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Stierkampfarena in Morella

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© Joaquín Enríquez Beltrán
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    • Von Joaquin
      Hier geht es nicht um den Stierlauf, dem so genannten encierro. Es geht um die Veranstaltung danach, wo in einem dafür ausgerichteten Platz, man sich von den Stieren oder jungen Kühen, jagen lassen kann oder wenn man gut ist, sie ohne Hilfsmittel zu torear, wie bei den recortes.
      Mir fällt aber keine deutsche Übersetzung dazu ein, denn wenn ich in Spanien war, wurde dazu einfach nur "los toros" gesagt. Vamos a los toros. Hancen los toros.
      Da stellt sich mir auch die Frage, ob es in Spanien nicht dazu eine andere Bezeichnung gibt als einfach nur "Die Stiere"
    • Von Joaquin
      Dieser Artikel zu Stiere auf der Straße - Toros en la calle wird in der SpanienWiki weitergeführt:
      SpanienWiki: Stiere auf der Straße
       
      Stierlauf: Kühe statt Stiere, für die Frauen - Exhibición becerros a la mar
    • Von Joaquin
      Dieser Artikel zum Feuerstier - Toro embolado wird in der SpanienWiki weitergeführt:
      SpanienWiki: Feuerstier
      Feuerstier (Stierlauf) - Toro embolado - Bou embolat
       
