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    Spanien Wiki + Spanisch Wörterbuch

    Joaquin
    Hier findet man die spanische Botschaften in Deutschland.
    Spanische Botschaft Berlin
    Kontakt Anschrift: Lichtensteinallee 1 - 10787 Berlin, Deutschland
    Öffnungszeiten der Botschaft (außer Konsularabteilung):
    Montag bis Donnerstag: 09:00 - 17:00 Uhr
    Freitag: 09:00 - 14:00 Uhr
    Telefon: 030 254 007 0
    Fax: 030 257 99 55 7
    E-mail: emb.berlin.sc@maec.es
    Website: http://www.exteriores.gob.es/Embajadas/BERLIN/de/Pages/inicio.aspx
    Öffnungszeiten der Konsularabteilung:
    Montag bis Donnerstag: 09:00 - 14:00 Uhr
    Donnerstag: 14:00 - 17:00 Uhr nur nach Vereinbarung
    Freitag: 09:00 - 13:00 Uhr
    Um die Konsularabteilung zu kontaktieren, schauen sie bitte auf der Homepage der spanischen Botschaft in Berlin nach.
    Siehe auch:
    Honorarkonsulate der Bundesrepublik Deutschland Deutsche Konsulate

    Joaquin
    Hier sind Abkürzungen der spanischen Sprache, aufgeführt in alphabetischer Reihenfolge. Dabei handelt es sich sowohl um übliche lexikalische Abkürzungen, als auch Abkürzungen der Umgangssprache und offizielle Abkürzungen für Institutionen und Firmen.
    A
    AENA Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea (Die staatliche Betreibergesellschaft aller inländischen Flughäfen Spaniens) AEAT Hacienda (Finanzamt) B
    BCN Barcelona (Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Katalonien in Spanien)   C
    CIU Convergència i Unió (Parteienbündnis mit regionaler Verankerung in der spanischen Autonomen Region Katalonien)   D
    D. Don (Herr (als Anrede)) DPM De Puta Madre (Umgangssprache für richtig gut) Dr. Doctor (Doktor/Arzt)   E
    ERC Esquerra Republicana de Catalunya (Republikanische Linke Kataloniens) etc. etcétera (und so weiter) F
    G
    H
    I
    IPC Indice de Precios de Consumo (Inflationsrate) IRPF Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas (Lohnsteuer) ITV Inspecion Tecnica de Vehiculos (spanische Hauptuntersuchung/TÜV) IU Izquierda Unida (Vereinigte Linke) J
    K
    L
    LFP Liga de Fútbol Profesional (Spanische Fußball-Liga)   M
    N
    N.I.E. Número de identidad de extranjero (spanische Steuernummer für Ausländer) NPI Ni Puta Idea (nicht die leiseste Ahnung)   O
    P
    p.ej. por ejemplo (zum Beispiel) PNV Partido Nacionalista Vasco (Baskische Nationalistische Partei) PP Partido Popular (konservative politische Partei in Spanien) PSC Partit dels Socialistes de Catalunya (sozialdemokratische Partei in Katalonien) PSOE Partido Socialista Obrero Español (Spanische Sozialistische Arbeiterpartei)  
    Q
    R
    renfe red national de los ferrocarriles españoles (Spanische Bahngesellschaft) S
    Sr. Señor (Herr (als Anrede)) Sra. Señora (Frau (als Anrede))   T
    TAE Tasa Anual Equivalente ((Jahres)- Zinssatz ) TVE Televisión Española (größte Fernsehnetzwerk Spaniens)   U
    Ud. Usted (Sie (Sg.) (als Anrede))   V
    W
    Y
    X

    Joaquin
    Die spanische Hochzeit ist ein Buch von Louis Fürnberg. Es erschien 1948 im Berlin : Dietz Verlag.
    Inhalt
    Dem Andenken an Frederico Garcia Lorca - ermordet von den Banden des Generals Franco in Granada Die "Spanische Hochzeit" wurde im Dezember 1944 begonnen und im April 1945 vollendet. Die Sowjetunion hatte für die ganze Menschheit geblutet, geopfert und gesiegt. Erst als der Ausgang des Krieges entschieden war, die Rote Armee in ihrem epochalen Siegeszuge die gequälten Völker erlöst und befreit hatte, verstanden sich die Westmächte zur Eröffnung der Zweiten Front. Denn die Zweite Front sollte nicht so sehr der endgültigen Niederwerfung des Faschismus dienen als der brutalen Erdrosselung der Freiheitsbewegungen der Völker, die der faschistischen Unterdrückung ledig geworden waren. Am entsetzlichsten erwies sich das am Beispiel Griechenlands. Wer vergäße je des Gemetzels, das der britische General Scobie unter dem Oberbefehl Winston Churchills und mit Bevins Billigung unter den griechischen Freiheitskämpfern veranstaltete? Wer der RAF- Bomber, die über die Akropolis zogen, des Kindermords von Athen im Dezember 1944 und des gespenstischen Marionettenspiels um den verräterischen griechischen König? Wer vergäße je den amerikanischen "Befreier", die in Paris einzogen, als Paris vom französischen Volke befreit worden war? Wer der belgischen Freiheitskämpfer , die von den Engländern entwaffnet wurden? Wer der amerikanischen und bitischen Bomben, die auf die Arbeiter Turins niederhagelten, als sie die Faschisten vertrieben hatten? Und wer erinnerte sich nicht des zynischen Winston Churchill, der als Premierminister der Britischen Krone, noch während des Völkerkrieges gegen den Faschismus, dem blutigen Monster Franco seine Freundschaft antrug? Dieser langen Ballade ist ein Meldung der Zeitungsagentur Reuter vorangestellt, die in den Tagen, da das Blut in Strömen floß, das Blut der Verteidiger der Freiheit, das Blut der armen Kinder von Athen, in englischen und amerikanischen Zeitungen erschien. Diese beispiellose zynische Meldung, deren Datum man genau beachten möge, wurde mir zum Anlaß meines Gedichts. Mag sie nun als ein Memento darüberstehen. Und unter ihr die drei Sätze aus Konstantin Simonows erschütternder Reportage aus Lublin. Die Prinzenhochzeit von Sevilla über den Zehntausenden Schühlein der gemordeten Kinder... Aus Schmerz und Zorn ist meine lange Ballade gemacht. Aber während ich sie schrieb, war groß und strahlend, tröstlich und beglückend das Bewußtsein in mir, Zeitgenosse der herrlichen Sowjetunion zu sein, deren Existenz und Tat der Qual ein Ende setzte und der tödlichen Einsamkeit, von der so viele Strophen meines Gedichts handeln. .... Louis Fürnberg
    Bezugsquellen
    ASIN B00A41ZA2I

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    Hunde

    Von Joaquin, in Flora + Fauna,

    Öffentliche Verkehrsmittel
    Hunde dürfen in Spanien, nicht ohne weiteres in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden. Hunde ab einem Gewicht von 25 kg gelten als gefährlich und unterliegen zahlreichen Auflagen. Kleinere Hunde dagegen können aber je nach Verkehrsunternehmen, in entsprechenden Hundeboxen oder gar Taschen mitgenommen werden. Ausnahmen gelten auch für Blindenhunde.
    Eine genaue Anfrage der aktuellen Situation des jeweiligen Transportunternehmens ist anzuraten.

    Joaquin
    In Spanien gibt es mehrere Internetanbieter (Internet Provider). Dabei sind zahlreiche Festnetzanbieter auch als Mobilfunkanbieter tätig.
    Telefónica
    Telefónica der größte Internetanbieter des Landes, welcher im Internet- und Mobilfunkbereich auch mit der Eigenmarke Movistar operiert.
    ONO
    Als spanischer Kabelnetzbetreiber und in Besitz von Vodafone. ONO hat mehr als 6 Millionen Kunden. So bietet es neben dem üblichen DSL/ADSL-Internetanschluss, auch TV und Video on Demand, Festnetztelefonie, ist aber ebenso im Mobilfunk vertreten. Die erreichbaren Internetgeschwindigkeiten liegen im Downstream zwischen 12 MBit/s und 100 MBit/s.
    Vodafone
    Vodafone ist in Spanien sowohl im Festnetzbereich, als auch im Mobilfunkbereich als Internetanbieter vertreten.
    Orange
    Die France-Télécom betreibt mit Orang einen in Europa vertretene Internetanbieter- und Mobilfunkanbieter-Marke. Auch Orange bietet neben dem Mobilfunk noch TV-Angebote über das Internet.
    Movistar
    Movistar ist eine eigenständige Marke der Telefónica-Gruppe und somit auch in zahlreichen lateinamerikanischen Ländern vertreten. Im Programm hat Movistar Mobilfunkangebote für Handy und Smartphone, aber ebenso auch im Bereich Festnetz-Internet, TV und mit Festnetztelefonie. Die Tarife sind in etwa denen der deutschen Telefonica-Marke O2 gleichzusetzen.
    Jazztel
    Jaszztel hat sowohl Internet, als auch Telefonie und TV im Angebot. Es steht für eine hohe Kundenzufriedenheit Dabei nutzt es die bestehenden Kupferleitungen der Telefónica, hat aber auch schon in eigene Glasfaserleitungen zur Datenübertragung investiert.
    Iberbanda
    Iberbanda ist ein spanische Internetanbieter, welcher zur Datenübertragung die WiMAX-Technologie nutzt.

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    Kaffee

    Von Joaquin, in Essen + Trinken,

    Der Kaffee ist in Spanien eines der beliebtesten Getränke und wird in zahlreichen Formen angeboten und getrunken. Eine besonders beliebte Röstart des Kaffees in Spanien ist der café torrefacto. Hierbei wird beim Rosten, dem Kaffee Zucker beigemischt und dieser dadurch karamellisiert.
    Klassische Kaffeerezepte in Spanien
    Café natural Café sólo Caffè-crema oder Espresso Café cortado – Ein Espresso mit einem Schuss Milch oder Milchschaum Café con leche – Milchkaffee, meistens zur Hälfte café, zur Hälfte Milch (oft aufgeschäumt) Café americano oder café largo – Filterkaffee, manchmal auch ein mit Wasser verlängerter Café so´o Café con hielo oder Café con tiempo – Zum Kaffee wird ein Trinkglas mit Eiswürfeln serviert, über die nach dem Zuckern der Kaffee gegeben wird. Carajillo – mit einem Schuss Likör, Brandy (Cognac) oder Rum. Zubereitung: Zucker wird im Glas mit dem Alkohol verrührt, angezündet und mit starkem Kaffee (Espresso) aufgegossen. Als Dekoration werden Kaffeebohnen und ein Stück Zitronenschale ins Glas gegeben. Café al ron Café Bombón – Aus der Region Castellón de la Plana – gezuckerte Kondensmilch (leche condensada) wird mit Espresso aufgegossen und in einem kleinen Glas serviert. Auf den Kanarischen Inseln wird eine Variante des Café Bombón unter dem Namen "Café Proprio" zubereitet, wobei die etwas größere Portion „leche condensada“ mit einem „Café Largo“, einem verlängerten Espresso aufgefüllt wird. Azúcar oder café torrefacto – Espresso aus Kaffeebohnen, die bei der Röstung leicht kandiert wurden Barraquito – Spezialität auf den Kanareninseln Teneriffa, La Palma und La Gomera, wird in einem Glas serviert und besteht aus drei Schichten: Kondensmilch, Espresso mit einem Schuss Likör oder Tía María und einem Stück Zitronenschale und aufgeschäumter Milch, die noch mit etwas Zimt bestreut wird. Frappé

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    Flughäfen

    Von Joaquin, in Urlaub + Reisen,

    Die bekanntesten Flughäfen Spaniens
    - Palma de Mallorca (PMI, Spanien)
    Der Flughafen Palma de Mallorca (katalanisch Aeroport de Son Sant Joan, spanisch Aeropuerto de Son San Juan) ist der größte Flughafen Mallorcas, der Balearen und gleichzeitig der drittgrößte Flughafen Spaniens. Der Flughafen wird als Base Aérea de Son San Juan auch von der spanischen Luftwaffe genutzt.
    ICAO-Code: LEPA, LESJ
    IATA-Code: PMI
    - Barcelona (BCN, Spanien)
    Der Flughafen Barcelona-El Prat liegt in der Hauptstadt von Katalonien, Barcelona. Es ist der zweitgrößte Flughafen Spaniens, auf dem rund 10.000 Menschen, auf einem 1.300 Hektar großen Areal arbeiten.
    ICAO-Code: LEBL
    IATA-Code: BCN
    - Madrid (MAD, Spanien)
    Der Flughafen Madrid-Barajas „Adolfo Suárez“ ist das wichtigste Luftfahrt-Drehkreuz Spaniens und liegt in der spanischen Hauptstadt Madrid. zudem gehört es zu den größten Verkehrsflughäfen Europas. Das Gelände umfasst 2.400 Hektar und kann bis zu 70 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen.
    ICAO-Code: LEMD
    IATA-Code: MAD
    - Malaga (AGP, Spanien)
    Der Flughafen Málaga - Costa del Sol ((spanusch Aeropuerto de Málaga-Costa del Sol), liegt in der Stadt Málaga, der spanischen Privinz Málaga. Drr Flughafen unterhält Verbindungen in mehr als 60 verschiedene Länder der Erde.
    ICAO-Code: LEMG
    IATA-Code: AGP
    - Alicante (ALC, Spanien)
    Der Aeropuerto de Alicante-Elche oder Aeropuerto El Altet liegt in der spanischen spanischen Provinz Alicante und Region Valencia. Das Passagieraufkommen betrug im Jahr 2010 über 9,3 Millionen und belegt damit Platz 6 bei den spanischen Flughäfen.
    ICAO-Code: LEAL
    IATA-Code: ALC
    - Teneriffa Süd (TFS, Spanien)
    Der Flughafen Teneriffa Süd (spanisch Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía) liegt in der Stadt Teneriffa der kanarischen Inseln. Es befördert mehr als zweidrittel aller Passagiere mit Ziel Kanarische Inseln reisen über den Flughafen Teneriffa Süd. Benannt ist er nach der spanischen Königin Sophia.
    ICAO-Code: LEMG
    IATA-Code: AGP
    - Gran Canaria (LPA, Spanien)
    Der Flughafen Gran Canaria (spanisch Aeropuerto de Gran Canaria), liegt nahe der Inselmetropole Las Palmas, auf der Kanareninsel Gran Canaria. Als Base Aérea de Gando auch von der spanischen Luftwaffe genutzt.
    ICAO-Code: GCLP
    IATA-Code: LPA
    - Ibiza (IBZ, Spanien)
    Der Flughafen Ibiza (katalanisch Aeroport d'Eivissa Sant Josep, spanisch Aeropuerto de Ibiza San José), liegt auf der Insel Ibiza, auf den Balearen. Gleich mehrere Buslinien verbinden den im Juli 1966 eröffneten internationalen Flughafen mit der Inselhauptstadt Ibiza-Stadt.
    ICAO-Code: LEIB
    IATA-Code: IBZ
    - Valencia (VLC, Spanien)
    Der Flughafen Valencia (valencianisch Aeroport de València, spanisch Aeropuerto de Valencia, auch Aeroport de Manises bzw. Aeropuerto de Manises genannt) ist der internationale Flughafen der Stadt Valencia. Es ist auch eine Base des irischen Billigfliegers Ryanair. Der Flughafen hat eine direkte Metro-Anbindung, welche direkt ins Stadtzentrum führt.
    ICAO-Code: LEVC
    IATA-Code: VLC
    - Bilbao (BIO, Spanien)
    Der Flughafen Bilbao (spanisch Aeropuerto de Bilbao, baskisch Bilbo-Loiuko aireportua), liegt in der Stadt Bilbao und gehört zur Autonomen Gemeinschaft Baskenland. Das Terminal wurde nach Plänen des spanischen Architekten Santiago Calatrava gestaltet. Deutschsprachigen Zielen bestehen derzeit mit der Lufthansa nach Frankfurt am Main und München. Germanwings verbindet Bilbao mit Düsseldorf und Stuttgart. Air Berlin fliegt darüber hinaus ebenfalls von Düsseldorf nach Bilbao. Vueling fliegt von Berlin nach Bilbao. Ryanair fliegt mehrmals wöchentlich nach Weeze.
    ICAO-Code: LEBB
    IATA-Code: BIO

    Joaquin

    Dudelsack

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Der Dudelsack (spanisch gaita), auch bekannt als Sackpfeife, ist in Spanien ein traditionelles Holzblasinstrument. Besonders bekannt ist die Galicische Gaita (gaita gallega), welche bevorzugt in Galicien gespielt wird.
    Der spanische Dudelsack ist aber auch in anderen Variationen in Spanien bekannt. So zum Beispiel die Asturische Gaita (gaita asturiana), welche neben Asturien, auch in Galicien, León und Kantabrien gespielt wird. Die gaita de boto welche ein fester Bestandteil der Folklore Aragoniens ist. Oder auch die gaita cabreiresa (auch gaita llionesa oder lhionesa genannt) aus der Comarca La Cabreira, der Provinz León. Dann gibt es noch die gaita de saco aus dem zentralen Nordspanien, die gaita sanabresa aus der Provinz Zamora in Nordwestspanien, den Sac de Gemecs den man in Katalonien und Valencia spielt und die Xeremía aus den Balearen.
    Wie man unschwer erkennt, ist der Dudelsack weit verbreitet in Spanien und ein in vielen Variationen beliebtes, bekanntes und alltägliches Instrument in Spanien, seiner Tradition und dessen Folklore.
     
