Spanien: Raucherverbot erfolgreich

Delmar

Administrator
Teammitglied
03.01.2008

Wo hierzulande sich noch die rauchenden Gemüter aufregen, zeigen sich in Spanien schon die ersten positiven Tendenzen. Zwei Jahre nach Einführung des strengen Anti-Tabak-Gesetzes haben 1,6 Millionen Spanier das Rauchen aufgegeben und die Zahl der verkauften Zigarettenschachteln sei in diesen zwei Jahren um etwa 130 Millionen Stück zurück gegangen.

Dennoch kritisieren Nichtraucherverbände, mangelnde Kontrollen und damit verbundene Gesetzesverstöße. So seinen zum Beispiel Raucherzimmer am Arbeitsplatz verboten. Wo es kleinen Gaststätten frei bliebt, ob sie ihr Lokal Raucherfrei betreiben, darf man in Gaststätten ab einer Fläche von 100 Quadratmeter, nur noch in abgetrennten Raucherzonen rauchen.

 
Hola, ist das noch aktuell, oder hat sich derweil etwas an der Gesetzeslage geändert?

03.01.2008Wo es kleinen Gaststätten frei bliebt, ob sie ihr Lokal Raucherfrei betreiben, darf man in Gaststätten ab einer Fläche von 100 Quadratmeter, nur noch in abgetrennten Raucherzonen rauchen.
Saludos Karma

 
Inzwischen soll es ganz verboten sein.

Allerdings gab es Anfang des Jahres Bestrebungen, wieder zum alten Stand zurück zu kehren. Also kann sich jeder Gastwirt selbst entscheiden, ob er ein Raucher oder ein Nichtraucher Lokal führen möchte.

Bisher habe ich nichts weiter darüber gehört. Es gibt doch genug User, die noch in Spanien leben. Bitte schreibt doch mal etwas zum neuesten Stand.

 
Es IST ganz verboten - fragt mal die Restaurant- und Barbetreiber, ob die sich ueber das totale Rauchverbot freuen - grade die, die Tausende von Euro in ihre Etablissements gesteckt haben, um eine Raucherzone aufzubauen, welche ein Jahr danach fuer'n Ar*** war.

 
Na, dann muss ich wohl wieder aufhören zu rauchen, wenn ich den Tag von morgens bis nachts in meiner Bar überleben möchte... *lach

Saludos Karma

 
Grade dieser Tage, sah ich den Niedergang, meiner ehemaligen Lieblingsbar.

Alle Arbeitenden tranken morgends den Kaffee , kostenlose Zeitung und Nachrichtenberiselung, Klatsch...

Zum eingeschränkten RV hatte er in eine Terrasse investiert. Kostete Nerven und geld, Genehmigung ect...

Nun gehen die Leuts nicht mehr in die bar, wenn sie sich zur Frühstückskippe den A... abfrieren sollen.

Und nun, Dank der Kriese, kamen noch weniger Leute, der Mittagstisch brach komplett ein - kein Qualm, kein Geld.

Nun ist der Laden dicht und dank des leeren Geldbeutels qualmt und isst man nun zuhause...

 
Ich finde es besonders schlimm, wenn man bei den langen spanischen Essensgängen, algo para picar, el prmero, el segundo, postre und cortado, nicht mal eine Rauchen kann.

Bei den oft über Stunden dauernden Cenas, rennt ständig einer raus.

Bei Hochzeiten sieht es ähnlich aus, die Hälfte steht vor der Tür.

Also nix mit gemütlich zusammen feiern. Einige sind sogar soweit, das sie garnicht mehr wohin gehen, weil ihnen das einfach zu blööd ist.

Die alte regelung, wo man sich eben nach Bedarf in Nicht.- oder Raucherzone aufhält, viel besser, auch für die Wirte.

@ Glückwunsch zum nichtqualmen!

 
Falls Du mich meinst, moix: Vielen Dank. Seit Weihnachten 2004! Aber nicht freiwillig, das kannst Du mir glauben!!!