    • Von Joaquin
      Wörter und Ausdrücke
      alguaciles - Vertreter des Präsidenten im ruedo
      alternativa - Zeremonie, bei der ein novillero in den Stand des matador erhoben wird.
      banderillas - mit buntem Papier umwickelte Stäbe mit einem kleinen Widerhaken, der unter die Haut des Stieres gesteckt wird, um einseitiges Stossen des Stieres auszugleichen
      banderillero - Helfer des matador, er setzt auch die banderillas, ausser der matador macht dies selbst
      barrera - Plätze in der ersten Reihe
      brindis - Widmung
      burladero - Schutzwand für die toreros
      callejón - Gang um das Sandrund, das man durch die burladeros betritt. Im callejón halten sich alle Aktiven auf. Ganz alte plazas haben keinen callejón.
      capa, auch capote - pinkfarbenes Tuch in Form eines Umhangs (capa), es wird von den banderilleros benutzt, sowie von den matadores in den ersten beiden Drittel des Kampfes
      cartel - das Plakat
      un buen cartel - wörtlich ein gutes Plakat = es treten gute matadores auf, ein gutes Programm
      coleta - das Zöpfchen (Zunftabzeichen) der toreros
      cortar la coleta - den Zopf abschneiden, im Sinne von er hört auf, hängt seinen Job an den Nagel.
      cornada - Verletzung durch das Horn
      corrida de toros - der Stierkampf
      cuadrilla - die Mannschaft des matador, bestehend aus zwei picadores, drei banderilleros und einem mozo de espada
      descabello - ähnlich einer espada, für den Gnadenstoss
      diestro - Ausdruck für einen guten matador
      divisa - Farben und Brandzeichen der Zucht
      enfermería - Unfallstation
      espada, auch estoque - der Degen (auch für den matador wird der Ausdruck espada gebraucht)
      faena - die Hauptarbeit, die der matador im letzten Teil des Kampfes mit der muleta ausführt
      festival - corrida zu Ehren von jemanden oder auch als Benefizcorrida. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern andalusische Tracht
      ganadería - Zucht
      lleno hasta la bandera - wörtlich: voll bis zur Fahne. In grossen plazas sind die obersten Ränge überdacht und meistens wehen da Fahnen. Ist die plaza ausverkauft sitzen oft noch ein paar Mutige beim Fahnenmast, daher dieser Ausdruck für eine ausverkaufte corrida
      matador - von matar - töten. Er ist der Chef, der den Stier mit der faena "bearbeitet" und tötet
      mayoral - Verwalter der Zucht. Er begleitet die Stiere von der Zucht zur plaza und ist für die korrekte Übergabe verantwortlich.
      mozo de espadas - wörtlich Degenjunge, er hilft dem matador beim Ankleiden und reicht ihm während des Kampfes die benötigten Utensilien. Er ist auch zuständig dafür, dass bis zum nächsten Kampf alles wieder sauber und in Ordnung ist.
      muleta - das rote Tuch, das der matador bei der faena benutzt. Es ist aussen rot und innen gelb, nach der spanischen Flagge. Da der Stier farbenblind ist, ist die Farbe egal, früher waren die muletas weiss.
      novillada - corrida mit Jungmatadoren (novilleros) und jungen Stieren (novillos)
      novillero - Jungmatador
      novillo - Jungstier, ca. 4 Jahre alt, wird von novilleros bekämpft
      oreja - Ohr - wird nach einem guten Kampf als Trophäe dem matador verliehen (ein oder zwei Ohren)
      paseíllo - der Einzug zu Beginn der corrida
      peto - Matratzenartiger Schutz des Pferdes des picador
      pica oder puya - Lanze des picador
      picador - Reiter, der den Stier mit einer Lanze (pica oder puya) empfängt. Sein Pferd wird mit einem peto - einer Art Matratze - geschützt
      plaza portátil - kleine Stierkampfarena, die man wir ein Zirkuszelt aufbauen kann - wird oft in kleineren Orten ohne eigene Arena benutzt
      plaza de toros - Die Arena (arena heisst auf spanisch Sand, dieses Wort wird nicht für den Bau benutzt)
      rabo - Schwanz - wird als Trophäe nach zwei Ohren dem matador verliehen
      rejoneador - Stierkämpfer zu Pferd (nicht zu verwechseln mit dem picador!). Der rejoneador macht die gleiche Arbeit wie der matador, jedoch vom Pferd. Gekleidet ist er in der andalusischen Tracht, als Portugiese in alter höfischer Tracht mit Dreispitz.
      ruedo - das Sandrund
      sol - Sonnenplätze
      sombra - Schattenplätze
      sol y sombra - in manchen Arenen gibt es sol y sombra Plätze, da sitzt man die erste Hälfte in der Sonne und die zweite Hälfte der Zeit im Schatten.
      taquilla - Kartenverkaufsschalter
      tendido - Sitzplätze auf Rängen
      torero - Stierkämpfer, schliesst alle ein, die mit Stierkampf zu tun haben (Vorsicht: auf deutsch oft falsch als "Torrero" mit zwei r geschrieben, ein Torrero ist aber ein Turmwächter!)
      toril - Stall mit Einzelboxen für die Stiere
      toro - ausgewachsener Stier, wird nur von matadores bekämpft
      traje de luces - "Lichttracht", die Tracht der toreros
      ¡vamos a los toros! - wörtlich lasst uns zu den Stieren gehen! - wir gehen zur corrida
      voltereta - Überschlag, Unfall eines torero ohne Verletzung
      vuelta al ruedo - Ehrenrunde des matadors oder auch des Stieres
       
      (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
       
      Bisher erschienen in dieser Artikelserie:
      Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular  
      Stierkamp: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps...

      Weiterlesen auf: https://www.spanien-treff.de/magazin/kunst-kultur/stierkampf-tipps-r42/ Stierkamp: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps...

      Weiterlesen auf: https://www.spanien-treff.de/magazin/kunst-kultur/stierkampf-tipps-r42/ PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
    • Von Joaquin
      Tipps zum Besuch eine corrida de toros
      In der plaza de toros von El Puerto de Sta. María gibt es eine berühmte Kachelnformation, mit der Inschrift "QUIEN NO HA VISTO TOROS EN EL PUERTO, NO SABE LO QUE ES UN DIA DE TOROS." (Wer keine Stiere (im Sinn von corrida) in El Puerto gesehen hat weiss nicht was ein Tag der Stiere ist.)
      Sie enthält eine grosse Wahrheit - ein Tag der Stiere. Um ein corrida zu sehen und zu erleben braucht es gewisse Vorbereitungen, die natürlich unterschiedlich sind - je nachdem ob man seine erste corrida sieht, bereits aficionado ist oder selbst als torero involviert ist. Letztere werden diese Seite kaum lesen, aficionados wissen wovon ich rede, aber für den Leser der zum Erstenmal eine corrida sehen möchte sollen ein paar Ratschläge helfen, dass die Sache positiv erlebt wird und nicht mit einer Enttäuschung endet.
      Auf jedenfall sollte man sich erst etwas einlesen und versuchen mit der Sache vertraut zu machen. Wer gänzlich unverbereitet zu den Stieren geht wird in den meisten Fällen enttäuscht werden.
       