     

    Joaquin

    Salat

    Von Joaquin, in Essen + Trinken,

    Der Salat gehört in Spanien zu einem typischen, spanischen Essen dazu.
    Taditioneller Salatteller
    In Spanien besteht der Salat traditionell aus Kopfsalat und Tomaten, wahlweise noch mit Zwiebeln und Oliven. Garniert wird der Salat vom Gast selbst am Tisch mit Olivenöl, Essig, Salz und wahlweise auch mit Pfeffer. Dazu werden in spanischen Restaurants dafür vorgesehene Halter auf den Tisch bereit gestellt, in denen diese vier Zutaten zu finden sind. Im einfachen Haushalt, werden diese Zutaten aus dem normalen Haushaltsrepertoire genommen.
    Der Salat wird als Vorspeise zum Essen serviert. Je nach Größe der Essensrunde, werden ein oder mehrere, mittelgroße Salatteller auf den Tisch gestellt. Jeder Salatteller wird dann in der Regel von einem Gast am Tisch garniert.
    Anders als in Deutschland üblich, kommt der Salat nicht auf den eigentlichen Speiseteller des Speisenden oder in einzelnen Schalen, sondern hierbei isst jeder der Speisenden gemeinsam aus seinem nächsten Salatteller, mit der normalen Gabel, welche auch zum Verzehr der darauf folgenden Speisen gedacht ist.
    Üblicherweise wird zum Salat auch das spanische Brot (Baguettebrot) serviert, welches in geschnittener Form dann in kleinen Körben auf dem Tisch bereit liegt. Dieses wird einerseits zum Salat gegessen, aber ebenso wird das Brot auch mit der Hand oder einer Gabel, in das Essig-Öl-Dressing getunkt und dann verzehrt.
    Salatvarianten in Spanien
    In Spanien gibt es noch die ensaladilla rusa (deutsch: russischer Salat) unter anderem mit Mayonaise und Erbsen.
    Gesetzliche Vorgaben
    Früher wurden das Essig und Olivenöl in kleinen Glasbehältern auf den Tisch gestellt. Seit einer Gesetzesänderung und neuen Hygienevorschrift, werden diese zunehmend abgepackt in kleinen Einweg-Kunststoffpackungen angeboten.
    Rezepte
    - Rezept ensaladilla rusa
    Zutaten: 3 bis 4 große Kartoffeln (festkochende, die besten), 4 Eier, 1 Dose Erbsen (280 g) oder die entsprechende Menge tiefgefrorene, ein paar frische Möhren, 3 kleine Dosen Thunfisch von guter Qualität (in Olivenöl), 1 großes Glas gute Mayonnaise, Salz und Pfeffer.
    Zubereitung: Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln kochen – mit Letzteren geht’s nicht nur schneller, sie nehmen auch das Aroma besser auf: Kartoffeln schälen, würfeln und garen. Manche zerquetschen auch die Kartoffeln. Eier in 12 bis 15 Minuten abkochen. Möhren waschen, schälen, in kleine Würfel schneiden und (eventuell mit den Erbsen) in wenig Salzwasser zugedeckt dünsten. Erbsen und Thunfisch aus der Dose im Sieb gut abtropfen lassen.
    Die abgekühlten Kartoffeln und Möhren mit Thunfisch, Erbsen, gehackten Eiern und der Mayonnaise vermischen. Kaum oder erst mal gar nicht salzen, denn die Mayonnaise ist schon gewürzt. Die Ensaladilla kalt stellen vor dem servieren und noch einmal abschmecken.
    Einzelnachweise
    Der spanische Salat Olivenöl und Essig im Restaurant nur in Einwegverpackungen für den Salat Der spanische Salat - Rezept: ensaladilla rusa  

    Joaquin

    Spanische Sprache

    Von Joaquin, in Land + Leute,

    Als die spanische Sprache versteht man das Kastilisch oder die kastilische Sprache (spanisch castellano), auch Kastilianisch genannt. Es ist eine romanische Sprache und hat seine Herkunft im Latein. Es ist die offizielle Amtssprache in Spanien und wird in zahlreichen Ländern von Südamerika und anderen Teilen der Welt gesprochen.
    Verbreitung
    Bei den meist gesprochenen Sprachen der Welt, rangiert Spanische je nach Quelle und Definition auf Platz zwei bis vier. Bei den meist gesprochenen Sprachen weltweit, wo sowohl Muttersprachler als auch Zweitsprachler gezählt werden, rangiert Spanisch nach Chinesisch, Hindi und Englisch, an vierter Stelle. Als Muttersprache nimmt Spanisch nach Chinesisch den Platz zwei ein und ebenso als Weltsprache und Handelssprache nach Englisch. Im Internet rangiert Spanisch an dritter Stelle, der genutzten Sprachen.
    Sonderzeichen
    - Spanische Sonderzeichen auf einem Computer
    Die spanischen Sonderzeichen kann man je nach Computer und Betriebssystem auf unterschiedliche Art und Weise generieren. So kann man sich oft eine virtuelle Tastatur einblenden lassen und dort die gewünschten Sonderzeichen eingeben oder die Tastatur komplett auf das spanische Tastaturlayout umstellen. Bei letzterem muss man nur wissen wo dann die jeweiligen Zeichen im Original angeordnet sind.
    - - Spanische Sonderzeichen auf einem Windowsrechner
    Wenn man über keine spanische Tastatur verfügt, kann man trotzdem leicht mit spanischen Sonderzeichen schreiben. Eine Methode ist bei windows-Rechnern, indem man die [ALT]-Taste benutzt und einen dreistelligen Ziffernfolge auf dem Nummernblock. Bei Laptops, die über keinen separaten Ziffernblock verfügen, kann die Kombination Bei Laptops, die keinen separaten Ziffernblock haben, gilt die Kombination [ALT]-Taste + [FN]-Taste + <Ziffernfolge>.
    ñ = [ALT]-Taste + 164 Ñ = [ALT]-Taste + 165 ¿ = [ALT]-Taste + 168 ¡ = [ALT]-Taste + 173 á = [ALT]-Taste + 160 Á = [ALT]-Taste + 181 é = [ALT]-Taste + 130 É = [ALT]-Taste + 144 í = [ALT]-Taste + 161 Í = [ALT]-Taste + 214 ó = [ALT]-Taste + 162 Ó = [ALT]-Taste + 224 ú = [ALT]-Taste + 163 Ú = [ALT]-Taste + 233 ç = [ALT]-Taste + 135 Ç = [ALT]-Taste + 128 ª = [ALT]-Taste + 166 º = [ALT]-Taste + 167 - - Spanische Sonderzeichen auf einem Apple-Mac-Rechner
    Bei Apple-Mac-Rechner können Akzente leicht mit der entsprechenden [Akzent]-Taste zwischen dem [ß] und dem [Löschen-Pfeil] eingegeben werden. Dazu erst die [Akzent]-Taste drücken und anschließend den entsprechenden Buchstaben. Um ein Akzent von links oben nach rechts unten zu erhalten drückt man zuerst dir [Shift]-Taste gleichzeitig mit der [Akzent]-Taste. Die Tilde erhält man, indem man die Tasten [Alt] sowie [N] drückt und anschließend den entsprechenden Buchstaben. Cedille erhält man indem man die [Alt]-Taste und die [c]-Taste drückt und wahlweise dazu noch die [Umschalt]-Taste für das groß geschreibene Ç.Das umgedrehte Ausrufezeichen und Fragezeichen erhält man, indem man die [Alt Gr]-, die [Umschalt]- und die normale Fragezeichen- bzw. Ausrufezeichen-Taste drückt.

    Joaquin

    Feuerlauf

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Der Feuerlauf heißt ursprünglich in Spanien correfoc. Wobei hier das Wort foc, sowohl im Katalanischen, als auch im Valenzianisschen für Feuer (spanisch fuego) steht. So wird auch der Feuerlauf sowohl in der venezianischen, als auch in der katalanischen Region praktiziert.
    Ablauf
    Der Feuerlauf wird von einer Gruppe Menschen geleitet die oft als Teufel verkleidet sind. Dabei dient diese Verkleidung auch dem Schutz vor den Funken der Feuerwerkskörper mit denen man dort hantiert. Die Vorführung ist ein dynamisches Event, mit vielen improvisierten Elementen, welches durch abgedunkelte Straßenzüge veranstaltet wird.
    Dabei werden die mitlaufenden Passanten als Element der Show mit einbezogen. Sie werden durch Funkenstrahlen geneckt und ebenso auch durch Tänze oder Sprünge durch Funken, mit in die Veranstaltung eingebunden.
    Die Aktionsgruppe bedient sich dazu der Pyrotechnik, mit welcher sie unter anderen Funken über das Publikum sprühen lässt und ebenso auch fahrende Gebilde und Figuren, welche mit entsprechender Pyrotechnik ausgestattet ist. Diese Kunst wird seit Jahren immer weiter ausgebaut und erfreut sich großer Beliebtheit bei der Bevölkerung
    Geschichte
    Den historischen Ursprung soll dieses Fest in einem beschriebenen Ball de diables (spanisch baile de diablos - Tanz der Teufel), aus dem zwölften Jahrundert in Katalonien haben. Aus diesem soll sich der aktuelle Feuerlauf entwickelt haben. Das Wort correfoc selbst, wird 1977 das erste mal erwähnt.
    Correfoc - Der Feuerlauf in Spanien
    Einzelnachweise
     
    Der Feuerlauf - Correfoc

    Joaquin

    Stiere auf der Straße

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Stiere auf der Straße (spanisch toros en la calle - valencianisch und catalanisch bous al carrer, correbou oder correbous), nennt man in Spanien eine spezielle Form des Stierkampfes. Dies wird besonders in der Provinz von Valencia und der Region des Ebro Deltas praktiziert.
    Dieses Art des taurinen Festes, findet in der Regel bei Patronatsfesten der jeweiligen Städte und Dörfer statt und an besonderen Plätzen oder begrenzten Straßenzügen. Oftmals findet die morgendliche Veranstaltung, nach dem Stierlauf statt. Ähnlich wie beim Stierlauf, sind hier die Plätze so eingerichtet und abgesichert, dass Teilnehmer sich vor dem Stier durch spezielle Gitter in Sicherheit bringen können. Auch ist es oft üblich, dass es Zuschauertribünen gibt, ebenso wie Ehrentribünen für die jeweiligen Organisatoren, dem Festkomitee, dem Bürgermeister, der Festkönigin und ihren Festdamen.
    Dabei wird immer nur jeweils ein Stier frei gelassen. Hier kann jeder versuchen sich dem Stier im Kampf zu stellen, um im zu torear, was so viel heißt wie mit ihm einen Stierkampf zu vollführen. Stierkampf heißt hier jedoch, dass man dem Stier in der Regel ohne Hilfsmittel entgegen tritt. Ziel ist es nicht den Stier zu töten oder ihn zu verletzen, sondern seinen angriffen durch Geschick, Schnelligkeit und Taktik auszuweichen.
    Den Teilnehmern stehen hier je nach Platz und Ort, auch einige Fluchtmöglichkeiten in Form von Käfigen oder Treppen zur Verfügung.
    Hafenstädte veranstalten oft dies direkt am Strand oder Hafen. Dort nennt man dann die Veranstaltung dann toros a la mar bzw. bous a la mar.
    Oft werden auch anstatt der Stiere, Kühe verwendet, was das Verletzungsrisiko für die Teilnehmer, erheblich minimiert.
     
    Stierlauf: Kühe statt Stiere, für die Frauen - Exhibición becerros a la mar
    Einzelnachweise
    Die Stiere - Los toros - Veranstaltung mit Stieren und Kühen bei den Fiestas

    Joaquin

    Feuerstier

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Der Feuerstier (spanisch toro emboolado - valencianisch bou embolat), ist eine besondere Form des taurinen Festes, Stiere auf der Straße in Spanien.
    Die Veranstaltung findet des Nachts statt. Dabei wird einem Stier auf seinen beiden Hörnern, ein spezielles Gestellt angebracht, an dessen Enden dann Teerkugeln befestigt und angezündet werden. Heutzutage ist es auch üblich, dazu noch ein Sprühfeuerwerk mit zu integrieren, was dann die ersten Minuten, Funken nach oben hin versprüht.
    Das Tier wirkt durch diese beiden Feurbälle nicht nur gefährlicher und imposanter, er ist es in der Tat oft auch. Durch das Gestellt hat er ohne es zu wollen, zwei weitere Stoßwaffen erhalten, welche seine Angriffsreichweite erweitern.[1] Das brennende Teer kann zusätzlich erhebliche Verbrennungen bei den Teilnehmern verursachen. Zudem werden gerade für den Feuerstier, besonders gute Stiere genommen, welche oftmals aggressiver sind.
    Der Feuerstier gilt in der Regel als der Höhepunkt der Veranstaltung Stiere auf der Straße und wird in der Regel nur ein, bis maximal zwei mal bei einer Fiesta praktiziert.
    Kritiker bemängeln hier, dass das Tier neben dem üblichen Stress, durch das nahe Licht und dem dunklen Umfeld, geblendet wird. Auch soll sich das Tier durch das herunter tropfende Teer, Verbrennungen zuziehen.
     