So sehr die Gesundheit eines jeden Einzelnen im Vordergrund stehen sollte, halte ich nichts von der Entmündigung des Volkes. Und genau das ist dieses absolute Rauchverbot. Demnächst werden wohl noch in allen Privatwohnungen Rauchmelder "zwangsinstalliert", weil man dort auch nicht mehr rauchen darf.

Jedem Menschen die Entscheidung selbst zu überlassen, wie es ja auch vor einigen Monaten in Spanien gehandhabt wurde, ist die bessere Lösung.

In Österreich gibt es z.B. immer eine Gaststube, dort darf geraucht werden. Und dann gibt es das Restaurant, das ist eine rauchfreie Zone.

Ich muss Euch wohl nicht fragen, wo es gemütlicher ist.../emoticons/default_biggrin.png

 
Als Nichtraucher möchte ich kurz ein Argument aus dem Weg räumen. Es geht beim Rauchverbot nicht um die Selbstbestimmung des Rauchers. Wäre es wie beim Alkohol oder gar anderen Drogen könnte man glatt sagen, soll er doch selbst sehen wie er sich bei übermäßigem Konsum selbst schadet. Leider ist es beim Rauchen so, dass man immer auch andere ungefragt zwingt den Rauch mit zu konsumieren. In Lokalen so auch andere Gäste und das Personal.

Hätten Raucher ihre eigene Raucherglocke, wäre das alles kein Thema /emoticons/default_wink.png

 
Eben Joaquin, darum dreht es sich ja. Man sollte es den Gastwirten selbst überlassen, eine "Raucherglocke" einzurichten. Wie schon bemerkt, bin ich auch Nichtraucher und darf mich auch nicht in einem Raum aufhalten, in dem der blaue Dunst in der Luft steht. Aber in gut durchlüfteten Raucherzimmern kann ich mich aufhalten und gönne meinem Partner von Herzen, die "Zigarette danach" bei einem Kaffee zu genießen.

Selbstverständlich ist allerdings auch, dass diese Raucher-Räume nicht von Kindern betreten werden dürfen.

Und wenn Du die Belastung für das Personal erwähnst: Auch hier können zur Bedienung Raucher eingeteilt werden. Und die Gastwirte, die es nicht wünschen, müssen ja kein Raucher-Lokal einrichten.

Es dreht sich hier einzig und allein um die Mündigkeit der Bürger. Ich brauche von Staat keine Anweisung für mein Leben.

Wann lassen diese sog. Machthaber uns endlich in Ruhe leben und kümmern sich um wirklich wichtige Dinge /emoticons/default_huh.png

 
Es geht um das Arbeitsschutzgesetz, wo Arbeitnehmer ein Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz haben. Wenn nun ein Arbeitsplatz davon abhängt ob man Raucher ist, würden hier Nichtraucher bei der Arbeitsplatzsuche diskriminiert bzw. benachteiligt oder würden sich nur um diese Arbeit ausführen zu dürfen und Geld zu verdienen, quasi prostituieren und ihre Gesundheit gefährden. Die Raucherglocke gibt es eben nicht.

Abgesehen davon, halte ich die Einrichtung von Raucher-Lokalen, bzw. -Räumen für das Problem schlecht hin, denn dies sorgte in Deutschland für eine ungerechte Behandlung von Gastwirten, wo einige solche Räume errichten durften und andere nicht. So wählten die Raucher ihre Kneipen aus und zogen nichtrauchende Freunde und Bekannte mehr oder weniger unter Zwang mit. Das sorgte in der Tat für ein Kneipensterben in Deutschland. Wenn dann gleiches Recht und Verbot für alle, denn wenn man alle quasi gleich unfair behandelt, werden auch alle gleichermaßen fair behandelt.

Ich wäre auch vorsichtig hier mit der Mündigkeit des Bürgers zu argumentieren, denn es geht um eine Handlung, welche auch die unmittelbare Umwelt betreffen kann und bei so etwas ist es die Aufgabe des Staates, die Bürger voreinander zu schützen.

