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Für alle, die sich über Stierkampf informieren wollen, aktuelle Meldungen , deutschsprachig, suchen : www.vamosalostoros.com

Ein Blog, der regelmäßig in deutscher Sprache über aktuelle Nachichten aus der Welt der fiesta brava berichtet. Reportagen, Fotos und Buchtipps.

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Hier geht es um eine Seiten mit Informationen zum Stierkampf. Wer möchte kann "sachlich" dazu Stellung nehmen oder andere Info-Seiten dazu hier nennen.

Für den Rest gibt es bereits eine Thema. Daher wurden einmal zwei Beiträge in das schon vorhandene Thema dazu verschoben:

Der Thematik mit den Hunden, habe ich ein eigenes Thema spendiert:

 

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Zu Hause bei den Victorinos

Auf diesen Augenblick habe ich lange gewartet, einmal Stiere in der freien Natur zu sehen.

Um 9 Uhr geht es los, mit Jesus, auf die Finca Las Tiesas. Die Landschaft ist wunderschön, kleine Burgen zieren die Bergkuppen, Wildblumen, Raubvögel, Natur pur. Das Gelände der mehrere 1000 ha großen Zuchtstätte endet an einem großen See, malerisch. Beim Durchfahren der Zufahrtsstrasse, wird mir bewusst, das die linke Seite ganz anders aussieht als die Rechte. Hier ordendliche Weideflächen mit schattenspendenen Bäumen, links verrottetes Unterholz, zugewachsene Büsche, verdorrtes Wildgras.

Am Zaun prangt das bekannte Schild: "Coto de caza" Jagtgebiet. Jesus klärt mich auf, das die linke Seite zu einer anderen Finca gehört, bei den Victorinos wird nicht gejagt. Alles soll möglichst der Natur überlassen werden.

Und so sind die sensiblen Wildtiere, aus dem Jagtrevier zur friedlichen ganaderia gewechselt. Muss so sein, ich sehe eine schlafende Eule in einem Baum sitzen - so lässts sich leben.

Als erstes besuchen wir das Museum. Das private Museum des maestros Galloso in El Puerto war dem Toreroleben gewidmet, hier ist der Stier der Protagonist. Beim Betrachten der zahlreichen, gepflegten Stierköpfe , fallen mir immense Unterschiede auf. Dann wird mir klar, das ich hier gewissermaßen die Entwicklung der Stierzucht präsentiert bekomme. Der Stier vor 50 und mehr Jahren, sah ganz anders aus, als die heutigen Victorinos. Es scheint, als habe der Victorino an Gesicht gewonnen. Das älteste Exemplar dieser Rasse hatte einen kleinen Kopf und Hörner cornicorto, heißt kleinere nach innen zeigende Hörner. Der moderne Victorino hat eher die Form achucarado, heißt, vom seitlichen Kopf weg nach vorne zeigend und von durchschnittlicher Länge.

Das Museum erzählt Geschichten, alte wertvolle Bücher über die Zucht, zahlreiche Ehrenpreise und Fotos mit bekannten figuras, aber immer im Fokus - der toro bravo aus der Zucht Don Victorinos und seiner Familie. Leider ist die Zeit knapp, ein paar Stunden könnte ich hier schon verweilen.

Ich bekomme den Festsaal zu sehen, die blitzblanke Küche, wo für die Gäste gekocht wird - alles sauber und gepflegt. Endlich gehts ins Herz der ganaderia. Ich stehe in der kleinen Arena, schwinge kurz eine Übungscapa und stelle mir vor, wie der Züchter in dem Raum sitzt und durch das Fenster die zu selektierenden Tiere beurteilt, sich Notizen macht über ihre Veranlagung zur Zucht.

Vor kurzem hat Talavante hier mit vacas geübt, um sich auf Madrid vorzubereiten. Er soll sehr gut gewesen sein... tja, Madrid is different. Nun geht es endlich mit dem Jeep ins Gelände. Rund um die Installationen wie Arena, Scheunen und kleinen Häuschen der Mitarbeiter sind die corales gelegen. Alle sehr großzügig gestaltet und gepflegt. Nett wie ich nunmal bin, biete ich mich an das erste Gatter zu öffnen und bemerke ein weiteres Detail: Der Torverschluss ist sorgfältig geölt, schnelles Öffnen und Schließen ist gewährleistet.

In dem riesigen coral sind nur 3 oder 4 Stiere, es ist der Platz, wo die toros für Las Ventas gehalten wurden und die Stiere die jetzt hier faul im Gras liegen, sind die Ersatzstiere, die am Ende nicht nach Madrid transportiert wurden. Ein besonders schönes Exemplar fällt mir auf, das muss Venenoso sein, der sich vor der Abfahrt verletzt hatte und so die Reise nicht antrat. Er hat ein wunderschönes Gesicht. Beim öffnen des nächsten Gatters, zögere ich einen Moment. Weniger als 10 Meter vom Tor entfernt, steht ein echter toro, der uns interessiert betrachtet. Soll ich es wirklich wagen? Ich bin mir bewusst, das der Stier schneller bei mir ist, als ich wieder im Wagen. Aber ich weiß auch, das, wenn ich mich dezent und ruhig bewege nichts passiert. Ich muss ihn nur im Auge behalten. Einmal tief durchgeatmet, öffne ich möglichst geräuschlos die Wagentür, bewege mich ruhig und öffne das Tor. Der Jeep passiert langsam und beim Schließen des Tores sind es ca. 7 Meter die mich und "meinen ersten toro bravo " trennen. Welch ein Erlebnis!