    Feuerstier (Stierlauf) - Toro embolado - Bou embolat
    Einzelnachweise
    Der Feuerstier - Toro embolado

    Joaquin

    Stierlauf

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Beim Stierlauf, bzw. das Stierrennen (spanisch encierro de toros), werden Stiere durch die Straßen einer Stadt getrieben. Das Ende dieses Laufes, kann sowohl eine echte Stierkampfarena sein oder einem ähnlich aufgebauter Stierplatz, wie bei den Stieren auf der Straße.
    Die Straßen werden hierzu abgesichert und Anwohner sichern Türen und Fenster so, dass kein Tier dort eindringen kann. Barrikaden werden an den Straßen so aufgestellt, dass die Tiere ihren Weg zum Ziel finden. Gleichzeitig sind diese oft so konstruiert, dass Zuschauer zwischen diesen hindurch den Lauf beobachten können oder sich Läufer, durch für Menschen ausreichend weite Öffnungen, vor den Stieren in Sicherheit bringen können.
    Solche Stierläufe finden in Spanien bei zahlreichen Patronatsfesten der jeweiligen Städten oder Dörfer statt. Da diese in der Regel keine eigene Stierkampfarena haben, gibt es dort traditionelle Plätze, wo die Stiere hin getrieben werden. An diesen werden dann je nach regionaler Tradition, vormittags und nachmittags, bzw. am späten Abend, die Stierspiele veranstaltet, die so genannten Stiere auf der Straße. Bei diesen werden die Stiere jedoch nicht getötet. Es ist vielmehr ein Fangen und Kriegen Spielen, wobei der Mensch jener ist, der vom Stier gefangen werden und sich dann auch ernsthafte Verletzungen zuziehen kann, bis hin zum Tot.
    Bei Sanfermines in Pamplona zum Beispiel, sind die Stiere jedoch fester Bestandteil des am Nachmittag stattfindenden Stierkampfes. Dies ist jedoch wie oben beschreiben die Ausnahme, denn die wenigsten Städte oder gar Dörfer, verfügen über eine Stierkampfarena.
    Den Ursprung hat der Stierlauf, als früher noch zu Pferd, die Stiere von den Feldern durch die Straßen der Städte in die Stierkampfarenen getrieben wurden und immer mehr Bewohner sich diesem Treiben anschlossen. Heutzutage werden die Stiere jedoch mit entsprechenden LKWs transportiert und an einem festen Ausgangspunkt und zu einer festen Zeit, nach ertönen eines Signales, für den Lauf frei gelassen.
    Anstelle von Stieren werden je nach Region und Anlass, auch Kühe verwendet. Dieser Kuhlauf ist dann auch für die Teilnehmer viel sicherer, da Kühe viel weniger wiegen, kleiner sind und auch nicht so aggressiv wie die Stiere.
     
    Stierlauf - Encierro de Toros
    Einzelnachweise
    Stierlauf in einer Kleinstadt - Encierro

    Joaquin

    Stierkampf

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Mir ist klar, dass dies ein sehr kontroverses Thema ist. Ich möchte hier ein paar wissenswerte Dinge rund um den Stierkampf erzählen, oft auch Kleinigkeiten, von denen man in Büchern nichts liest. Auch der Ablauf einer corrida de toros wird beschrieben. Am Ende findet man ein paar praktische Tipps wenn man eine corrida besuchen möchte. Ich bin bewusst nicht auf die Geschichte der corrida de toros eingegangen, dies würde den Rahmen hier sprengen.
    Ich benutze hier einige spanische Worte resp. Fachausdrücke. Weiter hinten findet man auch ein Vokabular. Nur soviel zu Beginn - ich schreibe hier von plaza (genau plaza de toros), damit ist natürlich die Arena gemeint (Arena heisst auf spanisch Sand und wird nicht für das Gebäude benutzt). Auch ist die Rede von matador für den Mann, der den Stier tötet, natürlich betrifft dies aber auch den novillero - (Jungmatador). Der Ausdruck torero beinhaltet alle aktiven Teilnehmer, also matador/novillero, aber auch banderilleros und picadores. (Ein torrero mit zwei r- wie oft fälschlich auf deutsch geschrieben - ist übrigens ein Turmwächter...). Spanische Worte schreibe ich - der Sprache folgend - klein, so auch die im Deutschen gebräuchlichen Worte matador oder torero.
     
    Ziele der corrida de toros
    Parar – templar – mandar – die Grundlagen der Tauromaquia.
    Parar = den wilden Stier, dessen Instinkt auf Angriff steht, zu bremsen.
    Templar = den nun bereits etwas gesammelten Stier zu beruhigen.
    Mandar = das wilde Tier soweit zu bringen, dass es dem Willen des körperlich unterlegenen Menschen folgt. Diese Arbeit erfolgt mit der muleta im dritten Teil des Kampfes, wo der Stier dem Tuch bis zum Höhepunkt, dem Todesstoss, folgt. Ohne Tod des Stieres wäre dies letztendlich der absolute Sieg des Tieres über den Menschen.
    Pro + Contra
    Was spricht für die corrida de toros – ohne corrida würde die Zucht dieses Tieres eingestellt, da sie nur als Fleischproduzent zu aufwendig ist und der Stier selbst zu gefährlich. Der toro bravo ist eine der wenigen wenn nicht die einzige noch erhaltene Rasse, die auf das alte Ur-Rind zurückgeht und. Mit dem toro bravo würden in Spanien auch riesige Ländereien mit Korkeichen und ähnlichen schützenswerten Gewächsen verschwinden. Das Argument, dass diese Rinderrasse auch ohne corrida de toros weitergezüchtet würde greift nicht, es kann sich rein finanziell kein Züchter leisten, so eine wilde Rasse, die grosse Ländereien braucht, nur fürs Schlachthaus zu züchten. Auch würden die Tiere - ausser ein paar Zuchtstiere - gar nicht erst fünf Jahre alt.
    Natürlich könnte die Menschheit ohne corrida de toros auskommen. Wie gesagt, die Weideflächen würden verschwinden und somit auch die Landflächen, die auch Heimat vieler zum Teil noch seltener Tiere sind, Vogelarten, aber z.B. auch Chamäleone usw. Die Arenen würden verfallen, abgerissen oder für andere Zwecke gebraucht und viele Menschen würden erst mal arbeitslos. Es würde ein spanisches Kulturgut - vom König als solches eingestuft - verschwinden.
    Oft wird mir die Frage gestellt, warum man an corridas geht. Ich glaube eine schlüssige Antwort darauf kann niemand geben, es ist eine Faszination des Zusammenprallens zwischen Mensch und Tier, Kultur und Natur, die Dominanz des Geistes über die pure, rohe Kraft. Und dabei immer das Suchen nach der "perfekten faena" - der perfekten und eleganten Arbeit.
    In Mitteleuropa hört man oft den Ausdruck "blutrünstiges Publikum", es wird unterstellt, dass alle Leute an corridas gehen, weil es ihnen Spass macht Tiere zu quälen, man hat den aficionados auch schon vorgeworfen, ihre Kinder zu schlagen und ähnlichen Unsinn. Ich denke, bevor man sich zu solchen dümmlichen Aussprüchen hinreissen lässt sollte man wirklich eine corrida besuchen und sich mal im Publikum umsehen.
    Oft wird von Stierkampfgegnern ins Feld geführt, ohne ausländische Touristen gäbe es keine corrida de toros mehr. Auch das stimmt so nicht, denn die bekanntesten Kämpfe, mit regelmässig vollen Arenen finden in Gegenden statt, in denen nur wenig Tourismus herrscht. Ich glaube kaum, wenn im Sommer in Bilbao die plaza mehrere Tage mit jeweils rund 15'000 Menschen gefüllt ist, dass dies vor allem Ausländer sind. Dasselbe gilt auch für Orte wie San Sebastián, Albacete usw. und auch Madrid dürfte kaum einen Monat lang zu San Isidro im Mai/Juni täglich 23'000 Ausländer mobilisieren. Übrigens gibt es auch Gegenden in Spanien, in denen die corride de toros nie Fuss gefasst hat, Galicia und Asturia.
    Schmerz – da der Stier in einer absoluten Ausnahmesituation ist, von der Herde getrennt und auf unbekanntem Gebiet, greift er an, der Adrenalinspiegel steigt. Dies hält ca. 20 Minuten an und ist mit ein Grund, warum der Stier nach dieser Zeit tod sein sollte. Es wurden schon wissenschaftliche Untersuchungen gemacht mit Sensoren über das Schmerzverhalten und festgestellt, dass der Stier zu diesem Zeitpunkt keinen Schmerz verspürt.
    Von Tierschützer vorgebrachte Argumente – da kursieren die seltsamsten und unausrottbaren Gerüchte wie der Stier bekomme die Stimmbänder durchgeschnitten damit er nicht vor Schmerz brüllen kann. Argument siehe oben – hin und wieder hört man auch mal einen Stier, dass er ein muhen von sich gibt, dies ist aber weit entfernt von „vor Schmerz brüllen“, beweist aber, dass er absolut seine Stimmbänder noch hat. Vor der corrida Beine mit Terpentin einstreichen, Nüstern oder Augen mit Vaseline einstreichen, Sandsäcke auf Nieren, Abführmittel und ähnlichen Unsinn wäre absolut kontraproduktiv, entweder würde der Stier mit solcher „Behandlung“ absolut unberechenbar und somit ausserdordentlich gefährlich für den matador (wäre also auch das Gegenteil von dem was die „Tierschützer“ unterstellen) oder der Stier würde tatsächlich keinerlei Angriff starten, was letztendlich nicht weniger gefährlich wäre. Überlegen wir also mal wer Interesse an so ein „Behandlung“ hätte - das Management der plaza? Die corrida wäre ausserdordentlich schlecht, bei Wiederholung würde das Publikum fern bleiben und das finanzielle Desaster wäre vorprogrammiert. Der Züchter? Von einem Züchter mit schlechten Stieren würde keine plaza mehr Tiere abkaufen. Der matador? Mit solchen Stieren, die nicht angreifen kann er nicht triumphieren, also will ihn keiner mehr sehen und auch er darf sich um einen neuen Job bemühen.
    Aber natürlich ist auch bei der corrida de toros viel Geld im Spiel und damit kommen tatsächlich auch hin und wieder unschöne und verbotenen Dinge vor. Als Hauptärgerniss wäre da das „rasieren“ der Hörner zu nennen, man feilt die Hornspitzen etwas kürzer. Wie ein Mensch, der wenn er etwas greifen möchte, genau weiss wie lange sein Arm ist so weiss auch der Stier genau wie lange seine Hörner sind. Sind nun die Hörner kürzer wird er natürlich ins Leere stossen. Sehr oft werden Hörner nach der corrida wissenschaftlich untersucht ob sie manipuliert wurden und wenn es sich herausstellt wird der Züchter mit hohen Strafen belegt. Kontrollorgan über den Stierkampf ist übrigens das Innenministerium.
     
    Wo kommt der Stier her?
    In Spanien gibt es einige hundert Stierzüchtereien, dazu noch einige in Portugal und Südfrankreich, sowie in allen lateinamerikanischen Ländern in denen es Stierkämpfe gibt (Perú, Ecuador, Venezuela, Kolumbien, Mexiko).
    Eine Zucht hat einige Dutzend Zuchtstiere, man rechnet auf einen Stier 30 - 50 Kühe. Ein Stier darf bis zum Kampf keinem Menschen mit einer capa oder muleta (die Tücher) begegnen, da er ausserordentlich schnell lernt und nicht vergisst. In der plaza wüsste er sofort, dass er nicht auf das Tuch, sondern auf den Menschen geht. Hin und wieder gibt es Stiere die schnell lernen, dies endet für den torero meist im Krankenhaus.
    Die Tiere stehen als Herde und nach Alter zusammen auf riesigen Weiden. Jede einzelne Herde - auch die der Kühe - wird von einem ausgewachsenen Stier "bewacht". Sie sind sehr aufmerksam, meiden in der Regel allerdings den Menschen. Selbst das Klicken einer Kamera lässt sie bereits in einer Entfernung von ca. 80m alarmiert aufblicken. Als Einzelgänger sind sie absolut gefährlich und auch fähig schon mal ein Auto anzugreifen. Die Kühe sind dabei oft noch gefährlicher wie die Stiere, da sie ihre Kälber verteidigen und ausserdem wendiger sind wie Stiere. Öfters kommt es zu Revierkämpfe und Kabbelein zwischen den Stieren, dies kann zu Verletzungen bis hin zum Tod eines Stieres führen. Da ein Stier, wenn er für die corrida de toros vorgesehen ist doch einen beträchtlichen Wert darstellt schützen seit geraumer Zeit einige Züchter die Hörner mit einer Glasfiberummantelung, die sich leicht wieder abziehen lässt. Ein nicht ganz unumstrittener Vorgang.
    Jede Zucht hat ein eingetragenes Brandzeichen. Jeder Stier bekommt einen Namen, abgeleitet vom Namen der Mutter (Malagueño ist der Sohn von Malagueña usw.), sowie eine Zahl, die im Zuchtbuch eingetragen wird. Die Stiere aus den verschiedenen Zuchten haben jeweils verschiedene Charaktere, sowohl im Aussehen wie auch im Charakter der Tiere, eine Zucht hat z.B. Stiere mit grösseren Hörnern, andere mit kleineren Köpfen, wieder andere mit kürzeren Körpern oder sie sind wendiger etc. Es gibt matadores die eine bestimmte Zucht einer anderen vorziehen oder sich gar weigern mit Stieren einer bestimmten Zucht zu kämpfen - dies können sich aber natürlich nur die Stars leisten.
    Gute Stiere sind namentlich bekannt, ebenso natürlich Stiere, die einen torero auf dem Gewissen haben. Den Tod des berühmten matadors Manuel Rodríguez "Manolete" wird man immer mit dem Stier Islero aus der Zucht Miura in Verbindung bringen, ebenso wie beim Tod von Francisco Rivera "Paquirri" immer Avispado genannt wird. Jeder Matador wird sich Zeit seinen Lebens auch an den Namen des Stiere seiner alternativa erinnern oder an den Stier mit dem er einen aussergewöhnlichen Triumph feierte.
    Im Alter von ca. zwei Jahren wird der junge Stier auf seinen Mut erprobt im acoso y derribo: er wird von zwei Reitern mit langen Lanzen (garrocha) von der Herde getrennt, über die Weide gejagt und dabei mit der garrocha zu Fall gebracht. Greift er anschliessend das Pferd des anwesenden, ebenfalls mit einer garrocha bewaffneten picador - meist der mayoral der Zucht - an, hat er die Mutprobe bestanden, ansonsten wird er als Fleisch verkauft. Die garrocha hat eine kleine Spitze, die das Tier etwas piekt, jedoch keine Verletzungen herbeiführt. Mit garrochas werden auch die Herden geleitet.
    Bei bestandener Mutprobe darf er weitere Jahre auf die Weide, bis er im Alter von vier Jahren zu "Jungstierkämpfen" (novilladas) oder im Alter von fünf Jahren zu Stierkämpfen verkauft wird. Ausserordentlich gute und schöne Stiere sowie Stiere die beim Kampf begnadigt wurden gehen in die Zucht.
    Bei der tienta (od. auch tendadero) werden die jungen Kühe erprobt, sie allerdings mit Tüchern in einer kleinen Arena, die zu jeder Zucht gehört, mit dem Nebeneffekt, dass hier Anfänger und auch matadores bei dieser Gelegenheit üben können. Auch sie werden zu dem mit der garrocha bewaffneten picador geführt.
    Man sagt, der Stier erbt die Kraft und den Mut vom Vater und die Wildheit von der Mutter.
    Vier bis fünf Jahre ist der Stier auf der Weide. Hat er das nötige Alter erreicht wird er an eine plaza de toros verkauft, in der Regel sechs Stiere plus ein Ersatzstier resp. zwei Ersatzstiere für eine 1.Klasse-plaza, im Falle ein Stier wärend der corrida ausgewechselt werden muss. Die kann passieren wenn der Stier z. B. sich im Stall der plaza verletzt oder zu Beginn total inaktiv ist. Der Preis eines Stieres einer namhaften Zucht in einer 1.Kl.plaza kann 10'000 Euro übersteigen.
    Schon Wochen vor der corrida wird die Gruppe von den Herden getrennt und kommt auf eine eigene Weide, um sich aneinander zu gewöhnen.
     
