Solange man noch einigermaßen gut beieinander ist, kommt jeder mit der ärztlichen Versorgung in Spanien klar.
Schlimm wird es, wenn es brennt.
Mir ging es im letzten Jahr in Spanien sehr schlecht. Nicht einmal der Lungenfacharzt von Krankenhaus Denia hat die Ernsthaftigkeit meiner COPD erkannt, geschweige denn die CF. Ich konnte kaum noch Luft bekommen, eine Panikattacke jagte die nächste. Besonders die feucht-warme Luft im Sommer machte mich fertig.
In Österreich wurde ich von einem ganz normalen Kassenarzt (ich bin automatisch bei meinem Mann mitversichert) so was von gründlich durchgecheckt und zwar in einer Sitzung (Allergietest, Atemfunktionstest, Röntgenaufnahme) dazu brauchen die spanischen Sozialkrankenhäuser mindestens vier Termine auf die man jedes mal Monate warten muss.
Resultat: Innerhalb weniger Wochen hatte ich eine Sauerstoff-Versorgung im Haus und ein transportables Gerät, um Einkäufe und Spaziergänge erledigen zu können. Mittels eines Schlaflabors wurde festgestellt, dass ich auch nachts O brauche. Mit diesem Anliegen rannte ich in Spanien gegen die Wand. Dort hörte ich: "Wieso, sie atmen doch noch!" oder "Wenn Sie CF haben, trete ich mit Ihnen im Zirkus auf. Damit können wir viel Geld verdienen!"
Vielleicht verstehen jetzt einige Leute, warum ich Spanien verlassen musste, um zu überleben. Noch einen einzigen Sommer hätte ich nicht ohne Sauerstoff überstanden.
Also: ärztliche Qualifikation in bestimmten Krankenhäusern wie dem La Fe in Valencia (nur um ein Beispiel zu nennen) ist großartig. Doch die Wartezeiten sind unzumutbar. Ich habe sie abgekürzt, in dem ich mich vor das Arztzimmer im für mich gar nicht zuständigen La Fe setzte und drohte, nicht mehr aufzustehen, bevor ich nicht Dr. Mir gesprochen hätte. Ich sprach ihn und dann ging alles recht flott. Also die Qualifikation ist teilweise also hervorragend - sofern man in den Genuss kommt, sie zu erproben und nicht vorher das Land verlässt oder in Spanien stirbt.