Also das mit Málaga wird kein Selbstläufer, auch wird nicht sinnlos Geld in den Verein gepumpt und ja: Málaga - Granada ist kein Topspiel.
Ich denke hier ist ein Papierschiffchen in See gestochen, welches in ein paar Jahren durchaus ein Piratenschiff werden kann und Ozeandampfer wie Royal Madridean oder Queen Nou II Paroli bieten.
Van Nistelrooy: der kostete 0 Euro (ablösefrei), ehält ein für spanische Verhältnisse bescheidenes Gehalt und hat nur einen Vertrag für diese Saison. Nur wenn beide Seiten meinen, die Zusammenarbeit bringt was, wird ein weiteres Jahr drangehangen.
Der mit Abstand teuerste Einkauf Málagas kostete 19 Millonen Euro. Da gibt Real jährlich mehr für den unbekannten Ersatzabwehrspieler aus. Die anderen 9 kosteten im Schnitt 4 Mio. pro Spieler. Europameister Cazorla bekommt mit 3,1 Mio. Euro das meiste Gehalt. Vergleich: ein Diego bekam bei Wolfsburg glaube ich um die 9 Mio.
Soweit mal, um dem Ganzen mal den falschen Stempel "Neureich" zu nehmen.
Klar ist der Verein neureich - weil vorher leicht (17 Mio.) verschuldet und nun saniert - aber weder der Scheich noch das Management sind es, sondern wissen mit Geld umzugehen.
Málaga steckt viel Geld in die Nachwuchsabteilung. Ziel ist es, dass spanische Legenden wie Hierro oder Juanito wie damals eben heute nicht zu anderen Vereinen gehen müssen oder wie die letzten Generationen von Valencia oder Villareal billig weggekauft wurden, sondern Perspektive im eigenen Verein haben.
Dazu wird die Nachwuchsarbeit andalusienweit synchronisiert. Das schließt eine Zusammenarbeit mit anderen Vereinen, die teilweise Erzfeinde (Sevilla) waren, mit ein. FC-Málaga-Fußballschulen entstehen in jeder größeren Stadt (Marbella, Benalmádena, etc.) und anderen Vereinen, die in der 2. oder 3. Liga spielen wird unter die Arme gegriffen: Jaén und Córdoba wurden vor dem Konkurs gerettet (der Scheich hat deren Schulden bezahlt), es finden kostenlose Freundschaftsspiele statt und andalusissche Zweit- und Drittligavereine bekommen gratis Nachwuchsspieler ausgeliehen, die den Sprung in die 1. Mannschaft Málagas noch nicht geschafft haben. Auch in unserem Dorfverein (Nähe Málaga) heist es nun: der Kindertrainer (eine Trainerin in diesem Fall) wird vom FC Málaga gestellt.
Also: da ist was am Dampfen. Man will nicht wie City 1 Millarde in ein paar Jahren ausgeben, um am Ende nichts zu gewinnen, sondern wartet. Ziel ist es nicht, Real oder Barça, die teilweise mehr als 250 Mio. pro Jahr in neue Spieler stecken einzuholen, sondern zunächst einmal, sich in die Europaleage-Plätze zu spielen.
Die Mannschaft soll Jahr für Jahr dem Erfolg entsprechend aufgestockt werden, doch irgendwann sollen die Nachwuchsspieler für Fourore sorgen, auch wenn dann auch gut und gerne ein Weltklassespieler gekauft wird, wenn in ein paar Jahren Málaga ggf. in der CL spielt.
Bislang ist man gut gestartet, hat jetzt schwere Rückschläge verkraften müssen (3 Niederlagen und 1 Unentschieden aus 5 Spielen) steht aber trotzdem auf einem EL-Platz. Die Mannschaft muss sich auch erst noch finden und ein bischen Verletzungspech ist auch dabei. So wird im Winter wieder nachgebessert, dass der EL-Platz nicht flöten geht und nächste Saison wäre das Ziel CL.
Real und Barça sind noch lange nicht in Reichweite, aber die Fans sind zufrieden. Das muss Schritt für Schritt angegangen werden. Wer davon redet, dass Málaga die beiden Großmächte aufmischen will, hat keine Ahnung, wie Fußball funktioniert. Pellegrini hat mit Villareal damals immer europäisch gespielt, mal EL, mal CL und ab und zu sich zw. Barça und Madrid gestemmt. Mit Málaga hat er mehr Geld zur Verfügung, aber auch mehr Zeit. Hier ist man nicht auf den schnellen erkauften Erfolg aus, sondern will etwas Nachhaltiges schaffen.
Auch wenn die Europaleague vielleicht fad klingt. Für die Malaguistas wäre das ein Traum. Der Verein zog vor Jahren bis ins Viertelfinale des UEFA-Cups. Wäre schön, da anzuknüpfen und irgendwann, in 3-4 Jahren, nachdem man jedes Jahr 50 Mio. nachlegt und Nachwuchsspieler wie die Hand voll in Málaga geborener U19/U20/U21 Europa- und Weltmeister (Isco, Juanmi, Recio; Dani Pacheco spielt z.Zt. bei Rayo Vallecano) soweit sind, dass man weiter nach oben sehen kann.