    Wie kommt der Stier in die plaza?
    Als es noch keine Lastwagen gab wurden die Stiere von Reitern in die entsprechenden Städte getrieben. Musste man eine Ortschaft durchqueren ritt ein Reiter mit einer Glocke voraus und warnte die Bevölkerung, die dann in den Häusern verschwand. Als Tradition haben sich daraus die morgendlichen Stierrennen wärend des San Fermín-Festes von Pamplona erhalten. Es handelt sich dabei um die Stiere der corrida am Nachmittag, die von einem corral in die plaza getrieben werden. Heute werden die Stiere mit Lastwagen in die jeweiligen plazas gebracht, wobei jeder Stier einzeln in einer Box steht. Öfters sieht man auf der Strasse solche Lastwagen mit Kisten, beschriftet mit ganado bravo oder toros de lidia.
    Am späteren Vormittag vor dem Kampf werden sie den Veterinären, der Öffentlichkeit - vertreten durch den Präsidenten der plaza und der Guardia Civil - sowie den Vertretern der matadores vorgestellt. Die matadores selbst nehmen nie teil. Die Stiere werden gewogen und dann werden die Paarungen nach Grösse und Gewicht zusammengestellt, so dass nicht ein matador zwei grosse und der Kollege zwei kleine toros bekommt. Dazu werden die Zuchtnummern der Stiere auf kleine Zettelchen geschrieben, die jeweiligen Zettel eines Paares zusammengeknüllt zu einer kleinen Papierkugel und die drei Kügelchen (3 mal 2 Stiere) in den Cordobeser-Hut des mayorals (*) gesteckt, darauf kommt gegengleich ein zweiter Hut, das ganze wird geschüttelt und die Vertreter der matadores ziehen dann das jeweilige Stierpaar. Alsdann werden die Stiere getrennt und bis zum Nachmittag einzeln in Boxen getrieben.
    (*) Mayoral ist der Vorarbeiter der Zucht und somit verantwortlich für die Stiere. Er begleitet die Stiere zum Kampf und ist dafür verantwortlich, dass die toros in gutem Zustand an die plaza ausgeliefert werden. Als Vertreter der Zucht trägt er am Tag des Kampfes die andalusische Tracht, grau gestreifte Hosen mit hellem Umschlag, Stiefel, kurze Jacke und "Cordobeser"-Hut mit breiter gerader Krempe. Diese Tracht tragen alle mayorales, auch die Nordspanier.
    Es ist schwer torero zu werden
    Noch bis vor ca. 20. Jahren pilgerten die jungen Männer mit einem Bündel auf den Schultern von Stierzucht zu Stierzucht, immer in der Hoffnung, von einem Züchter eingeladen zu werden und von einem matador oder empresario (Mananger) entdeckt zu werden. Man nannte sie nach ihrem Bündelchen maletillas. Heute gibt es in Spanien Stierkampfschulen, in denen die angehenden toreros ihr Handwerk von Grund auf lernen. Sie beginnen als novillero mit jungen Stieren, die noch zu klein für den picador - den Lanzenreiter - sind (novilladas sin picadores). Kämpft der Jungmatador gut und hat er mindestens 25 corridas kann er in novilladas con picadores auftreten, hier sind die Stiere bereits etwas älter und grösser. Bei sehr guten toreros dauert diese Zeit ca. 3 Jahre, meistens jedoch länger. In heutiger Zeit bestehen die meisten spanischen Eltern darauf, dass die Söhne (oder Töchter) die Schule zu Ende bringen und vielleicht nebenher noch eine "bürgerliche" Ausbildung machen. In früheren Zeiten war dies oft die einzige Möglichkeit Armut und Hunger zu entkommen. Aber die Stierkampfschulen vereinfachen den Einstieg keineswegs, die novilladas finden häufig auf dem Land statt und die novilleros bekommen oft kein Geld. Die teure Ausrüstung - inklusive Tracht - plus Anreise etc. muss aus eigener Tasche bezahlt werden, so dass die Anfänge oft grosse finanzielle Belastungen für die Familien sind und mancher gute torero auf der Strecke bleibt.
    Wird der novillero in den Stand des matador erhoben, übergibt ihm bei seiner ersten corrida de toros der dienstälteste matador symbolisch seine muleta (rotes Tuch) und den Degen und läd ihn so ein, als erster in dieser corrida zu kämpfen. Diese Zeremonie nennt man alternativa. Der dritte matador fungiert dabei als Zeuge (testigo). Kämpft er zum Erstenmal nach der alternativa in Madrid wird die kleine Zeremonie wiederholt als confirmación. Oft trägt der neue matador zu diesen Anlässen eine weisse Tracht.
    Banderilleros, waren oft matadores, die in ihrer Karriere wenig Erfolg hatten und ein festen Gehalt als Angestellte dem unsicheren Künstlergeschäft vorziehen. Auch sie werden pro Kampf gezahlt, können jedoch auch noch in anderen cuadrillas arbeiten. Die grossen Stars unter den matadores haben 80-120 corridas pro Saison.
    Die picadores sind oft Landarbeitersöhne von Stierzuchten, die das Reiten gewohnt sind, oder ihre Väter und Grossväter waren schon picadores. Es gibt richtige Picador-Familien, in denen alle männlichen Mitglieder dieser Arbeit nachgehen.
     
    Was verdient ein matador?
    Oft werde ich gefragt, was ein matador verdient. Um die Wahrheit zu sagen - ich weiss es nicht. Finanzielles ist ein grosses Geheimnis, weder matadores noch apoderados (die Manager) oder empresarios (Vetreter der plaza) äussern sich diesbezüglich. Sämtliche Geldgeschäfte werden auch heute noch bar erledigt.
    Der matador wird für eine corrida pauschal bezahlt, davon muss er alle Kosten begleichen: seine Mannschaft, (drei banderilleros, zwei picadores, ein mozo de espadas, ein weiterer Helfer, ein Fahrer, der Manager). Dazu kommt die Ausrüstung: capas, muletas, Degen und nicht zuletzt die trajes de luces (ein vielbeschäftiger matador hat ca. 5-8). Plus Anreise und Hotelkosten. Da der matador pro corrida bezahlt wird gibt es Verdienstausfall für die gesamte Mannschaft im Falle einer Verletzung des Chefs.
    Die Topstars, man könnte sagen die Top-ten, die über längere Zeit an der Spitze stehen, können absolut zum Millionär werden, meist leisten sie sich eine grosse Finca, oft mit eigener Stier- oder Pferdezucht. Bei geschicktem Umgang mit dem Vermögen dürften sie ausgesorgt haben, auch wenn man bedenkt dass die Karriere relativ früh - meist zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Altersjahr, bereits zu Ende ist.
    Die grosse Mittelmasse kann es soweit bringen, dass sie mit ihrer Familie in gutem Mittelstand leben können, nach Beendigung der Karriere gehen sie oft einer Arbeit in der Stierkampfwelt nach, sei es als Manager, Vertreter einer plaza oder ähnliches. Läuft die Karriere nicht so gut werden matadores oft banderilleros und arbeiten als Angestellte eines Kollegen. Da sie die Arbeit als matador kennen sind sie begehrt und können gerade jungen matadores mit Rat und Tat beistehen.
    Man erlebt aber oft, dass matadores einige Jahre nach Beenden ihrer Karriere wieder zurückkehren, oft aus finanziellen Gründen.
     
    Die Cuadrilla
    Als cuadrilla bezeichnet man die Mannschaft des matadors. Sie besteht aus drei banderilleros, zwei picadores sowie einem mozo de espadas.
    Die banderilleros sind die eigentlichen Helfer des matadors, sie empfangen den Stier damit der matador den Stier beobachten und einschätzen kann, setzen die banderillas (daher der Name) und stehen bereit im Falle ihrem Chef etwas passiert.
    Die picadores sind Reiter, die den Stier im zweiten Drittel mit einem Lanzenstich beruhigen.
    Der mozo de espadas (Degenjunge) ist für die Ausrüstung zuständig, er bringt die traje de luces sowie die Tücher des matadors in Ordnung, hilft beim Ankleiden der engen Tracht und reicht währen der corrida dem matador die Utensilien. Oft wird dieser Job von einem Verwandten des matadors erledigt.
    Dazu kommt noch der Fahrer des Mannschaftswagens, meist ein Kleinbus.
     
    Warum sind toreros so seltsam angezogen?
    Der Stierkampf wurde urspünglich - vor 300 - 400 Jahren - von den Herrschaften und Königen zu Pferd gepflegt. Zu Fuss waren nur Helfer und Pagen. Als dann mehr und mehr der Stierkampf zu Fuss aufkam - sein Begründer in der heutigen Form soll Pedro Romero aus Ronda sein - wurden die Kleider der Pagen zugrunde gelegt. Auch der seltsame Hut (montera) ist den Dreispitzen der Reiter abgeguckt, wobei man vermutet, dass bei den Kleidern ursprünglich auch noch eine gewisse "veräppelung" der Herrenreiter dabei war. Die Tracht nennt man traje de luces (Lichtertracht)
    Der matador, der den Stier tötet (=matar), trägt eine goldbestickte Tracht, er kann jedoch auch silber, schwarze oder weisse Stickerei wählen. Seinen Helfern - den banderilleros - ist Gold verwehrt. Lediglich die picadores - tragen Goldstickerei, ein Relikt aus früherer Zeit, als die Reiter die Hauptpersonen waren. Der Hut des picadors - castoreño - stammt aus einer alten Volkstracht.
    Das "Zunftzeichen" der toreros war früher ein Zopf, die coleta. Wenn ein junger Bursche offiziell torero wurde durfte er sich das Haar wachsen lassen und sich einen Zopf flechten. Dieser wurde dann oft unter ein Haarnetz gesteckt. Heute tragen sie nur noch einen Knopf mit daran angebrachtem Zöpfchen, der vor dem Kampf angesteckt wird. Beendet ein torero seine Karriere wird ihm bei seinem letzten Kampf das Zöpfchen abgeschnitten. So spricht man beim Beenden der Karriere von "cortar la coleta" - den Zopf schneiden, ein Ausdruck den man in Spanien auch ausserhalb der Stierkampfwelt hört anstelle unseres "an den Nagel hängen".
     
    Frauen
    Vor ca. 25 Jahren kämpfte die Stierkämpferin "Angela" um Gleichberechtigung und erreichte, dass das in Spanien gültige Stierkampf-Verbot für Frauen aufgehoben wurde. Sie wurde jedoch nie "matadora", dies schaffte als erste Spanierin die auch bei uns durch TV bekannte Cristina Sánchez. In den Stierkampfschulen sieht man nun zwar öfters Mädchen, kaum eine gelangt jedoch weiter als zum Stand des novilleros. In Südamerika war es Frauen erlaubt und auch als rejoneador durften sie kämpfen. In den 60er/70er Jahren gab es viele rejoneadoras, im Moment gibt es aber auch in dieser Sparte keine Frau von Bedeutung.
    Bis das Gesetz gekippt wurde, dass Frauen als torero kämpfen dürfen, war es Frauen sogar verboten den callejón - die Gasse um das Rund, in dem sich die nicht aktiven toreros und Helfer aufhalten - zu betreten. Heute wäre dies schon deswegen nicht mehr möglich, da während der corrida auch Veterinärinnen, Ärztinnen, Polizistinnen usw. ihren Dienst im callejón versehen. Wohlgemerkt, wir sprechen von einem Land, in dem die Stadt Bilbao schon eine Bürgermeisterin hatte, als die Schweizerinnen noch kein Stimmrecht besassen und in dem in Militär und Guardia Civil schon lange vor Deutschland Gleichberechtigung herrschte. Inzwischen gibt es auch Damen die in der Präsidentenloge den Vorsitz haben.
    Die Ehefrauen und Mütter der toreros blieben noch bis vor wenige Jahren traditionsgemäss zu Hause und beteten. Erst in den letzten Jahren sieht man die "modernen" Mütter an der corrida ihrer Söhne, die Ehefrauen allerdings bleiben nach wie vor meist zu Hause, halten aber per Handy Kontakt.
     
    Natürlich werden toreros oft verletzt!
    In grösseren plazas gibt voll funktionsfähige Operationsräume, in kleinen plazas steht eine mobile Unfallstation bereit. Früher gab es viele Tote, dank der Erfindung des Penicillins kommen heute jedoch seltener toreros um. So wurde dem Erfinder Dr. Fleming ein Denkmal errichtet, das heute vor "Las Ventas", der plaza von Madrid steht. Oft sind die Verletzungen jedoch gar nicht vom Horn, sondern rühren vom Sturz aus grösserer Höhe, wenn der torero in die Luft geschleudert wird. Auch durch einen Stoss der Aussenrundung des Horn kann es zu schweren inneren Verletzungen kommen.
    Früher waren toreros nicht versichert, keine Versicherung nahm das Risiko auf sich. So wurde eine Art Fond gegründet, der in Madrid ein Stierkampfkrankenhaus unterhielt. Das Haus wurde ausserhalb der Saison geschlossen, die Ärzte waren Spezialisten auf Hornverletzungen und die toreros wurden auf schnellstem Weg jeweils nach Madrid gefahren. Es gab Tage im August, da war das kleine Haus übervoll, einmal wurde es jedoch auch für einen einzigen Patienten einen Winter lang offen gehalten. In den 70er Jahren wurde es aus Kostengründen geschlossen, heute werden die toreros in den örtlichen Krankenhäusern behandelt, im Bedarfsfall wird ein Spezialist für Hornverletzungen zugezogen. Inzwischen gibt es sogar einen "Stierkampfchirurgen-Kongress", bei dem sich die Spezialisten aus den Stierkampfländern treffen und austauschen.
    Trotzdem gibt es auch heute noch Tote, so erwischte der Star-banderillero Manolo Montoliú vor einigen Jahren in Sevilla ein Horn mitten ins Herz, ebenso in den 80er Jahren "El Yiyo", ein junger vielversprechender matador. Bei beiden hatte es den unmittelbaren Tod innerhalb von Minuten zu Folge. Für "El Yiyo" steht ein Denkmal vor "Las Ventas" in Madrid, für Montoliú vor der plaza von Valencia. 1984 starb Starmatador Francisco Rivera "Paquirri", er wurde in Pozoblanco, einem kleinen Ort bei Córdoba, verletzt und starb auf dem Weg nach Córdoba ins Krankenhaus, vermutlich an einer Embolie. Sein Denkmal steht übrigens vor der grossen plaza von El Puerto de Sta. María. Ein anderer der ganz Grossen, Julio Robles, starb 2001. Ein Stier hatte ihn zehn Jahre vorher in Frankreich auf die Hörner genommen. Er hatte keine Hornverletzung, jedoch erlitt er eine Querschnittlähmung beim Aufprall auf dem Boden. Er starb zehn Jahre später an einer Sekundärkrankheit. Nach seinem Tod wurde in seiner Heimatstadt Salamanca Trauer befohlen, er wurde mit allen Ehren im Rathaus aufgebahrt, auch er hat ein Denkmal, es steht vor der plaza von Salamanca. Ebenso hatte der Franzose "Nimeño" Lähmungen nach einem Unfall, konnte zwar wieder laufen, jedoch nicht mehr kämpfen - er nahm sich darauf das Leben. Sein Denkmal steht vor der plaza von Nimes.
    Dem matador Juan José Padilla durchstach ein Horn vollständig den Hals, vier Wochen später stand er wieder in der Arena. Länger brauchte er, als ihm ein Stier bei einem Stoss mit dem Körper den Magen verschob. Dem matador Juan Mora wurde im Oberschenkel Arterie und Vene aufgerissen, eine Verletzung die normalerweise innerhalb Minuten zum Tod führt. Er hatte das Glück in der Nähe einen guten Gefässchirugen zu haben, sieben Monate später stand er wieder in der Arena. Alles in allem gibt es pro Saison sehr viele Verletzungen, die meisten sind Hornverletzungen im Oberschenkel.
     
    Verehrung und Stars
    Matadores - vor allem natürlich die Stars - geniessen hohes Ansehen und man schmückt sich gerne mit ihnen. Kaum eine Ausgabe der spanischen yellow press (in Spanien prensa rosa genannt), in der nicht über den einen oder anderen matador zu lesen ist und auch im Fernsehen wird in den einschlägigen Magazinen gerne über sie berichtet. Besondere Beachtung geniessen natürlich matadores, die mit bekannten Sängerinnen oder Flamencotänzerinnen verheiratet sind, eine Verbindung die es öfters gibt. Enrique Ponce - einer wenn nicht DER Star im Moment - war zu Gast an der Hochzeit von Kronprinz Felipe (das einzige Gesicht das meine Tochter im TV erkannte, dafür die einzige Persönlichkeit, die der Kommentator des deutschen Fernsehens NICHT kannte...) und jedes Jahr wird bei der Preisverleihung der Bellas Artes (schönen Künste), vorgenommen von S.M. König Juan Carlos I, auch ein matador berücksichtigt. Die Hochzeiten von den Stars El Cordobés (mit einer Stierzüchter- und Industriellentochter), Fran Rivera (mit der Tochter der Herzogin von Alba) und Enrique Ponce (mit der Tochter eines ehemaligen matadors und heutigen empresarios) wurden live im Fernsehen übertragen.
    Matadores, die durch den Stier umkamen, bekommen natürlich ihr Denkmal, in Spanien ist es aber absolut möglich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt zu bekommen, meist in ihrer Heimatstadt. So steht z.B. vor der plaza de toros La Maestranza von Sevilla ein Denkmal für Curro Romero, der nicht weniger wie vierzig (!) Jahre jedes Jahr zu Palmsonntag in dieser plaza auftrat. Und vor der plaza von Sanlúcar de Barrameda steht schon seit vielen Jahren eine Büste von Lokalmatador José Martínez "Limeño". Gerne benennt man auch Strassen nach matadores.
     
