Hallo,
mir ging es immer so, dass, wenn ich wenigstens vier oder fünf Wochen ich in einem fremdsprachichigen Land war, früher war das Englisch, jetzt ist es meist Spanisch, und ich mich immer oder vorwiegend in der Landessprache unterhielt, dann waren auch meine Träume bald in der jeweiligen Landessprache.
Auch meine Tagträume oder Selbstgespräche, die ich im Stillen mit mir führte, wenn ich als Jugendlicher stundenlang Moped oder später Auto fuhr, waren dann in der Landessprache; seit Langem also Spanisch.
Wenn ich aber nach D zurückgekehrt bin, hielt das noch ein paar Tage an, ging dann aber wieder auf Deutsch über. In der Zwischenphase wurde ich manchmal halbwach, merkte, dass ich träumte und schlief, aber doch so wach war, dass ich registrierte, was da vorging. Dann fühlte ich mich manchmal gequält und dachte, was träumst du denn da, du bist doch in der falschen Sprache. Aber welche nun die "richtige" Sprache sei, konnte ich mich nicht so recht entscheiden, und schlief irgendwie unzufrieden wieder ein.
Aber nach ein paar Tagen war ich umgepolt, und die Qual vorbei.
Jetzt lebe ich schon mehr als ein halbes Jahr auf Teneriffa, aber da ich den ganzen Tag Deutsch mit meiner Frau rede, träume ich auch weiterhin deutsch, trotz aller spanischen Gespräche, die ich zuweilen mit Nachbarn, meist aber beim Einkaufen, vor allem im Baumarkt, wo es doch heftig in technische Details geht, führe. Und das wird wohl auch so bleiben.
Teilweise spreche ich ja auch Französisch und Japanisch, aber ich bin nie soweit gekommen, darin zu träumen. Die Sprachen tauchten allenfalls sporadisch auf, aber dann wurde ich immer irgendwie so was wie halbwach, merkte, was da abging, und sagte zu mir: Lass dass, die Sprache kannst du doch gar nicht! Ich versuchte regelrecht, sie abzuschalten. Dann schlief ich wieder ein, und was danach kam, weiß ich nicht, wahrscheinlich für diese Nacht gar nichts mehr. Und am nächsten Tag war es dann wieder die Muttersprache, also Deutsch.
Grüße
Chicharrero