Auch wenn für einige auf den ersten Blick auf Spanien, im Verhältnis zu Deutschland, nicht so gut da steht in Sachen Umweltschutz, hat sich doch extrem viel getan. Müllrecycling wurde viel später in Spanien eingeführt, als in Deutschland, aber dies gibt es nun. Auch hat man gerade an den Küsten gemerkt, dass nur saubere Strände und Gewässer einer Gemeinde die begehrte Blaue Fahne garantieren. Ich kenne da einige Küstenabschnitte, wo früher dreckige Bäche ins Meer tröpfelten und Abwässer direkt ins Meer abgelassen wurden. Wenn ich diese Küsten von damals mit heute vergleiche und all die Veränderungen die dort neben Kläranlagen und Biotope um die Bäche, natürlich sauber und in ein intaktes Biotop zu verwandeln, dann ist das schon ein erheblicher Wandel.
Ein anderer findet für deutsche Verhältnisse vielleicht nicht so schnell statt und dies ist das Umdenken in den Köpfen. Es gab zwar schon immer Gedanken um Wälder zu erhalten usw. aber den Grünen Gedanken um selbst keinen Müll in der Natur zu lassen und mehr darauf zu achten, hat sicherlich seinen Weg genommen. Den Standard wie in Deutschland, den gibt es dort sicherlich nicht, aber man darf auch nicht vergessen, wie sehr und wie lange Spanien hinter der Industrienation Deutschland zurück lag und wie sehr ländlich geprägt diese Land lange war. Da sind die Interessen zuerst einmal ganz anders gewichtet.
Dinge, wie sie Mica berichtet hat, bezweifle ich nicht und sie kommen definitiv vor. In meinem Bekanntenkreis kann ich zum Glück nicht von derartigen Menschen berichten. Einige haben sich selbst schon früh mit der Umwelt auseinander gesetzt, gehen viel in die Natur und kennen sich dort auch sehr gut aus. Bei der letzten gemeinsamen Wanderung auf einen Berg wurden weggeschmissen, Bananenschalen und ein abgeknabberter Apfel. Alles andere wurde mitgenommen. Da ist man stolz auf die Natur, versucht sie mit Respekt zu behandeln und zu schützen.
Spanien geht nicht den selben Weg in Sachen Naturschutz wie Deutschland, aber das Land wird sich mit der Zeit auch darin noch verbessern. Geschichte und Mentalität unterscheiden sich und der grüne Gedanke hat auch zum Teil andere Wurzeln. Ich habe in Deutschland wie auch in Spanien einige Jahrzehnte ins Land ziehen sehen und ich sehe deutliche Fortschritte, so paradox dies für jemanden klingen mag, der Spanien erst in den letzten Jahren kennen gelernt hat. Ich hoffe nur, dass die Krise keinen all zu großen Schaden gelassen hat, so dass hier in Politik und den Köpfen ein Rückschritt in Sachen Naturschutz eintritt. Aber ich denke, dazu spielt alleine der Faktor Tourismus, eine viel zu große Rolle. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden und es kommt vor allem auch aus Deutschland /emoticons/default_smile.png
Auch geht der Umweltschutz in seinen Komponenten aus Naturschutz und umweltfreundlichem Verhalten, nicht immer Hand in Hand. Das Errichten von Naturschutzgebieten ist etwas anderes als ein kritisches Verbraucherverhalten, alltäglicher, sorgsamer Umgang mit Ressourcen und umweltgerechten Handlungen. Beides ist wichtig, aber gerade letztgenannte sind ein Prozess, der sich erst in den Köpfen einprägen und auch gelernt werden will.
Auf der anderen Seite sollte man auch bedenken, dass Deutschland bisher immer mehr Abfall produziert hat als Spanien. Dabei ist in Spanien sogar ein Abwärtstrend zu sehen (
Quelle1,
Quelle2). So schlecht stellt sich Spanien also gar nicht mal dar, selbst in Abhängigkeit der ökonomischen Entwicklung. Was das Recycling angeht, so ist Spanien nur knapp halb so gut wie Deutschland (
Quelle1,
Quelle2). Spanien hat jedoch den Vorteil, dass es grob gesagt doppelt so groß ist wie Deutschland, bei halb so vielen Menschen wie in Deutschland. Dadurch ist rein rechnerisch die Müllbelastung in Spanien geringer und kann sich zudem auf eine größere Fläche verteilen.
Gut, dies sind nur Zahlenspiele. Wichtig ist jedoch, dass in Spanien ein deutlicher Trend in Sachen Recycling und Abfallwirtschaft, über die Jahre hinweg zu erkennen ist und dieser hoffentlich auch in Zukunft so weiter geht /emoticons/default_smile.png