    Religiosität und Aberglaube
    In einem streng katholischen Land wie Spanien spielt Glaube und Religiosität natürlich auch bei der corrida de toros, wo es ja um Leben und Tod geht, eine grosse Rolle. Früher besuchten matadores oft am Morgen vor der corrida die Messe, etwas das heute in der modernen Zeit nicht mehr so streng gehandhabt wird. Allerdings beten auch heute noch die meisten matadores vor der corrida beim Ankleiden in ihrem Hotelzimmer, wo meist ein kleiner Altar aufgebaut wird, mit Familienfotos, Heiligenbilder und ähnlichem. Meist wird auch eine Kerze angezündet, die während der Dauer der corrida brennen sollte.
    Bei einer so traditionellen Sache wie der corrida de toros findet man auch einige abergläubische Dinge, denen sich kaum jemand entziehen kann. Geschichten und Legenden "beweisen", dass halt doch hinter manchen Aberglaube auch ein Fünkchen Wahrheit steckt, so als der matador Jaime Ostos seine dreizehnte Verletzung an einem dreizehnten von einem Stier mit der Zuchtnummer 13 hatte, zumal er auch ein Hotelzimmer mit - ja was wohl - der 13 hatte.
    Verpönt sind trajes de luce mit der Farbe gelb, diese Farbe symbolisiert den Tod. Unglück soll es auch bringen, einen Hut auf ein Bett zu legen, so dass man dies tunlichst unterlassen sollte seinen Cordobeser- oder Sonnenhut abzulegen, besucht man den torero vor der corrida. Manche reagieren allergisch auf Leichenwagen, die den Weg zur plaza kreuzen. Dazu kommen natürlich noch jede Menge persönliche Glücksbringer und Unglücksboten, so wusste sich ein matador nur sicher wenn sein Manager während der corrida seine Uhr am Handgelenk trug.
    Auch wärend der corrida kann ein aufmerksamer Zuschauer diesbezüglich einiges beobachten. Schon beim Betreten des ruedo zum paseíllo klopfen einige an die Holzbarrikade, das traditionelle "Holzanlangen". Manche zeichnen vor dem paseíllo mit dem Fuss ein Kreuz in den Sand oder bekreuzigen sich. Manche matadores bekreuzigen sich bevor "ihr" Stier den toril verlässt, einige tragen ein Abbild ihrer Madonna als Krawattennadel und sprechen nochmals ein kurzes Gebet. Viele matadores wollen gar nicht hinsehen wenn der Stier den toril verlässt und verstecken sich hinter der Schutzwand oder ihrer capa.
    Widmet ein matador den Stier dem Publikum wirft er die montera über die Schulter in den Sand. Landet sie mit der Öffnung nach unten soll es Glück bringen, Öffnung nach oben bringt Unglück - sie erinnert dann an einen offenen Sarg!
     
    Arenen - placa de toros
    Die Stierkampfarena heisst auf spanisch plaza de toros (Stierplatz), manchmal hört man auch coso taurino. Das Wort arena heisst Sand und wird wirklich nur in Zusammenhang mit diesem gebraucht (nur in Frankreich wird der Ausdruck "arène" für Stierkampfarena benutzt). Das eigentliche Sandrund nennt man ruedo. Geht ein Spanier zum Stierkampf sagt er vamos a los toros - wir gehen zu den Stieren.
    Fast jede grössere Stadt in Spanien hat eine Stierkampfarena. Manche sind schon über hundert Jahre alt. Es werden heute noch öfters Arenen gebaut, meist als sogenannte multiuso, die man auch für andere Veranstaltungen wie Konzerte, Boxkämpfe und sogar Theater benutzen kann. Neue Arenen - vor allem im Norden Spaniens - werden heute überdacht oder mit ausfahrbarem Dach gebaut, so kann man die plazas auch im Winter und wetterunabhängig nutzen.
    Die Arenen sind in Kategorien eingeteilt, wenige Arenen - z.B. Sevilla, Madrid, Barcelona - sind Kategorie 1, alle anderen grösseren Arenen Kategorie 2 und kleine Dorfplazas Kategorie 3. Manchmal veranstalten auch Orte ohne plaza de toros eine corrida, sie mieten dann eine transportable plaza (plaza portátil), die extra aufgestellt wird.
    In einer plaza Kat.1 kämpfen - zumindest an Festtagen - hauptsächlich die grossen Stars, die Plätze sind teuer, die Stiere gross und es ist für die matadores schwer, Trophäen zu bekommen, man könnte sagen, die "Messlatte" ist sehr hoch. In Kategorie 2 sind die Plätze etwas preiswerter, es werden öfters Trophäen verteilt, die matadores verdienen nicht ganz soviel. Bei Kategorie 3 sind die Stiere etwas jünger, sprich kleiner, die plazas sind relativ klein. Oft kämpfen junge toreros oder "Lokalmatadore", es ist aber absolut möglich, in so einer plaza auch einen der Stars zu sehen, sei es weil er mit dem Organisator befreundet ist, weil er aus diesem Ort stammt oder weil er einfach diese kleine corrida zum Training nutzt.
    Ausser in Spanien gibt es Stierkämpfe in Frankreich, Ecuador, Peru, Kolumbien, Venezuela und Mexico. In Mexico-City findet man die grösse plaza de toros der Welt, mit rund 41'000 Sitzplätzen. Auch in Portugal gibt es Stierkämpfe, es ist jedoch verboten den Stier in der plaza zu töten, er wird erst später unter Ausschluss der Öffentlichkeit getötet. Da er jedoch wärend dem Kampf verletzt wird lässt bis dann der Adrenalistoss nach und er empfindet Schmerzen. Daher lehnen es die meisten spanischen toreros ab in Portugal zu kämpfen.
    In der Regel hat eine grössere Arena corrales für die Stiere, Ställe für die Pferde und eine kleine Metzgerei, in der die Stiere gleich zerlegt werden. In kleineren plazas werden die toten Stiere ins nächste Schlachthaus gefahren. Für die toreros gibt es eine Kapelle, um vor Beginn noch ein Gebet zu sprechen.
    El presidente
    In den allerhäufigsten Fällen ist el presidente de la corrida de toros die meist gehasste Person in einer Stierkampfarena, aber dazu später mehr. Da alles was mit der corrida de toros zusammenhängt dem spanischen Innenministerium untersteht, bzw. von dort kontrolliert (genehmigt) wird, muss auch immer eine amtliche Autoritätsperson "vor Ort" sein, der presidente de la corrida de toros. Nach dem reglamento taurino soll dieses Amt entweder der Bürgermeister oder der Polizeipräsident übernehmen. Meistens wird diese Aufgabe in der Hierarchie immer weiter nach unten delegiert, so dass fast immer ein kleiner (überforderter) Verwaltungsangestellter in der Präsidentenloge sitzt. Zu seinem Glück erfordert das Reglement zwei Beisitzer. Einer, der sich in den Regeln auskennt, meist ein ehemaliger torero, sowie einen Tierarzt. Des Präsidenten unmittelbarer "Untergebener" ist eine Art Zeremonienmeister, der alguacil. Er ist das ausführende Organ für die Anordnungen des Präsidenten im ruedo, dem runden Sandplatz. Er ist gleichzeitig der Vermittler der Anliegen oder Bitten der toreros zum Präsidenten. Da der Präsident durch die Entfernung zum Geschehen keine akkustischen Anordnungen geben kann, signalisiert er diese durch verschiedenfarbige Tücher (in der Form von etwas grössere Taschentüchern):
    Weiss = als Signal zum Beginn der corrida, Einlass des Stieres, Wechsel der einzelnen Drittel des Kampfes, Erinnerung an den matador, dass die Kampfzeit abläuft und zur Signalisierung wieviel Trophäen der Matador erhält.
    Grün = der Stier wird ausgewechselt (meistens aus Kampfunfähigkeit auf Grund einer Verletzung im Stall oder wenn er in den ersten Minuten jeglichen Angriff unterlässt).
    Rot = es wird angeordnet, dass der Stier banderillas negras gesetzt bekommen soll (banderillas negras haben etwas grössere Widerhaken und sollen den Stier etwas reizen, wenn er überhaupt nicht angreift - gibt es nur in 1.Kl.-plazas und sind sehr selten).
    Blau = der Stier war so gut in seinem Kampfverhalten, dass er nach seinem Tod von den Maultieren nicht sofort ins Schlachthaus gezogen wird, sondern eine vom Publikum applaudierte Ehrenrunde bekommt.
    Orange = der Stier hatte eine so grosse Angriffslust, die über die gesamte Dauer des Kampfes anhielt, dass er begnadigt wird und lebend den ruedo verlässt. Er ist der Stolz jeden Züchters und wird anschliessend Vater von vielen kleinen Stieren sein.
    Alle diese verschiedenfarbigen optischen Signale des Präsidenten werden von zwei "Signalhörnern" (clarines) hörbar begleitet.
    Wie bei einem Fussballschiedsrichter wird der Präsident nie zur Zufriedenheit des Publikums handeln. Meistens wird der Präsident zur Zielscheibe des Unmuts bei der Auffassung wie kampffähig ein Stier ist. Das Publikum sieht eine Invalidität des Stiers, der Präsident nicht. Desgleichen wird der Präsident sehr oft bei der Vergabe der Trophäen ausgepfiffen. Für das Publikum sind die genehmigten Trophäen meistens zu wenig. Dass der presidente de la corrida am nächsten Tag mit guten Kritiken in der Zeitung steht, ist beinahe unmöglich. Übrigens, mehr und mehr übernehmen wirklich kompetente Frauen dieses Amt - und bekommen sehr gute Kritiken.
     
    Seltsame Trophäen
    Je nachdem wie der Kampf war bekommt der matador seinen Applaus - oder eben nicht! War die faena schlecht, der matador konnte mit dem Stier nichts anfangen oder hat sehr schlecht getötet ertönen nun Pfiffe (pitos) oder - noch schlimmer - er wird ausgebuht (bronca). Konnte er mit dem Tier einfach nichts anfangen weil der Stier zuwenig angriff geht man mit Schweigen (silencio) über die Sache weg. War die Sache etwas besser hört er aplausos, man könnte sage "müden Applaus", machte er seine Sache aber recht gut, es reicht aber immer noch nicht für eine Trophäe hört er ovaciónes. Man kann in der Zeitung auch schon mal in der Kritik lesen división de opiniones - die Sonnenseite hat eine andere Meinung wie die Schattenseite. Mit einer Ovation darf er meist auch eine Ehrenrunde (vuelta) machen, wobei das Publikum sehr sensibel reagiert, oft bekommt ein matador seine ovación, will er aber auf die vuelta wird ihm mit Pfiffen klargemacht, soweit wollen wir nicht gehen!
    War das Publikum mit der Arbeit zufrieden zücken sie weisse Taschentücher und winken als Zeichen für den Präsidenten, dass der matador ein Ohr (oreja) des Stieres bekommen soll, als weitere Steigerung gibt es zwei Ohren und die máximos trofeos sind zwei Ohren und der Schwanz (rabo). Früher gab es noch als Steigerung einen Fuss, dies wurde aber Mitte des letzten Jahrhunderts verboten. Bei zwei Ohren und mehr hat der matador das Recht nach Beendigung der corrida auf den Schultern aus der plaza getragen zu werden (salida a hombros).
    Wie kommt es nun so solch archaisch anmutenden Trophäen? In früheren Zeiten wurde der matador anteilig mit Fleisch des Stieres entlohnt, die Menge der Ohren zeigte an wieviel ihm zusteht.
    In 3.-Klassplazas bekommt man schnell Trophäen, oft hat man das Gefühl nur schon aus Dankbarkeit dass der matador sich ins Örtchen begibt, während ein Ohr in Sevilla oder Madrid schon harte Arbeit bedeutet. Der letzte rabo in Las Ventas Madrid bekam Sebastián Palomo Linares 1972!
    Natürlich ist die Arbeit nicht messbar und so ist die Ohrenvergabe sehr subjektiv und gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Und endlich begreift man den Sinn des Ausdrucks Lokalmatador...
     
    Wann spiet eigentlich die Musik?
    Die traditionelle Musik bei der corrida de toros ist der pasodoble. Es gibt wohl tausende, bekannte und weniger bekannte. Fast jeder einigermassen gute matador hat einen pasodoble, der ihm zu Ehren geschrieben wurde. In der plaza de toros werden sie von einer banda de música unterschiedlichster Güte gespielt.
    Zum ersten mal hört man die Musikkapelle beim paseíllo, dem Einzug. Einige der grösseren plazas beginnen ihre corridas traditionell mit dem gleichen pasodoble, so z.B. ertönt in Valencia "Pan y Toros" oder in El Puerto de Sta. María "Toros en El Puerto". Im französischen Nimes huldigt man dem Landsmann Georges Bizet, die toreros schreiten zur Musik von Carmen durch den Sand.
    Hat die corrida begonnen ertönt die Musik beim Part der banderillas, wenn der matador selbst setzt. Und schliesslich wärend der faena, der Hauptarbeit mit der muleta, wenn diese Arbeit sehr gut ist. Und natürlich begleitet die Musik auch den matador auf seiner Ehrenrunde, der vuelta al ruedo.
    Eine Ausnahme gibt es jedoch - in Madrid spielt die Musik nie wärend einer faena!
     
    Encierros von San Fermín und andere Stierspiele
    Als es noch keine Lastwagen gab wurden die Stiere über die Strassen zu den Arenen getrieben. Daraus entstanden die encierros. Durch Hemingway wurde Pamplona berühmt, es gibt aber auch andere Orte, die encierros veranstalten. Dabei werden die Stiere, die am Nachmittag in die plaza kommen von einem Corral durch die Stadt getrieben, wobei die mozos (Burschen) vor den Stieren her rennen. Begleitet werden die Stiere von Leitochsen (cabestros). Das Tempo der Tiere kann man nicht mithalten so dass es nur kurz möglich ist vor ihnen herzulaufen. Heute machen dabei auch viele Ausländer mit, man sollte den toro bravo und seine Reaktionen aber schon kennen. So kann es tödlich sein wenn man fällt und sofort wieder aufsteht, man muss liegen bleiben bis die Stiere vorbei sind - ein paar Huftritte sind in der Regel nicht so schlimm wie ein Hornstoss.
    Man stellt immer wieder fest, dass die toros, die morgens am encierro waren, nachmittags an der corrida munterer sind und weniger einbrechen. Das Laufen scheint ihnen nach der Fahrt auf dem Lastwagen zu bekommen.
    Vor allem in Andalusien gibt es einige Volksbelustigungen auf den Strassen mit toros bravos. Vor einigen Jahren wurden sie aus Tierschutzgründen verboten, ausser sie konnten auf lange Tradition zurückblicken. DIESE - ZUM TEIL GRAUSAMEN - "SPIELE" HABEN NICHTS MIT DER TRADITIONELLEN CORRIDA DE TOROS ZU TUN! Auch viele toreros lehnen sie ab.
    In den letzten Jahren sehr in Mode gekommen sind die recortadores. Man könnte sie als Artisten bezeichnen, sie machen sich die Reaktionen der Stiere zu nutzen, springen über sie, machen Saltos etc. Sie tragen die traje de luces der toreros, der Stier wird dabei nicht getötet.
    Langsam in Vergessenheit gerät der comico taurino, manchmal auch nach Charly Chaplin (in Spanien Charlot) charlotada genannt. Clowngruppen unterschiedlichster Güte, die zum Teil verblüffende Dinge machten und sich - wie heute die recortadores - die Reaktionen der Stiere zu nutzen machten. Allerdings wurde beim comico taurino der Stier meist auch getötet. Da die Clowns das Verhalten der Stiere durch und durch kennen mussten genossen sie unter den ernsthaften toreros meist grosses Ansehen. Viele Figuren die wir heute als "klassisch" ansehen kommen eigentlich aus dem comico und mancher matador machte seine ersten Erfahrungen in so einer Gruppe. So z.B. José Ortega Cano, der heute noch sagt er habe in der Gruppe sehr viel über Stiere gelernt.
    Aus Portugal kommen die Fourcados. Bei den Fourcados stellt sich eine Reihe Männer in portugiesischer Tracht in eine Reihe auf, zitiert den Stier, fängt ihn ab und stellt sich ihm entgegen. Mich erinnert das ganze immer an eine Footballmannschaft mit Stier als Gegner. Der tiefer Sinn des Ganzes ist mir bisher leider verborgen geblieben.
     