Weiter geht es auf immer größere freie Flächen, wo einige Stier bei den überdachten, schattenspendenden Futtertrögen stehen. Sie behalten den Jeep im Auge. Als wir uns bis auf 2-3 Meter nähern geht ein novillo in Angriffstellung, man sieht ihm an, das er wütent ist. Seine ganze Haltung signalisiert: "Noch einen Centimeter näher und es knallt!" Selbstbewusst und unverkennbar sauer über unser Eindringen in sein Revier. Man muss wissen, das jeder Stier eine Art unsichtbaren Bannkreis, carencia, um sich herum errichtet, und wehe dem, der diese Linie unwissend überschreitet...

Faszinierend zu beobachten, wie unterschiedlich die Tiere auf unsere Anwesenheit reagieren. Ein Exemplar hält Mittagsschäfchen. Wir halten direkt neben ihm und er blinzelt nur ein wenig. Dann bewegt Jesus, mein Führer, Fahrer und Experte, den Jeep ein bisschen vor.- und rückwärts, schon ist er auf den Beinen - blitzschnell! Ich fürchte mich kein bisschen, denn Jesus weiß was er tut, er ist quasi mit den Stieren aufgewachsen und kennt jedes Tier mit Namen. Es geht durchs nächste Gatter, aufs freie Feld, wo eine Herde vacas mit ihrem Nachwuchs grast, ein Deckstier ist bei der 25 köpfigen Herde. In einiger Entfernung sind Mitarbeiter der ganaderia dabei Irgend etwas auszubessern, der Zuchtbetrieb wird sorgfälltig in Schuß gehalten.

Der semental liegt unter einem Baum, seine Herde steht etwas entfernt, aber er hat Sie im Blick. Als wir uns nähern ist auch er sofort auf den Beinen. Wachsam verfolgt er unsere Bewegungen, jederzeit bereit seine Familie zu verteidigen. Ich kann beobachten, das sich die Gruppe zu einem goßen Kreis formiert hat, wie die Elfantenherden in AfriKa. Eine vollkommen natürliche Reaktion, angesichts einer möglichen Bedrohung.

Das Vatertier hat wohlgeformte Hörner, die Muttertiere haben eine andere Hornform , das piton zeigt gen Himmel, piton corniverde genannt. Durch die korrekte Hornform des Vatertieres, lässt sich dieser Defekt bei den Nachkommen ausgleichen. Ich lerne etwas über die Stierzucht im Allgemeinen. Der Zuchtberieb ist eine Ganaderia cerrada - heißt, das Erbgut wird nicht durch Einführung von fremden Blutlienen gekreuzt. Saltillo pur. Daher hat dieser Stier auch nur eine kleine Herde von 25 Kühen zu beglücken und man muss sehr gewissenhaft mit dem Erbgut umgehen, um es nicht mit der Inzucht zu übertreiben, denn dies kann zu schweren Erbschäden führen. Bei einem Bestand von gut 1500 Rindern bestimmt keine leichte Aufgabe.

Wieder geht es zum Gatter, diesmal, stehe ich einem ganz anderem Typ toro gegenüber. Die Victorinos haben eine grauschwarze Fellfarbe, cardeno oscuro oder claro, je nach Farbtiefe. Hier stehen bunte, braun oder schwarzweiße Tiere, deren Körperbau, Hornform und Gesicht ganz anders beschaffen ist. Die Familie Victorino hat diese Zucht vor Jahren gekauft, um den Fortbestand einer ehemals bekannten Blutlinie zu sichern. Es sind rund 500 Tiere, die erheblich weniger corridas bestreiten, als die Victorinos selbst.(Monteviejo, encaste Vega Villar -Santa Coloma und Urcola - Linien der Vistahermosa) Mein Blick schweift über die enormen Weideflächen, an derem Fuß der See liegt, eine unglaublich schöne Landschaft, mit gesunder, sauberer Luft. Ein paar Meter weiter , direkt vor unserer Nase, stürzt ein roter Milan zu Boden, blitzschnell hat er einen kleinen Nager gegriffen und macht sich mit seiner Beute davon. So etwas aus nächster Nähe zu erleben, ist wunderbar.

Wir machen uns auf den Rückweg zu den Wirtschaftsgebäuden, nun hat der Züchter selbst , Zeit für mich und will mir seine Pferdezucht zeigen, die Lusitanos. In einer großen Scheune sind ein paar Pferdeboxen, hier stehen ein paar junge Lusitanos und Lusiarabes (Lusitano x Araber). Schicke Burschen, mit wachem Temperament. Die Lusitanos werden für die Dressur gezüchtet, die Lusiaraber sind für die Arbeit auf der Finca bestimmt. Sie werden nur ein paar Stunden am Tag aufgestallt, ansonsten leben sie frei und fröhlich, auf den Weiden der Farm. Ein hübscher Brauner Sticht mir ins Auge, er ist noch etwas scheu. Was nicht verwunderlich ist, denn bis auf die jährlichen Impfungen haben sie eigendlich kaum menschlichen Kontakt, das ist auf der iberischen Halbinsel meisst so üblich.

