Hallo Josef,
ich bin zwar nur etwas über 20 Jahre in Spanien, aber ich habe weitaus mehr Existenzen von Zuwanderern scheitern gesehen, als es gelungene gibt.
Der Überbringer von schlechten Nachrichten hat immer dann Schuld, wenn die Nachrichten auf Menschen treffen, die sich in eine Sache verrannt haben, und nicht flexibel reagieren können oder wollen; und dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen.
Ich selbst habe von den Erfahrungen Anderer in Spanien mehr profitiert, als ich je hätte erahnen können.
Nun bin ich auch Ausbilder und daher viel es mir auch nicht schwer, mich einfach in die Situation eines Auszubildenden zu versetzen.
Ich habe fasst alles durch zuhören gelernt und bin auch gerade in den ersten Wochen an eine Person geraten, die sich exzellent in dem spanische Sozialversicherungssystem ausgekannt hat.
Menschen die hilflos und überfordert sind, reagieren oft aggressiv auf gut gemeinte Ratschläge, weil auch dabei oft in ihnen ein Traum zerbricht; verknüpfen aber damit, dass der Überbringer der Nachricht Schuld hat; früher wurde er hingerichtet. Die Reaktion dabei ist oft gerade bei jüngeren Menschen: Wenn das was ich bis jetzt falsch gemacht habe keinen Erfolg hatte, dann muss ich nur noch mehr und intensiver etwas von dem Falschen tun, damit es doch gelingt.
Im Alter, wenn dann die körperlichen Kräfte nachlassen, und wenn dann diese Gescheiterten auf die Erbärmlichkeit dessen zurückblicken, was sie in den letzten Jahrzehnten geleistet haben, bzw. woran sie gescheitert sind, kommt die Altersverbitterung.
Und Schuld haben dann immer die Anderen.
Ich habe extrem wenig Fehler in Spanien gemacht, weil ich von dem Wissen anderer durch zuhören profitiert habe, und weil ich auch auf meine liebe Frau gehört habe, die mehr Menschenkenntnis hat als ich.
Ich danke hiermit nochmals allen Menschen, die mir die ganzen Jahre geholfen haben.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut