einen Namen, abgeleitet vom Namen der Mutter (Malagueño ist der Sohn von Malagueña usw.), sowie eine Zahl, die im Zuchtbuch eingetragen wird. Die Stiere aus den verschiedenen Zuchten haben jeweils verschiedene Charaktere, sowohl im Aussehen wie auch im Charakter der Tiere, eine Zucht hat z.B. Stiere mit grösseren Hörnern, andere mit kleineren Köpfen, wieder andere mit kürzeren Körpern oder sie sind wendiger etc. Es gibt matadores die eine bestimmte Zucht einer anderen vorziehen oder sich gar weigern mit Stieren einer bestimmten Zucht zu kämpfen - dies können sich aber natürlich nur die Stars leisten. Gute Stiere sind namentlich bekannt, ebenso natürlich Stiere, die einen torero auf dem Gewissen haben. Den Tod des berühmten matadors Manuel Rodríguez "Manolete" wird man immer mit dem Stier Islero aus der Zucht Miura in Verbindung bringen, ebenso wie beim Tod von Francisco Rivera "Paquirri" immer Avispado genannt wird. Jeder Matador wird sich Zeit seinen Lebens auch an den Namen des Stiere seiner alternativa erinnern oder an den Stier mit dem er einen aussergewöhnlichen Triumph feierte. Im Alter von ca. zwei Jahren wird der junge Stier auf seinen Mut erprobt im acoso y derribo: er wird von zwei Reitern mit langen Lanzen (garrocha) von der Herde getrennt, über die Weide gejagt und dabei mit der garrocha zu Fall gebracht. Greift er anschliessend das Pferd des anwesenden, ebenfalls mit einer garrocha bewaffneten picador - meist der mayoral der Zucht - an, hat er die Mutprobe bestanden, ansonsten wird er als Fleisch verkauft. Die garrocha hat eine kleine Spitze, die das Tier etwas piekt, jedoch keine Verletzungen herbeiführt. Mit garrochas werden auch die Herden geleitet. Bei bestandener Mutprobe darf er weitere Jahre auf die Weide, bis er im Alter von vier Jahren zu "Jungstierkämpfen" (novilladas) oder im Alter von fünf Jahren zu Stierkämpfen verkauft wird. Ausserordentlich gute und schöne Stiere sowie Stiere die beim Kampf begnadigt wurden gehen in die Zucht. Bei der tienta (od. auch tendadero) werden die jungen Kühe erprobt, sie allerdings mit Tüchern in einer kleinen Arena, die zu jeder Zucht gehört, mit dem Nebeneffekt, dass hier Anfänger und auch matadores bei dieser Gelegenheit üben können. Auch sie werden zu dem mit der garrocha bewaffneten picador geführt. Man sagt, der Stier erbt die Kraft und den Mut vom Vater und die Wildheit von der Mutter. Vier bis fünf Jahre ist der Stier auf der Weide. Hat er das nötige Alter erreicht wird er an eine plaza de toros verkauft, in der Regel sechs Stiere plus ein Ersatzstier resp. zwei Ersatzstiere für eine 1.Klasse-plaza, im Falle ein Stier wärend der corrida ausgewechselt werden muss. Die kann passieren wenn der Stier z. B. sich im Stall der plaza verletzt oder zu Beginn total inaktiv ist. Der Preis eines Stieres einer namhaften Zucht in einer 1.Kl.plaza kann 10'000 Euro übersteigen. Schon Wochen vor der corrida wird die Gruppe von den Herden getrennt und kommt auf eine eigene Weide, um sich aneinander zu gewöhnen. Wie kommt der Stier in die plaza? Als es noch keine Lastwagen gab wurden die Stiere von Reitern in die entsprechenden Städte getrieben. Musste man eine Ortschaft durchqueren ritt ein Reiter mit einer Glocke voraus und warnte die Bevölkerung, die dann in den Häusern verschwand. Als Tradition haben sich daraus die morgendlichen Stierrennen wärend des San Fermín-Festes von Pamplona erhalten. Es handelt sich dabei um die Stiere der corrida am Nachmittag, die von einem corral in die plaza getrieben werden. Heute werden die Stiere mit Lastwagen in die jeweiligen plazas gebracht, wobei jeder Stier einzeln in einer Box steht. Öfters sieht man auf der Strasse solche Lastwagen mit Kisten, beschriftet mit ganado bravo oder toros de lidia. Am späteren Vormittag vor dem Kampf werden sie den Veterinären, der Öffentlichkeit - vertreten durch den Präsidenten der plaza und der Guardia Civil - sowie den Vertretern der matadores vorgestellt. Die matadores selbst nehmen nie teil. Die Stiere werden gewogen und dann werden die Paarungen nach Grösse und Gewicht zusammengestellt, so dass nicht ein matador zwei grosse und der Kollege zwei kleine toros bekommt. Dazu werden die Zuchtnummern der Stiere auf kleine Zettelchen geschrieben, die jeweiligen Zettel eines Paares zusammengeknüllt zu einer kleinen Papierkugel und die drei Kügelchen (3 mal 2 Stiere) in den Cordobeser-Hut des mayorals (*) gesteckt, darauf kommt gegengleich ein zweiter Hut, das ganze wird geschüttelt und die Vertreter der matadores ziehen dann das jeweilige Stierpaar. Alsdann werden die Stiere getrennt und bis zum Nachmittag einzeln in Boxen getrieben. (*) Mayoral ist der Vorarbeiter der Zucht und somit verantwortlich für die Stiere. Er begleitet die Stiere zum Kampf und ist dafür verantwortlich, dass die toros in gutem Zustand an die plaza ausgeliefert werden. Als Vertreter der Zucht trägt er am Tag des Kampfes die andalusische Tracht, grau gestreifte Hosen mit hellem Umschlag, Stiefel, kurze Jacke und "Cordobeser"-Hut mit breiter gerader Krempe. Diese Tracht tragen alle mayorales, auch die Nordspanier. Es ist schwer torero zu werden Noch bis vor ca. 20. Jahren pilgerten die jungen Männer mit einem Bündel auf den Schultern von Stierzucht zu Stierzucht, immer in der Hoffnung, von einem Züchter eingeladen zu werden und von einem matador oder empresario (Mananger) entdeckt zu werden. Man nannte sie nach ihrem Bündelchen maletillas. Heute gibt es in Spanien Stierkampfschulen, in denen die angehenden toreros ihr Handwerk von Grund auf lernen. Sie beginnen als novillero mit jungen Stieren, die noch zu klein für den picador - den Lanzenreiter - sind (novilladas sin picadores). Kämpft der Jungmatador gut und hat er mindestens 25 corridas kann er in novilladas con picadores auftreten, hier sind die Stiere bereits etwas älter und grösser. Bei sehr guten toreros dauert diese Zeit ca. 3 Jahre, meistens jedoch länger. In heutiger Zeit bestehen die meisten spanischen Eltern darauf, dass die Söhne (oder Töchter) die Schule zu Ende bringen und vielleicht nebenher noch eine "bürgerliche" Ausbildung machen. In früheren Zeiten war dies oft die einzige Möglichkeit Armut und Hunger zu entkommen. Aber die Stierkampfschulen vereinfachen den Einstieg keineswegs, die novilladas finden häufig auf dem Land statt und die novilleros bekommen oft kein Geld. Die teure Ausrüstung - inklusive Tracht - plus Anreise etc. muss aus eigener Tasche bezahlt werden, so dass die Anfänge oft grosse finanzielle Belastungen für die Familien sind und mancher gute torero auf der Strecke bleibt. Wird der novillero in den Stand des matador erhoben, übergibt ihm bei seiner ersten corrida de toros der dienstälteste matador symbolisch seine muleta (rotes Tuch) und den Degen und läd ihn so ein, als erster in dieser corrida zu kämpfen. Diese Zeremonie nennt man alternativa. Der dritte matador fungiert dabei als Zeuge (testigo). Kämpft er zum Erstenmal nach der alternativa in Madrid wird die kleine Zeremonie wiederholt als confirmación. Oft trägt der neue matador zu diesen Anlässen eine weisse Tracht. Banderilleros, waren oft matadores, die in ihrer Karriere wenig Erfolg hatten und ein festen Gehalt als Angestellte dem unsicheren Künstlergeschäft vorziehen. Auch sie werden pro Kampf gezahlt, können jedoch auch noch in anderen cuadrillas arbeiten. Die grossen Stars unter den matadores haben 80-120 corridas pro Saison. Die picadores sind oft Landarbeitersöhne von Stierzuchten, die das Reiten gewohnt sind, oder ihre Väter und Grossväter waren schon picadores. Es gibt richtige Picador-Familien, in denen alle männlichen Mitglieder dieser Arbeit nachgehen. Was verdient ein matador? Oft werde ich gefragt, was ein matador verdient. Um die Wahrheit zu sagen - ich weiss es nicht. Finanzielles ist ein grosses Geheimnis, weder matadores noch apoderados (die Manager) oder empresarios (Vetreter der plaza) äussern sich diesbezüglich. Sämtliche Geldgeschäfte werden auch heute noch bar erledigt. Der matador wird für eine corrida pauschal bezahlt, davon muss er alle Kosten begleichen: seine Mannschaft, (drei banderilleros, zwei picadores, ein mozo de espadas, ein weiterer Helfer, ein Fahrer, der Manager). Dazu kommt die Ausrüstung: capas, muletas, Degen und nicht zuletzt die trajes de luces (ein vielbeschäftiger matador hat ca. 5-8). Plus Anreise und Hotelkosten. Da der matador pro corrida bezahlt wird gibt es Verdienstausfall für die gesamte Mannschaft im Falle einer Verletzung des Chefs. Die Topstars, man könnte sagen die Top-ten, die über längere Zeit an der Spitze stehen, können absolut zum Millionär werden, meist leisten sie sich eine grosse Finca, oft mit eigener Stier- oder Pferdezucht. Bei geschicktem Umgang mit dem Vermögen dürften sie ausgesorgt haben, auch wenn man bedenkt dass die Karriere relativ früh - meist zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Altersjahr, bereits zu Ende ist. Die grosse Mittelmasse kann es soweit bringen, dass sie mit ihrer Familie in gutem Mittelstand leben können, nach Beendigung der Karriere gehen sie oft einer Arbeit in der Stierkampfwelt nach, sei es als Manager, Vertreter einer plaza oder ähnliches. Läuft die Karriere nicht so gut werden matadores oft banderilleros und arbeiten als Angestellte eines Kollegen. Da sie die Arbeit als matador kennen sind sie begehrt und können gerade jungen matadores mit Rat und Tat beistehen. Man erlebt aber oft, dass matadores einige Jahre nach Beenden ihrer Karriere wieder zurückkehren, oft aus finanziellen Gründen. Die Cuadrilla Als cuadrilla bezeichnet man die Mannschaft des matadors. Sie besteht aus drei banderilleros, zwei picadores sowie einem mozo de espadas. Die banderilleros sind die eigentlichen Helfer des matadors, sie empfangen den Stier damit der matador den Stier beobachten und einschätzen kann, setzen die banderillas (daher der Name) und stehen bereit im Falle ihrem Chef etwas passiert. Die picadores sind Reiter, die den Stier im zweiten Drittel mit einem Lanzenstich beruhigen. Der mozo de espadas (Degenjunge) ist für die Ausrüstung zuständig, er bringt die traje de luces sowie die Tücher des matadors in Ordnung, hilft beim Ankleiden der engen Tracht und reicht währen der corrida dem matador die Utensilien. Oft wird dieser Job von einem Verwandten des matadors erledigt. Dazu kommt noch der Fahrer des Mannschaftswagens, meist ein Kleinbus. Warum sind toreros so seltsam angezogen? Der Stierkampf wurde urspünglich - vor 300 - 400 Jahren - von den Herrschaften und Königen zu Pferd gepflegt. Zu Fuss waren nur Helfer und Pagen. Als dann mehr und mehr der Stierkampf zu Fuss aufkam - sein Begründer in der heutigen Form soll Pedro Romero aus Ronda sein - wurden die Kleider der Pagen zugrunde gelegt. Auch der seltsame Hut (montera) ist den Dreispitzen der Reiter abgeguckt, wobei man vermutet, dass bei den Kleidern ursprünglich auch noch eine gewisse "veräppelung" der Herrenreiter dabei war. Die Tracht nennt man traje de luces (Lichtertracht) Der matador, der den Stier tötet (=matar), trägt eine goldbestickte Tracht, er kann jedoch auch silber, schwarze oder weisse Stickerei wählen. Seinen Helfern - den banderilleros - ist Gold verwehrt. Lediglich die picadores - tragen Goldstickerei, ein Relikt aus früherer Zeit, als die Reiter die Hauptpersonen waren. Der Hut des picadors - castoreño - stammt aus einer alten Volkstracht. Das "Zunftzeichen" der toreros war früher ein Zopf, die coleta. Wenn ein junger Bursche offiziell torero wurde durfte er sich das Haar wachsen lassen und sich einen Zopf flechten. Dieser wurde dann oft unter ein Haarnetz gesteckt. Heute tragen sie nur noch einen Knopf mit daran angebrachtem Zöpfchen, der vor dem Kampf angesteckt wird. Beendet ein torero seine Karriere wird ihm bei seinem letzten Kampf das Zöpfchen abgeschnitten. So spricht man beim Beenden der Karriere von "cortar la coleta" - den Zopf schneiden, ein Ausdruck den man in Spanien auch ausserhalb der Stierkampfwelt hört anstelle unseres "an den Nagel hängen". Frauen Vor ca. 25 Jahren kämpfte die Stierkämpferin "Angela" um Gleichberechtigung und erreichte, dass das in Spanien gültige Stierkampf-Verbot für Frauen aufgehoben wurde. Sie wurde jedoch nie "matadora", dies schaffte als erste Spanierin die auch bei uns durch TV bekannte Cristina Sánchez. In den Stierkampfschulen sieht man nun zwar öfters Mädchen, kaum eine gelangt jedoch weiter als zum Stand des novilleros. In Südamerika war es Frauen erlaubt und auch als rejoneador durften sie kämpfen. In den 