      Wie erfahre ich wo corridas stattfinden?
      In der Tagespresse und vor allem durch Plakate, die an den möglichsten und unmöglichsten Orten angebracht werden. Hier liest man auch, um was für eine Art corrida es sich handelt:
      corrida de toros = ein Stierkampf mit matadores und ausgewachsenen Stieren
      novillada = ein Stierkampf mit Jungmatadoren und etwas kleineren Stieren
      novillada sin picadores = ein Stierkampf mit Anfängern, die Stiere sind zu klein/jung für picadores.
      rejoneo = ein Stierkampf zu Pferd
      festival = ein Stierkampf mit jungen, kleinen Stieren, meist eine Benefizveranstaltung. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern die andalusische Tracht. Es kann sich sehr wohl um bekannte matadores handeln, oft auch ältere, die sonst nicht mehr aktiv sind.
      Eine Vorschau gibt es auch jeweils in den führenden Wochenzeitschriften über die corrida de toros, Aplausos oder 6Toros6.
       
      Tickets / billetes
      Karten kauft man an den bezeichneten Vorverkaufsstellen, (oft ist es eine Bar - in einem Dorf kann es auch schon mal der Pfarrer sein) oder direkt an der plaza. In grossen Städten wie z.B Sevilla besorgen einem in der Regel auch die Hotels Karten. Direkt vor der corrida kann man noch Karten an der plaza kaufen - es sei denn es heisst no hay billetes - es ist ausverkauft, was vor allem an ferias vorkommen kann.
      Bei grossen Ferias (z.B. Fallas Valencia, Feria de Abril in Sevilla oder bei San Isidro in Madrid) ist es fast aussichtslos am gleichen Tag ein billete zu bekommen. Da bleibt einem nur der Schwarzmarkt, wobei bei corridas mit grosser Nachfrage, also mit den Stars die Schwarzmarkpreise ins astronomische steigen.
      Bei den Sitzplätzen unterscheidet man zwischen den teureren Schattenplätze (sombra), die meist auch etwas näher am Geschehen sind, und die preiswerteren Sonnenplätze (sol), in einigen grossen Arenen gibt es auch sol y sombra. Normalerweise wird man tendido (Rang) kaufen, barrera ist die sehr teure erste Reihe. Es gibt auch Plätze ganz oben, die je nach plaza unter den unterschiedlichsten Namen verkauft werden. Da eine plaza de toros keine Säulen hat ist die Sicht überall uneingeschränkt, ausser vielleicht oben unter den Arkaden. Ausnahme - die berühmte, sehr alte plaza von Ronda, hier gibt es Säulen bis zur ersten Reihe, die Sicht ist ziemlich eingeschränkt. Die Plätze sind eingeteilt nach Rang-Nummer (also z.B tendido 1, tendido 2 etc.) und Platznummern. Es gibt plazas wo auf der einen Seite die ungeraden Nummern und auf der anderen Seite die geraden sind, ähnlich dem Hausnummersystem. Man muss sich also keine Gedanken machen wenn man z.B. die Plätze 43, 45 und 47 hat, es sind fortlaufende Nummern. In kleinen plazas der 3. Kategorie kann es auch vorkommen dass die Plätze nicht nummeriert sind, hier empfiehlt sich sehr frühzeitiges Erscheinen.
      Es ist - besonders Sonntags und bei ferias in der Stadt - üblich, sich sonntäglich zu kleiden, wobei die jüngeren Leute hier auch schon eher leger gekleidet sind. Über Touristen allerdings mit nacktem Oberkörper und Bikinioberteil lächelt man nachsichtig, empfindet es aber allgemein den toreros gegenüber und dem Stier - um dessen Tod es immerhin geht - als unhöflich. In der sombra ist man so absolut "underdresst". Damen empfehle ich Hosen, oft ist sehr wenig Platz und man muss breitbeinig sitzen.
      Mit grossen Rucksäcken kann es auf den Rängen sehr eng werden!
       
