Eine Busfahrt zum Ryanair-Flughafen und mein Busnachbar
Einleitung: Der Flughafen Frankfurt Hahn
Ryanair ist, wenn es günstig sein darf, für mich die Wahl des Transportes nach Spanien. Günstig ist es jedoch nicht per se, sondern man muss selbst schon auf einigen Komfort verzichten und das fängt schon mit der Anreise zum Abflughafen an. Frankfurt Hahn heißt in meinem Fall der Abflughafen, aber das hat geografisch schon recht wenig mit Frankfurt zu tun.
Hat man den internationalen Flughafen Frankfurt am Main als Abflugsort, so ist dessen Verkehrsanbindung ein Kinderspiel, da man aus dem Frankfurter Hauptbahnhof zum Beispiel leicht mit der S-Bahn dort hin kommt, welche direkt unterhalb des Flughafens anhält. Ein Akt von ein paar Minuten. Frankfurt Hahn jedoch, ist ein ehemaliger Militärflughafen der Alliierten, welcher nun von dem Billigflieger Ryanair genutzt wird und im größerem Kilometerbreich gerade mal etwas mit Frankfurt zu tun hat. Das Problem ist dadurch, es liegt fernab jeder bekannten Stadt. Also um dorthin zu kommen, nimmt man entweder das Auto, parkt dort und zahlt entsprechend hohe Parkgebühren (nebst der Unsicherheit, ob man das Auto dann bei der Wiederkehr auch wirklich in einem Stück vorfindet), lässt sich von einem Bekannten dorthin fahren oder aber, man nimmt den Bus und damit beginnt mein Leidensweg.
Ein Busfahrt die ist lustig – oder auch nicht.
Am Hauptbahnhof von Mainz gibt es eine Busstation für den Ryanair-Bus, welcher einen dann direkt zum Flughafen Frankfurt Hahn bringt. Die Fahrtzeit beträgt so knapp zwei Stunden. Doch leider nimmt der Ryanair-Bus, bevor er nach Mainz kommt, schon zuvor einige und manchmal sogar recht viele Fahr- und damit Fluggäste auf. Dies kann für nicht standfeste Menschen dann schon ein Problem sein, wenn nicht mehr genügend Sitzplätze vorhanden sind. Diese müssen dann die Fahrt stehend antreten. Immerhin zahlen sie dafür nur noch den halben Fahrpreis der sitzenden Passagiere im Bus.
Ich jedoch hatte jedoch Glück - auch wenn es ein etwas zwiespältiges Glück war, den letzten Sitzplatz im Bus zu bekommen. Denn als ich ans Ende des Busses gelangt war und damit die hinterste Sitzreihe erreichte, erblickte ich noch einen freien Sitzplatz. Den Letzten wohlgemerkt. Im Fußraum des freien Sitzes erblickte ich zwei Turnschuhe. Wie ich nun bemerkte, gehörten diese Schuhe einen in sich zusammengekauerten jungen Mann, der nebenan, an die Scheibe gelehnt schlief. Barfuß! /emoticons/default_rolleyes.gif
Durch seine kauernde Sitzposition und die schräge Haltung an der Scheibe, befand sich natürlich auch ein Teil seines Hinterns auf meinem Sitz. Halb entnervt verstaute ich zuerst einmal mein Gepäck, schob die vor meinem Platz liegenden Schuhe nach vorne und drückte mich in den Sitz, um den Schlafenden mit aller, in meiner Hüfte liegenden Kraft, zur Seite zu schubsen und ihn damit natürlich auch aufzuwecken. Doch die Hoffnung, ihn mit dieser Aktion auch aufzuwecken, damit er selbst eine ordentliche Sitzposition einnimmt, wurde hierdurch nicht erfüllt.
Zwar konnte ich für mich den Platzmangel durch den energischen Krafteinsatz adäquat gestalten, aber den Schlafenden störte dies nicht die Bohne. Dafür nahm ich aber nun eine ordentliche Bier- und Alkoholfahne
rost: wahr, ebenso wie einen übelst heftigen Geruch nach abgestandener Zigarettenasche. Ich meine dabei diesen Geruch einer kleinen, Fenster- und Lüftungslosen Kneipe, in der ein Wochenende lang die stärksten Raucher der Welt eingesessen haben, wo die Aschenbecher schon komplett am Überquellen sind und auch der Boden von Asche und Kippen übersät ist. Wenn man dann eine solche Kneipe betritt, nimmt man genau eben diesen Geruch war, den dieser Mann beim Schlafen aus sich herausdünstete. Gepaart mit der Alkoholfahen und der körperlichen Nähe, hatte ich nun die perfekte Einstimmung auf die nun kommenden zwei Stunden Fahrt.