60er/70er Jahren gab es viele rejoneadoras, im Moment gibt es aber auch in dieser Sparte keine Frau von Bedeutung. Bis das Gesetz gekippt wurde, dass Frauen als torero kämpfen dürfen, war es Frauen sogar verboten den callejón - die Gasse um das Rund, in dem sich die nicht aktiven toreros und Helfer aufhalten - zu betreten. Heute wäre dies schon deswegen nicht mehr möglich, da während der corrida auch Veterinärinnen, Ärztinnen, Polizistinnen usw. ihren Dienst im callejón versehen. Wohlgemerkt, wir sprechen von einem Land, in dem die Stadt Bilbao schon eine Bürgermeisterin hatte, als die Schweizerinnen noch kein Stimmrecht besassen und in dem in Militär und Guardia Civil schon lange vor Deutschland Gleichberechtigung herrschte. Inzwischen gibt es auch Damen die in der Präsidentenloge den Vorsitz haben. Die Ehefrauen und Mütter der toreros blieben noch bis vor wenige Jahren traditionsgemäss zu Hause und beteten. Erst in den letzten Jahren sieht man die "modernen" Mütter an der corrida ihrer Söhne, die Ehefrauen allerdings bleiben nach wie vor meist zu Hause, halten aber per Handy Kontakt. Natürlich werden toreros oft verletzt! In grösseren plazas gibt voll funktionsfähige Operationsräume, in kleinen plazas steht eine mobile Unfallstation bereit. Früher gab es viele Tote, dank der Erfindung des Penicillins kommen heute jedoch seltener toreros um. So wurde dem Erfinder Dr. Fleming ein Denkmal errichtet, das heute vor "Las Ventas", der plaza von Madrid steht. Oft sind die Verletzungen jedoch gar nicht vom Horn, sondern rühren vom Sturz aus grösserer Höhe, wenn der torero in die Luft geschleudert wird. Auch durch einen Stoss der Aussenrundung des Horn kann es zu schweren inneren Verletzungen kommen. Früher waren toreros nicht versichert, keine Versicherung nahm das Risiko auf sich. So wurde eine Art Fond gegründet, der in Madrid ein Stierkampfkrankenhaus unterhielt. Das Haus wurde ausserhalb der Saison geschlossen, die Ärzte waren Spezialisten auf Hornverletzungen und die toreros wurden auf schnellstem Weg jeweils nach Madrid gefahren. Es gab Tage im August, da war das kleine Haus übervoll, einmal wurde es jedoch auch für einen einzigen Patienten einen Winter lang offen gehalten. In den 70er Jahren wurde es aus Kostengründen geschlossen, heute werden die toreros in den örtlichen Krankenhäusern behandelt, im Bedarfsfall wird ein Spezialist für Hornverletzungen zugezogen. Inzwischen gibt es sogar einen "Stierkampfchirurgen-Kongress", bei dem sich die Spezialisten aus den Stierkampfländern treffen und austauschen. Trotzdem gibt es auch heute noch Tote, so erwischte der Star-banderillero Manolo Montoliú vor einigen Jahren in Sevilla ein Horn mitten ins Herz, ebenso in den 80er Jahren "El Yiyo", ein junger vielversprechender matador. Bei beiden hatte es den unmittelbaren Tod innerhalb von Minuten zu Folge. Für "El Yiyo" steht ein Denkmal vor "Las Ventas" in Madrid, für Montoliú vor der plaza von Valencia. 1984 starb Starmatador Francisco Rivera "Paquirri", er wurde in Pozoblanco, einem kleinen Ort bei Córdoba, verletzt und starb auf dem Weg nach Córdoba ins Krankenhaus, vermutlich an einer Embolie. Sein Denkmal steht übrigens vor der grossen plaza von El Puerto de Sta. María. Ein anderer der ganz Grossen, Julio Robles, starb 2001. Ein Stier hatte ihn zehn Jahre vorher in Frankreich auf die Hörner genommen. Er hatte keine Hornverletzung, jedoch erlitt er eine Querschnittlähmung beim Aufprall auf dem Boden. Er starb zehn Jahre später an einer Sekundärkrankheit. Nach seinem Tod wurde in seiner Heimatstadt Salamanca Trauer befohlen, er wurde mit allen Ehren im Rathaus aufgebahrt, auch er hat ein Denkmal, es steht vor der plaza von Salamanca. Ebenso hatte der Franzose "Nimeño" Lähmungen nach einem Unfall, konnte zwar wieder laufen, jedoch nicht mehr kämpfen - er nahm sich darauf das Leben. Sein Denkmal steht vor der plaza von Nimes. Dem matador Juan José Padilla durchstach ein Horn vollständig den Hals, vier Wochen später stand er wieder in der Arena. Länger brauchte er, als ihm ein Stier bei einem Stoss mit dem Körper den Magen verschob. Dem matador Juan Mora wurde im Oberschenkel Arterie und Vene aufgerissen, eine Verletzung die normalerweise innerhalb Minuten zum Tod führt. Er hatte das Glück in der Nähe einen guten Gefässchirugen zu haben, sieben Monate später stand er wieder in der Arena. Alles in allem gibt es pro Saison sehr viele Verletzungen, die meisten sind Hornverletzungen im Oberschenkel. Verehrung und Stars Matadores - vor allem natürlich die Stars - geniessen hohes Ansehen und man schmückt sich gerne mit ihnen. Kaum eine Ausgabe der spanischen yellow press (in Spanien prensa rosa genannt), in der nicht über den einen oder anderen matador zu lesen ist und auch im Fernsehen wird in den einschlägigen Magazinen gerne über sie berichtet. Besondere Beachtung geniessen natürlich matadores, die mit bekannten Sängerinnen oder Flamencotänzerinnen verheiratet sind, eine Verbindung die es öfters gibt. Enrique Ponce - einer wenn nicht DER Star im Moment - war zu Gast an der Hochzeit von Kronprinz Felipe (das einzige Gesicht das meine Tochter im TV erkannte, dafür die einzige Persönlichkeit, die der Kommentator des deutschen Fernsehens NICHT kannte...) und jedes Jahr wird bei der Preisverleihung der Bellas Artes (schönen Künste), vorgenommen von S.M. König Juan Carlos I, auch ein matador berücksichtigt. Die Hochzeiten von den Stars El Cordobés (mit einer Stierzüchter- und Industriellentochter), Fran Rivera (mit der Tochter der Herzogin von Alba) und Enrique Ponce (mit der Tochter eines ehemaligen matadors und heutigen empresarios) wurden live im Fernsehen übertragen. Matadores, die durch den Stier umkamen, bekommen natürlich ihr Denkmal, in Spanien ist es aber absolut möglich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt zu bekommen, meist in ihrer Heimatstadt. So steht z.B. vor der plaza de toros La Maestranza von Sevilla ein Denkmal für Curro Romero, der nicht weniger wie vierzig (!) Jahre jedes Jahr zu Palmsonntag in dieser plaza auftrat. Und vor der plaza von Sanlúcar de Barrameda steht schon seit vielen Jahren eine Büste von Lokalmatador José Martínez "Limeño". Gerne benennt man auch Strassen nach matadores. Religiosität und Aberglaube In einem streng katholischen Land wie Spanien spielt Glaube und Religiosität natürlich auch bei der corrida de toros, wo es ja um Leben und Tod geht, eine grosse Rolle. Früher besuchten matadores oft am Morgen vor der corrida die Messe, etwas das heute in der modernen Zeit nicht mehr so streng gehandhabt wird. Allerdings beten auch heute noch die meisten matadores vor der corrida beim Ankleiden in ihrem Hotelzimmer, wo meist ein kleiner Altar aufgebaut wird, mit Familienfotos, Heiligenbilder und ähnlichem. Meist wird auch eine Kerze angezündet, die während der Dauer der corrida brennen sollte. Bei einer so traditionellen Sache wie der corrida de toros findet man auch einige abergläubische Dinge, denen sich kaum jemand entziehen kann. Geschichten und Legenden "beweisen", dass halt doch hinter manchen Aberglaube auch ein Fünkchen Wahrheit steckt, so als der matador Jaime Ostos seine dreizehnte Verletzung an einem dreizehnten von einem Stier mit der Zuchtnummer 13 hatte, zumal er auch ein Hotelzimmer mit - ja was wohl - der 13 hatte. Verpönt sind trajes de luce mit der Farbe gelb, diese Farbe symbolisiert den Tod. Unglück soll es auch bringen, einen Hut auf ein Bett zu legen, so dass man dies tunlichst unterlassen sollte seinen Cordobeser- oder Sonnenhut abzulegen, besucht man den torero vor der corrida. Manche reagieren allergisch auf Leichenwagen, die den Weg zur plaza kreuzen. Dazu kommen natürlich noch jede Menge persönliche Glücksbringer und Unglücksboten, so wusste sich ein matador nur sicher wenn sein Manager während der corrida seine Uhr am Handgelenk trug. Auch wärend der corrida kann ein aufmerksamer Zuschauer diesbezüglich einiges beobachten. Schon beim Betreten des ruedo zum paseíllo klopfen einige an die Holzbarrikade, das traditionelle "Holzanlangen". Manche zeichnen vor dem paseíllo mit dem Fuss ein Kreuz in den Sand oder bekreuzigen sich. Manche matadores bekreuzigen sich bevor "ihr" Stier den toril verlässt, einige tragen ein Abbild ihrer Madonna als Krawattennadel und sprechen nochmals ein kurzes Gebet. Viele matadores wollen gar nicht hinsehen wenn der Stier den toril verlässt und verstecken sich hinter der Schutzwand oder ihrer capa. Widmet ein matador den Stier dem Publikum wirft er die montera über die Schulter in den Sand. Landet sie mit der Öffnung nach unten soll es Glück bringen, Öffnung nach oben bringt Unglück - sie erinnert dann an einen offenen Sarg! Arenen - placa de toros Die Stierkampfarena heisst auf spanisch plaza de toros (Stierplatz), manchmal hört man auch coso taurino. Das Wort arena heisst Sand und wird wirklich nur in Zusammenhang mit diesem gebraucht (nur in Frankreich wird der Ausdruck "arène" für Stierkampfarena benutzt). Das eigentliche Sandrund nennt man ruedo. Geht ein Spanier zum Stierkampf sagt er vamos a los toros - wir gehen zu den Stieren. Fast jede grössere Stadt in Spanien hat eine Stierkampfarena. Manche sind schon über hundert Jahre alt. Es werden heute noch öfters Arenen gebaut, meist als sogenannte multiuso, die man auch für andere Veranstaltungen wie Konzerte, Boxkämpfe und sogar Theater benutzen kann. Neue Arenen - vor allem im Norden Spaniens - werden heute überdacht oder mit ausfahrbarem Dach gebaut, so kann man die plazas auch im Winter und wetterunabhängig nutzen. Die Arenen sind in Kategorien eingeteilt, wenige Arenen - z.B. Sevilla, Madrid, Barcelona - sind Kategorie 1, alle anderen grösseren Arenen Kategorie 2 und kleine Dorfplazas Kategorie 3. Manchmal veranstalten auch Orte ohne plaza de toros eine corrida, sie mieten dann eine transportable plaza (plaza portátil), die extra aufgestellt wird. In einer plaza Kat.1 kämpfen - zumindest an Festtagen - hauptsächlich die grossen Stars, die Plätze sind teuer, die Stiere gross und es ist für die matadores schwer, Trophäen zu bekommen, man könnte sagen, die "Messlatte" ist sehr hoch. In Kategorie 2 sind die Plätze etwas preiswerter, es werden öfters Trophäen verteilt, die matadores verdienen nicht ganz soviel. Bei Kategorie 3 sind die Stiere etwas jünger, sprich kleiner, die plazas sind relativ klein. Oft kämpfen junge toreros oder "Lokalmatadore", es ist aber absolut möglich, in so einer plaza auch einen der Stars zu sehen, sei es weil er mit dem Organisator befreundet ist, weil er aus diesem Ort stammt oder weil er einfach diese kleine corrida zum Training nutzt. Ausser in Spanien gibt es Stierkämpfe in Frankreich, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela und Mexico. In Mexico-City findet man die grösse plaza de toros der Welt, mit rund 41'000 Sitzplätzen. Auch in Portugal gibt es Stierkämpfe, es ist jedoch verboten den Stier in der plaza zu töten, er wird erst später unter Ausschluss der Öffentlichkeit getötet. Da er jedoch wärend dem Kampf verletzt wird lässt bis dann der Adrenalistoss nach und er empfindet Schmerzen. Daher lehnen es die meisten spanischen toreros ab in Portugal zu kämpfen. In der Regel hat eine grössere Arena corrales für die Stiere, Ställe für die Pferde und eine kleine Metzgerei, in der die Stiere gleich zerlegt werden. In kleineren plazas werden die toten Stiere ins nächste Schlachthaus gefahren. Für die toreros gibt es eine Kapelle, um vor Beginn noch ein Gebet zu sprechen. El presidente In den allerhäufigsten Fällen ist el presidente de la corrida de toros die meist gehasste Person in einer Stierkampfarena, aber dazu später mehr. Da alles was mit der corrida de toros zusammenhängt dem spanischen Innenministerium untersteht, bzw. von dort kontrolliert (genehmigt) wird, muss auch immer eine amtliche Autoritätsperson "vor Ort" sein, der presidente de la corrida de toros. Nach dem reglamento taurino soll dieses Amt entweder der Bürgermeister oder der Polizeipräsident übernehmen. Meistens wird diese Aufgabe in der Hierarchie immer weiter nach unten delegiert, so dass fast immer ein kleiner (überforderter) Verwaltungsangestellter in der Präsidentenloge sitzt. Zu seinem Glück erfordert das Reglement zwei Beisitzer. Einer, der sich in den Regeln auskennt, meist ein ehemaliger torero, sowie einen Tierarzt. Des Präsidenten unmittelbarer "Untergebener" ist eine Art Zeremonienmeister, der alguacil. Er ist das ausführende Organ für die Anordnungen des Präsidenten im ruedo, dem runden Sandplatz. Er ist gleichzeitig der Vermittler der Anliegen oder Bitten der toreros zum Präsidenten. Da der Präsident durch die Entfernung zum Geschehen keine akkustischen Anordnungen geben kann, signalisiert er diese durch verschiedenfarbige Tücher (in der Form von etwas grössere Taschentüchern): Weiss = als Signal zum Beginn der corrida, Einlass des Stieres, Wechsel der einzelnen Drittel des Kampfes, Erinnerung an den matador, dass die Kampfzeit abläuft und zur Signalisierung wieviel Trophäen der Matador erhält. Grün = der Stier wird ausgewechselt (meistens aus Kampfunfähigkeit auf Grund einer Verletzung im Stall oder wenn er in den ersten Minuten jeglichen Angriff unterlässt). Rot = es wird angeordnet, dass der Stier banderillas negras gesetzt bekommen soll (banderillas negras haben etwas grössere Widerhaken und sollen den Stier etwas reizen, wenn er überhaupt nicht angreift - gibt es nur in 1.Kl.