@ Tiza: Es dreht sich nicht darum, was den Menschen nicht gefällt, sondern schlicht und ergreifend darum, dass bisher nur Häuser von Ausländern, die keine Baugenehmigung hatten, eine Abrissverfügung bekamen, die dann von der Junta de Andalucía vollstreckt wurde. Bei Häusern von Spaniern, die keine Baugenehmigung hatten, ist bis Ende 2010 nicht eine einzige Abrissverfügung vollstreckt worden. Das sind Fakten. Auch hier - wie beim Erbrecht - keine Spur von Gleichstellung. (Gibt es solche Fälle nicht auch im Raum Valencia und Alicante? Ich habe mal am Rande davon gehört...)
Es dreht sich auch nicht darum, was in D nicht perfekt ist. Gesetze werden umgesetzt, Punkt. Ein Ausländer, der kein Deutsch spricht und vor Gericht steht, bekommt einen Dolmetscher zur Seite gestellt, damit er weiss und versteht, was verhandelt wird. Auch das ist Gesetz und Teil der Gleichbehandlung der Menschen/Bürger, was ja auch Sinn macht, wenn das Grundgesetz korrekt umgesetzt wird. In Spanien ist das noch nie vorgekommen. Im Gegenteil: Selbst wenn Du Spanisch sprichst und eine Forderung gegen ein spanisches Unternehmen beispielsweise in Barcelona oder auf den Balearen hast, kommen die Hunde auf den Trichter, die Verhandlung in Katalan oder Mallorquin abzuhalten, damit man garantiert nicht weiss, worum es geht.
Erzähle hier bitte keine Märchen - ich habe das alles durchgemacht. In Nordeuropa gibt es eine Rechts- und Planungssicherheit, das ist Fakt. Ein Eintrag im Grundbuch ist bindend. In Deutschland käme niemand auf die Idee und würde sagen: Ah, ja, Ihr Eintrag im Grundbuch wurde in der Gemeinde Garmisch gemacht, aber München hat entschieden, dass Ihr Haus illegal gebaut wurde, und daher bekommen Sie ein Abrissverfügung.
Es ist der Korruption zu verdanken, die in Spanien immer noch in voller Blüte steht, dass genau diese Willkür zwischen der jeweiligen Gemeinde und der Junta de Andalucía Existenzen vernichten darf. Das bezieht sich durchaus nicht nur auf private Wohnhäuser, sondern auch auf Unternehmen und Genehmigungen, die nach der Erteilung willkürlich rückgängig gemacht werden (Stichwort: Fehlende Planungssicherheit). Da dürfen sich die Spanier nicht wundern, dass kein Investor ins Land kommt. Ich habe vielen Investoren die Augen geöffnet, und ich werde es weiterhin tun. Ebenso werde ich weiterhin privaten Hauskäufern abraten, ihr Geld in einem Land zu versenken, in dem ein Grundbucheintrag nicht bindend ist. Solange die marode Gesetzgebung und Korruption nicht abgeschafft wird, wird mich niemand daran hindern.
Aber lassen wir das, wenn es Dir in Spanien gefällt, sei froh und lebe vor Dich hin. Bete zu Gott, dass Du von der Willkür verschont wirst und versuche nicht, Unsinn zu verbreiten, indem Du 'unvollständige' Entwicklungen (Entwicklung ist immerhin Fortschritt!) in anderen Ländern anprangerst, um die spanische Korruption und Willkür zu relativieren und zu verharmlosen. Du machst Dich damit mitschuldig am Leid vieler Menschen, die ihr Glück gesucht haben.