Klar, Deutschland ist an allem Schuld! So ein absoluter Schwachsinn.
Wenn die Griechen und jetzt auch Spanier und demnächst Italiener diesen Satz nur lange genug wiederholen, muss es doch stimmen und wird innerhalb kurzer Zeit zum Basiswissen der europäischen Gehirne.
Wer soll denn noch die Produkte kaufen, die in den Fabriken hergestellt werden,
Das ging die letzten 2 Jahrzehnte nur, weil mehr als reichlich Geld aus dem Norden (Deutsche, Holländer, Engländer, Schweizer, Dänen, Schweden, Finnen, Norweger...) nach Spanien floss und sich niemand so richtig an der Korruption störte.
Dazu kamen die mehr als grosszügigen Mittel der EU (die natürlich ebenfalls von den Menschen im Norden erwirtschaftet wurden), die in Spanien in die Korruption und viele überflüssige und monströse Bauwerke flossen.
Wer kauft am Ende noch seine Autos?
Seit 3 Jahren kaum noch jemand. SEAT steht das Wasser bis zum Hals, VW möchte die leidige Tochter schnellstmöglich loswerden. Oder Beispiel Santana: gehört jetzt IVECO in Italien. Da das Management von Santana jedoch extrem arrogant war/ist, wurde die Produktion eingestellt - sogar die italienische IVECO - immerhin ein Weltkonzern - hat den Kampf gegen die spanischen Windmühlen aufgegeben. Jetzt kommt wieder die Frage, woher ich das weiss... Santana fertigt(e) in der Nähe von Jaén, quasi bei mir um die Ecke. Nach dem Niedergang der erneuerbaren Energie hatte ich mich mit Santana in Verbindung gesetzt und ein interessantes Marketing-Konzept für die VKF vorgelegt, in einem Bereich, den sie noch nie abgedeckt hatten. Ausser einem arroganten Furz kam da keine Reaktion - man war zu sehr damit beschäftigt, die Finanzspritze aus Italien in die richtigen Taschen zu leiten.
Oder Beispiel Hurtan (Sportwagenhersteller in Granada): die platzten vor Überheblichkeit und Arroganz. Konnten zwar Autos bauen, hatten aber vom Marketing und VKF so viel Ahnung wie Kinder im Sandkasten. Man beauftragte eine Marketingagentur in Granada, die langjährige Erfahrung in der Kosmetikbranche hatte... (da sass wohl ein Familienmitglied am richtigen Tisch). Kurze Zeit später war der Laden pleite und angeblich total überschuldet, wie uns axesor in Granada mitteilte (ich hatte deren Service abonniert).
Kurz: Die Borniertheit in Spanien zeigt Ausmasse, die wir uns nicht vorstellen können. Zur Zeit beobachten wir die ersten Hustenanfälle, später kommt Atemnot dazu, dann der Kollaps, weil die Medikamente nur die Symptome verändern, aber nicht die Ursachen beseitigen. Solange niemand wahrhaben will, dass in Spanien immer noch die Maschinerie der Feudalherrschaft in den Köpfen tobt, ist das Land zum Scheitern verurteilt.
Mir tun die Menschen 'in der Mitte und unten' leid, ebenso wie die in anderen Ländern, denen die Luft zum Atmen genommen wird.