Neben den Boxen ist ein geräumiger Pferch, ein "Minitoro" steht dort, die Mutter hat ihn nicht angenommen, so wird er mit der Flasche großgezogen. Das Kälbchen ist ganz zutraulich, schnuppert an meinen Händen und Gesicht, lässt sich den Rückenkraulen. Kleine Hörnchen wachsen seitlich aus dem Köpfchen. Ich muss unbedingt etwas ausprobieren... Wie der torero mit der Muleta, führe ich langsam meine Hand zum äußeren Horn und bewege sie dan weiter zur Seite und zurück. Es funktioniert, das Köpfchen folgt genau den Bewegungen meiner "Muletahand". Das Ergebnis jahrhundertelanger Selektion ist demonstriert. Wie ein Hütehund oder ein Rennpferd zu einem bestimmten Zweck gezüchtet, zeigt mir dieses Kerlchen, das es schon im zarten Kindesalter das macht, wozu es gezüchtet wurde, der Bewegung auf diese bestimmte Weise, zu folgen. Natürlich wird dieses Kalb nicht die Arena sehen, es hatte Menschenkontakt. Ausgeschlossen, dass es gegen Menschen antritt.

Aber zurück zu den Pferden, den Lusitanos, die eigendlich eine portugisische Rasse sind. Einst haben die Portugesen mit dem spanischen PRE veredelt, mitlerweile sind sie um einiges besser als ein PRE. Warum? Nun, ihr Bewegungsablauf ist nicht durch Bügeln oder hohe Knieaktion geprägt, sie können es mit einem Sportpferd jeder Rasse aufnehmen. Sie sind sitzbequem und menschenbezogen. Dazu kommt ihre hohe Veranlagung zu Piaffe und Passage, Seitengänge zeigen sie spielend. Braucht ein Warmblutpferd normalerweise eine längere Lehrzeit und will auch länger warmgeritten werden, zeigt mir der Lusitano schon nach kurzer Zeit Ergebnisse. Durch sein Exerieur ist er wie geschaffen für hohe Schule, Zirkuslektionen oder Doma vaquera. Auch der Charakter dieser Rasse ist bemerkenswert. Sie lernen schnell und vergessen das Gelernte nicht. Sind die jungen 3-4 jährigen Exemplare noch etwas grün und ungestüm, ist ein älterer Lusitano, ein echter Kamerad und Gentleman. Nervenstark und zuverlässig. Bei den Rejoneos sieht man diese Rasse häufig, beliebt wegen ihrer hohen Beweglichkeit, Eleganz, Rittigkeit und Nervenstärke.

Nachdem ich mir die Stallschönheiten angesehen habe, alle übrigends aus den besten Blutlinien gezogen, geht es in den Arbeitshof, wo man extra für mich ein paar Stuten mit Fohlen, im großzügigen Freilaufplatz, eingestellt hat. Eine kleine Herde, mit einem Araberhengst, einem schicken Kerl in weißer Jacke, der seine Stuten auf ganz natürliche Art und Weise deckt. Die Mutterstuten sind Lusitanos, die Nachkommen sind die Lusiarabes, sehr beliebt bei Vaqueroreitern. Hier kann ich mir den Nachwuchs ansehen. Überaus schöne Fohlen, noch in dunkler Jacke, die mit zunehmenden Alter von Grau nach Weiss wechseln wird. Stolze Haltung und ein vielversprechender Bewegungsablauf, "mit viel Gummi" wie die Fachleute sagen. Die Rasse hat einen sehr harmonischen Körperbau, nicht zu lang und nicht zu kurz, schön abgerundet, schräger Schulter, tragfestem Rücken und Genickfreiheit, gut angesetzte Halsung und korrekte Stellung, schicke lange Mähnen, machen es einem leicht, sein Herz zu verlieren. Im Stockmaß liegen die Lusitanos im mittleren Bereich, bei 1,65m - 1,70m, letzteres eher selten. Aber sie machen sich groß, was ein harmonisches Gesamtbild unter dem Reiter zeigt, wie ich nun sehen kann.

Wir sind zu dem Reitstall gefahren, wo zur Zeit die Ausbildungspferde stehen. Einige in geräumigen Außenboxen, direkter Kontakt zum Nachbarn garantiert. Cesar, der Bereiter, muss sich sputen, einen der jungen Hengste für uns zu Satteln und vorzustellen, unser Besuch war nicht angekündigt. Der junge Hengst aus allerbester Familie, zeigt einen guten , raumgreifenden Schritt, der Trab ist locker und vielversprechend, die Galopade schwungvoll und taktrein. In der Trabverstärkung beginnt der Reiter zu schwärmen, bei Piaffe und Pasageansätzen, kann man nur staunen, mit wieviel Leichtigkeit er diese Lektionen präsentiert. Seitengänge wurden ihm in die Wiege gelegt. Ich bin überrascht, denn keine der Übungen hat einen hohen , körperlichen Einsatz des Reiters gefordert. Kurze leichte Hilfen und das Pferd spielt mit, einfach nur schön. Eine Pferderasse, die begeistert.

Meine Zeit neigt sich dem Ende zu. Auf dem Weg zum Mittagessen, gegen 15 h, sehe ich im Vorbeifahren die Herdenverbände der Lusitanos und der Stiere, weit verstreut im campo bravo. "Schöner gehts nicht", denke ich, Tiere die in absoluter Freiheit aufwachsen, Natur pur. Als ich mit Victorino Martin und dessen Tochter Pilar, wie ihr Vater, Vetrenärin , am Tisch sitze, bekomme ich vor lauter Fragerei kaum einen Bissen runter, ein interessantes Gespräch über Stier.- und Pferdezucht, Vererbung und Tradicion.

