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Sonnenschutzmittel für Kinder im Test bei Stiftung Warentest


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Eltern und Dermatologen wissen es, die Haut von Kindern ist besonders empfindlich und muss daher umso mehr vor Sonne geschützt werden. Gerade am Meer und Strand sind sie es, die nicht wie die Erwachsenen unter dem Sonnenschirm bleiben, sondern immer wieder in der offenen Sonne spielen und ständig mit Wasser spielen. Dadurch werden Sonnenschutzmittel auch öfters durch Sand und Wasser abgewaschen und der ständige Kontakt zum Wasser bewirkt, dass die Wassertropfen für den berüchtigten Lupeneffekt auf der Haut sorgen. Eine empfindliche Haut mit einer derart übermäßigen Strapazierung, erfordert umso bessere Sonnenschutzmittel für Kinder.

Daher ist es auch für Kinder besonders wichtig, Sonnenschutzmittel mit einem hohen bis sehr hohem Lichtschutzfaktor zu wählen, was in der Regel dann auch bei diesen Produkten der Fall sein sollte. So empfiehlt sich ein Sonnenschutzfaktor für Kinder von 30 bis 50, bzw. bei Kindern mit extrem hellhäutiger Haut auch mit Faktor 50+. Bei Kindern mit normalem Hauttyp reicht ein Lichtschutzfaktor mit 30 in der Regel aus.

Ob man jedoch lieber eine Lotion oder ein Spray benutzt, ist eigentlich nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, da hier die Unterschiede nicht wirklich groß sind und auch die Sonnencreme, welche durch ein Spray aufgesprüht wurde, in der Regel mit der Hand auf den Körper verteilt und eingerieben werden muss, damit dieser ausreichend und gleichmäßig wirkt.

Da Kinder empfindlicher als Erwachsene auf Inhaltsstoffe wie Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Farbstoffe und Parfum reagieren können heißt es wenn möglich auf unnötige Substanzen zu verzichten. Auf der einen Seite tun dies einige Anbieter, auf der anderen Seite kann es bei Kindern aber auch recht hilfreich sein, wenn ein derartiger Sonnenschutz den passenden Geruch hat, welches dem Kind gefällt und es sich dann auch gerne eincremen lässt.

Nanopartikel bei Sonnencremes versprechen in der Werbung viel, sorgen aber in der Gesellschaft auch für Skepsis. Anorganische Lichtschutzfilter wie Titandioxid und Zinkoxid werden oft als winzige Nanopartikel eingesetzt. Hier befürchtet man, dass diese Nanopartikel durch die Haut in den Körper und damit in den gesammten Organismus eintreten können, mit unvorhersehbaren Folgen. Zwar hat das Bundesamt für Risikobewertung Entwarnung gegeben, da nach derzeitigem Stand der Wissenschaft, die in Sonnenschutzmitteln eingesetzten Nanopartikel die Haut nicht durchdringen könen, aber dies sei wohl bisher nur für gesunde Haut erwiesen. Hier ist jedoch auch die Frage berechtigt, was denn gesunde Haut ist, denn oft setzt man Sonnencremes ja auch dann ein, wenn die Haut durch einen Sonnenbrand geschädigt ist.

Die Stiftung Warentest hat nun eben solche Sonnenschutzmittel für Kinder in Form von Lotionen und Sprays getestet, wobei kar wurde, dass Sonnenschutz für Kinder nicht teuer sein muss. Hier konnten sich auch viele preiswerte Angebote von Discountern und Drogeriemärkten wie Sonnenmilchprodukte von Müller, dm und Aldi als auch die Sprays von Lidl und Norma mit den teuren Markenprodukten La Roche-Posay Anthelios, Daylong Kids oder Ultrasun behaupten. Bei einem Preisunterschied von 2 Euro bei den Preiswerten zu 21 Euro bei den teuren Produkten pro 100 Milliliter, ein doch erheblicher Unterschied.