 
Du schreibst: "...die Aufgabe des Staates, die Bürger voreinander zu schützen"

Also mal ganz ehrlich, Joaquin, da gibt es dann aber wichtigere Situationen:

Gewalt in U-Bahnen, Kriege - nur um zwei Beispiele zu nennen. Da würde ich auch sagen, es ist die Aufgabe des Staates, Bürger voreinander zu schützen. Aber das funktioniert ja wohl nur in der kleinlichen Bevormundung, wie z.B. dem Nichtrauchergesetz.

Du hast doch selbst in Deinem Urlaub sehen können - oder liest es hier im Forum von den Mitgliedern, die dauernd in Spanien leben - wie viele kleine Kneipen dicht machen mussten, weil die Arbeiter morgens eben nicht mehr auf ihren Café oder Ponche rein kommen, eben weil sie keine Zigarette dazu rauchen dürfen.

 
Ich kenne mehrere Lokalbetreiber in Spanien (Restaurants, Kneipen, Eisdielen usw.) denen es zum Teil gut oder schlecht geht. Keiner erwähnte dabei das Raucherverbot als Grund für eine Fluktuation der Gäste. Die Schließung der Geschäfte betrifft das ganze Spektrum und ist nicht nur auf die Gastronomie beschränkt, welche das Rauchverbot einhalten müssen. Hier würde ich in der Tat die Ursache bei der Krise suchen.

Selbst war ich mit vielen Rauchern unterwegs und da kam nie das Argument für ein Lokal auf, dass man dort oder dort nicht rauchen dürfe. Drinnen geht es nicht, also wurde nicht geraucht. Draußen darf man also wurde es dort gemacht. Dann gerne unter Berücksichtigung der Windrichtung um die Kinder nicht mit dem Qualm zu belästigen.

 
Schade, dass sich nicht noch andere User zu diesem Thema äußern.

Aber ein Kompliment kann ich Dir machen, Joaquin: Du kennst wirklich nur Gentleman-Spanier. Wer kommt außer denen schon auf die Idee sich so hinzustellen beim Rauchen, dass der Wind den Qualm nicht zu den Kindern treibt. Donnerwetter!

 
Schade, dass sich nicht noch andere User zu diesem Thema äußern.
Na, dann melde ich mich mal als Raucherin zu Wort. Ich denke, dass dieses leidige Rauchverbot wahrscheinlich immer ein Thema bleiben wird, sowohl von der gegnerischen wie auch von der befürwortenden Seite. /emoticons/default_tongue.png

Als vor Jahren dieses Verbot hier in Spanien eingeführt wurde, habe ich mich als Raucherin auch ziemlich geärgert und ähnlich argumentiert, obwohl wir zu Hause schon vorher eine ähnliche Regelung eingeführt hatten, weil meine Tochter eine absolute Nichtraucherin ist und bleibt und sich nicht in der Nähe von „qualmenden Selbstmördern auf Raten“ aufhalten wollte, wie sie uns zwinkernd nennt, es aber trotzdem ernst meint. Wollte ich mit ihr zusammen sein, so ließ ich das Rauchen ganz einfach sein, war mir nach einer Zigarette, verzog ich mich in meine Räume oder ins Freie. /emoticons/default_biggrin.png

Respekt, Rücksichtnahme und Akzeptanz sind Werte, die zu unserem Leben gehören.

Wir akzeptieren und respektieren doch die Wünsche des Anderen und nehmen dementsprechend Rücksicht. Warum also nicht auch, wenn es um das Rauchen geht?

Als ich vor Jahren in Japan war und durch Tokyo streifte, bemerkte ich eigens für Raucher eingerichtete Raucherecken und –parks, da dort in einigen Stadtvierteln das Rauchverbot auch auf der Straße gilt. Ich muss gestehen, dass ich den Anblick dieser gierig rauchenden Menschen ziemlich aufrüttelnd fand. Benahm ich mich auch so?

