Hallo Helmuth,
leider war mein Beitrag nicht vollständig, so sollte er eigentlich aussehen:
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ich kann mich nicht zu Deinen Erfahrungen mit der spanischen Justiz oder den öffentlichen Verwaltungen äußern, aber Dir sicherlich in vielen Dingen zustimmen, doch beim Thema "Rechtsmittel" kann ich Dir aus eigenen Erfahrungen nicht zustimmen. Denn nach denen brauche ich immer "nur" viel Geduld und leider extrem viel Zeit, da fast immer der komplette Instanzenweg durchlaufen werden muss, aber am Ende des Tages konnte ich immer meine Rechtsposition durchsetzen. Die gleichen Erfahrungen habe ich aber auch in Deutschland machen dürfen, von daher hat sich für mich in diesem Umfeld nicht viel geändert. Nur die Spielwiese und -art sind verschieden um mit behördlicher Willkür, Gerichtsverfahren, und steuerbehördlichem Unsinn umzugehen.
Ist Spanien eine Bananenrepublik ? Aus meiner Sicht nein, denn jeglicher Willkür wird am Ende Einhalt geboten. Trifft man in Spanien auf extrem viel behördliche Dummheit gepaart mit der damit einher kommenden Arroganz und Ignoranz - Ja leider und das nervt wirklich.
Zum Modulo 720: Es war die Europäische Kommission die die spanische Regierung auf den Verstoß gegen europäisches Recht in Bezug auf Modulo 720 hingewiesen und aufgefordert hat hier zu korrigieren. Das war Ende 2015, die spanische Regierung hat in 2017 geantwortet, doch leider aus Sicht der Betroffenen und der europäischen Kommission unbefriedigend. Folge war, dass die europäische Kommission 2019 Spanien vor dem europäischen Gerichtshof verklagt hat (
Rechtssache C-788/19) . Urteil ausstehend. Aber es haben schon sehr viele Gerichte in Spanien gegen Modulo 720 geurteilt, das Internet ist voll von publizierten Urteilen seit 2017, die zu Gunsten der Betroffenen entschieden wurden, ohne das sich der europäische Gerichtshof geäußert hat.
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Nur- in so einem Land, in dem solche Horrorstrafen möglich sind, und es Jahrzehnte dauern kann, bis man in der letzten Instanz angekommen ist (wenn überhaupt einmal eine Behörde antwortet) kann man doch keine wirtschaftlichen Aktivitäten entwickeln.
Das Verfahren mit der längsten Laufzeit dauerte 6,5 Jahre, es war ein Rechtsstreit mit Hacienda, mit einem Urteil zu meinem Gunsten und einer beträchtlichen Rückzahlung vom Finanzamt, gepaart mit einer hervorragenden Verzinsung und meine wirtschaftliche Aktivität war davon unbeeinflusst.
Wie gesagt meine Erfahrungswerte, es muss und kann nicht auf jeden anderen zutreffen.
Gruß
Manfred