Diese Tradition bewirkt auch, das die Angestellten der ganaderia nun schon seit 3 Generationen bei den Victorinos in Lohn und Brot stehen. Fast alle wohnen auf den Fincas, wie in alten Zeiten, eine große Familie. Tradition heißt auch, das hier die Stiere auf alt hergebrachte Weise umgeweidet und trainiert werden, also mit Pferd , Reiter und Hund. Die Verantwortung, die nun auf den Schultern Victorinos und seiner Tochter Pilar lastet, ist enorm. Nicht nur der Erhalt der toros bravos, Erhalt der Arbeitsplätze, Fortbestand diese Naturparadieses, mit ihren freilebenden Tieren, Erhalt eines natürlichen Ecosysthems, und viele Details mehr, verlangt einen großen Einsatz der Familie Victorino Martin. Aber wir alle , ob reiner Naturliebhaber, Pferdefreund oder Aficionado, können etwas dazu beitragen, das all dies erhalten bleibt.

Die ganaderia wird in Zukunft das Seine dazu tun, die Zuchtstätte wird ihre Pforten dem PubliKum öffnen. Bis September wird ein Programm ausgearbeitet sein, das reale Ausflüge in die Welt der taurinos gestattet, Kultur und Gastronomie wird nicht fehlen. Ein Jeder ist eingeladen, die Stiere und Pferde in ihrer ursprünglichen Umgebung kennen zu lernen. (web : victorinomartin.com, wird zur Zeit aktualisiert).

Mein Besuch hier ist nun zu Ende, ich trenne mich nur schweren Herzens, von all dem hier, es hat mir den mundo toro noch näher gebracht. Aber es wird nicht der letzte Besuch bei den Victorinos sein, ich habe Freunde gewonnen, neue Kontakte geknüpft, was in Zukunft hoffendlich "Stoff" für weitere Berichte und Interviews liefert.

Mein persönlicher Dank gilt Pilar Victorino und Ihrem Vater Victorino Martin und Marlen Fernadez,ihrem Mann Jose Luis Carabias, ihrem Freund und Fotografen Ivan Lopez Matito,Jesus, Cesar, und all den Anderen die sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten und mich echte tauriniluft schnuppern ließen.

bearbeitet von Lilac
Auf Wunsch des Users

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Heute beginnt die Fiesta de San Fermin in Pamplona. Wer die traditionellen Stierläufe sehen möchte: Jeden Morgen 7:15 - 8:30 überträgt TV1 das Spektakel. Startschuss durch die Rakete am Coral der Stiere um 8 Uhr. Vive la fiesta, vive San Fermin!

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Auf Grund der Tragödie des Zugunglücks in Santiago de Compostela, haben sich Toreros, wie El Juli, Juan Padilla, Perera und andere , angeboten, eine corrida zu gunsten der Opfer und deren Hinterbliebenen , auszutragen. Eine Benefitzveranstaltung. Eine Geste, die mehr ist, als die hohlen Worte der Politiker: "...-no estan solos" (Rajoy-PP).

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Gast Gast1681

Also noch was pietätloseres fällt wohl nicht ein. Es sind schon Menschen gestorben und jetzt sollen auch noch Tiere folgen. Man ist sich offensichtlich für nichts zu schade. Da ist mir jedes hohle Wort eines Politikers mehr wert.

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q "Silly u. Bruni" - Eure Tierliebe in allen Ehren, aber seid ihr Euch überhaupt im Klaren, das die Toreros ihr eigenes Leben riskieren, um den Erlöß dieses "Spektakels" den Hinterbliebenen zu kommen zu lassen... Von dem Geschwätz der Politiker ist bis heute noch keiner satt geworden!

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Gast Gast1681

Dann sollen sie Mann gegen Mann kämpfen. Das Spektakel wäre in meinen Augen größer, weil mit gleichen Maßstäben gekämpft wird. Mensch gegen Tier ist in meinen Augen feige.

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Ich bin auch kein Freund dieses öffentlichen Abschlachtens!

Weder Sierkampf noch Stiertreiben noch sonstiger Belustigung auf Kosten eines Tieres werde ich je beiwohnen.

Stierkampfbefürworter werden immer ihre Überzeugung für das Gute in der Sache haben und ihre Gründe dafür bekunden und ich versuche auch nicht sie davon ab zu bringen. Jeder Erwachsene sollte selbst wissen was er tut.

Mag Ruhm, Reichtum oder sonstiges einen Menschen dazu bewegen als Torero zu arbeiten, so ist der Kampf von ihm gewollt und freiwillig. Beim Tier hingegen verhält es sich anders und es wird von Menschen zum Kampf gezwungen. Mir kann keiner erzählen das ein Stier freiwillig zur Corrida geht .

Und genau darum finde auch ich dieses "sterben für sterben" nicht in Ordnung. Mir bliebe ein böser Beigeschmack! ( und sei es für eine noch so gute Sache!)

Als Ausländer welcher nur zeitweise in Spanien ist , steht es mir allerdings nicht zu mich in Sitten und Gebräuche groß einzumischen und kann nur für mich selbst etwas dagegen unternehmen in dem ich diesen fern bleibe.

Man stelle sich vor es ist ein Stierkampf und keiner geht hin.................. post-976-1385423973,6441_thumb.gif

bearbeitet von Julchen

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Ein sehr seltsames und pädagogisch fragwürdiges Event wurde nun für die Kinder der Gemeinde auf die Beine gestellt.

In der örtlichen Stierkampfarena fanden sich zahlreiche Kids zum großen Fangspiel ein, in welchem der "böse Stier" der Jäger ist, siehe Fotostrecke hier.

http://www.andaluz.tv/nachrichten/nachricht-andalusien.php?idNot=12997&url=san-roque-andalusien#sthash.ldY8y6HM.dpuf

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Fragwürdig ist eher die Berichterstattung, dieser "deutsch-andalusischen-Nachrichten".