    Vor der corrida de toros
    Die cuadrillas fahren oft noch in der Nacht nach der corrida zur nächsten Stadt, manchmal quer durch Spanien. Bei den Stars kommt es öfters vor, dass sie am einen Tag in Andalusien kämpfen, am nächsten in Frankreich und am dritten geht es zurück irgendwo nach Spanien. Der matador steigt mit seinem mozo de espadas im grossen Hotel ab, wärend die cuadrilla in ein preiswerteres Hotel geht.
    Am Nachmittag vor der corrida zieht sich der matador zur Siesta in sein Zimmer zurück, der mozo - der ja für die Ausrüstung zuständig ist - legt die traje de luces bereit. Er hilft seinem Chef dann in die enge Kleidung. Die meisten matadores bauen einen kleinen Altar im Zimmer auf, mit Heiligen- und Familienbilder und sprechen vor Verlassen des Zimmers ein Gebet, manche zünden eine Kerze an, die brennt bis er wieder zurück kommt. Die banderilleros fahren mit dem grossen Wagen vor und holen den matador ab, wärend die picadores schon mit einem Taxi zur plaza vorgefahren sind, um die Pferde einzureiten.
     
    El pasíllo - der Einzug
    Nichts ist in Spanien so pünktlich wie eine corrida de toros.
    Die Eröffnung bildet der paseíllo, der Einzug. Als erstes erscheinen zwei Reiter, die alguaciles. Sie sind in Uniformen aus der Zeit Philipp II. gekleidet und sind die ausführenden Helfer des Präsidenten. Als erstes reiten sie zum Präsidenten und erbitten die Genehmigung den Kampf zu beginnen. Anschliessend reiten sie zurück und holen die toreros ab. Zuvorderst gehen die drei matadores, links der Dienstälteste, in der Mitte der Dienstjüngste. Ist ein matador zum ersten Mal in dieser plaza trägt er seinen Hut in der Hand. Hinter den matadores folgen - auch nach Dienstalter - die banderilleros, die picadores zu Pferd, die areneros (sie rechen den Sand und sorgen für Ordnung im Sand) sowie das Maultiergespann, dass den Stier zum Schluss rauszieht.
    Der Zug bewegt sich zum Präsidenten um ihn zu grüssen und löst sich dann auf. Die alguaciles erbitten vom Präsidenten den Schlüssel für den toril, den Stall, den sie dem Türsteher vom toril überbringen - der Kampf kann beginnen.
     
    Der Beginn - das erste Drittel
    Der toril ist offen und der Stier stürmt in den ruedo - oder auch nicht! Manchmal spaziert er gemütlich heraus und schaut sich erst mal um, es gab auch schon Stiere die rückwärts herauskamen. Auf dem Rücken flattert die divisa, zwei oder drei kleine Bändchen, die die Zuchtfahrben signalisieren. Wenn der Stier durch den Gang in die Arena läuft, wird das Bändchen mittels einer Lanze (garrocha) von oben auf den Rücken gesteckt, wo es dank einem kleinen Widerhaken stecken bleibt.
    Die banderilleros sind hinter den Schutzwänden, den burladeros, postiert und zeigen dem Stier kurz ihre capas. Das Ziel ist, dass der matador den Stier beobachten kann, wie läuft er, greift er an und mit welchen Horn stösst er. Wie Menschen Rechts- und Linkshänder sind, so zieht auch der Stier oft ein Horn dem anderen vor. Nun betritt der matador den Sand mit der capa und macht einige pases, Figuren.
    Eine andere Möglichkeit des Beginns ist, dass der matador sich direkt zum toril begibt und den Stier mit einer larga cambiada a porta gayola abfängt. Dazu kniet er sich nieder und wenn der Stier anstürmt schwingt er die capa an seinem Kopf vorbei, so dass der Stier an seinem Kopf "vorbei fliegt". Diese Figur ist besonders gefährlich, da matador und Stier sich erst kurz vor dem Zusammentreffen zum Ersten mal sehen.
     
    Der Picador - das zweite Drittel
    Ein Trompetensignal kündigt den nächsten Teil an, es erscheinen die picadores. Auf den ersten Blick bieten die picadores einen seltsamen Anblick. Sie tragen wie die matadores und banderilleros bestickte kurze Jacken, die sich allerdings in der Stickerei etwas unterscheidet, sie ist - am Gegensatz zu den anderen toreros - ganz bestickt, zudem dürfen sie als Einzige ausser den matadores Goldstickerei tragen. Dies stammt noch aus der Zeit aus früheren Jahrhunderten, als die Reiter die wichtigsten Teilnehmer an der corrida waren. Sie tragen Hosen aus dünnem Leder, die beim Reiten knapp unter die Knie reichen. Fuss und Bein sind mit einem "Eisenstiefel" ähnlich einer Ritterrüstung, vor den Hornstössen geschützt. Auf dem Kopf tragen sie den castoreño, einen Hut einer alten Tracht.
    Seit 1929 sind die Pferde der picadores geschützt mit dem peto, einer Art Matratze. Ein Teil des peto geht auch unter dem Bauch des Pferdes durch, da das Pferd vom Stier öfters umgeworfen wird. Vor der Einführung des peto wurden pro corrida mehrere Pferde tödlich verletzt. Heute kommt es nur noch sehr selten vor, dass ein Pferd ernsthaft verletzt wird (in den 40 Jahren die ich corridas besuche habe ich es ein einziges Mal erlebt). Wenn es jedoch umgeworfen wird kommt es oft nur mit Hilfe wieder hoch, dies liegt jedoch an der Behinderung durch den peto.
    Jede cuadrilla hat zwei picadores, die sich abwechseln. Der "aktive" picador stellt sich auf der Gegenseite des toril auf und der matador führt ihm den Stier zu. Ziel ist es, dass der Stier den picador angreift, der ihm seine Lanze (pica, puya oder vara - es gibt verschiedene Ausdrücke) in den Nacken stösst. Ohne diesen Stich wäre es dem matador später unmöglich, den Stier zu töten, da der Stier zu unruhig wäre und den Kopf nicht ruhig genug halten würde um mit dem Degen über die Hörner zu greifen. In heutiger Zeit sitzt die Spitze auf einem Kugellager, so dass der picador die puya nicht mehr drehen kann um dem Stier grössere Verletzungen zuzufügen als nötig.
    Der Stier muss den picador zweimal angreifen, jedoch kann der matador - wenn er das Gefühl hat, für den Stier reicht ein Angriff - den Präsidenten um den Wechsel bitten. Hierzu nimmt er die montera (seinen Hut) ab und gibt dem Präsidenten ein Zeichen. Das Teil mit den picadores wird vom Publikum nicht so gerne gesehen und oft werden sie ausgepfiffen.
     
    Die Banderillas
    Wieder kündigt ein Trompetensignal den nächsten Teil an, die banderillas. Dies sind Holzstäbe, umwickelt mit buntem Papier, mit Widerhaken, die der Stier in seinen Rücken gesetzt bekommt. Die Widerhaken haben eine Grösse von 3cm und der Sinn ist, ungleiches Zustechen mit einem Horn etwas auszugleichen. Der Widerhaken sitzt direkt unter der Haut und nicht wie oft fälschlich behauptet tief im Fleisch. Dies sieht man auch daran dass sie nicht aufrecht stehen bleiben, sondern hängen. Aufmerksame Beobachter werden jetzt sagen "klar, ca, 10cm über dem Haken knickt die banderilla auch ab!" Der Grund ist, dass es diesen Knick bis vor einigen Jahren noch nicht gab. So passierte es hin und wieder, dass es - wenn der Stier bei der Muletarbeit am matador vorbeirannte, schlimme Verletzungen beim matador durch die banderilla geben konnt, sie wirkte wie eine Peitsche. Ich selbst erlebte mal als ein matador fast erstickte durch einen Schlag der banderillas. Seit man die banderillas mit Knick erfand wurde diese Gefahr beseitigt.
    Der banderillero stellt sich in die Mitte des Platzes, ein paar Meter hinter ihm der matador, der den nächsten Stier bekämpft, als Sicherung. Der banderillero macht nun den Stier auf sich aufmerksam und rennt in dem Moment in einem Bogen los, wenn auch der Stier seinen Angriff beginnt. Beim Zusammentreffen springt der banderillero hoch und platziert die banderillas auf dem Rücken des Stiers. In der Regel werden drei Paar gesetzt, jedoch kann auch hier der matador um Verkürzung bitten wenn mindestens drei paar banderillas stecken.
    Hin und wieder sieht man auch einen matador selbst die banderillas setzen. Die banderillas des matador sind etwas kürzer, es dürfen keine anderen toreros als Helfer im ruedo sein und während er den Vorgang etwas ausschmückt spielt die Musik.
    Als Besonderheit kann man banderillas negras (schwarze banderillas) setzen. Sie haben eine Widerhakengrösse von 8cm, sind somit länger wie die normalen banderillas. Und diese acht Zentimeter spürt der Stier. Der Grund für diese Massnahme ist eine Angriffsverweigerung des Stiers. Es wird sehr, sehr selten und nur in plazas der ersten Kategorie - also Madrid, Sevilla etc. - angewandt
     
    Die Faena - das letzte Drittel
    Es ertönt das nun schon bekannte Trompetensignal. Bevor der matador mit seiner Hauptarbeit beginnt, kann er seinen Stier jemandem widmen, wobei er seinen ersten Stier dem Präsidenten widmen muss, ausser natürlich der König ist anwesend. Seinen zweiten Stier kann er - muss jedoch nicht - irgendjemandem widmen, einem Freund oder Bekannten, jemandem dem er sich verpflichtet fühlt oder einer Persönlichkeit (Filmstar, Fussballspieler etc.) Er sagt ein paar nette persönliche Worte und wirft demjenigen dann seinen Hut zu. Es war früher üblich, dass der so Geehrte sich beim matador mit einem Geschenk bedankte und manche goldene Uhr kam so in den Besitz eines matador.
    Er kann den Stier auch dem Publlikum widmen, dies darf er auch schon beim ersten Stier. In diesem Fall geht er in die Mitte des ruedo, und wirft dann den Hut über die Schulter in den Sand. Der Aberglaube sagt, liegt der Hut mit der Öffnung nach unten bringt dies Glück, liegt er mit der Öffnung nach oben bringt dies Unglück, es sieht aus wie ein geöffneter Sarg. So hört man in diesem Fall oft ein belustigtes Raunen im Publikum, da beide Seiten - matador und Publikum - dies heute nicht mehr so ganz ernst nehmen.
    Manchmal kann man beobachten wie jemand aus der cuadrilla Papierschnippsel in den Sand wirft. Dies dient dazu Wind und Windrichtung zu beobachten. Da der Stier ja auf die Bewegung des Tuches geht - und nicht auf die Farbe, er ist so gut wie farbenblind - ist Wind äusserst lästig und gefährlich und es ist fast unmöglich eine gute faena zu arbeiten wenn das Tuch vom Wind verblasen wird. Etwas Abhilfe schafft das an sich schon schwere Tuch durch benetzen mit Wasser noch schwerer zu machen. Ein Handycap, das vor allem plazas an der Küste haben.
    Nun beginnt die eigentliche Arbeit des matador mit dem roten Tuch, der muleta. Die muleta ist ein fast rundes Tuch, das über einem Holzstock hängt. Das Tuch ist rot, auf der Innenseite aber gelb - also in den spanischen Farben. Der Stier folgt den Bewegungen des Tuches. Der matador kann die muleta in die rechte oder linke Hand nehmen. Ausserdem hat er eine Degenattrappe, die bleibt immer in der Rechten, also der Stichhand. Hätte der matador jetzt schon den richtigen, schweren Degen würde ihm später die Kraft fehlen für den Todesstoss.
    Der Stier ist nun etwas ruhiger geworden, ein guter Stier greift aber immer noch an. Der matador hat nun zehn Minuten Zeit den Stier zu einem Punkt zu bringen wo er dem Tuch absolut folgt. Bei einer guten faena spielt die Musik. Der matador reiht Figur an Figur und beendet seine faena, nachdem er sich den echten Degen geholt hat, mit der estocada - dem Todesstoss. Dazu "stellt" er den Stier, das heißt der Stier muss gerade stehen und sollte die Vorderbeine zusammen haben, damit die Schulterblätter offen sind. Steht der Stier breitbeinig sind die Schulterblätter geschlossen und es ist unmöglich mit dem Degen einzudringen. Der matador lenkt den Stier mit der linken Hand rechts an seinem Körper vorbei und sticht mit rechts - also über Kreuz. Die Stelle, die den sofortigen Tod zur Folge hat ist Briefmarkengross. Entgegen der landläufigen Meinung muss er nicht das Herz treffen sondern die Hauptschlagader durchtrennen, was - richtig ausgeführt - zum sofortigen Tod führt. Oft trifft der matador aber auf einen Knochen und er muss mehrmals stechen. Einen Fehlstich verzeiht das Publikum meist und gibt das durch Applaus bekannt, wobei er in einer 1.Kl.plaza bereits seine Trophäen verloren hätte. Allerdings bei mehr wie einem Fehlstich schlägt die Sympathie des Publikums schnell um.
    Fällt der Stier nicht gleich, kann aber keinen richtigen Angriff mehr machen, kommt der verduguillo (auch: descabello) zum Einsatz für einen Gnadenstoss ins Genick. Dies ist ein Degen mit einer kleinen Querstrebe an der Spitze. Um ganz sicher zu gehen dass der Stier tot ist setzt ein banderillero noch einen Gnadenstoss mit der puntilla, einem kleinen Metzgermesser.
    Vom Beginn des Kampfes bis zum Tod hat es höchstens zwanzig Minuten gedauert. Aus zwei Gründen darf ein Kampf nicht länger dauern - erstens verspürt der Stier über diese Zeit durch den erhöhten Adrenalinausstoss keine Schmerzen und zweitens würde der Stier nun lernen, dass sein eigentliches Ziel nicht das Tuch sondern der Mensch ist. Hin und wieder lernt ein Stier schon etwas früher, was für die toreros gefährlich werden kann. Ist der Stier nach zwanzig Minuten nicht tot wird der matador mit einem aviso - einer Warnung - darauf aufmerksam gemacht, dies hört man durch ein Trompetensignal. Nach weiteren zwei Minuten folgt das zweite aviso und eine Minute später das dritte und letzte. Nun muss der matador den ruedo verlassen, der Stier wird raus geholt und vom Metzger getötet oder direkt mit einem Gnadenstoss erlöst. Dies ist wohl die schlimmste Schmach für einen matador.
    Ist das Publikum zufrieden mit dem Kampf schwenkt es weisse Taschentücher, damit verlangt es beim Präsidenten ein Ohr (oreja) des Stieres für den matador, als Steigerung beide Ohren oder - wenn er ganz gut war - noch den Schwanz (rabo). Bis etwa mitte des letzten Jahrhunderts gab es als weitere Steigerung noch einen Fuss, dies wurde aber verboten. In früheren, schlechten Zeiten bekam der matador als Prämie einen Teil des Fleisches vom Stier zugesprochen, je nach dem wie erfolgreich er kämpfte. Das Symbol dafür waren die Ohren, um anzuzeigen wieviel ihm zusteht.
    Hat er mindestens zwei Ohren im Kampf bekommen (normalerweise bekämpft jeder matador pro Kampf zwei Stiere) hat er das Recht auf den Schultern aus der Arena getragen zu werden, wobei in grossen plazas wie Madrid oder Sevilla noch unterschieden wird ob er zur "torero-Tür" - durch die die toreros die Arena betreten - oder durch das Hauptportal darf.
    In den wöchentlich erscheinenden Fachzeitschriften werden immer Statistiken veröffentlicht wieviele Ohren ein matador in dieser Saison verbuchen konnte. Da die Vergabe aber sehr subjektiv ist und es nur auf den jeweiligen Präsidenten der corrida ankommt ist es fast wie beim Eislaufen oder Tanzen - die Meinungen, ob die Ohren gerechtfertigt waren oder nicht gehen oft sehr auseinander. Zudem gibt es in 2. oder 3.-Klasse-Arenen eher ein Ohr wie in 1.-Klasse-Arenen, so sind diese Statistiken nur bedingt aussagekräftig.
    War der Kampf nicht so erfolgreich, wird es bei einer vuelta (Ehrenrunde) mit aplauso belassen, oder gar silencio, man geht schweigend darüber hinweg. Seinen Unmut gibt das Publikum mit pitos (Pfiffen) oder gar bronca (Schmährufe) bekannt.
     