-plazas und sind sehr selten). Blau = der Stier war so gut in seinem Kampfverhalten, dass er nach seinem Tod von den Maultieren nicht sofort ins Schlachthaus gezogen wird, sondern eine vom Publikum applaudierte Ehrenrunde bekommt. Orange = der Stier hatte eine so grosse Angriffslust, die über die gesamte Dauer des Kampfes anhielt, dass er begnadigt wird und lebend den ruedo verlässt. Er ist der Stolz jeden Züchters und wird anschliessend Vater von vielen kleinen Stieren sein. Alle diese verschiedenfarbigen optischen Signale des Präsidenten werden von zwei "Signalhörnern" (clarines) hörbar begleitet. Wie bei einem Fussballschiedsrichter wird der Präsident nie zur Zufriedenheit des Publikums handeln. Meistens wird der Präsident zur Zielscheibe des Unmuts bei der Auffassung wie kampffähig ein Stier ist. Das Publikum sieht eine Invalidität des Stiers, der Präsident nicht. Desgleichen wird der Präsident sehr oft bei der Vergabe der Trophäen ausgepfiffen. Für das Publikum sind die genehmigten Trophäen meistens zu wenig. Dass der presidente de la corrida am nächsten Tag mit guten Kritiken in der Zeitung steht, ist beinahe unmöglich. Übrigens, mehr und mehr übernehmen wirklich kompetente Frauen dieses Amt - und bekommen sehr gute Kritiken. Seltsame Trophäen Je nachdem wie der Kampf war bekommt der matador seinen Applaus - oder eben nicht! War die faena schlecht, der matador konnte mit dem Stier nichts anfangen oder hat sehr schlecht getötet ertönen nun Pfiffe (pitos) oder - noch schlimmer - er wird ausgebuht (bronca). Konnte er mit dem Tier einfach nichts anfangen weil der Stier zuwenig angriff geht man mit Schweigen (silencio) über die Sache weg. War die Sache etwas besser hört er aplausos, man könnte sage "müden Applaus", machte er seine Sache aber recht gut, es reicht aber immer noch nicht für eine Trophäe hört er ovaciónes. Man kann in der Zeitung auch schon mal in der Kritik lesen división de opiniones - die Sonnenseite hat eine andere Meinung wie die Schattenseite. Mit einer Ovation darf er meist auch eine Ehrenrunde (vuelta) machen, wobei das Publikum sehr sensibel reagiert, oft bekommt ein matador seine ovación, will er aber auf die vuelta wird ihm mit Pfiffen klargemacht, soweit wollen wir nicht gehen! War das Publikum mit der Arbeit zufrieden zücken sie weisse Taschentücher und winken als Zeichen für den Präsidenten, dass der matador ein Ohr (oreja) des Stieres bekommen soll, als weitere Steigerung gibt es zwei Ohren und die máximos trofeos sind zwei Ohren und der Schwanz (rabo). Früher gab es noch als Steigerung einen Fuss, dies wurde aber Mitte des letzten Jahrhunderts verboten. Bei zwei Ohren und mehr hat der matador das Recht nach Beendigung der corrida auf den Schultern aus der plaza getragen zu werden (salida a hombros). Wie kommt es nun so solch archaisch anmutenden Trophäen? In früheren Zeiten wurde der matador anteilig mit Fleisch des Stieres entlohnt, die Menge der Ohren zeigte an wieviel ihm zusteht. In 3.-Klassplazas bekommt man schnell Trophäen, oft hat man das Gefühl nur schon aus Dankbarkeit dass der matador sich ins Örtchen begibt, während ein Ohr in Sevilla oder Madrid schon harte Arbeit bedeutet. Der letzte rabo in Las Ventas Madrid bekam Sebastián Palomo Linares 1972! Natürlich ist die Arbeit nicht messbar und so ist die Ohrenvergabe sehr subjektiv und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Und endlich begreift man den Sinn des Ausdrucks Lokalmatador... Wann spiet eigentlich die Musik? Die traditionelle Musik bei der corrida de toros ist der pasodoble. Es gibt wohl tausende, bekannte und weniger bekannte. Fast jeder einigermassen gute matador hat einen pasodoble, der ihm zu Ehren geschrieben wurde. In der plaza de toros werden sie von einer banda de música unterschiedlichster Güte gespielt. Zum ersten mal hört man die Musikkapelle beim paseíllo, dem Einzug. Einige der grösseren plazas beginnen ihre corridas traditionell mit dem gleichen pasodoble, so z.B. ertönt in Valencia "Pan y Toros" oder in El Puerto de Sta. María "Toros en El Puerto". Im französischen Nimes huldigt man dem Landsmann Georges Bizet, die toreros schreiten zur Musik von Carmen durch den Sand. Hat die corrida begonnen ertönt die Musik beim Part der banderillas, wenn der matador selbst setzt. Und schliesslich wärend der faena, der Hauptarbeit mit der muleta, wenn diese Arbeit sehr gut ist. Und natürlich begleitet die Musik auch den matador auf seiner Ehrenrunde, der vuelta al ruedo. Eine Ausnahme gibt es jedoch - in Madrid spielt die Musik nie wärend einer faena! Encierros von San Fermín und andere Stierspiele Als es noch keine Lastwagen gab wurden die Stiere über die Strassen zu den Arenen getrieben. Daraus entstanden die encierros. Durch Hemingway wurde Pamplona berühmt, es gibt aber auch andere Orte, die encierros veranstalten. Dabei werden die Stiere, die am Nachmittag in die plaza kommen von einem Corral durch die Stadt getrieben, wobei die mozos (Burschen) vor den Stieren her rennen. Begleitet werden die Stiere von Leitochsen (cabestros). Das Tempo der Tiere kann man nicht mithalten so dass es nur kurz möglich ist vor ihnen herzulaufen. Heute machen dabei auch viele Ausländer mit, man sollte den toro bravo und seine Reaktionen aber schon kennen. So kann es tödlich sein wenn man fällt und sofort wieder aufsteht, man muss liegen bleiben bis die Stiere vorbei sind - ein paar Huftritte sind in der Regel nicht so schlimm wie ein Hornstoss. Man stellt immer wieder fest, dass die toros, die morgens am encierro waren, nachmittags an der corrida munterer sind und weniger einbrechen. Das Laufen scheint ihnen nach der Fahrt auf dem Lastwagen zu bekommen. Vor allem in Andalusien gibt es einige Volksbelustigungen auf den Strassen mit toros bravos. Vor einigen Jahren wurden sie aus Tierschutzgründen verboten, ausser sie konnten auf lange Tradition zurückblicken. DIESE - ZUM TEIL GRAUSAMEN - "SPIELE" HABEN NICHTS MIT DER TRADITIONELLEN CORRIDA DE TOROS ZU TUN! Auch viele toreros lehnen sie ab. In den letzten Jahren sehr in Mode gekommen sind die recortadores. Man könnte sie als Artisten bezeichnen, sie machen sich die Reaktionen der Stiere zu nutzen, springen über sie, machen Saltos etc. Sie tragen die traje de luces der toreros, der Stier wird dabei nicht getötet. Langsam in Vergessenheit gerät der comico taurino, manchmal auch nach Charly Chaplin (in Spanien Charlot) charlotada genannt. Clowngruppen unterschiedlichster Güte, die zum Teil verblüffende Dinge machten und sich - wie heute die recortadores - die Reaktionen der Stiere zu nutzen machten. Allerdings wurde beim comico taurino der Stier meist auch getötet. Da die Clowns das Verhalten der Stiere durch und durch kennen mussten genossen sie unter den ernsthaften toreros meist grosses Ansehen. Viele Figuren die wir heute als "klassisch" ansehen kommen eigentlich aus dem comico und mancher matador machte seine ersten Erfahrungen in so einer Gruppe. So z.B. José Ortega Cano, der heute noch sagt er habe in der Gruppe sehr viel über Stiere gelernt. Aus Portugal kommen die Fourcados. Bei den Fourcados stellt sich eine Reihe Männer in portugiesischer Tracht in eine Reihe auf, zitiert den Stier, fängt ihn ab und stellt sich ihm entgegen. Mich erinnert das ganze immer an eine Footballmannschaft mit Stier als Gegner. Der tiefer Sinn des Ganzes ist mir bisher leider verborgen geblieben. Vor der corrida de toros Die cuadrillas fahren oft noch in der Nacht nach der corrida zur nächsten Stadt, manchmal quer durch Spanien. Bei den Stars kommt es öfters vor, dass sie am einen Tag in Andalusien kämpfen, am nächsten in Frankreich und am dritten geht es zurück irgendwo nach Spanien. Der matador steigt mit seinem mozo de espadas im grossen Hotel ab, wärend die cuadrilla in ein preiswerteres Hotel geht. Am Nachmittag vor der corrida zieht sich der matador zur Siesta in sein Zimmer zurück, der mozo - der ja für die Ausrüstung zuständig ist - legt die traje de luces bereit. Er hilft seinem Chef dann in die enge Kleidung. Die meisten matadores bauen einen kleinen Altar im Zimmer auf, mit Heiligen- und Familienbilder und sprechen vor Verlassen des Zimmers ein Gebet, manche zünden eine Kerze an, die brennt bis er wieder zurück kommt. Die banderilleros fahren mit dem grossen Wagen vor und holen den matador ab, wärend die picadores schon mit einem Taxi zur plaza vorgefahren sind, um die Pferde einzureiten. El pasíllo - der Einzug Nichts ist in Spanien so pünktlich wie eine corrida de toros. Die Eröffnung bildet der paseíllo, der Einzug. Als erstes erscheinen zwei Reiter, die alguaciles. Sie sind in Uniformen aus der Zeit Philipp II. gekleidet und sind die ausführenden Helfer des Präsidenten. Als erstes reiten sie zum Präsidenten und erbitten die Genehmigung den Kampf zu beginnen. Anschliessend reiten sie zurück und holen die toreros ab. Zuvorderst gehen die drei matadores, links der Dienstälteste, in der Mitte der Dienstjüngste. Ist ein matador zum ersten Mal in dieser plaza trägt er seinen Hut in der Hand. Hinter den matadores folgen - auch nach Dienstalter - die banderilleros, die picadores zu Pferd, die areneros (sie rechen den Sand und sorgen für Ordnung im Sand) sowie das Maultiergespann, dass den Stier zum Schluss rauszieht. Der Zug bewegt sich zum Präsidenten um ihn zu grüssen und löst sich dann auf. Die alguaciles erbitten vom Präsidenten den Schlüssel für den toril, den Stall, den sie dem Türsteher vom toril überbringen - der Kampf kann beginnen. Der Beginn - das erste Drittel Der toril ist offen und der Stier stürmt in den ruedo - oder auch nicht! Manchmal spaziert er gemütlich heraus und schaut sich erst mal um, es gab auch schon Stiere die rückwärts herauskamen. Auf dem Rücken flattert die divisa, zwei oder drei kleine Bändchen, die die Zuchtfahrben signalisieren. Wenn der Stier durch den Gang in die Arena läuft, wird das Bändchen mittels einer Lanze (garrocha) von oben auf den Rücken gesteckt, wo es dank einem kleinen Widerhaken stecken bleibt. Die banderilleros sind hinter den Schutzwänden, den burladeros, postiert und zeigen dem Stier kurz ihre capas. Das Ziel ist, dass der matador den Stier beobachten kann, wie läuft er, greift er an und mit welchen Horn stösst er. Wie Menschen Rechts- und Linkshänder sind, so zieht auch der Stier oft ein Horn dem anderen vor. Nun betritt der matador den Sand mit der capa und macht einige pases, Figuren. Eine andere Möglichkeit des Beginns ist, dass der matador sich direkt zum toril begibt und den Stier mit einer larga cambiada a porta gayola abfängt. Dazu kniet er sich nieder und wenn der Stier anstürmt schwingt er die capa an seinem Kopf vorbei, so dass der Stier an seinem Kopf "vorbei fliegt". Diese Figur ist besonders gefährlich, da matador und Stier sich erst kurz vor dem Zusammentreffen zum Ersten mal sehen. Der Picador - das zweite Drittel Ein Trompetensignal kündigt den nächsten Teil an, es erscheinen die picadores. Auf den ersten Blick bieten die picadores einen seltsamen Anblick. Sie tragen wie die matadores und banderilleros bestickte kurze Jacken, die sich allerdings in der Stickerei etwas unterscheidet, sie ist - am Gegensatz zu den anderen toreros - ganz bestickt, zudem dürfen sie als Einzige ausser den matadores Goldstickerei tragen. Dies stammt noch aus der Zeit aus früheren Jahrhunderten, als die Reiter die wichtigsten Teilnehmer an der corrida waren. Sie tragen Hosen aus dünnem Leder, die beim Reiten knapp unter die Knie reichen. Fuss und Bein sind mit einem "Eisenstiefel" ähnlich einer Ritterrüstung, vor den Hornstössen geschützt. Auf dem Kopf tragen sie den castoreño, einen