In Andalusien, ganz besonders in dieser Region Spaniens, gehört Stierkampf zur Kultur und Kunst. Den Kids die Handhabung von Capa und Muleta zu demonstrieren und sie es probieren zu lassen, finde ich nicht verwerflich. Denn : Wen es letztendlich nicht interessiert, der geht ja garnicht erst hin.

In Bezug zu diesem Artikel : Die Stiere werden nicht gedopt! Die Toreros übrigends auch nicht...

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@Julchen

Hallo Julchen

Treffender könnte man es gar nicht sagen. Auch ich brauch diesen neuzeitlichen Brauch so wenig wie das, vom Pfaff abgesegnete, Ziegen aus dem Kirchturm werfen.

Es grüsst

Visita

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Dieser Thread sollte INFORMATIONEN zum Stierkampf enthalten , für Anitaurinos könnt ihr gerne einen eigenen Thread eröffnen...

Hallo Moix

Julchen schreibt "Mir kann keiner erzählen das ein Stier freiwillig zur Corrida geht". Ist doch eine treffende INFORMATION, die sicher nicht verlogen ist, wie viele "Informationen" um den Grosskommerz Stierkampf (notabene aus dem 18. Jahrhundert). Oder sollen/dürfen die Informationen hier nur die "Sonnenseite" des Stierkampf aufzeigen. So wie in etwa dem Märchen, dass alle Kampfstiere bis sie "geopfert" werden (nach ca 5 Jahren), ein wunderbares Leben hätten auf der saftigen grünen, fast unendlichen Weide. Könnte mit Bildern in dieser Beziehung auch Informationen liefern, die ganz anderes zeigen. Ja eben Informationen, die Tatsachen 1 : 1 wiedergeben. Bilder die dem Forianer das zeigen, was ist und über das er sich seine eigene Meinung machen kann oder darf.

Moix, dein Bericht vom Besuch der Kampfstier- und Pferdezucht hast du schreiberisch sehr gut verfasst, könntest dem grossen Kenner der Stierkampfszene "Ernest" fast Konkurrenz machen. Dass es "deine" Stiere wenigstens auf der Weide schön hatten, freut mich soweit auch.

Doch hatte ich ja eigentlich vor, hier im Forum wieder zu schreiben. Was passiert bei meinen ersten paar Buchstaben hier im doch eher erstbesten Thread, in dem ich Julchens Information (vom freiwilligen Gang in die Todesarena) unterstütze, man wird als "Anitaurino", wahrscheinlich eher doch als Antitaurinos in die Schranken gewiesen einen neuen Thread aufzumachen. Derweil kaum ein Thread, gehe es um was auch immer, nur positive oder dem Themenstarter genehme Informationen nach sich zieht. Aber eben, glaubte zwar Joaquins Bitte "sachlich zu schreiben", nach gekommen zu sein, aber lassen wirs. Griffel weg, warten bis sich zufällig in einem Thread mal alle gleicher Meinung sind.

Trotzdem viele Grüsse

Visita

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Die neue Web Toros y Toreros ist erweitert worden:

Unter NEWS findet man täglich aktuelle Nachrichten aus dem "mundo Taurino.

Unter Home2, findet man Beiträge in spanisch.

In NOVILLEROS sind Interviews auf deutsch und spanisch mit jungen Toreros zu finden und in HISTORIA werden Persönlichkeiten aus der Vergangenheit vorgestellt.

Link in Beitrag no. 20 oder hier nochmal:

http://goo.gl/EPoLpE

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Die Catalanen haben sich mal wieder ins Aus geschossen. Für die Ausstellung des World Press Foto, hatte man das letztjährig zweitplatzierte Foto von Daniel Ochoa ausgewählt. Es zeigt den Torero Juan Jose Padilla. Nun gefällt es den politisch verwirrten Politikern nicht und sie wollen ein Anderes als Werbeträger...

Mehr darüber zu lesen im Blog:

http://goo.gl/EPoLpE

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Die Catalanen haben sich mal wieder ins Aus geschossen. Für die Ausstellung des World Press Foto, hatte man das letztjährig zweitplatzierte Foto von Daniel Ochoa ausgewählt. Es zeigt den Torero Juan Jose Padilla. Nun gefällt es den politisch verwirrten Politikern nicht und sie wollen ein Anderes als Werbeträger...

Hallo Moix

Du scheinst doch ein ganz tüchtiger "Wendehals" zu sein. Nachdem du selbst geschrieben hast

Dieser Thread sollte INFORMATIONEN zum Stierkampf enthalten

schreibst du nun einen Beitrag, natürlich mit Link, von der Beschickung einer Fotoausstellung hier bei Informationen zum Stierkampf, der gleichviel mit Stierkampf zu tun hat, wie eine Kuh mit einer Pizza (ausser es hätte noch ein wenig Milch im Teig). Nimmst dir also mehr Recht heraus, als du anderen zubilligst. Nehme aber schwer an, dass du nicht unbedingt verwirrt bist. Dies unterstellst du ja den Katalanischen Politikern.

Diese haben aber immerhin eine so klaren Kopf, dass sie die mittelalterliche Gesinnung abgelegt haben und das blutige Abmurksen von Stieren sowie das Zerstümmeln von Tieren (Kupieren) abgeschafft haben.

Übrigens schreibt Joaquin am Anfang des Threads was in den Thread Information zum Stierkampf geschrieben werden soll oder darf wie folgt

Dieser Thread sollte INFORMATIONEN zum Stierkampf enthalten

Darfst du nun mit Ausnahmegenehmigung oder hast du deine eigenen Worte allenfalls schon vergessen?