    Rejoneo
    Ein rejoneo ist die ursprüngliche Form des Stierkampfes, der Stierkampf zu Pferd. Der Ablauf ist der Selbe, nur anstelle matador kämpft der rejoneador, der Reiter. Anstelle capa oder muleta wird das Pferd eingesetzt und die banderillas werden vom Pferd aus gesteckt. Anstelle picador benutzt der rejoneador den rejón, eine Eisenspitze, die an einem Holzstab mit Sollbruchstelle befestigt ist. Steckt die Spitze bricht der Stab ab. Zum Schluss wird der Stier mit dem rejón de muerte - einem rejón mit grösserer Spitze - getötet.
    Die Pferde sind im Gegensatz zu den Pferden der picadores ungeschützt, sollten jedoch nicht vom Stier getroffen werden. Ein rejoneador benutzt pro Stier drei bis vier Pferde, der Grund ist die Aufregung des Pferdes einerseits und die Dressur andererseits. Viele aficionados lehnen den rejoneo ab, vor allem weil der Stier - der ja von der Weide an Reiter gewöhnt ist - den rejoneador nicht als Feind ansieht. Als Pferde- und Dressurfreund sollte man sich jedoch unbedingt ein rejoneo ansehen. Es gibt corridas nur mit rejoneadores oder ein rejoneador kämpft bei einer "normalen" corrida einen oder zwei Stiere.
     
    Tipps zum Besuch eine corrida de toros
    In der plaza de toros von El Puerto de Sta. María gibt es eine berühmte Kachelnformation, mit der Inschrift "QUIEN NO HA VISTO TOROS EN EL PUERTO, NO SABE LO QUE ES UN DIA DE TOROS." (Wer keine Stiere (im Sinn von corrida) in El Puerto gesehen hat weiss nicht was ein Tag der Stiere ist.)
    Sie enthält eine grosse Wahrheit - ein Tag der Stiere. Um ein corrida zu sehen und zu erleben braucht es gewisse Vorbereitungen, die natürlich unterschiedlich sind - je nachdem ob man seine erste corrida sieht, bereits aficionado ist oder selbst als torero involviert ist. Letztere werden diese Seite kaum lesen, aficionados wissen wovon ich rede, aber für den Leser der zum Erstenmal eine corrida sehen möchte sollen ein paar Ratschläge helfen, dass die Sache positiv erlebt wird und nicht mit einer Enttäuschung endet.
    Auf jedenfall sollte man sich erst etwas einlesen und versuchen mit der Sache vertraut zu machen. Wer gänzlich unverbereitet zu den Stieren geht wird in den meisten Fällen enttäuscht werden.
     
    Wie erfahre ich wo corridas stattfinden?
    In der Tagespresse und vor allem durch Plakate, die an den möglichsten und unmöglichsten Orten angebracht werden. Hier liest man auch, um was für eine Art corrida es sich handelt:
    corrida de toros = ein Stierkampf mit matadores und ausgewachsenen Stieren
    novillada = ein Stierkampf mit Jungmatadoren und etwas kleineren Stieren
    novillada sin picadores = ein Stierkampf mit Anfängern, die Stiere sind zu klein/jung für picadores.
    rejoneo = ein Stierkampf zu Pferd
    festival = ein Stierkampf mit jungen, kleinen Stieren, meist eine Benefizveranstaltung. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern die andalusische Tracht. Es kann sich sehr wohl um bekannte matadores handeln, oft auch ältere, die sonst nicht mehr aktiv sind.
    Eine Vorschau gibt es auch jeweils in den führenden Wochenzeitschriften über die corrida de toros, Aplausos oder 6Toros6.
     
    Tickets / billetes
    Karten kauft man an den bezeichneten Vorverkaufsstellen, (oft ist es eine Bar - in einem Dorf kann es auch schon mal der Pfarrer sein) oder direkt an der plaza. In grossen Städten wie z.B Sevilla besorgen einem in der Regel auch die Hotels Karten. Direkt vor der corrida kann man noch Karten an der plaza kaufen - es sei denn es heisst no hay billetes - es ist ausverkauft, was vor allem an ferias vorkommen kann.
    Bei grossen Ferias (z.B. Fallas Valencia, Feria de Abril in Sevilla oder bei San Isidro in Madrid) ist es fast aussichtslos am gleichen Tag ein billete zu bekommen. Da bleibt einem nur der Schwarzmarkt, wobei bei corridas mit grosser Nachfrage, also mit den Stars die Schwarzmarkpreise ins astronomische steigen.
    Bei den Sitzplätzen unterscheidet man zwischen den teureren Schattenplätze (sombra), die meist auch etwas näher am Geschehen sind, und die preiswerteren Sonnenplätze (sol), in einigen grossen Arenen gibt es auch sol y sombra. Normalerweise wird man tendido (Rang) kaufen, barrera ist die sehr teure erste Reihe. Es gibt auch Plätze ganz oben, die je nach plaza unter den unterschiedlichsten Namen verkauft werden. Da eine plaza de toros keine Säulen hat ist die Sicht überall uneingeschränkt, ausser vielleicht oben unter den Arkaden. Ausnahme - die berühmte, sehr alte plaza von Ronda, hier gibt es Säulen bis zur ersten Reihe, die Sicht ist ziemlich eingeschränkt. Die Plätze sind eingeteilt nach Rang-Nummer (also z.B tendido 1, tendido 2 etc.) und Platznummern. Es gibt plazas wo auf der einen Seite die ungeraden Nummern und auf der anderen Seite die geraden sind, ähnlich dem Hausnummersystem. Man muss sich also keine Gedanken machen wenn man z.B. die Plätze 43, 45 und 47 hat, es sind fortlaufende Nummern. In kleinen plazas der 3. Kategorie kann es auch vorkommen dass die Plätze nicht nummeriert sind, hier empfiehlt sich sehr frühzeitiges Erscheinen.
    Es ist - besonders Sonntags und bei ferias in der Stadt - üblich, sich sonntäglich zu kleiden, wobei die jüngeren Leute hier auch schon eher leger gekleidet sind. Über Touristen allerdings mit nacktem Oberkörper und Bikinioberteil lächelt man nachsichtig, empfindet es aber allgemein den toreros gegenüber und dem Stier - um dessen Tod es immerhin geht - als unhöflich. In der sombra ist man so absolut "underdresst". Damen empfehle ich Hosen, oft ist sehr wenig Platz und man muss breitbeinig sitzen.
    Mit grossen Rucksäcken kann es auf den Rängen sehr eng werden!
     
    Kann ich mein Kind mitnehmen?
    Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Spanische Kinder wachsen natürlich mit den Bildern auf, wärend es für "unsere" Kinder eine fremde Welt ist. Man hat psychologische Untersuchungen bei Kindern gemacht, die regelmässig an corridas gehen und keinerlei Verhaltensstörungen oder ähnliches feststellen können. Trotzdem kam es zu Katalonien zu einem Verbot, Kinder unter 14 Jahren dürfen in dieser Region nicht an corridas.
    Kleine Kinder langweilen sich bei einer zwei- bis dreistündigen corrida oft, zumal das Geschehen für sie auch recht weit weg ist, finden dann aber auch oft Unterhaltung bei der Beobachtung des nächsten Publikums. Natürlich ist es schwer, wenn Fragen von Kindern kommen, auf die man selbst keine Antwort hat, aber wenn man den Kindern erklärt, dass man es selbst nicht weiss, geben sie sich damit zufrieden - man könnte ja das Angebot machen, dass man versucht sich später zusammen noch darüber zu informieren. Ich habe aber noch nie gehört, dass ein Kind nach einem Besuch einer corrida begann einem Tier Schmerz zu zufügen. Kinder können sehr wohl unterscheiden zwischen dem Geschehen in der der plaza und ihrem eigenen Umfeld.
    Meine Kinder sind es von klein auf gewohnt an corridas zu gehen und ich konnte nie einen negativen Einfluss auf ihr Verhalten gegenüber Tieren feststellen. Als sie grösser wurden und ihnen die Sache bewusster wurde haben sie sehr wohl viele Dinge hinterfragt. Heute im Teenageralter ist mein Sohn ein grosser aficionado, wärend meine Tochter höchstens ein bis zwei ausgesuchte corridas im Jahr besucht, jedoch hat auch sie ein grosses Wissen.
     
    Es geht los!
    Der Tag der corrida de toros ist da! Man sollte möglichst frühzeitig zur plaza kommen, vor allem wenn man mit dem Wagen da ist. Vielleicht muss man sich ja auch noch ein Ticket kaufen. Ausserdem beginnt in Spanien nichts so pünktlich wie eine corrida de toros. Man sollte noch etwas Zeit haben, um die plaza bummeln, sehen und gesehen werden ist nun bei der einheimischen Bevölkerung angesagt. Ganz wichtig - noch eine copita (ein Gläschen) in der nächsten Bar ist ein Muss. Wahrscheinlich ist sie bereits übervoll, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, zur Bar durchschlängeln! Gestärkt sucht man dann seine Plätze auf - mein Rat: frühzeitig, denn den richtigen Eingang und die richtigen Plätze zu finden ist - je nach plaza - manchmal selbst für geübte corrida-Besucher eine Herausforderung! Meist sind einem aber Platzanweiser behilflich (ein kleines Trinkgeld ist willkommen!).
    In vielen plazas gibt es Sitzkissen zu leihen, der Erlös kommt meist dem Roten Kreuz zu Gute. Sollte man unbedingt tun, zwei bis drei Stunden auf einer Steinbank kann im wahrsten Sinne des Wortes hart werden.
    Und jetzt kann es endlich los gehen - der Sitznachbar rammt Dir seinen Ellbogen in die Rippen, die Lady hinter Dir piekst Dir ihre spitzen Knie in den Rücken, Du sitzt breitbeinig da, denn der Wohlbeleibte vor Dir sitzt zwischen Deinen Beinen, aber er vernebelt Dir sowieso die Sicht mit seinem puro (Zigarre) und die Dame zu Deiner Rechten treibt Dich zum Wahnsinn, wobei Du Dir aber nicht sicher bist - ist es das konstante Fächergewedel oder die Goldarmreifen, die dabei nervtötend klimpern - mit anderen Worten: die Atmosphäre ist einmalig!
     
    Wörter und Ausdrücke
    alguaciles - Vertreter des Präsidenten im ruedo
    alternativa - Zeremonie, bei der ein novillero in den Stand des matador erhoben wird.
    banderillas - mit buntem Papier umwickelte Stäbe mit einem kleinen Widerhaken, der unter die Haut des Stieres gesteckt wird, um einseitiges Stossen des Stieres auszugleichen
    banderillero - Helfer des matador, er setzt auch die banderillas, ausser der matador macht dies selbst
    barrera - Plätze in der ersten Reihe
    brindis - Widmung
    burladero - Schutzwand für die toreros
    callejón - Gang um das Sandrund, das man durch die burladeros betritt. Im callejón halten sich alle Aktiven auf. Ganz alte plazas haben keinen callejón.
    capa, auch capote - pinkfarbenes Tuch in Form eines Umhangs (capa), es wird von den banderilleros benutzt, sowie von den matadores in den ersten beiden Drittel des Kampfes
    cartel - das Plakat
    un buen cartel - wörtlich ein gutes Plakat = es treten gute matadores auf, ein gutes Programm
    coleta - das Zöpfchen (Zunftabzeichen) der toreros
    cortar la coleta - den Zopf abschneiden, im Sinne von er hört auf, hängt seinen Job an den Nagel.
    cornada - Verletzung durch das Horn
    corrida de toros - der Stierkampf
    cuadrilla - die Mannschaft des matador, bestehend aus zwei picadores, drei banderilleros und einem mozo de espada
    descabello - ähnlich einer espada, für den Gnadenstoss
    diestro - Ausdruck für einen guten matador
    divisa - Farben und Brandzeichen der Zucht
    enfermería - Unfallstation
    espada, auch estoque - der Degen (auch für den matador wird der Ausdruck espada gebraucht)
    faena - die Hauptarbeit, die der matador im letzten Teil des Kampfes mit der muleta ausführt
    festival - corrida zu Ehren von jemanden oder auch als Benefizcorrida. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern andalusische Tracht
    ganadería - Zucht
    lleno hasta la bandera - wörtlich: voll bis zur Fahne. In grossen plazas sind die obersten Ränge überdacht und meistens wehen da Fahnen. Ist die plaza ausverkauft sitzen oft noch ein paar Mutige beim Fahnenmast, daher dieser Ausdruck für eine ausverkaufte corrida
    matador - von matar - töten. Er ist der Chef, der den Stier mit der faena "bearbeitet" und tötet
    mayoral - Verwalter der Zucht. Er begleitet die Stiere von der Zucht zur plaza und ist für die korrekte Übergabe verantwortlich.
    mozo de espadas - wörtlich Degenjunge, er hilft dem matador beim Ankleiden und reicht ihm während des Kampfes die benötigten Utensilien. Er ist auch zuständig dafür, dass bis zum nächsten Kampf alles wieder sauber und in Ordnung ist.
    muleta - das rote Tuch, das der matador bei der faena benutzt. Es ist aussen rot und innen gelb, nach der spanischen Flagge. Da der Stier farbenblind ist, ist die Farbe egal, früher waren die muletas weiss.
    novillada - corrida mit Jungmatadoren (novilleros) und jungen Stieren (novillos)
    novillero - Jungmatador
    novillo - Jungstier, ca. 4 Jahre alt, wird von novilleros bekämpft
    oreja - Ohr - wird nach einem guten Kampf als Trophäe dem matador verliehen (ein oder zwei Ohren)
    paseíllo - der Einzug zu Beginn der corrida
    peto - Matratzenartiger Schutz des Pferdes des picador
    pica oder puya - Lanze des picador
    picador - Reiter, der den Stier mit einer Lanze (pica oder puya) empfängt. Sein Pferd wird mit einem peto - einer Art Matratze - geschützt
    plaza portátil - kleine Stierkampfarena, die man wir ein Zirkuszelt aufbauen kann - wird oft in kleineren Orten ohne eigene Arena benutzt
    plaza de toros - Die Arena (arena heisst auf spanisch Sand, dieses Wort wird nicht für den Bau benutzt)
    rabo - Schwanz - wird als Trophäe nach zwei Ohren dem matador verliehen
    rejoneador - Stierkämpfer zu Pferd (nicht zu verwechseln mit dem picador!). Der rejoneador macht die gleiche Arbeit wie der matador, jedoch vom Pferd. Gekleidet ist er in der andalusischen Tracht, als Portugiese in alter höfischer Tracht mit Dreispitz.
    ruedo - das Sandrund
    sol - Sonnenplätze
    sombra - Schattenplätze
    sol y sombra - in manchen Arenen gibt es sol y sombra Plätze, da sitzt man die erste Hälfte in der Sonne und die zweite Hälfte der Zeit im Schatten.
    taquilla - Kartenverkaufsschalter
    tendido - Sitzplätze auf Rängen
    torero - Stierkämpfer, schliesst alle ein, die mit Stierkampf zu tun haben (Vorsicht: auf deutsch oft falsch als "Torrero" mit zwei r geschrieben, ein Torrero ist aber ein Turmwächter!)
    toril - Stall mit Einzelboxen für die Stiere
    toro - ausgewachsener Stier, wird nur von matadores bekämpft
    traje de luces - "Lichttracht", die Tracht der toreros
    ¡vamos a los toros! - wörtlich lasst uns zu den Stieren gehen! - wir gehen zur corrida
    voltereta - Überschlag, Unfall eines torero ohne Verletzung
    vuelta al ruedo - Ehrenrunde des matadors oder auch des Stieres