Hut einer alten Tracht. Seit 1929 sind die Pferde der picadores geschützt mit dem peto, einer Art Matratze. Ein Teil des peto geht auch unter dem Bauch des Pferdes durch, da das Pferd vom Stier öfters umgeworfen wird. Vor der Einführung des peto wurden pro corrida mehrere Pferde tödlich verletzt. Heute kommt es nur noch sehr selten vor, dass ein Pferd ernsthaft verletzt wird (in den 40 Jahren die ich corridas besuche habe ich es ein einziges Mal erlebt). Wenn es jedoch umgeworfen wird kommt es oft nur mit Hilfe wieder hoch, dies liegt jedoch an der Behinderung durch den peto. Jede cuadrilla hat zwei picadores, die sich abwechseln. Der "aktive" picador stellt sich auf der Gegenseite des toril auf und der matador führt ihm den Stier zu. Ziel ist es, dass der Stier den picador angreift, der ihm seine Lanze (pica, puya oder vara - es gibt verschiedene Ausdrücke) in den Nacken stösst. Ohne diesen Stich wäre es dem matador später unmöglich, den Stier zu töten, da der Stier zu unruhig wäre und den Kopf nicht ruhig genug halten würde um mit dem Degen über die Hörner zu greifen. In heutiger Zeit sitzt die Spitze auf einem Kugellager, so dass der picador die puya nicht mehr drehen kann um dem Stier grössere Verletzungen zuzufügen als nötig. Der Stier muss den picador zweimal angreifen, jedoch kann der matador - wenn er das Gefühl hat, für den Stier reicht ein Angriff - den Präsidenten um den Wechsel bitten. Hierzu nimmt er die montera (seinen Hut) ab und gibt dem Präsidenten ein Zeichen. Das Teil mit den picadores wird vom Publikum nicht so gerne gesehen und oft werden sie ausgepfiffen. Die Banderillas Wieder kündigt ein Trompetensignal den nächsten Teil an, die banderillas. Dies sind Holzstäbe, umwickelt mit buntem Papier, mit Widerhaken, die der Stier in seinen Rücken gesetzt bekommt. Die Widerhaken haben eine Grösse von 3cm und der Sinn ist, ungleiches Zustechen mit einem Horn etwas auszugleichen. Der Widerhaken sitzt direkt unter der Haut und nicht wie oft fälschlich behauptet tief im Fleisch. Dies sieht man auch daran dass sie nicht aufrecht stehen bleiben, sondern hängen. Aufmerksame Beobachter werden jetzt sagen "klar, ca, 10cm über dem Haken knickt die banderilla auch ab!" Der Grund ist, dass es diesen Knick bis vor einigen Jahren noch nicht gab. So passierte es hin und wieder, dass es - wenn der Stier bei der Muletarbeit am matador vorbeirannte, schlimme Verletzungen beim matador durch die banderilla geben konnt, sie wirkte wie eine Peitsche. Ich selbst erlebte mal als ein matador fast erstickte durch einen Schlag der banderillas. Seit man die banderillas mit Knick erfand wurde diese Gefahr beseitigt. Der banderillero stellt sich in die Mitte des Platzes, ein paar Meter hinter ihm der matador, der den nächsten Stier bekämpft, als Sicherung. Der banderillero macht nun den Stier auf sich aufmerksam und rennt in dem Moment in einem Bogen los, wenn auch der Stier seinen Angriff beginnt. Beim Zusammentreffen springt der banderillero hoch und platziert die banderillas auf dem Rücken des Stiers. In der Regel werden drei Paar gesetzt, jedoch kann auch hier der matador um Verkürzung bitten wenn mindestens drei paar banderillas stecken. Hin und wieder sieht man auch einen matador selbst die banderillas setzen. Die banderillas des matador sind etwas kürzer, es dürfen keine anderen toreros als Helfer im ruedo sein und während er den Vorgang etwas ausschmückt spielt die Musik. Als Besonderheit kann man banderillas negras (schwarze banderillas) setzen. Sie haben eine Widerhakengrösse von 8cm, sind somit länger wie die normalen banderillas. Und diese acht Zentimeter spürt der Stier. Der Grund für diese Massnahme ist eine Angriffsverweigerung des Stiers. Es wird sehr, sehr selten und nur in plazas der ersten Kategorie - also Madrid, Sevilla etc. - angewandt Die Faena - das letzte Drittel Es ertönt das nun schon bekannte Trompetensignal. Bevor der matador mit seiner Hauptarbeit beginnt, kann er seinen Stier jemandem widmen, wobei er seinen ersten Stier dem Präsidenten widmen muss, ausser natürlich der König ist anwesend. Seinen zweiten Stier kann er - muss jedoch nicht - irgendjemandem widmen, einem Freund oder Bekannten, jemandem dem er sich verpflichtet fühlt oder einer Persönlichkeit (Filmstar, Fussballspieler etc.) Er sagt ein paar nette persönliche Worte und wirft demjenigen dann seinen Hut zu. Es war früher üblich, dass der so Geehrte sich beim matador mit einem Geschenk bedankte und manche goldene Uhr kam so in den Besitz eines matador. Er kann den Stier auch dem Publlikum widmen, dies darf er auch schon beim ersten Stier. In diesem Fall geht er in die Mitte des ruedo, und wirft dann den Hut über die Schulter in den Sand. Der Aberglaube sagt, liegt der Hut mit der Öffnung nach unten bringt dies Glück, liegt er mit der Öffnung nach oben bringt dies Unglück, es sieht aus wie ein geöffneter Sarg. So hört man in diesem Fall oft ein belustigtes Raunen im Publikum, da beide Seiten - matador und Publikum - dies heute nicht mehr so ganz ernst nehmen. Manchmal kann man beobachten wie jemand aus der cuadrilla Papierschnippsel in den Sand wirft. Dies dient dazu Wind und Windrichtung zu beobachten. Da der Stier ja auf die Bewegung des Tuches geht - und nicht auf die Farbe, er ist so gut wie farbenblind - ist Wind äusserst lästig und gefährlich und es ist fast unmöglich eine gute faena zu arbeiten wenn das Tuch vom Wind verblasen wird. Etwas Abhilfe schafft das an sich schon schwere Tuch durch benetzen mit Wasser noch schwerer zu machen. Ein Handycap, das vor allem plazas an der Küste haben. Nun beginnt die eigentliche Arbeit des matador mit dem roten Tuch, der muleta. Die muleta ist ein fast rundes Tuch, das über einem Holzstock hängt. Das Tuch ist rot, auf der Innenseite aber gelb - also in den spanischen Farben. Der Stier folgt den Bewegungen des Tuches. Der matador kann die muleta in die rechte oder linke Hand nehmen. Ausserdem hat er eine Degenattrappe, die bleibt immer in der Rechten, also der Stichhand. Hätte der matador jetzt schon den richtigen, schweren Degen würde ihm später die Kraft fehlen für den Todesstoss. Der Stier ist nun etwas ruhiger geworden, ein guter Stier greift aber immer noch an. Der matador hat nun zehn Minuten Zeit den Stier zu einem Punkt zu bringen wo er dem Tuch absolut folgt. Bei einer guten faena spielt die Musik. Der matador reiht Figur an Figur und beendet seine faena, nachdem er sich den echten Degen geholt hat, mit der estocada - dem Todesstoss. Dazu "stellt" er den Stier, das heißt der Stier muss gerade stehen und sollte die Vorderbeine zusammen haben, damit die Schulterblätter offen sind. Steht der Stier breitbeinig sind die Schulterblätter geschlossen und es ist unmöglich mit dem Degen einzudringen. Der matador lenkt den Stier mit der linken Hand rechts an seinem Körper vorbei und sticht mit rechts - also über Kreuz. Die Stelle, die den sofortigen Tod zur Folge hat ist Briefmarkengross. Entgegen der landläufigen Meinung muss er nicht das Herz treffen sondern die Hauptschlagader durchtrennen, was - richtig ausgeführt - zum sofortigen Tod führt. Oft trifft der matador aber auf einen Knochen und er muss mehrmals stechen. Einen Fehlstich verzeiht das Publikum meist und gibt das durch Applaus bekannt, wobei er in einer 1.Kl.plaza bereits seine Trophäen verloren hätte. Allerdings bei mehr wie einem Fehlstich schlägt die Sympathie des Publikums schnell um. Fällt der Stier nicht gleich, kann aber keinen richtigen Angriff mehr machen, kommt der verduguillo (auch: descabello) zum Einsatz für einen Gnadenstoss ins Genick. Dies ist ein Degen mit einer kleinen Querstrebe an der Spitze. Um ganz sicher zu gehen dass der Stier tot ist setzt ein banderillero noch einen Gnadenstoss mit der puntilla, einem kleinen Metzgermesser. Vom Beginn des Kampfes bis zum Tod hat es höchstens zwanzig Minuten gedauert. Aus zwei Gründen darf ein Kampf nicht länger dauern - erstens verspürt der Stier über diese Zeit durch den erhöhten Adrenalinausstoss keine Schmerzen und zweitens würde der Stier nun lernen, dass sein eigentliches Ziel nicht das Tuch sondern der Mensch ist. Hin und wieder lernt ein Stier schon etwas früher, was für die toreros gefährlich werden kann. Ist der Stier nach zwanzig Minuten nicht tot wird der matador mit einem aviso - einer Warnung - darauf aufmerksam gemacht, dies hört man durch ein Trompetensignal. Nach weiteren zwei Minuten folgt das zweite aviso und eine Minute später das dritte und letzte. Nun muss der matador den ruedo verlassen, der Stier wird raus geholt und vom Metzger getötet oder direkt mit einem Gnadenstoss erlöst. Dies ist wohl die schlimmste Schmach für einen matador. Ist das Publikum zufrieden mit dem Kampf schwenkt es weisse Taschentücher, damit verlangt es beim Präsidenten ein Ohr (oreja) des Stieres für den matador, als Steigerung beide Ohren oder - wenn er ganz gut war - noch den Schwanz (rabo). Bis etwa mitte des letzten Jahrhunderts gab es als weitere Steigerung noch einen Fuss, dies wurde aber verboten. In früheren, schlechten Zeiten bekam der matador als Prämie einen Teil des Fleisches vom Stier zugesprochen, je nach dem wie erfolgreich er kämpfte. Das Symbol dafür waren die Ohren, um anzuzeigen wieviel ihm zusteht. Hat er mindestens zwei Ohren im Kampf bekommen (normalerweise bekämpft jeder matador pro Kampf zwei Stiere) hat er das Recht auf den Schultern aus der Arena getragen zu werden, wobei in grossen plazas wie Madrid oder Sevilla noch unterschieden wird ob er zur "torero-Tür" - durch die die toreros die Arena betreten - oder durch das Hauptportal darf. In den wöchentlich erscheinenden Fachzeitschriften werden immer Statistiken veröffentlicht wieviele Ohren ein matador in dieser Saison verbuchen konnte. Da die Vergabe aber sehr subjektiv ist und es nur auf den jeweiligen Präsidenten der corrida ankommt ist es fast wie beim Eislaufen oder Tanzen - die Meinungen, ob die Ohren gerechtfertigt waren oder nicht gehen oft sehr auseinander. Zudem gibt es in 2. oder 3.-Klasse-Arenen eher ein Ohr wie in 1.-Klasse-Arenen, so sind diese Statistiken nur bedingt aussagekräftig. War der Kampf nicht so erfolgreich, wird es bei einer vuelta (Ehrenrunde) mit aplauso belassen, oder gar silencio, man geht schweigend darüber hinweg. Seinen Unmut gibt das Publikum mit pitos (Pfiffen) oder gar bronca (Schmährufe) bekannt. Rejoneo Ein rejoneo ist die ursprüngliche Form des Stierkampfes, der Stierkampf zu Pferd. Der Ablauf ist der Selbe, nur anstelle matador kämpft der rejoneador, der Reiter. Anstelle capa oder muleta wird das Pferd eingesetzt und die banderillas werden vom Pferd aus gesteckt. Anstelle picador benutzt der rejoneador den rejón, eine Eisenspitze, die an einem Holzstab mit Sollbruchstelle befestigt ist. Steckt die Spitze bricht der Stab ab. Zum Schluss wird der Stier mit dem rejón de muerte - einem rejón mit grösserer Spitze - getötet. Die Pferde sind im Gegensatz zu den Pferden der picadores ungeschützt, sollten jedoch nicht vom Stier getroffen werden. Ein rejoneador benutzt pro Stier drei bis vier Pferde, der Grund ist die Aufregung des Pferdes einerseits und die Dressur andererseits. Viele aficionados lehnen den rejoneo ab, vor allem weil der Stier - der ja von der Weide an Reiter gewöhnt ist - den rejoneador nicht als Feind ansieht. Als Pferde- und Dressurfreund sollte man sich jedoch unbedingt ein rejoneo ansehen. Es gibt corridas nur mit rejoneadores oder ein rejoneador kämpft bei einer "normalen" corrida einen oder zwei Stiere. Tipps zum Besuch eine corrida de toros In der plaza de toros von El Puerto de Sta. María gibt es eine berühmte Kachelnformation, mit der Inschrift "QUIEN NO HA VISTO TOROS EN EL PUERTO, NO SABE LO QUE ES UN DIA DE TOROS." (Wer keine Stiere (im Sinn von corrida) in El Puerto gesehen hat weiss nicht was ein Tag der Stiere ist.) Sie enthält eine grosse Wahrheit - ein Tag der Stiere. Um ein corrida zu sehen und zu erleben braucht es gewisse Vorbereitungen, die natürlich unterschiedlich sind - je nachdem ob man seine erste corrida sieht, bereits aficionado ist oder selbst als torero involviert ist. Letztere werden diese Seite kaum lesen, aficionados wissen wovon ich rede, aber für den Leser der zum Erstenmal eine corrida sehen möchte sollen ein paar Ratschläge helfen, dass die Sache positiv erlebt wird und nicht mit einer Enttäuschung endet. Auf jedenfall sollte man sich erst etwas einlesen und versuchen mit der Sache vertraut zu machen. Wer gänzlich unverbereitet zu den Stieren geht wird in den meisten Fällen enttäuscht werden. Wie erfahre ich wo corridas stattfinden? In der Tagespresse und vor allem durch Plakate, die an den möglichsten und unmöglichsten Orten angebracht werden. Hier liest man auch, um was für eine Art corrida es sich handelt: corrida de toros = ein Stierkampf mit matadores und ausgewachsenen Stieren novillada = ein Stierkampf mit Jungmatadoren und etwas kleineren Stieren novillada sin picadores = ein Stierkampf mit Anfängern, die Stiere sind zu klein/jung für picadores. rejoneo = ein Stierkampf zu Pferd festival = ein Stierkampf mit jungen, kleinen Stieren, meist eine Benefizveranstaltung. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern die andalusische Tracht. Es kann sich sehr wohl um bekannte matadores handeln, oft auch ältere, die sonst nicht mehr aktiv sind. Eine Vorschau gibt es auch jeweils in den führenden Wochenzeitschriften über die corrida de toros, Aplausos oder 6Toros6. Tickets / billetes Karten kauft man an den bezeichneten Vorverkaufsstellen, (oft ist es eine Bar - in einem Dorf kann es auch schon mal der Pfarrer sein) oder direkt an der plaza. In grossen Städten wie z.B Sevilla besorgen einem in der Regel auch die Hotels Karten. Direkt vor der corrida kann man noch Karten an der plaza kaufen - es sei denn es heisst no hay billetes - es ist ausverkauft, was vor allem an ferias vorkommen kann. Bei grossen Ferias (z.B. Fallas Valencia, Feria de Abril in Sevilla oder bei San Isidro in Madrid) ist es fast aussichtslos am gleichen Tag ein billete zu bekommen. Da bleibt einem nur der Schwarzmarkt, wobei bei corridas mit grosser Nachfrage, also mit den Stars die Schwarzmarkpreise ins astronomische steigen. Bei den Sitzplätzen unterscheidet man zwischen den teureren Schattenplätze (sombra), die meist auch etwas näher am Geschehen sind, und die preiswerteren Sonnenplätze (sol), in einigen grossen Arenen gibt es auch sol y sombra. Normalerweise wird man tendido (Rang) kaufen, barrera ist die sehr teure erste Reihe. Es gibt auch Plätze ganz oben, die je nach plaza unter den unterschiedlichsten Namen verkauft werden. Da eine plaza de toros keine Säulen hat ist die Sicht überall uneingeschränkt, ausser vielleicht oben unter den Arkaden. Ausnahme - die berühmte, sehr alte plaza von Ronda, hier gibt es Säulen bis zur ersten Reihe, die Sicht ist ziemlich eingeschränkt. Die Plätze sind eingeteilt nach Rang-Nummer (also z.B tendido 1, tendido 2 etc.) und Platznummern. Es gibt plazas wo auf der einen Seite die ungeraden Nummern und auf der anderen Seite die geraden sind, ähnlich dem Hausnummersystem. Man muss sich also keine Gedanken machen wenn man z.B. die Plätze 43, 45 und 47 hat, es sind fortlaufende Nummern. In kleinen plazas der 3. Kategorie kann es auch vorkommen dass die Plätze nicht nummeriert sind, hier empfiehlt sich sehr frühzeitiges Erscheinen. Es ist - besonders Sonntags und bei ferias in der Stadt - üblich, sich sonntäglich zu kleiden, wobei die jüngeren Leute hier auch schon eher leger gekleidet sind. Über Touristen allerdings mit nacktem Oberkörper und Bikinioberteil lächelt man nachsichtig, empfindet es aber allgemein den toreros gegenüber und dem Stier - um dessen Tod es immerhin geht - als unhöflich. In der sombra ist man so absolut "underdresst". Damen empfehle ich Hosen, oft ist sehr wenig Platz und man muss breitbeinig sitzen. Mit grossen Rucksäcken kann es auf den Rängen sehr eng werden! Kann ich mein Kind mitnehmen? Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Spanische Kinder wachsen natürlich mit den Bildern auf, wärend es für "unsere" Kinder eine fremde Welt ist. Man hat psychologische Untersuchungen bei Kindern gemacht, die regelmässig an corridas gehen und keinerlei Verhaltensstörungen oder ähnliches feststellen können. Trotzdem kam es zu Katalonien zu einem Verbot, Kinder unter 14 Jahren dürfen in dieser Region nicht an corridas. Kleine Kinder langweilen sich bei einer zwei- bis dreistündigen corrida oft, zumal das Geschehen für sie auch recht weit weg ist, finden dann aber auch oft Unterhaltung bei der Beobachtung des nächsten Publikums. Natürlich ist es schwer, wenn Fragen von Kindern kommen, auf die man selbst keine Antwort hat, aber wenn man den Kindern erklärt, dass man es selbst nicht weiss, geben sie sich damit zufrieden - man könnte ja das Angebot machen, dass man versucht sich später zusammen noch darüber zu informieren. Ich habe aber noch nie gehört, dass ein Kind nach einem Besuch einer corrida begann einem Tier Schmerz zu zufügen. Kinder können sehr wohl unterscheiden zwischen dem Geschehen in der der plaza und ihrem eigenen Umfeld. Meine Kinder sind es von klein auf gewohnt an corridas zu gehen und ich konnte nie einen negativen Einfluss auf ihr Verhalten gegenüber Tieren feststellen. Als sie grösser wurden und ihnen die Sache bewusster wurde haben sie sehr wohl viele Dinge hinterfragt. Heute im Teenageralter ist mein Sohn ein grosser aficionado, wärend meine Tochter höchstens ein bis zwei ausgesuchte corridas im Jahr besucht, jedoch hat auch sie ein grosses Wissen. Es geht los! Der Tag der corrida de toros ist da! Man sollte möglichst frühzeitig zur plaza kommen, vor allem wenn man mit dem Wagen da ist. Vielleicht muss man sich ja auch noch ein Ticket kaufen. Ausserdem beginnt in Spanien nichts so pünktlich wie eine corrida de toros. Man sollte noch etwas Zeit haben, um die plaza bummeln, sehen und gesehen werden ist nun bei der einheimischen Bevölkerung angesagt. Ganz wichtig - noch eine copita (ein Gläschen) in der nächsten Bar ist ein Muss. Wahrscheinlich ist sie bereits übervoll, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, zur Bar durchschlängeln! Gestärkt sucht man dann seine Plätze auf - mein Rat: frühzeitig, denn den richtigen Eingang und die richtigen Plätze zu finden ist - je nach plaza - manchmal selbst für geübte corrida-Besucher eine Herausforderung! Meist sind einem aber Platzanweiser behilflich (ein kleines Trinkgeld ist willkommen!). In vielen plazas gibt es Sitzkissen zu leihen, der Erlös kommt meist dem Roten Kreuz zu Gute. Sollte man unbedingt tun, zwei bis drei Stunden auf einer Steinbank kann im wahrsten Sinne des Wortes hart werden. Und jetzt kann es endlich los gehen - der Sitznachbar rammt Dir seinen Ellbogen in die Rippen, die Lady hinter Dir piekst Dir ihre spitzen Knie in den Rücken, Du sitzt breitbeinig da, denn der Wohlbeleibte vor Dir sitzt zwischen Deinen Beinen, aber er vernebelt Dir sowieso die Sicht mit seinem puro (Zigarre) und die Dame zu Deiner Rechten treibt Dich zum Wahnsinn, wobei Du Dir aber nicht sicher bist - ist es das konstante Fächergewedel oder die Goldarmreifen, die dabei nervtötend klimpern - mit anderen Worten: die Atmosphäre ist einmalig! Wörter und Ausdrücke alguaciles - Vertreter des Präsidenten im ruedo alternativa - Zeremonie, bei der ein novillero in den Stand des matador erhoben wird. banderillas - mit buntem Papier umwickelte Stäbe mit einem kleinen Widerhaken, der unter die Haut des Stieres gesteckt wird, um einseitiges Stossen des Stieres auszugleichen banderillero - Helfer des matador, er setzt auch die banderillas, ausser der matador macht dies selbst barrera - Plätze in der ersten Reihe brindis - Widmung burladero - Schutzwand für die toreros callejón - Gang um das Sandrund, das man durch die burladeros betritt. Im callejón halten sich alle Aktiven auf. Ganz alte plazas haben keinen callejón. capa, auch capote - pinkfarbenes Tuch in Form eines Umhangs (capa), es wird von den banderilleros benutzt, sowie von den matadores in den ersten beiden Drittel des Kampfes cartel - das Plakat un buen cartel - wörtlich ein gutes Plakat = es treten gute matadores auf, ein gutes Programm coleta - das Zöpfchen (Zunftabzeichen) der toreros cortar la coleta - den Zopf abschneiden, im Sinne von er hört auf, hängt seinen Job an den Nagel. cornada - Verletzung durch das Horn corrida de toros - der Stierkampf cuadrilla - die Mannschaft des matador, bestehend aus zwei picadores, drei banderilleros und einem mozo de espada descabello - ähnlich einer espada, für den Gnadenstoss diestro - Ausdruck für einen guten matador divisa - Farben und Brandzeichen der Zucht enfermería - Unfallstation espada, auch estoque - der Degen (auch für den matador wird der Ausdruck espada gebraucht) faena - die Hauptarbeit, die der matador im letzten Teil des Kampfes mit der muleta ausführt festival - corrida zu Ehren von jemanden oder auch als Benefizcorrida. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern andalusische Tracht ganadería - Zucht lleno hasta la bandera - wörtlich: voll bis zur Fahne. In grossen plazas sind die obersten Ränge überdacht und meistens wehen da Fahnen. Ist die plaza ausverkauft sitzen oft noch ein paar Mutige beim Fahnenmast, daher dieser Ausdruck für eine ausverkaufte corrida matador - von matar - töten. Er ist der Chef, der den Stier mit der faena "bearbeitet" und tötet mayoral - Verwalter der Zucht. Er begleitet die Stiere von der Zucht zur plaza und ist für die korrekte Übergabe verantwortlich. mozo de espadas - wörtlich Degenjunge, er hilft dem matador beim Ankleiden und reicht ihm während des Kampfes die benötigten Utensilien. Er ist auch zuständig dafür, dass bis zum nächsten Kampf alles wieder sauber und in Ordnung ist. muleta - das rote Tuch, das der matador bei der faena benutzt. Es ist aussen rot und innen gelb, nach der spanischen Flagge. Da der Stier farbenblind ist, ist die Farbe egal, früher waren die muletas weiss. novillada - corrida mit Jungmatadoren (novilleros) und jungen Stieren (novillos) novillero - Jungmatador novillo - Jungstier, ca. 4 Jahre alt, wird von novilleros bekämpft oreja - Ohr - wird nach einem guten Kampf als Trophäe dem matador verliehen (ein oder zwei Ohren) paseíllo - der Einzug zu Beginn der corrida peto - Matratzenartiger Schutz des Pferdes des picador pica oder puya - Lanze des picador picador - Reiter, der den Stier mit einer Lanze (pica oder puya) empfängt. Sein Pferd wird mit einem peto - einer Art Matratze - geschützt plaza portátil - kleine Stierkampfarena, die man wir ein Zirkuszelt aufbauen kann - wird oft in kleineren Orten ohne eigene Arena benutzt plaza de toros - Die Arena (arena heisst auf spanisch Sand, dieses Wort wird nicht für den Bau benutzt) rabo - Schwanz - wird als Trophäe nach zwei Ohren dem matador verliehen rejoneador - Stierkämpfer zu Pferd (nicht zu verwechseln mit dem picador!). Der rejoneador macht die gleiche Arbeit wie der matador, jedoch vom Pferd. Gekleidet ist er in der andalusischen Tracht, als Portugiese in alter höfischer Tracht mit Dreispitz. ruedo - das Sandrund sol - Sonnenplätze sombra - Schattenplätze sol y sombra - in manchen Arenen gibt es sol y sombra Plätze, da sitzt man die erste Hälfte in der Sonne und die zweite Hälfte der Zeit im Schatten. taquilla - Kartenverkaufsschalter tendido - Sitzplätze auf Rängen torero - Stierkämpfer, schliesst alle ein, die mit Stierkampf zu tun haben (Vorsicht: auf deutsch oft falsch als "Torrero" mit zwei r geschrieben, ein Torrero ist aber ein Turmwächter!) toril - Stall mit Einzelboxen für die Stiere toro - ausgewachsener Stier, wird nur von matadores bekämpft traje de luces - "Lichttracht", die Tracht der toreros ¡vamos a los toros! - wörtlich lasst uns zu den Stieren gehen! - wir gehen zur corrida voltereta - Überschlag, Unfall eines torero ohne Verletzung vuelta al ruedo - Ehrenrunde des matadors oder auch des Stieres
  5. Joaquin

    Dudelsack

    Der Dudelsack (spanisch gaita), auch bekannt als Sackpfeife, ist in Spanien ein traditionelles Holzblasinstrument. Besonders bekannt ist die Galicische Gaita (gaita gallega), welche bevorzugt in Galicien gespielt wird. Der spanische Dudelsack ist aber auch in anderen Variationen in Spanien bekannt. So zum Beispiel die Asturische Gaita (gaita asturiana), welche neben Asturien, auch in Galicien, León und Kantabrien gespielt wird. Die gaita de boto welche ein fester Bestandteil der Folklore Aragoniens ist. Oder auch die gaita cabreiresa (auch gaita llionesa oder lhionesa genannt) aus der Comarca La Cabreira, der Provinz León. Dann gibt es noch die gaita de saco aus dem zentralen Nordspanien, die gaita sanabresa aus der Provinz Zamora in Nordwestspanien, den Sac de Gemecs den man in Katalonien und Valencia spielt und die Xeremía aus den Balearen. Wie man unschwer erkennt, ist der Dudelsack weit verbreitet in Spanien und ein in vielen Variationen beliebtes, bekanntes und alltägliches Instrument in Spanien, seiner Tradition und dessen Folklore.
  6. Dieses Jahr ist Hitzerekordjahr in Deutschland. Gleich an zwei Tagen wurde in Deutschland ein neuer Hitzerekord von 40,3 Grad Celsius gemessen. Beides in Kitzingen, am 5. und 7. Juli 2015. Ganz Deutschland stöhnt angesichts dieser hohen Temperaturen und ich, ja ich find's geil 40,3 Grad, wie lächerlich ist das denn? In Spanien hat man im Juli 1994, in der Stadt Murcia, 47,2 Grad gemessen. Und so etwas ist kein statistischer Ausreißer, denn Temperaturen über 44,8 Grad Celsius, hat man schon 50 mal in Spanien gemessen. Nicht zwei mal 40,3 Grad, nein, 50 mal 44,8 Grad bis hin zu 47,2 Grad. Und glaubt mir eines, die 4,5 Grad bis knapp 9 Grad Unterschied, die merkt man deutlich bei diesen Temperaturen. Und warum finde ich es nun so toll, dass ganz Deutschland unter dieser Hitzewelle stöhnt? Nun, vielleicht weil ich mir ab und zu auch ein wenig Demut und Verständnis für andere Kulturen von den Deutschen wünsche. Nicht immer nur anderen vorschreiben wollen, wie die Dinge auf die Deutsche-Art gemacht werden, sondern evtl. auch mal berücksichtigen, dass gewisse Dinge anderswo halt nicht so wie in Deutschland erledigt werden können. Und hier fällt nun das Stichwort, "Siesta", mit deren teilweise mehrstündigen Mittagspause. Und dann hört man sie schon schimpfen, die deutschen Touristen, welche mit knallroten Köpfen, nicht selten auch mit einer ebenso rot-verbrannten Haut, in der mittäglichen Bruthitze herumlaufen und verzweifelt versuchen ein geöffnetes Geschäft zu finden. Dann geht aber erst richtig das Gemeckere los. W ist denn das hier für ein fauler Haufen und das es da ja kein Wunder sei, dass es Spanien und dem Rest des Südens so überaus schlecht geht. In Deutschland wäre so etwas nicht möglich, da würde durchgearbeitet, bla, bla, bla. Nicht selten sind es genau die Leute, die in Deutschland am Stammtisch mit Nachdruck fordern, die Ausländer sollten sich in Deutschland doch bitte zu 135 Prozent, der deutschen Kultur anpassen. Dabei versagen sie schon selbst im Urlaub, an lokalen Öffnungszeiten. Warum auch, sie bringen ja das Geld, sie sind Kunde und der ist bekanntlich König und dann sollen sich mal die Ausländer dort in Spanien, also sie Spanier, dem zahlender Tourist gegenüber anpassen. Immerhin geht es hier um Service der zahlenden Kundschaft gegenüber. Ja und daher freut es mich, dass es jetzt mal wieder so ein wenig heiß ist in Deutschland. Plötzlich merkt der Deutsche dann auch, dass diese arbeitsfreie Mittagszeit und das Verlegen der Arbeit in die kühleren Stunden, schon so ein wenig Sinn macht. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Temperaturen im Spanien und allgemein im Süden Europas, halt doch schon deutlich höher sind und das über Monate hinweg. Klar ist das was anderes, wenn ich da zum Urlaub bin, aus dem Pool oder Meer heraus mal schnell was einkaufen gehen möchte, um dann im Anschluss wieder ins kühle Wasser zu springen. Aber welcher normale Mensch geht schon in der brühenden Mittagshitze einkaufen und schleppt dann noch den Einkauf zurück? Genau, die Touristen aus Deutschland, um dann mit einem Kreislaufkollaps im Krankenhaus aufzuwachen. Sicher gibt es heute auch Klimaanlagen und die moderne, globalisierte Welt hat auch schon in Spanien Einzug gehalten. Wo die kleinen Geschäfte Mittags zumachen, laufen in den großen Discountern die Klimaanlagen auf Hochtouren und man kann super bequem ins Auto einsteigen, die Klimaanlage voll aufdrehen, ein paar Liter Sprit mehr verbrennen und zum Einkaufen klimatisiert hin und zurück fahren. Bequem und modern, aber sicher nicht wirklich vernünftig, und klima- und umwelttechnisch, auch mehr als bedenklich, dieser Fortschritt. Nichtsdestotrotz vermeiden zu dieser Jahreszeit die Spanier zu Recht, ins Freie zu gehen oder körperlich schwere Arbeit zu verrichten. Mittagessen um 14.00 Uhr und dann eine Siesta bis 16.00 Uhr oder 17.00 Uhr. So gestärkt kann man dann weiterarbeiten. Hätten unsere "tolleranten" und gut informierten, deutschen Touristen sich vorab über die Öffnungszeiten informiert, hätten sie entspannt am Mittag chillen können und dann bei angenehmeren Außentemperaturen, ihren Einkauf getätigt. Für einen heißen Sommer macht es natürlich keinen Sinn, die Arbeitszeiten und Gewohnheiten in Deutschland zu ändern, aber es sollte evtl. doch mal den ein oder anderen Deutschen zum Nachdenken zu bewegen, falls es wieder mal bei dem Wort Siesta anfängt, über die faulen Südländer herzuziehen. Es zeigt sich immer so leicht mit den Finger auf andere, wenn man nicht selbst in deren Haut steckt. Und in diesem Sommer, durften die Deutschen für einen kleinen Zeitraum und für ein paar Grad mehr als sonst üblich in Deutschland erfahren, wie man sich in der Haut eines Südländers fühlt, wen man ohne Klimaanlage in der brütenden Mittagshitze arbeiten soll. Denn es macht halt nicht immer Sinn, das deutsche Modell 1:1 auf andere Länder und Kulturen übertragen und erzwingen zu wollen
  7. Joaquin

    Kultur

    Die spanische Kultur hat zahlreiche Facetten. Neben dem modernem Nachtleben und traditionellen Festen, findet man hier auch traditionelle Folklore und zahlreiches weiteres kunsthistorische Erbe. In der Architektur kann man oft gut erhaltene Altstadtkerne besichtigen aber auch zahlreiche moderne Architektur gibt es in Spanien zu bewundern. So findet man neben römischen Ruinen auch maurische Bauten und die Bauwerke Gaudis. Die spanische Küche hat so einige kulinarische Spezialitäten anzubieten. Neben der bekannten Paella findet man in der spanischen Küche die typischen Tapas. Auch der umstrittene Stierkampf zählt zur Kultur des Landes wie die Stierkampfarenen und damit verbundene Feste. So zum Beispiel das am 6. Juli stattfindende Fest von San Fermin in Pamplona und der dort bekannt berüchtigten Stierhatz durch die Straßen. Für seine Feste ist Spanien berühmt wie das Karnevalsfest in Cadiz oder der Fallas in Valencia mit ihren Skulpturen, welche am Ende verbrannt werden. Als römisch-katholisch geprägtes Land gibt es auch zahlreiche Prozessionsfeste zu Ostern in der Karwoche. Als Tanz und Musik ist der Flamenco besonders in Andalusien populär. Durch Maler wie Pablo Picasso und Salvador Dalí ist Spanien auch für seine Malerei bekannt. In der klassischen Musik sind bekannte Vertreter aus Spanien der Opernsänger José Carreras, Plácido Domingo und die Sopranistin Montserrat Caballé.
  8. Kennt jemand typisch, spanische Kinderspiele, die es so in Deutschland nicht gibt? Also keine Spiele die nur dem Namen nach anders sind, so wie Blinde Kuh und La gallina ciega. Gerne auch keine all zu leichten Abwandlungen, sondern eher doch sehr eigen und irgendwie typisch spanisch oder auch aus dem südamerikanisch-spanischen Gefilden. Also ein Spiel, was man so typischerweise in Deutschland nicht kennt.