Nichts für ungut Moix. Es grüsst

Visita

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    • Von Joaquin
      Hier geht es nicht um den Stierlauf, dem so genannten encierro. Es geht um die Veranstaltung danach, wo in einem dafür ausgerichteten Platz, man sich von den Stieren oder jungen Kühen, jagen lassen kann oder wenn man gut ist, sie ohne Hilfsmittel zu torear, wie bei den recortes.
      Mir fällt aber keine deutsche Übersetzung dazu ein, denn wenn ich in Spanien war, wurde dazu einfach nur "los toros" gesagt. Vamos a los toros. Hancen los toros.
      Da stellt sich mir auch die Frage, ob es in Spanien nicht dazu eine andere Bezeichnung gibt als einfach nur "Die Stiere"
    • Von Joaquin
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      SpanienWiki: Stiere auf der Straße
       
      Stierlauf: Kühe statt Stiere, für die Frauen - Exhibición becerros a la mar
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      Dieser Artikel zum Feuerstier - Toro embolado wird in der SpanienWiki weitergeführt:
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      Feuerstier (Stierlauf) - Toro embolado - Bou embolat
       
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      alguaciles - Vertreter des Präsidenten im ruedo
      alternativa - Zeremonie, bei der ein novillero in den Stand des matador erhoben wird.
      banderillas - mit buntem Papier umwickelte Stäbe mit einem kleinen Widerhaken, der unter die Haut des Stieres gesteckt wird, um einseitiges Stossen des Stieres auszugleichen
      banderillero - Helfer des matador, er setzt auch die banderillas, ausser der matador macht dies selbst
      barrera - Plätze in der ersten Reihe
      brindis - Widmung
      burladero - Schutzwand für die toreros
      callejón - Gang um das Sandrund, das man durch die burladeros betritt. Im callejón halten sich alle Aktiven auf. Ganz alte plazas haben keinen callejón.
      capa, auch capote - pinkfarbenes Tuch in Form eines Umhangs (capa), es wird von den banderilleros benutzt, sowie von den matadores in den ersten beiden Drittel des Kampfes
      cartel - das Plakat
      un buen cartel - wörtlich ein gutes Plakat = es treten gute matadores auf, ein gutes Programm
      coleta - das Zöpfchen (Zunftabzeichen) der toreros
      cortar la coleta - den Zopf abschneiden, im Sinne von er hört auf, hängt seinen Job an den Nagel.
      cornada - Verletzung durch das Horn
      corrida de toros - der Stierkampf
      cuadrilla - die Mannschaft des matador, bestehend aus zwei picadores, drei banderilleros und einem mozo de espada
      descabello - ähnlich einer espada, für den Gnadenstoss
      diestro - Ausdruck für einen guten matador
      divisa - Farben und Brandzeichen der Zucht
      enfermería - Unfallstation
      espada, auch estoque - der Degen (auch für den matador wird der Ausdruck espada gebraucht)
      faena - die Hauptarbeit, die der matador im letzten Teil des Kampfes mit der muleta ausführt
      festival - corrida zu Ehren von jemanden oder auch als Benefizcorrida. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern andalusische Tracht
      ganadería - Zucht
      lleno hasta la bandera - wörtlich: voll bis zur Fahne. In grossen plazas sind die obersten Ränge überdacht und meistens wehen da Fahnen. Ist die plaza ausverkauft sitzen oft noch ein paar Mutige beim Fahnenmast, daher dieser Ausdruck für eine ausverkaufte corrida
      matador - von matar - töten. Er ist der Chef, der den Stier mit der faena "bearbeitet" und tötet
      mayoral - Verwalter der Zucht. Er begleitet die Stiere von der Zucht zur plaza und ist für die korrekte Übergabe verantwortlich.
      mozo de espadas - wörtlich Degenjunge, er hilft dem matador beim Ankleiden und reicht ihm während des Kampfes die benötigten Utensilien. Er ist auch zuständig dafür, dass bis zum nächsten Kampf alles wieder sauber und in Ordnung ist.
      muleta - das rote Tuch, das der matador bei der faena benutzt. Es ist aussen rot und innen gelb, nach der spanischen Flagge. Da der Stier farbenblind ist, ist die Farbe egal, früher waren die muletas weiss.
      novillada - corrida mit Jungmatadoren (novilleros) und jungen Stieren (novillos)
      novillero - Jungmatador
      novillo - Jungstier, ca. 4 Jahre alt, wird von novilleros bekämpft
      oreja - Ohr - wird nach einem guten Kampf als Trophäe dem matador verliehen (ein oder zwei Ohren)
      paseíllo - der Einzug zu Beginn der corrida
      peto - Matratzenartiger Schutz des Pferdes des picador
      pica oder puya - Lanze des picador
      picador - Reiter, der den Stier mit einer Lanze (pica oder puya) empfängt. Sein Pferd wird mit einem peto - einer Art Matratze - geschützt
      plaza portátil - kleine Stierkampfarena, die man wir ein Zirkuszelt aufbauen kann - wird oft in kleineren Orten ohne eigene Arena benutzt
      plaza de toros - Die Arena (arena heisst auf spanisch Sand, dieses Wort wird nicht für den Bau benutzt)
      rabo - Schwanz - wird als Trophäe nach zwei Ohren dem matador verliehen
      rejoneador - Stierkämpfer zu Pferd (nicht zu verwechseln mit dem picador!). Der rejoneador macht die gleiche Arbeit wie der matador, jedoch vom Pferd. Gekleidet ist er in der andalusischen Tracht, als Portugiese in alter höfischer Tracht mit Dreispitz.
      ruedo - das Sandrund
      sol - Sonnenplätze
      sombra - Schattenplätze
      sol y sombra - in manchen Arenen gibt es sol y sombra Plätze, da sitzt man die erste Hälfte in der Sonne und die zweite Hälfte der Zeit im Schatten.
      taquilla - Kartenverkaufsschalter
      tendido - Sitzplätze auf Rängen
      torero - Stierkämpfer, schliesst alle ein, die mit Stierkampf zu tun haben (Vorsicht: auf deutsch oft falsch als "Torrero" mit zwei r geschrieben, ein Torrero ist aber ein Turmwächter!)
      toril - Stall mit Einzelboxen für die Stiere
      toro - ausgewachsener Stier, wird nur von matadores bekämpft
      traje de luces - "Lichttracht", die Tracht der toreros
      ¡vamos a los toros! - wörtlich lasst uns zu den Stieren gehen! - wir gehen zur corrida
      voltereta - Überschlag, Unfall eines torero ohne Verletzung
      vuelta al ruedo - Ehrenrunde des matadors oder auch des Stieres
       