Nicht, dass ich ein Unmensch wäre – nein, ich machte mir sogar Sorgen um meinen schlafenden Nachbarn. Nach längerer Zeit Fahrt ohne jegliche Anzeichen von Leben in diesem Körper und dem ja fast schon verwesungsähnlichen Geruch, beobachtete ich meinen Nachbarn genau, um dort ein Anzeichen von Leben in dessen Körper auszumachen. Regelmäßige Auf- und Abbewegungen der linken Schulter deutete ich dann aber als funktionierende Atmung und vorhandenes Leben in diesem Körper. Weiterhin fiel mir eine Vampirsmiley in seiner Handgelenkinnenfläche auf, welches ich als Diskothekenstempel oder ähnliches deutete und ich als Ursache für den nun so menschenunwürdigen Zustand und Geruch dieser Person ausmachte.
So ab der letzten Stunde Fahrt begann sich dann auch der Schlafende etwas zu räkeln, gefolgt von Gähnlauten der besonderen Art. Denn so ungeniert man im Rausch ist, so laut gähnt man auch. Da laut relativ ist, werde ich dieses Laut mal praktisch ausleuchten. Sobald diese Laute samt Alkohol- und Nikotinpartikel den Rachenraum des schlafenden Nachbarn verließen und laut den Bus durchdrangen, dauerte es nicht lange und die Personen in den nächsten drei Sitzreihen vor mir drehten sich suchend nach der Ursache des Urschreies um. Da der Schlafende immer noch in sich zusammengekauert seinen Rausch ausschlief und ich der einzige in der Ecke war, welcher dort zu sehen war, trafen mich alleine die strafenden Blicke der Mitfahrenden. /emoticons/default_sad.png
Dies passierte indes öfters und mit der Zeit wurde der Schlafende sogar etwas wacher. Dann sogar so wach, dass er sich auch mal aufrecht hinsetze. Aber in dieser aufrechten Sitzhaltung war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Klassiker schlechthin an mir ausprobieren wollte.
War ich gerade noch froh, dass er sich endlich normal hingesetzt hatte, da sah ich schon aus den Augenwinkel wie sich sein Haupt langsam in meine Richtung in Bewegung setze und prompt auf meiner Schulter Platz nahm, um es als Kissen zu benutzte.
Mit beherzten Bewegungen meiner Schulter konnte ich ihn dann davon abbringen, sich weiter an mich zu schmiegen und wohlmöglich noch auf meine Klamotten zu sabbern. Dadurch aufgeweckt, bemerkte er das erste mal auf der Fahrt, dass da jemand neben ihm saß. Er sah mich kurz entgeistert an, bis ihn erneut die Müdigkeit übermannte und er wieder in sich zusammensackte.
Trotz dieser zahlreichen Geruchsaromen und Zärtlichkeiten durch meinen Sitznachbarn und ebenso der bewundernden Blicke der anderen Busfahrgäste, war ich doch froh, als wir endlich am Flughafen angekommen waren, ich diesen Bus so schnell wie nur möglich verlassen und wieder saubere Luft einatmen konnte. /emoticons/default_smile.png
Einleitung: Der Flughafen Frankfurt Hahn
Ryanair ist, wenn es günstig sein darf, für mich die Wahl des Transportes nach Spanien. Günstig ist es jedoch nicht per se, sondern man muss selbst schon auf einigen Komfort verzichten und das fängt schon mit der Anreise zum Abflughafen an. Frankfurt Hahn heißt in meinem Fall der Abflughafen, aber das hat geografisch schon recht wenig mit Frankfurt zu tun.
Hat man den internationalen Flughafen Frankfurt am Main als Abflugsort, so ist dessen Verkehrsanbindung ein Kinderspiel, da man aus dem Frankfurter Hauptbahnhof zum Beispiel leicht mit der S-Bahn dort hin kommt, welche direkt unterhalb des Flughafens anhält. Ein Akt von ein paar Minuten. Frankfurt Hahn jedoch, ist ein ehemaliger Militärflughafen der Alliierten, welcher nun von dem Billigflieger Ryanair genutzt wird und im größerem Kilometerbreich gerade mal etwas mit Frankfurt zu tun hat. Das Problem ist dadurch, es liegt fernab jeder bekannten Stadt. Also um dorthin zu kommen, nimmt man entweder das Auto, parkt dort und zahlt entsprechend hohe Parkgebühren (nebst der Unsicherheit, ob man das Auto dann bei der Wiederkehr auch wirklich in einem Stück vorfindet), lässt sich von einem Bekannten dorthin fahren oder aber, man nimmt den Bus und damit beginnt mein Leidensweg.
Ein Busfahrt die ist lustig – oder auch nicht.