  9. Stierkampf Einen Stierkampf muss man gesehen haben, um sich eine Meinung bilden zu können. Und mit Gesehen, meine ich nicht den Ausschnitt bei YouTube. Und man sollte auch etwas darüber wissen, z. B. was so alles dranhängt am Stierkampf. Die Subvencionen aus Brüssel, gehen an den Züchter, der nichts anderes ist, als Euer Bauer um die Ecke. Mit dem Unterschied, das die Kälbchen nicht kurz nach der Geburt, auf engstem Raum gemästet werden. Das die Kuh nicht ihr Dasein angebunden auf 1,5qm fristet, fast ständig künstlichem Licht ausgesetzt ist (erhöht die laktation) . Das Der Bulle heutzutage nur noch zur Samenspende herhält, da Künstliche Befruchtung effektiver ist. Wenige dieser Zuchtrinder, Lieferanten für Fleisch u. Milch, sehen je eine saftige Weide und Tageslicht. (Natürlich gibt es Ausnahmen) Diese Tier e sind nur noch Nummern, gezüchtet auf Effektivität. Viel Fleisch und viel Milchleistung. Der spanische Kampfstier, Toro de lidia, genießt hohes Ansehen, bei Züchtern, Aficionados und Toreros.. Er wird frei geboren, zieht mit dem Familienverband über riesige Weideflächen (da greift die Subvencion). Das junge Kuhkalb wird nach dem Absetzen (Trennung), vom Züchter und div. Fachleuten geprüft. Kriterien sind neben Gebäude(hübsch oder nicht), die Tapferkeit. Diese Tapferkeit wird seit Jahrhunderten gezüchtet. Schon ein 3 Tage altes, tapferes Stierchen, geht auf alles los, was sich bewegt. In der Prüfung wird es je nach dem, einmal vom Pferd aus, mit einenem langen Holzstab zu Fall gebracht - rennt es feige weg, wars das. Geht es tapfer wieder auf die Pferde los, wird es selektiert und in einer kleinen Arena mit Capa und Muleta (die roten Lappen) "gereizt". Erweist sich das Kuhkalb hier als tapfer, hat es sich ein tolles Leben verdient, als Zuchtkuh. Der kleine Stier hat 3-5 Jahre Lebenserwartung, auf der riesigen Weide, bei bestem Futter, tierärztlicher Versorgung und täglicher in Augenscheinnahme. Die Tiere bekommen neben der Zuchtnummer auch einen Namen. Ihre Eltern sind bis ins letzte Glied bekannt, alle stammen von den tapfersten und besten Stieren ab, die es je gab. Der Vater nämlich ist ein "Indulto", ein Stier, der in der Arena gekämpft hat und wegen seiner Tapferkeit begnadigt wurde. Nach dem Kampf, der für den Ganadero (Züchter), eine große Ehre darstellt, wird er tierärztlich versorgt und reist zurück, nach Hause, wo er seine eigene Herde bekommt, die er dann "beglücken" darf. Noch Tage nach dem Kampf ziert er die Titelblätter der Fachpresse, sein Pedrigee wird durchgehechelt, er ist Sohn von, Enkel von... Wenn ein Stier seiner Bestimmung, dem Tod in der Plaza de torors zugeführt wird, gelten auch hier strenge Regeln. Zuerst kontrolliert der Vetrenär, ob er auch im Stande ist zu kämpfen. Ist dieser dann beim Kampf aus irgendeinem Grunde lahm, oder krank, wird er wieder hinausgelassen. Beim Stierkampf gibt es drei Kategorien: Novilladas sin cavallos , Novilladas con cavallos und die Corrida deToros Novilladas werden von "Stierkampflehrlingen" bestritten, die Corridas von fertigen Maestros. Die Novillos (Jungstier) haben ein Gewicht um die 4ooKg und sind zwischen 3 - 4 jahre alt. Die Toros sind zwischen 500 u. 600Kg schwer und ca 5 Jahre alt. Jeder Stier wirdauf einem Cartel angekündigt, mit Gewicht und Namen.Ja, sogar seine Farbe wird beschrieben, und seine Ahnen. Der Kampf unterliegt dem Reglamento taurino, indem genau festgelegt ist was, wann, wie, gemacht wird. Im ersten Tercio läuft der Stier von einem Mann zum andern, der ihn mit der Capa reizt, anzugreifen. Dann wird er auf ein gut gepanzertes Pferd gelenkt, von wo aus der Picador ihm einen Lanzenstoß verabreicht. Viele denken jetzt beginnt das Gemetzel, aber gute Toreros, ebenso wie das Publikum lehnen das ab, so das meisst nur ein kurzer Stoß ausgeführt wird. Die Lanze hat eine kleine, dicke Spitze, die grade mal durch die Haut dringt. Danach folgt der Part der Banderillos und zum Schluss kämpft der Torero mit dem Toro. Ist es ein "guter Stier", der immerwieder angreift und dem Torero ermöglicht, mit seiner Muleta (roter Lappen), bestimmte Drehungen und Figuren zu zeigen. Dabei soll der Stier möglichst nah, den Mann passieren. Ein Hornstoß und der Mann hat verloren. In diesem Part wird Flamencomusik gespielt, einige sind eigens für den Torero geschrieben worden. Um Torero zu werden, fangen die meisten mit 6(!) Jahren an, in den Escuelas taurinas. Dort lernen sie nicht nur den Umgang mit Capa u. Muleta, das Setzen der banderillas, sondern vor allem Disziplin und Benehmen. Bis sie das erstemal, wenn überhaupt in der Arena stehen, vergehen Jahre des Trainings. Wenn die Lehrlinge einen guten Manager haben, bekommen sie die Chance, bei den "Kuhtests" der Züchter, die Capa zu schwingen, was die Zahl der Aspiranten dezimiert, viele landen im Krankenhaus, lebensgefährlich verletzt. Haben sie sich dort als begabt gezeigt, bekommen sie den ersten Kampf bei einer Novillada - es wird ernst. Auch das bringt viele Debütanten mit schweren Hornverletzungen in die Chirugie, die übrigens auch ganz speziell ist. Hat es der Lehrling über die Alternativa zur Confirmation in Madrid geschafft, hat das Geld, Hunger, Blut und Tränen gekostet. Ob er dann so ein erfolgreicher Torero wie z.B. "El Cordobes" wird, steht in den Sternen, denn das Publikum ist so launisch wie die Stiere. Und so riskieren im Sommer jeden Tag, irgendwo in Spanien, Portugal, Frankreich und Südamerika hunderte Stiere und Männer ihr Leben. Stierkampfverbot - ein Wirtschaftszweig soll eleminiert werden. Zum Kampf von Jose Thomas, in Nimes, bewegten sich auch viele Catalanen nach Francia und die Stadt hatte 100% Hotel u. Gaststättenbesetzung ... ne Menge Kohle! Mit der IVA-Erhöhung zahlt nun auch der Zuschauer in ES 21%, was die Eintrittskarten verteuern wird, besonders bei den Novilladas. Die Corrida wird übrigends nicht von der EU subvencioniert (soweit ich weiss), sondern die Stierzucht. Matadores wie El Juli, haben mit ihrem Geld verbilligte Eintrittskarten für Rentner, Arbeitslose u. Behinderte gesponsert. Geben Benefitzkämpfe, für Kranke ect. Und riskieren Spott, Verachtung und obendrein ihr Leben. In den letzten 2 Wochen landeten mindestens 15 junge Männer, mit z.T. lebensgefährlichen Verletzungen in der Enfemeria.! 4 Kampfstiere wurden begnadigt - Indulto! Ich möchte hier nun keine Diskusion auslösen, sondern nur zum besseren Verständnis beitragen.
  10. Das L'Oceanogràfic in Valencia ist nicht nur ein großer Aquariumpark und das größte Aquarium Europas. Dabei liegt die Betonung auf Salzwasser-Aquarium mit zahlreichen Meeres und Ozeanbewohnern als auch Küstenbewohner. Auf jeden Fall sollte man hier schon mindestens einen halben Tag Zeit einrechnen, wenn man alles besichtigen möchte. Der Eingang zum L'Oceanogràfic Das L'Oceanogràfic hat zahlreiche Bereiche für die unterschiedlichen Bereich der zahlreichen Tiere so auch ein großes Vogelgehege. Vogelgehege Vogel im Schilf Vogel Ente Vogel Vögel Vogel Die sich sonnenden Schildkröten waren schon ein lustiger Anblick. Schildkröten beim Sonnen Schildkröte beim Sonnen
  11. Ich will erst gar nicht lange drumherum reden, die ideale, spanische Frau, schaut so aus: Und nun kommen wir kurz zum Hintergrund der Geschichte. Die Drogeriekette Superdrug wollte einfach mal der Frage nachgehen, wie denn der perfekte, Frauenkörper auf der ganzen Welt so verteilt ausschaut? Schönheit definiert sich immer anders, ist kulturell geprägt, wobei auch aktuelle Modeerscheinungen hier immer mit hinein spielen. Um nun dieser Frage genau nachzugehen, machte man ein Photo einer Frau und gab dieses eine Bild, Grafikerinnen aus 18 Ländern. Diese wiederum sollten das Bild mittels Photoshop so verändern, dass es dem Schönheitsideal der jeweiligen Landesbevölkerung entspricht. Die Ergebnisse, überraschen in Teilen nicht wirklich und dann doch erheblich. Hier kurz zur Info das Originalbild. Man erkennt, dass das für Spanien bearbeitet Bild, die Frau zwar schlanker zeigt, mit etwas mehr Taille, aber nicht wirklich dünn. Recht weiblich und mit runden Hüften. Schaut man sich dagegen ein anderes, südländische Land an, die Italiener, dann fällt der Unterschied schon sehr deutlich aus. Schaut sehr nach Laufsteg-Kultur aus. Überraschenderweise wird Italien nur noch von einem Land im Magerwahn übertroffen und das ist China. Barbie lässt grüßen. Unsere spanisch, sprechenden Länder aus Übersee und südamerikanischen Länder Venezuela, Argentinien, Mexiko, Columbien und Peru dagegen, bevorzugen kurvenreiche, aber nicht wirklich modell-dünne Frauen. Manchmal ein wenig mehr Hüfte oder Brust und natürlich darf auch nicht die passende Haarfarbe fehlen. Ich bin bei der spanischen Frau wirklich etwas überrascht, denn ich hätte gedacht, der ideale Frauenkörper würde doch etwas schlanker ausfallen. Auch ist es schade, dass hier der ideale Frauenkörper für die deutsche Frau fehlt. Das hätte mich auch interessiert. Und wie hätten die Frauen wohl ausgeschaut, hätten nicht Frauen den perfekten Frauenkörper in ihrem Land darstellen müssen, sondern Männer? Was wäre dann wohl beim Retuschieren heraus gekommen?
  12. Die Sache mit dem Recht ist immer so eine Sache und vor allem nicht immer jedem gleich recht zu machen. Pablo Picasso war einer der bedeutendsten Künstlern der Welt, prägender Künstler der Neuzeit und vor allem, er war Spanier. Seine Werke werden daher von Spanien als kulturell wertvoll eingestuft und ebenso von nationalem Interesse, weshalb die Ausfuhr von Picassos Werken strengstens reglementiert ist. Gleichzeitig erzielen Picassos Werke auf Auktionen Rekordsummen und sind begehrte Objekte für Anleger, Sammler und Spekulanten. Da ist es nur verständlich, dass hier die Interessen Spaniens, nicht immer mit den Interessen der Besitzer von Picassos Kunstwerken übereinstimmen. Aktuell geht es um das Gemälde "Kopf einer jungen Frau", welches dem Bankier Jaime Botín gehört. Er hatte wiederholt versucht, das auf 25 Millionen Euro geschätzte Bild, ins Ausland zu schaffen, um es so veräußern zu können. Da er aber schon auf der Liste der Fahnder stand, kam er mit seinem Bild nicht weit, dass seit langem auf seiner Jacht ist. Er wurde auf Korsika, in der Stadt Bastia, als er mit seiner Jacht im Hafen von Calvi anlegte, von den dortigen Zoll-Beamten schon erwartet. Die französischen Zollbeamten beschlagnahmten das Bild und die Guardia Civil überführte es nun nach Spanien. Der Besitzer ist darüber alles andere als erfreut und sieht sich dabei zu unrecht behandelt. Zum einen sei das Bild 1906 nicht in Spanien, sondern im Ausland gemalt worden. Er selbst hat es dann 1977 in London gekauft und auf seiner unter britischer Flagge fahrenden Jacht "Adix" aufbewahrt. Auch wenn die Jacht öfters im Hafen von Valencia gelegen habe, stand sie somit nie aus spanischem Territorium. Das Kulturministerium von Spanien sieht das Gemälde als nationales Kulturgut an, welches ins Ausland gebracht werden sollte. Botín behauptet, dass das Gemälde laut internationalem Seerecht ja zuvor nie spanischen Boden betreten habe und könne daher gar nicht ins Ausland gebracht worden sein, weil es da ja schon immer gewesen war. Eine juristisch gar nicht mal so eindeutige Sache und es wird sicherlich interessant sein zu erfahren, wie hier die Richter in Spanien entscheiden. Bis dahin wird das Gemälde, in einem Lager des Reina-Sofia-Museums in Madrid aufbewahrt. Jaime Botín war unter anderem jahrelang in führenden Positionen für die spanischen Banken Santander und Bankinter tätig. Er gehört zu einer Bänkerfamile die wesentliche Anteile an einigen der wichtigsten spanischen Banken halten
  13. In Spanien gibt es die unterschiedlichsten Formen des Stierlaufes. Der Toro de la Vega, bzw. Torneo del toro de la Vega, gehort wohl zu der selbst in Spanien, als umstrittenste Form des Stierlaufes. Dies äußerst sich nicht zuletzt auch durch die kritische Berichterstattung in den spanischen Medien über dieses Ereignis, wie auch die dabei ständig statt findenden Proteste. Dieses so genannte Turnier findet bei Tordesillas statt und hat den Kampf, die Jagd, das zur Strecke bringen des Stieres als Ziel. Selbst bin ich noch nicht so bewandert mit dieser Veranstaltung, daher stelle ich stellvertretend hier ein paar Videos ein. Toro de la Vega 2014 - Torneo en Exclusiva Las mañanas RTVE1. Debate sobre el Toro de la Vega. 17 sept. 2013 Toro de la Vega --España Directo- TVE
