Nicht jeder hat die Möglichkeit zu entscheiden ob Schul- oder alternative Medizin.
Als ich in ein privates Krankenhaus ging, weil ich Schmerzen im rechten Oberbauch hatte und so ganz langsam gelb anlief, knallte man mir nach einer kurzen Untersuchung das Wort "Klatskin-Tumor" um die Ohren. Man könne mir nicht helfen, ich solle mir ein anderes Krankenhaus suchen. Und rums, saß ich vor der Tür.
Nach einigen Recherchen im Internet und Gesprächen mit Kollegen entschied ich mich für das Krankenhaus La Fe in Valencia. Doch ich erhielt auf meine ausführliche Mail keine Antwort. So fuhr ich hin mit der CD vom privaten Hospital de Levante in Benidorm und suchte das Sekretariat des leitenden Arztes der Leberabteilung auf. Sie sagte mir, dass ich keinen Termin beim Professor bekommen könnte, da ich nach Denia gehöre und nicht nach Valencia. Alles erklären meiner Diagnose stimmte sie nicht gnädiger. Da sagte ich ihr, ich würde mich jetzt vor das Zimmer des Professors setzen und dort solange bleiben, bis er mich empfängt - zur Not auch tagelang!
Eine Stunde später rief sie mich zu ihm rein. Wenn ich jemals Gott auf Erden begegnen würde, sähe er aus, wie dieser Professor. Er sprach ganz ruhig mit mir, nahm sich alle Zeit der Welt, schaute sich die CD an und befragte mich. Ich bekam Termine für eine Blutanalyse und eine TAC. Zum Abschied nahm er mich in den Arm und sagte: "Mädchen, Du hast keinen Krebs. Da bin ich mir ganz sicher. Aber das müssen wir halt beweisen."
Als ich das Krankenhaus an diesem Tag verließ, war die Angst der vergangenen Tage total von mir abgefallen.
Ich musste operiert werden, da die Gallengänge, die aus der Leber in den Zwölffingerdarm führten total dicht waren. Doch kein Klatskin-Tumor hatte sie zu wuchern lassen, sondern es war eine typische Erscheinung meiner Erbkrankheit. Doch das wusste damals halt noch keiner.
Seit der OP meiner Leber habe ich keine Probleme mehr. Ich musste noch diverse Male zur Nachuntersuchung, bis mir mein Lieblingsarzt sagte, es sei nun alles überstanden. Er nahm mich nochmals in den Arm und meinte, es sei ihm ein ausgesprochenes Vergnügen gewesen

. Ich kann also zumindest über das La Fe in Valencia nur das Allerbeste sagen.
Die Krankenschwestern waren die liebsten und geduldigsten, die ich bei meinen häufigen Krankenhausaufenthalten in Spanien kennenlernen durfte. Nie ein ungeduldiges Wort und immer sofort an meinem Bett, kaum, dass ich die Klingel betätigt hatte.
In einem großen Privatkrankenhaus in Alicante war das ganz anders. Als ich von der Intensivstation auf mein (wunderschönes, sehr luxuriöses) Zimmer verlegt wurde, sagte der Pfleger zu den Schwestern: "Sie ist allein, hat keine Familie. Viel Spaß mit ihr!"
Ich fühlte mich daraufhin noch mieser als ohnehin schon. Und dass ich den Schwestern auf den Wecker ging, wurde sehr schnell klar.
Es gab eine Sprechanlage, die ich häufig benutzen musste, da ich nicht aufstehen konnte. Es dauerte keine zwei Tage und niemand ging mehr an die Anlage.
Als ich darum bat, mir mein Zahnputzzeug zu geben, stellte man es neben mich auf den Tisch - wohl wissend, dass ich nicht einmal die Kraft hatte, es von dort zu nehmen, geschweige denn, die Schale zu halten und gleichzeitig meine Zähne zu putzen.
Es war demütigend und demoralisierend.
Doch auch das sind nur Einzelerfahrungen. Meine tendieren ganz klar pro Sozialkrankenhaus bei einem stationären Aufenthalt.