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Temperaturen in ungeheizten span. Wohnungen?

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Hallo,

kann mir jemand sagen, wie kalt es ungefähr in ungeheizten Wohnungen in Süd-Spanien nachts im Winter wird? Laut Wikipedia wird es z.B. in Malaga durchschnittlich 8 Grad nachts, aber was bedeutet das für die Innenräume? Auch wenn nicht geheizt wird, bleibt es im Haus ja wärmer als draußen, selbst bei den dort üblichen kaum isolierten Fenstern.

Helfen würde mir auch, wenn jemand, der in Spanien wohnt, mir sagen würde, wie die Innen- und Außentemperaturen JETZT nachts sind.

Gruß

Entdecker

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Lebe zwar nicht in Südspanien, sondern Catalunya aber allgemein gesagt kommt es einfach drauf an. Ich habe mal in einem Atico/Dachgeschosswohnung gewohnt, da war der Temperaturunterschied kaum zu merken von draussen und drinnen ;). Als es in Barcelona geschneit hat, kann ich mich erinnern, hatte es in der Wohnung 8 Grad und mit der Elektroheizung kam ich nur auf 14 Grad! Wobei die Temp. unterschiede nur da zu draussen hoch waren. Oft waren es 12 Grad draussen und 11 Grad drinnen. Das passierte in der Wohnung danach nicht. Ich hatte da Zentralheizung, die dann überall lief. Wenn ich von Reisen heimkam, war das niedrigste glaube ich ca. 16 Grad, wenn es draussen winterlich war. Nachts isses nicht sonderlich runtergegangen, war zu kurz so kalt meistens. Das ist glaube ich der Unterschied hier. Die Tiefsttemperaturperiode ist recht kurz, so dass es sich da nicht so schnell runterkühlt nachts. Nachttemp. kann ich gerade nicht sagen, aber wir haben 18 Grad in der Wohnung und noch nicht die Heizung an. Machen wir ab 17 ungefähr...

bearbeitet von Mari

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Den Winter in einem schlecht isolierten Haus/Wohnung in Andalucia zu verbringen, ist kein Vergnügen. Es sind ja nicht nur die oft niedrigen Temperaturen, es ist auch die Luftfeuchtigkeit.

Ich lebte einige Jahre in einer sehr schlecht isolierten Casita mitten in den Weinbergen an der Costa Blanca. Im Winter hatte ich im Schlafzimmer manchmal nur 12°. Doch das wirkliche Problem war die feuchte Bettwäsche. Auch die Wäsche in den Schränken wurde natürlich klamm und die Zimmerwände begannen schwarz zu werden vor Schimmel.

Und in Andalucia ist das alles noch eine Ecke schlimmer, da die Winter dort sehr kalt und feucht werden können.

Richtig kalt wird es im Januar und Februar.

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... ebenso mal ein Statusbericht von der Costa Blanca - aber den südlichen Teil (Vega Baja):

Lage: ca. 1,5 km Entfernung z. Küste > wichtig! da dort nicht so hohe Luftfeuchtigkeit wie in Strandnähe; zudem leichte Hügellage ca. 60-80 m ü.NN mit überwiegend trockener Luft vom Landesinneren; dazu Südhanglage mit Fassade Wohnzi. nach Süden > tagsüber wird durch Sonne die Aussenwand durchwärmt!! > 2-schaliges Ziegelmauerwerk 30cm!

Das Gründstück/Haus wurde vor mehr als 20 Jahren bereits sooo ausgewählt - und hat sich bestens bewährt.

Übliche Temperaturen im Winter-HJ.: tagsüber: Schatten/Sonne > 16-18/25-28 grd. - Nachts: üblich 8-12 grd.; aber auch schon Nachtfröste gehabt > Wüstenklima! ... und, die Häuser kühlen sehr schnell aus bei bewölktem Himmel über mehrere Tage ....

> Winter ohne Heizung geht gar nicht - haben Gastherme mit 2 Radiatoren > Wozi. & Bad; befeuert mit 2 Haushaltsflaschen"paare" Butano umschaltbar im Tandembetrieb (15kg Flaschen sind subventioniert> ca. 30% günstiger) - ein Pärchen reicht im Winter etwa 3 Wochen - Kosten noch günstig - "Primitiv"-Steuerung über Zeitschaltuhr > morgens zum Frühstücken 2h/abends von 18:00-23:00 Uhr

> zusätzlich noch 'ne doppelwandige Kaminkassette um mal zwischendurch und abends zum TV sehen nochmal schnell 'n "Wärmeschub" zulegen zu können.

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Danke für Eure schnellen Antworten.

Wie ist es denn in Palma de Mallorca? Eher noch kälter oder wärmer als Andalusien?

Ich lebte einige Jahre in einer sehr schlecht isolierten Casita mitten in den Weinbergen an der Costa Blanca. Im Winter hatte ich im Schlafzimmer manchmal nur 12°.

Das geht ja noch. Ist das sozusagen das Minimum, was einen erwartet?

Übliche Temperaturen im Winter-HJ.: tagsüber: Schatten/Sonne > 16-18/25-28 grd. - Nachts: üblich 8-12 grd.; aber auch schon Nachtfröste gehabt

Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob du im Haus oder draußen meinst. 25-28 Grad wird's doch nicht draußen im Winter!? Die nachts üblichen 8-12 Grad und möglichen Nachtfröste beziehen sich auf draußen, oder? Und wie kalt wird's dann drinnen, wenn die Heizung streikt?

Muchos saludos!

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"12º...das geht ja noch"?

Meinst Du das im Ernst jetzt? Moegen 12 Grad auf dem Thermometer sein, aber gefuehlt sind es 5 Grad weniger.