Was die Auszeichnung des Lichtschutzfaktors anging, haben sich alle getesteten Sprays und Lotionen an den versprochenen Lichtschutzfaktor gehalten, lediglich Annemarie Börlind hat hier den angegebenen Lichtschutzfaktor 30 um mehr als 200 Prozent überschritten und dadurch ein ausreichend in dieser Testkategorie bekommen. Alle anderen schützen wie auf der Verpackung angegeben, entsprechend der Deklaration vor den aggressiven Ultraviolett-B-Strahlen, welche ja bekanntlich für Sonnenbrand und Hautkrebs verantwortlich sind.

Aber nicht vor dem nur die für den Sonnenbrand gefährlichen UVB-Strahlen schützen diese Mittel, sondern auch vor den langwelligen UVA-Strahlen, welche tiefer in die Haut eindringen können und dadurch bei Hautärzten und Medizinern im Verdacht stehen, Hautkrebs zu verursachen, ebenso wie Hautirritationen und für das vorzeitige Altern der Haut. Fast alle Sprays und Lotionen hielten hier das Verhältnis von UVA- und UVB-Faktor im Verhältnis eins zu drei ein. Lediglich die Sonnenlotion von Ultrasun hielt hier keinen ausreichenden hohen UVA-Schutz ein.

Wie oben schon beschreiben ist besonders das Spielen mit Wasser und das Baden im Schwimmbad oder Meer ein Problem, da es das Sonnenschutzmittel aus der Haut weg wäscht. Aber gerade was das Versprechen einiger Produkte mit der Kennzeichnung "wasserfest" angeht, konnten nicht alle dieses Versprechen halten. Dabei gilt ein Sonnenschutzmittel dann als wasserfest, wenn es nach 20 Minuten Baden immer noch die Hälfte des vorherigen Schutzes gewährleistet. Hier versagten die Sonnenlotionen von Nivea mit dem Lichtschutzfaktor 30 und Daylong nicht, ebenso wenig das Spray Ombra Sun von Aldi Nord. Da man auch nicht immer auf die Uhr schaut und nicht jedem Sonnenschutzmittel vertrauen kann, bzw. als verantwortungsvolle Eltern vertrauen sollte, ist es ratsam sein Kind nach jedem Baden erneut einzucremen.

Ebenso wie oben beschrieben, können Inhaltsstoffe wie Konservierungsstoffe bei manchen Kindern zu Problemen führen, weshalb viele der getesteten Produkte auf derlei Stoffe ganz verzichten. Dabei besteht aber ohne diese Stoffe jedoch die Gefahr dass sich Keine in der Lotion oder Spray vermehren. Da man diese Mittel zudem oft am Strand in der Sonnenhitze benutzt, wo sich Keime sehr schnell vermehren können, ist dies durchaus ein kritischer Punkt. Die meisten Kinder-Sonnenschutzmittel erwiesen sich jedoch im Testlabor gegen Keimbefall als widerstandsfähig, lediglich die beiden Sprays von Garnier Ambre Solaire mit dem Lichtschutzfaktor 30 und 50+, verminderten die Keime zu wenig und schnitten in der mikrobiologischen Qualität deshalb nur mit einem ausreichend ab.

Die Stiftung Warentest hat zudem noch ein paar sehr gute Tipps im Zusammenhang mit Sonnenschutzmitteln für Kinder zusammengestellt:

  • Der richtige Faktor. Lichtschutzfaktor 50+ sollten Sie verwenden, wenn Ihr Kind besonders hellhäutig und damit sehr sonnenempfindlich ist. Ansonsten erzielen Sie auch durch Mittel mit Faktor 30 ausreichenden Schutz.
  • Babys. Im ersten Lebensjahr sollte pralles Sonnenlicht für Ihr Kind tabu sein.
  • Kleinkinder. Kinder unter drei Jahren sollten sich möglichst nur kurzzeitig in der prallen Sonne aufhalten: Schützen Sie sie in dieser Zeit immer durch Hemd, Hut, Sonnenbrille und Sonnencreme.
  • Siesta. Verbringen Sie die Zeit von 11 bis 15 Uhr am besten im Schatten. Achtung: Auch bei bedecktem Himmel oder unter dem Sonnenschirm können Sie und Ihre Kinder einen Sonnenbrand bekommen.
  • Viel hilft viel. Geizen Sie nicht mit dem Sonnenschutzmittel, sondern reiben Sie die Haut großzügig alle zwei Stunden erneut ein. Vergessen Sie dabei auch Ohrläppchen, Nacken und Fußrücken nicht.
  • Schutzdauer. Sie können die Schutzdauer pro Tag durch mehrfaches Auftragen nicht ausdehnen. Die Wirkung stabilisiert sich aber.
  • Flecken durch Filter. UVA-Filter können hartnäckige gelbliche Flecken auf Textilien hinterlassen. Das ist bislang technisch nicht vermeidbar. Auf dunkleren Textilien sind die Flecken nicht so leicht sichtbar. Am besten lassen sie sich aus Baumwolle entfernen. Manch einer schwört dabei auf Waschbenzin oder Geschirrspülmittel.
  • Sofortwirkung. Studien haben bewiesen, dass die Mittel sofort nach dem Auftragen schützen. Sie müssen sie also nicht lange vor dem Sonnenbad auftragen und einziehen lassen.
  • Wasserfest. Auch bei wasserfesten Mitteln kann der Schutz beim Baden um bis zu 50 Prozent abnehmen. Cremen sie deshalb nach dem Bad immer wieder neu ein.
  • Kleidung. Auch wenn Sie bekleidet sind, genießen Sie keinen vollen Sonnenschutz: Baumwolle zum Beispiel lässt noch etwa 10 Prozent der Strahlung durch, in nassem Zustand sogar bis zu 20.
  • Reste. Sonnenschutzmittel vom letzten Jahr können Sie ruhig weiter benutzen. Vorausgesetzt, das Produkt riecht einwandfrei und die Substanzen haben sich nicht in dick und dünn getrennt. Dann gehört das Mittel in den Mülleimer.

Hier nun die Testergebnisse für die Sonnenschutzmittel für Kinder:

Hoher Lichtschutz (LSF 30 und 50)

  • dm Sun Dance Kids Sonnen Milch | GUT (1,9)
  • Ihr Platz alando sun Kids Sonnen Spray | GUT (1,9)
  • Müller Cadeavera sun Sonnenmilch für Kinder | GUT (1,9)
  • Lidl Cien Sun Sonnenspray für Kinder | GUT (2,0)
  • Aldi (Süd) Ombia Sun Sonnen Milch Kids | GUT (2,1)
  • Aldi (Nord) Ombra Sun Care Sonnenmilch für Kinder - Rezeptur- und preisgleich mit Aldi (Süd) Ombia Sun Sonnen Milch Kids
  • Bübchen Sonnen Milch | GUT (2,1)
  • Ladival Sonnenschutz Milch für Kinder | GUT (2,1)
  • Norma Barbuda Sun Kids Sonnenspray farbig | GUT (2,1)
  • Yves Rocher Protectyl Végétal Sonnenschutz-Milch Kinder | GUT (2,4)
  • La Roche-Posay Anthelios Dermo-Kids Milch | BEFRIEDIGEND (2,6)
  • Nivea sun Kids Pflegende Sonnenmilch | BEFRIEDIGEND (3,0)
  • Aldi (Nord) Ombra Sun Care Sonnen Spray für Kinder | BEFRIEDIGEND (3,2)
  • Annemarie Börlind Sun For Kids Natural Beauty Sonnen-Milch | BEFRIEDIGEND (3,2)
  • Daylong Kids Liposomale Sonnenschutz-Lotion | BEFRIEDIGEND (3,3)
  • Garnier Ambre Solaire delial Kinder Color Control Farbiges Sonnenspray | AUSREICHEND (3,6)
  • Ultrasun Professional Protection reflex kids formula | AUSREICHEND (4,1)

Sehr hoher Lichtschutz (LSF 50 plus)

    [*] Nivea sun Kids Swim Play Schutz-Lotion | GUT (2,1)

    [*] Eucerin Sun Protection Kids Sun Spray | GUT (2,2)

    [*] Garnier Ambre Solaire delial Kinder Sonnenspray Ultra-Feuchtigkeit | BEFRIEDIGEND (3,1)

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