Ich bin Raucherin, dazu stehe ich. Eine Sklavin der Zigarette will ich aber nicht sein.

 
Na gut Lilac, ich sitze hier bequem zurückgelehnt, beobachte eure Diskussion und mache mir so meinen eigenen Gedanken dazu. /emoticons/default_smile.png

Meine kleine Stammkneipe in der Markthalle, hatte noch vor Jahren einen regen Zulauf, hauptsächlich von den Arbeitern der Markthalle. Zwischendurch einen kleinen cafelito oder ein Schlückchen vino tinto, mit einem Glimmstengel und lautstarkem Palaver, war vollkommen üblich. Spanische Gemütlichkeit eben.

Als dann das Rauchverbot kam, blieben einige der Stammgäste fern. Es war schliesslich urgemütlich am Tresen zu sitzen und einen Glimmstengel nach dem anderen zu killen und plötzlich sollte es nicht mehr erlaubt sein?

Dann wurde das Rauchverbot ein wenig gelockert, aufatmen bei den Stammgästen und natürlich auch beim Wirt - trotz der verqualmten Bude - denn bis zu einer bestimmten Grösse der Bar war das Rauchen wieder erlaubt.

Nun ist das Rauchen in dieser kleinen Bar ganz verboten und der Wirt steht sich die Beine in den Bauch. Wäre der Laden nicht sein Eigentum, dann hätte er schon längst das Handtuch geschmissen. Klare reine Luft strömt durch die geöffneten Fenster, doch die Kasse klingelt nicht mehr, obwohl genügend rauchende Gäste nebenan nach einem gemütlichen Päuschen verlangen.

Ich persönlich empfinde es als Diktat, welches dazu beiträgt, dass immer mehr kleine Kneipen schliessen müssen.

@Rita

Diese gierig rauchenden Menschen - /emoticons/default_biggrin.png - ja genau so komme ich mir dann vor dem Flughafen vor, wenn ich nikotinentwöhnt nach einer Zigarette greife.

Aber du hast schon recht, wir sollten nicht Sklaven unser eigenen Sucht werden.

 
Das Rauchen am Strand ist in einzelnen Orten verboten bzw. nicht erwünscht.

Aus verschiedenen Gründen verständlich. Man verspricht sich, daß diese Entscheidung

der Attraktivität eines Ortes nicht schaden werde. Wo anders ist das Rauchen auch verboten.

Das Nichtraucher aber ein Verhalten an den Tag legen

(„Einige Nichtraucher“, um nicht einen Volksaufstand zu provozieren)


Alkoholsucht als Krankheit respektieren, E-Zigarettenraucher ebenso nach draußen schicken,

Abgabenerhöhung zusätzlich verlangen, weil Rauchen gesundheitsschädlich ist und den Ausfall soll man vorher bezahlen. Usw. ....

Jeden anderen Hinweis auf wesentlich schädlichere Gefahren (Umwelt, Essen usw.) zwar zur Kenntnis nimmt.

Sich dann aber mit Argumenten zufrieden gibt, daß ist ebenso, basta.

Kann man nichts dagegen tun, auch wegen der Folgekosten.

Ist es der Einfachheit halber, einen „kleinen“ Sündenbock der schneller zu fassen ist, auf die Straße zuschicken?

 
Ach Tiza, das ist doch ohnehin alles so verlogen. Der Staat hat Jahrzehnte lang dick an der Tabaksteuer verdient und tut es immer noch.

Wenn etwas wirklich so schädlich ist, dass der Staat sich um seine Bürger sorgt, soll er dann den Verkauf von Tabak verbieten und auf die Steuern verzichten.

Dann können wir gleich weiter machen mit dem gesamten Alkohol. Zack! Weg vom Markt. Weg mit den Steuereinnahmen!

So wird ein Schuh drauß denken.gif

 

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