Am Hauptbahnhof von Mainz gibt es eine Busstation für den Ryanair-Bus, welcher einen dann direkt zum Flughafen Frankfurt Hahn bringt. Die Fahrtzeit beträgt so knapp zwei Stunden. Doch leider nimmt der Ryanair-Bus, bevor er nach Mainz kommt, schon zuvor einige und manchmal sogar recht viele Fahr- und damit Fluggäste auf. Dies kann für nicht standfeste Menschen dann schon ein Problem sein, wenn nicht mehr genügend Sitzplätze vorhanden sind. Diese müssen dann die Fahrt stehend antreten. Immerhin zahlen sie dafür nur noch den halben Fahrpreis der sitzenden Passagiere im Bus.
Ich jedoch hatte jedoch Glück - auch wenn es ein etwas zwiespältiges Glück war, den letzten Sitzplatz im Bus zu bekommen. Denn als ich ans Ende des Busses gelangt war und damit die hinterste Sitzreihe erreichte, erblickte ich noch einen freien Sitzplatz. Den Letzten wohlgemerkt. Im Fußraum des freien Sitzes erblickte ich zwei Turnschuhe. Wie ich nun bemerkte, gehörten diese Schuhe einen in sich zusammengekauerten jungen Mann, der nebenan, an die Scheibe gelehnt schlief. Barfuß! /emoticons/default_rolleyes.gif
Durch seine kauernde Sitzposition und die schräge Haltung an der Scheibe, befand sich natürlich auch ein Teil seines Hinterns auf meinem Sitz. Halb entnervt verstaute ich zuerst einmal mein Gepäck, schob die vor meinem Platz liegenden Schuhe nach vorne und drückte mich in den Sitz, um den Schlafenden mit aller, in meiner Hüfte liegenden Kraft, zur Seite zu schubsen und ihn damit natürlich auch aufzuwecken. Doch die Hoffnung, ihn mit dieser Aktion auch aufzuwecken, damit er selbst eine ordentliche Sitzposition einnimmt, wurde hierdurch nicht erfüllt.
Zwar konnte ich für mich den Platzmangel durch den energischen Krafteinsatz adäquat gestalten, aber den Schlafenden störte dies nicht die Bohne. Dafür nahm ich aber nun eine ordentliche Bier- und Alkoholfahne
Nicht, dass ich ein Unmensch wäre – nein, ich machte mir sogar Sorgen um meinen schlafenden Nachbarn. Nach längerer Zeit Fahrt ohne jegliche Anzeichen von Leben in diesem Körper und dem ja fast schon verwesungsähnlichen Geruch, beobachtete ich meinen Nachbarn genau, um dort ein Anzeichen von Leben in dessen Körper auszumachen. Regelmäßige Auf- und Abbewegungen der linken Schulter deutete ich dann aber als funktionierende Atmung und vorhandenes Leben in diesem Körper. Weiterhin fiel mir eine Vampirsmiley in seiner Handgelenkinnenfläche auf, welches ich als Diskothekenstempel oder ähnliches deutete und ich als Ursache für den nun so menschenunwürdigen Zustand und Geruch dieser Person ausmachte.
So ab der letzten Stunde Fahrt begann sich dann auch der Schlafende etwas zu räkeln, gefolgt von Gähnlauten der besonderen Art. Denn so ungeniert man im Rausch ist, so laut gähnt man auch. Da laut relativ ist, werde ich dieses Laut mal praktisch ausleuchten. Sobald diese Laute samt Alkohol- und Nikotinpartikel den Rachenraum des schlafenden Nachbarn verließen und laut den Bus durchdrangen, dauerte es nicht lange und die Personen in den nächsten drei Sitzreihen vor mir drehten sich suchend nach der Ursache des Urschreies um. Da der Schlafende immer noch in sich zusammengekauert seinen Rausch ausschlief und ich der einzige in der Ecke war, welcher dort zu sehen war, trafen mich alleine die strafenden Blicke der Mitfahrenden. /emoticons/default_sad.png
Dies passierte indes öfters und mit der Zeit wurde der Schlafende sogar etwas wacher. Dann sogar so wach, dass er sich auch mal aufrecht hinsetze. Aber in dieser aufrechten Sitzhaltung war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Klassiker schlechthin an mir ausprobieren wollte.
War ich gerade noch froh, dass er sich endlich normal hingesetzt hatte, da sah ich schon aus den Augenwinkel wie sich sein Haupt langsam in meine Richtung in Bewegung setze und prompt auf meiner Schulter Platz nahm, um es als Kissen zu benutzte.
Trotz dieser zahlreichen Geruchsaromen und Zärtlichkeiten durch meinen Sitznachbarn und ebenso der bewundernden Blicke der anderen Busfahrgäste, war ich doch froh, als wir endlich am Flughafen angekommen waren, ich diesen Bus so schnell wie nur möglich verlassen und wieder saubere Luft einatmen konnte. /emoticons/default_smile.png