  14. Veranstaltungen mit Feuern und lauten Geräuschen, dass macht nicht nur Spaniern Spaß, besonders wenn es in einer so originellen Veranstaltung wie dem Feuerlauf (correfog) daher kommt. Da der Feuerlauf eine dynamische Veranstaltung gibt, beginnt dies an einem festen Startpunkt. Wer diesem gerne nahe erleben will oder gar richtig mitmachen möchte, sollte sich jedoch gleich vorab die richtigen Klamotten zurecht suchen. Keine leicht empflammbaren Kleidungsstücke wie gewisse Kunstfasern. Gerne auch lange Hosen, langärmliges Oberteil und geschlossenes Schuhwerk. Wer zudem dann unter dem Feuer, bzw. den Funken tanzen will oder durch entsprechende Funkenfontainen laufen möchte, der sollte sich zudem die Haare und Kopf mit einem Tuch und/oder Mütze bedecken, und ebenso auch den Mund. Diese Tücher dürfen auch gerne etwas angefeuchtet werden. Während bei den Zuschauern alle Altersgruppen vertreten sind, beschränkt sich die Gruppe der Aktiven so von ca. 10 Jahren bis ca. 45 Jahren. Hier kann man nun einige der Teilnehmer sehen, wie sie sich auf das Event vorbereiten. Ein sich vermummendes Paar. Kinder und Erwachsene treffen Vorbereitungen. Sie vermummen sich und schützen ihre Haare, um sich vor den Funken zu schützen. https://www.spanien-treff.de/gallery/image/7080-correfoc-leute-vermummen-sich-für-den-feuerlauf/ Für die Veranstaltung werden ausgewählte Straßenzüge abgedunkelt, in denen die Künstlergruppe ihr Live-Performance zusammen mit dem Publikum abhält. Drei Akteure von Els Cremats. Einer hat die Teufelskaputze angezogen. Ein Akteur mit einem Feuerwerkskörperstab Gerne wird dabei unter einem Funkenschirm getanzt. Einige Leute tanzen unter einem Feuerregenschirm Aber auch andere Vehikel und Konstruktionen,kommen hier als Funkenschleuder zum Einsatz. Das Fahrrad, mit dem die Akteure mit Feuerwerkskörpern durch die Straßen fahren. Nachschub bekommen die Akteure urch mitgeführte, rollende Kisten, aus denen sie ihren Feuerwerksvorrat immer wieder auffüllen. Die Proviant- und Nachschubkiste der Akteure Die Proviant- und Nachschubkiste der Akteure mit dem Namen Correcremants Da dies ein doch sehr dynamisches Ereignis ist, vermittelt hier ein Film einen etwas besseren Eindruck dieser Veranstaltung, als nur Bilder. Correfoc - Der Feuerlauf in Spanien Begleitet wird die Veranstaltung natürlich von der Feuerwehr und man sollte auch hier sich evtl. das erst einmal von fernen betrachten, bevor man meint, sich da mitten ins Getümmel zu stürzen. Vor allem sollte man wirklich auf seine Kleidung achten und hier gerne alte Sachen anziehen
  15. Nicht alles, was die Spanier so Kultur und Feiern nennen, erschließt sich den dortigen Ausländern, bzw. in diesem Fall, den Deutschen. Hier eine leicht satirische, polemische und vielleicht auch etwas spöttische Reportage dazu. Como ven los alemanes las Fallas 1ªparte Como ven los Alemanes las Fallas 2ªparte
  16. Tiro y arrastre ist ein spanischer Pferdesport, welcher in Spanien, insbesondere in der spanischen Region von Valencia gepflegt wird. Die Pferde ziehen bei diesem Wettbewerb einen Schlitten, welcher bei fortschreitender, zurückgelegter Distanz, mit zusätzlichen Sandsäcken beschwert wird. So wird dann ermittelt, welches Zugpferd über die größere Stärke und Ausdauer verfügt. Dieses erinnert mich an die mechanischen Variante und Motorsport, dem Tractorpulling, bei welchem ähnlich wie hier, die Zugmaschinen einen Bremswagen ziehen müssen, welcher den Widerstand bei fortschreitendem Weg, kontinuierlich erhöht. Das Tiro y arrastre, wird auf einem landwirtschaftlichen Wettkampf zugeschrieben, welcher in Spanien erstmals 1944 ausgetragen wurde, um den stärksten Percheron zu ermitteln. Der caballo percherón, ist eine Kaltblut-Pferderasse. Bei diesem Lastenziehen der Pferde, treten die Lastpferde in unterschiedlichen Gewichtsklassen an. Diese sind 0-120 kg, 120-220 kg, 220-320 kg, 320-420 kg, 420-520 kg, 520-bis unendlich. Dabei treten auch Zweier- und sogar Dreiergepsanne an. Die folgenden Bilder wurden bei den fiestas patronates von Benicarló, in der nördlichen Region von Valencia gemacht. Die hier zu sehenden Pferde sind deutlich der kleineren Gewichtsklasse zuzuordnen. Die Strecke ist mit Sand ausgelegt und hat eine Länge von 50 oder 60 Meter Länge und eine Breite von 3 Meter. Auf dieser ist das Misshandeln des Pferdes ausdrücklich verboten. Das Ziel des Wettbewerbes ist es, die Strecke in kürzester Zeit zurückzulegen. Dabei müssen drei vorgeschriebene und angezeigte Pausen, eingehalten werden. Pferde Lastenziehen - Tiro y arrastre - Horse pulling - Zugpferde-Lastenschleppen Zugpferd am Wagen Zugpferde am Wagen Braunes Zugpferd mit Kumt als Geschirr Schwarzes Zugpferd mit Kumt als Geschirr Hellbraunes Zugpferd mit Kumt als Geschirr
  17. Wenn man selbst durch eine so kleine Stadt wie Benicarló durch die Gegend zieht, trifft man auf das ein oder andere, was Spanien so im kleinen ausmacht. Einige dieser Dinge sind noch Nachwirkungen der Vergangenheit und andere immer noch fester Bestandteil des dortigen Lebens. Ein weißer Seat 127 in Benicarló. Dieses Fahrzeug war der Nachfolger des Seat 850 und Vorgänger des Seat Fura. Er wurde in den Jahren 1972–1982 produziert und hatten bei einem 4 Gang-Getribe, zwischen 34,5 kW / 47 PS bei einem 903 cm³ Hubraum und später 38 kW / 52 PS bei einem Hubraum von 1010 cm³. Damit schaffte er in der ersten Version 140 km/h und in der zweiten Version bis zu 145 km/h. http://www.spanien-treff.de/gallery/image/6836-weißer-seat-127-dreitürer-in-benicarló/ Das Vespacar des italienischen Herstellers Piaggio auf diesem Bild ist ein Ape 50 und damit das kleinste Modell aus der Ape-Familie. as Fahrzeug hat einen 50-cm³-Einzylinder-Zweitaktmotor bei 1,8 kW / 3 PS. Damit erreicht er knapp 40 km/h und kann eine Nutzlast von 200 kg transportieren. Auf drei Rädern fährt es scih wie eine Vespa, nur das man dabei eine Fahrerkabine hat und Sachen transportieren kann. Sehr nützlich bei engen Straßen, da das Fahrzeug schmal und ebenso wendig ist. Gezählt wird es zu den Kleintransportern http://www.spanien-treff.de/gallery/image/6837-ape-50-vespacar-von-piaggio-in-benicarló/ Diese Leute, entscheiden sich mal Spontan ihren Picknick auf dem Bürgersteig am Stand von Benicarló zu veranstalten. Also Kofferraum auf, Stühle und Tisch dort aufgebaut und schon kann das Essen los gehen. Im Hintergrund sieht man Vinaroz. http://www.spanien-treff.de/gallery/image/6838-picknick-auf-dem-bürgersteig-am-stand-von-benicarló/ Gar nicht mal so selten, trifft man auf Gärten, deren Rasen ordentlich kurz geschnitten ist, fast so penibel, wie ein englischer Rasen. Ein Wachhund bewacht energisch sein Territorium, das Haus seines Herrschen. Wo in der Stadt die Hunde in der Regel gut abgerichtet und ungefährlich sind, sollte man vor den Wachhunden in den Häusern abseits der Orte und auf den Fincas, eine gebührenden Respekt haben. Katzen sind auch in Spanien entweder scheu oder absolut zutraulich. Wie man hier sehen kann, hätte man diese ohne Bedenken mitnehmen können.
  18. Die Dokumentation "Al Andalus - Zauber der Mauren (Schätze des Islam am Mittelmeer)", zeigt wie die Mauren Spanien in der Zeit ihrer Besetzung geprägt haben. Wie die damaligen, islamischen Herrscher, Spanien mit fortschrittlicher Architektur, Technik und Wissen bereicherten. Es zeigt so vieles, was uns heutzutage selbstverständlich erscheint und was wir den damaligen, islamischen Herrschern und der damaligen, islamischen Kultur zu verdanken haben. Al Andalus - Zauber der Mauren
  19. Hier findet man eine Sammlung an Fotodokumentationen und zu Feste, Feiern und Kultur in Spanien: Ostern in Spanien Osterprozession in der Karwoche in BenicarlóFallas in Valencia Fallas Figuren in BenicarlóDie Mascletà bei den Fallas in Benicarló - Tagfeuerwerk mit lauten Knallern und BöllernLa ofrenda de flores - Der Opfergang zu Ehren der Heilige Jungfrau der SchutzlosenFiestas Patronales in Benicarló Jotas - Ein spanischer Tanz mit typischer MusikGigantes y Cabezudos - Riesen und Großköpfe, ein Fest für KinderDer Feuerlauf - CorrefocStierlauf - Extra für die Frauen auch mit jungen KühenFiesta Eröffnung - Der Beginn der Fiestas Patronales in BenicarlóFlamenco Tanz mit FrauenFiesta Eröffnung - Der Beginn der Fiestas Patronales in BenicarlóDie Musikband "La Oreja de Van Gogh" beim Livekonzert in BenicarlóModerne Tanzaufführung mit Jugendlichen - Baile PopularModerne Tanzaufführung mit Kindern - Baile PopularParadelauf der Festkönigin und der Festdamen in BenicarlóTiro y arrastre - Zugpferde-Sport-Wettbewerb im LastenschleppenStierlauf in einer Kleinstadt - EncierroHinterschinkenweitwurf - Der Wettbewerb für die KleinenAbschlussfeuerwerk der fiestas patronales in BenicarlóSonstiges Proben der Dansants in PeñíscolaMoros y Cristianos - Das Fest über die Mauren und Christen
  20. Rezept mit Bild: Spanische Tortilla | Kartoffeln Rezepte
  21. Dénia – ab. Ein 400 Kilogramm schwerer Stier ist vergangenen Montag bei den traditionellen Bous a la Mar in Dénia ums Leben gekommen. Der Koloss sprang einem der Halbstarken ins Hafenbecken hinterher. Augenzeugen berichteten, dabei sei aufgefallen, dass der Toro offenbar wegen seiner Körpermasse vom ersten Moment an Probleme damit hatte, seinen Kopf über Wasser zu halten. Nur mit größter Anstrengung konnte das geschwächte Tier geborgen werden. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Stier starb kurz darauf im Verschlag. Es ist nicht das erste Mal, dass bei Dénias Kuhtreiben ins Meer, die als „Fest von touristischem Interesse“ deklariert sind, ein Tier verendet. Zuletzt ließ 2005 ein ebenfalls 400 Kilogramm schwerer Toro im Hafenbecken sein Leben. José Luis Sánchez von der Partei Pacma, eine Tierpartei, die sich gegen Tierquälerei einsetzt, verurteilt die Bous a la Mar harsch. „Die Tiere werden bei diesem Spektakel großem Stress ausgesetzt“, sagt Sánchez. „Auch wenn der Stier oder die Kuh bei diesen Veranstaltungen nicht stirbt, so gerät das Tier doch in Panik, weil es nicht weiß, was mit ihm geschieht und es nicht weglaufen kann.“ Es gebe andere Möglichkeiten, sich bei einer Feier zu vergnügen, ohne dazu Tiere zu missbrauchen. Sánchez Appell an die Stadt Dénia: „Warum kann man die Bous a la Mar nicht durch eine Veranstaltung ersetzen, bei der keine Tiere missbraucht werden und die einer zivilisierten Gesellschaft angemessen ist?“ Das Traurige an dem Vergnügen mit den Stieren ist nach Auffassung des Tierschützers, „dass diese Tiere von Ort zu Ort gekarrt werden. Während sie in Dénia unfreiwillig ins Wasser springen, müssen sie in einem anderen Ort brennende Fackeln auf den Hörnern ertragen oder sich mit Bierdosen bewerfen lassen.“ Die nationale Tierschutzvereinigung Anpba will bei der Madrider Regierung durchsetzen, dass Dénias Bous a la Mar der Titel „Fest von touristischem Interesse“ entzogen wird. Costa Nachrichten Media - Tod am Nachmittag Ich wüsste schon welche Auflagen ich den Spaniern machen würde für deutsche Hilfsgelder.
  22. [h=1]Spanische Lieder – mit und ohne Worte[/h] Anspruchsvolles Programm jenseits von Stereotypen: Benefiz-Liederabend der Gesellschaft Staufen-Paraguay mit Wilma Rueda und Elisabeth Wieninger am 19. Oktober 2011 "Canciones Españolas" – ein Konzerttitel, der durchaus dazu angetan wäre, Assoziationen auszulösen, die sich tief aus der Klischeekiste bedienen. Doch die spanischen Lieder, die am vergangenen Freitagabend zu hören waren, hatten nur wenig mit den Stereotypen gemein, die in Mitteleuropa über die Iberische Halbinsel kursieren. .... Ein Schwerpunkt des Abends waren Lieder von Federico García Lorca – kleine und durchaus rare Kostbarkeiten dieses großen spanischen Dichters, der 1936 im Alter von 38 Jahren von Faschisten ermordet wurde. Wenig bekannt ist, dass Lorca sich auch intensiv mit Musik beschäftigt hat. Mehr unter Staufen: Spanische Lieder – mit und ohne Worte - badische-zeitung.de
  23. In diesem Board darf alles zu den Festen und Feiern in Spanien hinein. Diese stehen ja in Spanien oft genug im Zusammenhang mit Religion, Kultur oder Tradition und deren Feste dürfen daher hier auch nicht fehlen.
  24. Neben den Stierkämpfen in Spanien gibt es doch auch diese Tomatenschlachten. Kenne das bislang nur aus dem Fernsehen, könnte mir aber vorstellen, dass es Spass macht, an so etwas teilzunehmen . Welchen traditionellen Hintergrund habe diese Tomatenschlachten bzw. seit wann gibt es Sie? Darf jeder mitmachen? Interessieren würde mich hierbei auch, ob es diese Art von "Kriegsführung" in allen spanischen Regionen gibt und wann Sie dort stattfinden. Ach ja und noch etwas - woher kommen die Tomaten und wer sponsort diese? Wäre es nicht sinnvoller einige Kisten davon in die ärmeren Länder Afrikas zu schicken? Meine letzte Frage muss nicht unbedingt ernst genommen werden, aber ein Gedankengang ist sie schon wert - oder nicht ?
  25. http://guisando.org/empanada-de-atun Es gibt viele arten Empanada, mit Fisch, Fleisch, etc....