      (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
       
      Bisher erschienen in dieser Artikelserie:
      Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular  
      Stierkamp: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps...

      Weiterlesen auf: https://www.spanien-treff.de/magazin/kunst-kultur/stierkampf-tipps-r42/ Stierkamp: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps...

      Weiterlesen auf: https://www.spanien-treff.de/magazin/kunst-kultur/stierkampf-tipps-r42/ PS: Unsachliche und irrelevante Kommentare werden entfernt.
    • Von Joaquin
      Tipps zum Besuch eine corrida de toros
      In der plaza de toros von El Puerto de Sta. María gibt es eine berühmte Kachelnformation, mit der Inschrift "QUIEN NO HA VISTO TOROS EN EL PUERTO, NO SABE LO QUE ES UN DIA DE TOROS." (Wer keine Stiere (im Sinn von corrida) in El Puerto gesehen hat weiss nicht was ein Tag der Stiere ist.)
      Sie enthält eine grosse Wahrheit - ein Tag der Stiere. Um ein corrida zu sehen und zu erleben braucht es gewisse Vorbereitungen, die natürlich unterschiedlich sind - je nachdem ob man seine erste corrida sieht, bereits aficionado ist oder selbst als torero involviert ist. Letztere werden diese Seite kaum lesen, aficionados wissen wovon ich rede, aber für den Leser der zum Erstenmal eine corrida sehen möchte sollen ein paar Ratschläge helfen, dass die Sache positiv erlebt wird und nicht mit einer Enttäuschung endet.
      Auf jedenfall sollte man sich erst etwas einlesen und versuchen mit der Sache vertraut zu machen. Wer gänzlich unverbereitet zu den Stieren geht wird in den meisten Fällen enttäuscht werden.
       
      Wie erfahre ich wo corridas stattfinden?
      In der Tagespresse und vor allem durch Plakate, die an den möglichsten und unmöglichsten Orten angebracht werden. Hier liest man auch, um was für eine Art corrida es sich handelt:
      corrida de toros = ein Stierkampf mit matadores und ausgewachsenen Stieren
      novillada = ein Stierkampf mit Jungmatadoren und etwas kleineren Stieren
      novillada sin picadores = ein Stierkampf mit Anfängern, die Stiere sind zu klein/jung für picadores.
      rejoneo = ein Stierkampf zu Pferd
      festival = ein Stierkampf mit jungen, kleinen Stieren, meist eine Benefizveranstaltung. Die toreros tragen nicht die traje de luces sondern die andalusische Tracht. Es kann sich sehr wohl um bekannte matadores handeln, oft auch ältere, die sonst nicht mehr aktiv sind.
      Eine Vorschau gibt es auch jeweils in den führenden Wochenzeitschriften über die corrida de toros, Aplausos oder 6Toros6.
       
      Tickets / billetes
      Karten kauft man an den bezeichneten Vorverkaufsstellen, (oft ist es eine Bar - in einem Dorf kann es auch schon mal der Pfarrer sein) oder direkt an der plaza. In grossen Städten wie z.B Sevilla besorgen einem in der Regel auch die Hotels Karten. Direkt vor der corrida kann man noch Karten an der plaza kaufen - es sei denn es heisst no hay billetes - es ist ausverkauft, was vor allem an ferias vorkommen kann.
      Bei grossen Ferias (z.B. Fallas Valencia, Feria de Abril in Sevilla oder bei San Isidro in Madrid) ist es fast aussichtslos am gleichen Tag ein billete zu bekommen. Da bleibt einem nur der Schwarzmarkt, wobei bei corridas mit grosser Nachfrage, also mit den Stars die Schwarzmarkpreise ins astronomische steigen.
      Bei den Sitzplätzen unterscheidet man zwischen den teureren Schattenplätze (sombra), die meist auch etwas näher am Geschehen sind, und die preiswerteren Sonnenplätze (sol), in einigen grossen Arenen gibt es auch sol y sombra. Normalerweise wird man tendido (Rang) kaufen, barrera ist die sehr teure erste Reihe. Es gibt auch Plätze ganz oben, die je nach plaza unter den unterschiedlichsten Namen verkauft werden. Da eine plaza de toros keine Säulen hat ist die Sicht überall uneingeschränkt, ausser vielleicht oben unter den Arkaden. Ausnahme - die berühmte, sehr alte plaza von Ronda, hier gibt es Säulen bis zur ersten Reihe, die Sicht ist ziemlich eingeschränkt. Die Plätze sind eingeteilt nach Rang-Nummer (also z.B tendido 1, tendido 2 etc.) und Platznummern. Es gibt plazas wo auf der einen Seite die ungeraden Nummern und auf der anderen Seite die geraden sind, ähnlich dem Hausnummersystem. Man muss sich also keine Gedanken machen wenn man z.B. die Plätze 43, 45 und 47 hat, es sind fortlaufende Nummern. In kleinen plazas der 3. Kategorie kann es auch vorkommen dass die Plätze nicht nummeriert sind, hier empfiehlt sich sehr frühzeitiges Erscheinen.
      Es ist - besonders Sonntags und bei ferias in der Stadt - üblich, sich sonntäglich zu kleiden, wobei die jüngeren Leute hier auch schon eher leger gekleidet sind. Über Touristen allerdings mit nacktem Oberkörper und Bikinioberteil lächelt man nachsichtig, empfindet es aber allgemein den toreros gegenüber und dem Stier - um dessen Tod es immerhin geht - als unhöflich. In der sombra ist man so absolut "underdresst". Damen empfehle ich Hosen, oft ist sehr wenig Platz und man muss breitbeinig sitzen.
      Mit grossen Rucksäcken kann es auf den Rängen sehr eng werden!
       