    Joaquin
    Hier gibt es eine Liste von Honorarkonsulaten der Bundesrepublik Deutschland in Spanien.
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Almeria
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Centro Comercial Neptuno, Avenida Carlos III., N° 401, 04720 Aguadulce (Almería), Spanien.
    Telefon: +34 950 34 05 55
    Fax: +34 950 34 18 13
    E-Mail: aguadulce@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Alicante
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Plaza Calvo Sotelo, 1-2, 5°, 03001 Alicante, Spanien.
    Telefon: +34 965 21 70 60
    Fax: +34 965 21 52 34
    E-Mail: alicante@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Bilbao
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, "Oficinas Boogen", c/o San Vicente, 8, Edificio Albia, planta 13, 48001 Bilbao, Spanien.
    Telefon: +34 94 423 85 85
    Fax: +34 94 424 39 76
    E-Mail: bilbao@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Ibiza
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Apartado 437, 07800 Ibiza, Spanien.
    Telefon: +34 971 31 57 63
    Fax: +34 971 31 57 63
    E-Mail: ibiza@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Jerez
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Avenida de Méjico n° 10, Portal 1, 2°D, 11405 Jerez de la Frontera (Cádiz), Spanien.
    Telefon: +34 956 18 74 63
    Fax: +34 956 18 21 44
    E-Mail: jerez-de-la-frontera@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Menorca
    Mahón/Menorca Carrer D'es Negres 32, 07703 Mahón/Menorca (Baleares).
    Telefon: +34 971 36 16 68
    Fax: +34 971 36 90 12
    E-Mail: mahon@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Lanzarote
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Avda.de la Llegada/El Varadero N° 30, 35580 Playa Blanca, Lanzarote, Spanien.
    Telefon: +34 928 51 92 31
    Fax: +34 928 51 92 32
    E-Mail: Lanzarote-fuerteventura@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland San Sebastian
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Zikuñaga Bailara 57 G, E-20120 Hernani, Spanien.
    Telefon: +34 943 33 55 08
    Fax: +34 943 33 55 11
    E-Mail: san-sebastian@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Santa Crus de La Palma
    Cónsul Honorario de la Répública Federal de Alemania, Avenida Marítima, n°66, 38700 Santa Cruz de La Palma, Spanien.
    Telefon: +34 922 42 06 89
    Fax: +34 922 41 32 78
    E-Mail: santa-cruz-de-la-palma@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Santa Cruz de Tenerife
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Apartado de Correos 10504, 38080 Santa Cruz de Tenerife, Spanien.
    Telefon: +34 922 24 88 20
    Fax: +34 922 15 15 55
    E-Mail: santa-cruz-de-tenerife@hk-diplo.de
    Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland Valencia
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Av. Marqués de Sotelo, 3 - 6°, 13 C, 46002 Valencia, Spanien.
    Telefon: +34 963 10 62 53
    Fax: +34 963 94 23 88
    E-Mail: valencia@hk-diplo.de
    Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland Vigo
    Cónsul Honorario de la República Federal de Alemania, Avda. Gran Vía, 170 - 1° E, 36211 Vigo (Pontevedra), Spanien.
    Telefon: +34 986 12 31 49
    Fax: +34 986 12 31 49
    E-Mail: vigo@hk-diplo.de
    Honorarkonsulin der Bundesrepublik Deutschland Zaragoza
    Cónsul Honoraria de la República Federal de Alemania, C/5 de Marzo 7, 1°Izq, 50004 Zaragoza, Spanien.
    Telefon: +34 976 30 26 66
    Fax: +34 976 21 47 83
    E-Mail: zaragoza@hk-diplo.de
    Deutsche Konsulate
    → Hauptartikel: Deutsche Konsulate
     

    Joaquin

    N.I.E.

    Von Joaquin, in Leben + Arbeiten,

    Die NIE, N.I.E. oder Número de Identificación de Extranjeros (Identifikationsnummer für Ausländer) ist eine für ansässige oder dort geschäfts- oder berufstätige Ausländer, spanische Steuernummer. Benötigt wird diese in der Regel bei größeren Anschaffungen wie dem Kauf eines Hauses, einer Wohnung oder eines Fahrzeuges wie ein Auto. Manchnmal wird die NIE aber auch beim Abschluss von Verträgen wie Telefonvertrag, Mietvertrag oder Arbeitsvertrag benötigt. Die N.I.E. wird von der Dirección General de la Policía oder der Guardia Civil an Ausländer vergeben und hängt oft von der Größe der jeweiligen Stadt ab.
    Die NIE beantragen
    Die N.I.E. vergibt die Dirección General de la Policía oder die Guardia Civil an Ausländer. Bedingung hierfür ist, dass der Antragsteller die Notwendigkeit für die N.I.E. erbringen kann. Dies ist jedoch nur für Nicht-EU-Ausländer nötig. EU-Bürger müssen einen solchen Nachweis nicht erbringen, sie können ohne einen solchen, eine N.I.E beantragen. Einzig das persönliche Erscheinen des Antragstellers oder eines Vertreters bei den zuvor genannten Behörden ist notwendig. Alternativ kann die NIE auch bei einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung Spaniens beantragt werden. Benötigt werden dazu zwei Passbilder, der Personalausweis oder Reisepass, dazu jeweils eine beglaubigte Fotokopie eines der Ausweise, das Ausfüllen des Formulars EX-14 auf Spanisch und die Einzahlung einer Gebühr bei einer Bank. Die NIE wird in der Regel zwischen einer und acht Wochen ausgehändigt und hängt oft mit der Größe der jeweiligen Stadt ab. Je größer der Ort, desto länger kann es dauern bis die NIE ausgehändigt wird. Zum Abholen der NIE sollte man am besten gleich den Zahlungsbeleg mitbringen, um die NIE sofort und ohne Probleme abzuholen.
    Weitere Informationen
    Das NIE-Formular (nicht die NIE selbst, denn diese bleibt zeitlebens gültig und ist einmalig) nur mehr eine Gültigkeit von drei Monaten. Als EU Mitglied braucht man keine Arbeitsgenehmigung, sondern nur die NIE  Einzelnachweise
    Welche Papiere sind wo zu beantragen um in Spanien eine Wohnung zu mieten, zu leben ? NIE-Nummer NIE Antrag Spanien-Wissen: N.I.E. Arbeitsgenehmigung in Spanien

    Joaquin

    Spanische Gitarre

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Als Spanische Gitarre (spanisch guitarra española) versteht man in der Regel eine Klassische Gitarre (spanisch guitarra clásica), auch Konzertgitarre genannt. Diese ist nicht zu verwechseln mit der Flamenco Gitarre, welche selbst eine Unterkategorie der klassischen Gitarre darstellt.
    Es handelt sich dabei um ein Saiteninstrument, bei dem die Tonerzeugung ebenso wie die Tonverstärkung rein mechanisch erfolgt. Es wird dabei keinerlei Elektronik verbaut und daher ist auch kein elektrischer Strom zum Betreiben dieses Instrumentes nötig.
    Als Saiten werden hier so genannte Nylonsaiten verwendet, wobei in der Regel die D-, A- und E-Saite, noch mit Kupfer- oder Silberdraht umsponnen sind. Je nach gewähltem Saitensatz kann auch die g-Saite mit einem der erwähnten Metalle umsponnen sein.
    Bis auf die Mechanik der Wirbel, bei der oft auch Kupfer verwendet wird, wird die Spanische Gitarre aus verschiedenen Hölzern gebaut, aus denen sie dann überwiegend besteht.
    Geschichte
    Die Spanische Gitarre entspringt der spanischen Vihuela aus der Renaissance. Sie ist die Vorform der heutigen Gitarre. Die Entwicklung der Spanischen Gitarre vollzog sich hauptsächlich auf spanischem Boden. Gaspar Sanz prägte diese Entwicklung maßgeblich mit seiner Gitarrenschule (Instrucción de música sobre la guitarra española) mit, wodurch das Instrument mit den Namen Spanische Gitarre belegt und bekannt wurde. Die Herkunft der Gitarre aus Spanien zeigt sich besonders im Namen, denn dieser leitet sich aus dem Spanischen guitarra ab. Selbst geöang der Name guitarra über das arabisch qīṯāra und letztlich über das altgriechische Wort κιθάρα (Kithara) in die spanische Sprache ein.

    Joaquin

    Siesta

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    Die Siesta ist in Spanien der Mittagsschlaf. Als Ruhepause und Mittagspause, ist die Siesta in Spanien zum Teil auch arbeitsrechtlich reglementiert.
    In der Regel dauert eine solche Siesta 20 bis 30 Minuten, sie kann aber auch mehrere Stunden dauern, insbesondere bei Kleinkindern.
    Ihren Ursprung hat die Siesta selbst in der in Spanien herrschenden Hitze zur Mittagszeit. Zu dieser Zeit sind körperlich anstrengende Tätigkeiten eine hohe Belastung und Strapaze für den Körper. Dies insbesondere, wenn man zu dieser Zeit im Freien in der prallen Sonne arbeiten muss, wie dies zum Beispiel früher die Bauern auf den Feldern getan haben, ebenso wie auch heutige Bauarbeiter. Bei solchen Tätigkeiten kann dann schnell der Kreislauf kollabieren, was zum Tode führen kann. Auch zahlreiche Tiere ziehen sich zu dieser Zeit nach Möglichkeit, in den Schatten oder schattigere und kühlere Behausungen zurück.
    Mittlerweile ist der Mittagsschlaf auch wissenschaftlich als gesundheitlich förderlich nachgewiesen. Er soll das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben, minimieren. Dies hat vor allem etwas mit dem Stressabbau durch die Siesta zu tun.
    Das Wort Siesta selbst leitet sich aus dem lateinischem sexta hora ab, welches in der wörtlichen Übersetzung die sechste Stunde heißt. In der antiken Tageseinteilung begann der Tag um 6 Uhr. Demzufolge war die sechste Stunde genau um 12 Uhr heutiger Zeitmessung, also um Mittag.
    Einzelnachweise
    Siesta nun auch in Deutschland? Warum lange Mittagspausen in Spanien wichtig sind.

    Joaquin
    Die Finanzkrise ab 2008 in Spanien, nahm im Frühjahr 2007 mit der US-Immobilienkrise (auch Subprimekrise) ihren Lauf. Sie gilt ebenso als Bankenkrise, Finanzkrise und Wirtschaftskrise, wobei sie sich in Spanien besonders durch die dortige Immobilienblase und somit als Immobilienkrise und Bankenkrise bemerkbar machte.
    In Folge der Finanzkrise in Spanien, wurde die Landes-Bonität durch die amerikanischen Ratingagenturen, nach und nach abgestuft.
    Die spanische Regierung reagierte darauf mit zahlreichen Sparmaßnahmen, um hierdurch der Krise entgegenzuwirken. In Spanien gab es Infolge dieser Sparmaßnahmen, zahlreiche Massenproteste.

    Joaquin

    Don Quixote de la Mancha

    Von Joaquin, in Kunst + Kultur,

    El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha (spanisch für Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha) auch als Don Quijote de la Mancha, Don Quijote von der Mancha oder nur Don Quijote bekannt, ist ein Roman von Miguel de Cervantes. Man beachte, dass Don Quixote ist die alte Schreibweise von Don Quijote ist. Der Namenszusatz "de la Mancha" bezieht sich auf die autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha.
    Der Roman zählt als eines der wichtigsten Bücher der Weltliteratur und vor allem der spanischen und spanischsprachigen Literatur. Besonders die neue, literarisch nahe und zeitgemäße deutsche Übersetzung von Susanne Lange, wurde in den Medien sehr gelobt.
    Der Kampf gegen die Windmühlen
    In seinen zahlreichen Abenteuern ist vor allem der Kampf gegen die Windmühlen eines der bekanntesten Abenteuer. Obwohl es eher eine untergeordnete Episode im Roman ist, hat sich dieser doch zu einem bekanntem Sprichwort entwickelt. Die Aussage Gegen Windmühlen kämpfen, bedeutet hier einen nicht zu gewinnenden Kampf zu führen.
    Die Geschichte des Don Quijote
    Bereits 2005 wurde das 400 jährige Jubiläum der Erstausgabe der Novelle von Don Quijote de la Mancha gefeiert, mit dem Titel El ingenioso hidalgo Don Quixote de la Mancha. Der Roman erzählt die Geschichte des Don Quijote, der als verarmter Junker durch die Lektüre unzähliger Ritterromane seinen Verstand verliert und auszieht, um selbst ein Ritter zu werden. Das Werk ist das bekannteste der spanischsprachigen Literatur. Besucher, die gern auf den Spuren des Don Quijote wandeln möchten, können die Orte, Monumente und Landschaften besuchen, die den Autor Miguel de Cervantes für seinen Roman inspiriert haben. Ein möglicher Ausgangspunkt für die Reise ist dabei Toledo. Weiter geht es über El Toboso nach San Clemente, von Las Lagunas de Ruidera bis nach Villanueva de los Infantes, von Almagro über Calatrava La Nueva bis in das Valle de Alcudia, vorbei an Ciudad Real und Consuegra, von Albacete nach Alcaraz über La Roda und Campos de Montiel.
    Bezugsquelle
    ISBN 3423590106 ISBN 978-3423590105

    Joaquin

    Café con hielo

    Von Joaquin, in Essen + Trinken,

    Ein café con hielo (im Raum Valencia auch café del tiempo genannt) ist ein Kaltgetränk, bei dem ein Espresso bzw. café sólo wie üblich zubereitet und dann in ein Glas mit Eiswürfeln geschüttet wird. Dieser wird dann dort verrührt, wodurch das Kaffee-Kaltgetränk entsteht. Der Espresso wird zuvor nach Bedarf mit Zucker gesüßt wird, wobei man hier im Blick haben muss, dass der Espresso durch das Eis gestreckt und die Süße durch die Kälte abgeschwächt wird.
    Unterschied zum Eiskaffee
    Ein "café con hielo" entspricht in seiner Bedeutung einem spanisches Eiskaffee. Aber anders als bei einem typischem Eiskaffee wie man es in Deutschland kennt, werden hier Eiswürfel verwendet und kein Speiseeis. Dies kann Deutschsprachige verwirren, da es in der spanischen Sprache jeweils eigene Wörter für Speiseeis (spanisch helado) und gefrorenem Wasser (spanisch hielo) gibt und diese nicht wie im Deutschen, gemeinsam mit dem einzelnen Wort "Eis" beschrieben werden.
    Einzelnachweise
    Café con hielo - Der spanische Eiskaffee