      Kann ich mein Kind mitnehmen?
      Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Spanische Kinder wachsen natürlich mit den Bildern auf, wärend es für "unsere" Kinder eine fremde Welt ist. Man hat psychologische Untersuchungen bei Kindern gemacht, die regelmässig an corridas gehen und keinerlei Verhaltensstörungen oder ähnliches feststellen können. Trotzdem kam es zu Katalonien zu einem Verbot, Kinder unter 14 Jahren dürfen in dieser Region nicht an corridas.
      Kleine Kinder langweilen sich bei einer zwei- bis dreistündigen corrida oft, zumal das Geschehen für sie auch recht weit weg ist, finden dann aber auch oft Unterhaltung bei der Beobachtung des nächsten Publikums. Natürlich ist es schwer, wenn Fragen von Kindern kommen, auf die man selbst keine Antwort hat, aber wenn man den Kindern erklärt, dass man es selbst nicht weiss, geben sie sich damit zufrieden - man könnte ja das Angebot machen, dass man versucht sich später zusammen noch darüber zu informieren. Ich habe aber noch nie gehört, dass ein Kind nach einem Besuch einer corrida begann einem Tier Schmerz zu zufügen. Kinder können sehr wohl unterscheiden zwischen dem Geschehen in der der plaza und ihrem eigenen Umfeld.
      Meine Kinder sind es von klein auf gewohnt an corridas zu gehen und ich konnte nie einen negativen Einfluss auf ihr Verhalten gegenüber Tieren feststellen. Als sie grösser wurden und ihnen die Sache bewusster wurde haben sie sehr wohl viele Dinge hinterfragt. Heute im Teenageralter ist mein Sohn ein grosser aficionado, wärend meine Tochter höchstens ein bis zwei ausgesuchte corridas im Jahr besucht, jedoch hat auch sie ein grosses Wissen.
       
      Es geht los!
      Der Tag der corrida de toros ist da! Man sollte möglichst frühzeitig zur plaza kommen, vor allem wenn man mit dem Wagen da ist. Vielleicht muss man sich ja auch noch ein Ticket kaufen. Ausserdem beginnt in Spanien nichts so pünktlich wie eine corrida de toros. Man sollte noch etwas Zeit haben, um die plaza bummeln, sehen und gesehen werden ist nun bei der einheimischen Bevölkerung angesagt. Ganz wichtig - noch eine copita (ein Gläschen) in der nächsten Bar ist ein Muss. Wahrscheinlich ist sie bereits übervoll, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, zur Bar durchschlängeln! Gestärkt sucht man dann seine Plätze auf - mein Rat: frühzeitig, denn den richtigen Eingang und die richtigen Plätze zu finden ist - je nach plaza - manchmal selbst für geübte corrida-Besucher eine Herausforderung! Meist sind einem aber Platzanweiser behilflich (ein kleines Trinkgeld ist willkommen!).
      In vielen plazas gibt es Sitzkissen zu leihen, der Erlös kommt meist dem Roten Kreuz zu Gute. Sollte man unbedingt tun, zwei bis drei Stunden auf einer Steinbank kann im wahrsten Sinne des Wortes hart werden.
      Und jetzt kann es endlich los gehen - der Sitznachbar rammt Dir seinen Ellbogen in die Rippen, die Lady hinter Dir piekst Dir ihre spitzen Knie in den Rücken, Du sitzt breitbeinig da, denn der Wohlbeleibte vor Dir sitzt zwischen Deinen Beinen, aber er vernebelt Dir sowieso die Sicht mit seinem puro (Zigarre) und die Dame zu Deiner Rechten treibt Dich zum Wahnsinn, wobei Du Dir aber nicht sicher bist - ist es das konstante Fächergewedel oder die Goldarmreifen, die dabei nervtötend klimpern - mit anderen Worten: die Atmosphäre ist einmalig!
       
      (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
       
      Bisher erschienen in dieser Artikelserie:
      Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular  
      PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.