      Kann ich mein Kind mitnehmen?
      Im Prinzip ist dagegen nichts einzuwenden. Spanische Kinder wachsen natürlich mit den Bildern auf, wärend es für "unsere" Kinder eine fremde Welt ist. Man hat psychologische Untersuchungen bei Kindern gemacht, die regelmässig an corridas gehen und keinerlei Verhaltensstörungen oder ähnliches feststellen können. Trotzdem kam es zu Katalonien zu einem Verbot, Kinder unter 14 Jahren dürfen in dieser Region nicht an corridas.
      Kleine Kinder langweilen sich bei einer zwei- bis dreistündigen corrida oft, zumal das Geschehen für sie auch recht weit weg ist, finden dann aber auch oft Unterhaltung bei der Beobachtung des nächsten Publikums. Natürlich ist es schwer, wenn Fragen von Kindern kommen, auf die man selbst keine Antwort hat, aber wenn man den Kindern erklärt, dass man es selbst nicht weiss, geben sie sich damit zufrieden - man könnte ja das Angebot machen, dass man versucht sich später zusammen noch darüber zu informieren. Ich habe aber noch nie gehört, dass ein Kind nach einem Besuch einer corrida begann einem Tier Schmerz zu zufügen. Kinder können sehr wohl unterscheiden zwischen dem Geschehen in der der plaza und ihrem eigenen Umfeld.
      Meine Kinder sind es von klein auf gewohnt an corridas zu gehen und ich konnte nie einen negativen Einfluss auf ihr Verhalten gegenüber Tieren feststellen. Als sie grösser wurden und ihnen die Sache bewusster wurde haben sie sehr wohl viele Dinge hinterfragt. Heute im Teenageralter ist mein Sohn ein grosser aficionado, wärend meine Tochter höchstens ein bis zwei ausgesuchte corridas im Jahr besucht, jedoch hat auch sie ein grosses Wissen.
       
      Es geht los!
      Der Tag der corrida de toros ist da! Man sollte möglichst frühzeitig zur plaza kommen, vor allem wenn man mit dem Wagen da ist. Vielleicht muss man sich ja auch noch ein Ticket kaufen. Ausserdem beginnt in Spanien nichts so pünktlich wie eine corrida de toros. Man sollte noch etwas Zeit haben, um die plaza bummeln, sehen und gesehen werden ist nun bei der einheimischen Bevölkerung angesagt. Ganz wichtig - noch eine copita (ein Gläschen) in der nächsten Bar ist ein Muss. Wahrscheinlich ist sie bereits übervoll, davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, zur Bar durchschlängeln! Gestärkt sucht man dann seine Plätze auf - mein Rat: frühzeitig, denn den richtigen Eingang und die richtigen Plätze zu finden ist - je nach plaza - manchmal selbst für geübte corrida-Besucher eine Herausforderung! Meist sind einem aber Platzanweiser behilflich (ein kleines Trinkgeld ist willkommen!).
      In vielen plazas gibt es Sitzkissen zu leihen, der Erlös kommt meist dem Roten Kreuz zu Gute. Sollte man unbedingt tun, zwei bis drei Stunden auf einer Steinbank kann im wahrsten Sinne des Wortes hart werden.
      Und jetzt kann es endlich los gehen - der Sitznachbar rammt Dir seinen Ellbogen in die Rippen, die Lady hinter Dir piekst Dir ihre spitzen Knie in den Rücken, Du sitzt breitbeinig da, denn der Wohlbeleibte vor Dir sitzt zwischen Deinen Beinen, aber er vernebelt Dir sowieso die Sicht mit seinem puro (Zigarre) und die Dame zu Deiner Rechten treibt Dich zum Wahnsinn, wobei Du Dir aber nicht sicher bist - ist es das konstante Fächergewedel oder die Goldarmreifen, die dabei nervtötend klimpern - mit anderen Worten: die Atmosphäre ist einmalig!
       
      (Mit freundlicher Genehmigung von taurosidona)
       
      Bisher erschienen in dieser Artikelserie:
      Stierkampf: Tauromaquia Stierkampf: Der Stier Stierkampf: Der Torero Stierkampf: Arenen und Sonstiges Stierkampf: Der Ablauf einer corrida de toros Stierkampf: Tipps Stierkampf: Vokabular  
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