Meine erste Wohnung hier in Barcelona Stadt hatte auch keine Heizung, da hab ich es genau 1 Winter ausgehalten und da waren die Temperaturen in den Zimmer noch hoeher als die erwaehnten 12º.

Man muss das erstmal erleben, da reicht schon 1 Woche, um komplett die Nase voll zu haben, kann es sein, dass Du das noch nicht erlebt hast?

Spass machen ungeheizte Wohnungen im Winter nicht, jedenfalls nicht auf dem Festland und auch nicht auf den Balearen.

Wir sind heute morgen bei 9º Aussentemperatur aufgestanden...

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"12º...das geht ja noch"?

Meinst Du das im Ernst jetzt?

Ich meinte, ich hätte Schlimmeres erwartet. Laut Wikipedia-Klimadiagramm ist in Malaga durchschnittl. Minimaltemperatur ca. 8 Grad im Januar und Februar. Wenn ich das Diagramm richtig verstehe, heisst das, es kann auch mal deutlich kälter werden. Und dann würde ich erwarten, dass es im Haus auch kälter als 12 Grad wird, zumal du ja noch nördlicher wohnst.

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Aushalten kann man viel, und mit 4 paar Socken werden am Ende auch die Fuesse warm - aber wer moechte so einen Winter verbringen?

Ich kann Dir nur raten, das nicht zu tun, es macht wirklich keinen Spass mit 'ner dicken Winterjacke auf dem Sofa zu sitzen um TV zu schauen und wie schon gesagt: Das Thermometer mag 12 Gard anzeigen, aber die gefuehlte Temperatur, grade bei Luftfeuchtigkeit sind 5 Grad weniger im Winter und 5 Grad mehr im Sommer...und die Feuchtigkeit geht richtig schoen in die Knochen, dann ist es egal ob 12, 10 oder 8 Grad.

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Moin!

Bei mir haben diese 12° plus Feuchtigkeit in Wäsche und Wänden nach 6 Jahren zu einer so schlimmen Lungenentzündung geführt, dass ich in der Notfallaufnahme gerade noch einmal mit dem Leben davon kam.

Tagsüber - wenn ich nicht im warmen Büro meines Arbeitgebers saß - hockte ich am PC mit einem fahrbaren Gasofen im Rücken. Unter dem Teppich hatte ich lagen weise Zeitungen, um die feuchte Kälte vom Boden einzudämmen. Es war wirklich die schlimmste Unterkunft, die ich in meiner gesamten Spanien-Zeit je hatte.

Im Campo - also reichlich entfernt von Meer - hatten wir jeden Morgen Reif auf allen Gräsern. Einige kleine Kakteen sind mir erfroren und auf den Wassereimern für die Hunde war eine Eisschicht.

Und glaube mir, in Andalucia sind die Temperaturen noch wesentlich extremer.

P.S. @ baufred - Ich kann von Benissa aus nicht bestätigen, dass es etwas weiter im Landesinneren trocknere Luft gibt. Tagsüber, wenn die Sonne schien, war das tatsächlich so, wie Du schreibst, doch sobald die Sonne weg war, wurde es feucht-kalt. Im schlecht isolierten Haus hielt sich die Feuchtigkeit dann. Es war mehr als gruslig. Doch finde mal als alleinstehende Frau mit zwei großen Hunden ein bezahlbares kleines Häuschen...:schulterzuck:

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@ Entdecker: die genannten Temperaturen sind Außentemperaturen ... und, ja wir haben im Winter schon oft in den Mittagsstunden im T-Shirt auf der Terrasse Kaffee getrunken ... und unser Thermometer ist relativ genau - aber halt im Schatten hat die Luft eben nur die genannten 16-18 grd.

... die Innenraumtemperaturen fallen, wenn die Heizung tagsüber abgeschaltet ist, schon mal auf 16/18 grad ab - aber zu berücksichtigen ist, dass die Wände eben in dieser Zeit nicht komplett auskühlen ... und für den Notfall steht immer noch ein 3-stufiger Ölradiator in der Ecke, der unser Mini-Wohnzimmer (16 qm) problemlos thermostatgesteuert in der kleinsten Leistungsstufe (800 Watt) auf 22 grd. hält > Einschaltdauer etwa 20 min./h ... ist also auch noch bezahlbar.

@ Lilac ... also, wir haben in der Vega Baja überwiegend Wind aus dem Landesinneren - heißt nicht die feuchtkalte Luft vom Strand, zu mal unser Südhang noch von 2 weiteren bebauten Hang"fingern" vom Meer > heißt von der feuchkalten Küstenluft "abgeschirmt" wird ... dennoch haben wir einen "3-händebreiten" Meerblick .... Benissa ist da ja schon wesentlich mehr durch Gebirge im Hinterland vom Landesinneren "abgeschirmt" ...

... aber, wie bereits geschrieben, die Bauweise der Häuser ist wichtig: ältere Billigbauten haben überwiegend Betonhohlblöcke als Wandbaumaterial und die speichern schon mal gern erhebliche Mengen an Feuchte. Wenn dann noch der Fußboden in Erdbodennähe ist, gibt's dann halt bei den üblicherweise fehlenden horizontalen Abdichtungen Feuchteansammlungen in den Wänden - allein schon durch die Nähe zur "Bodenfeuchte". Das erklärt auch die dann "klamme" Bettäsche in den dann ausgekühlten Schlafräumen. Unsere "Hütte hat einen durchlüfteten 1 m hohen Hohlraum, der die Wände dort trocknet und verhindert, dass die Feuchte aufsteigt. Zusätzlich sind die Ziegelwände sehr "atmungsaktiv" und feuchteregulierend!

... das mal ein wenig als technischen Hintergrund zu unserem relativ angenehmen Raumklima - auch im Winter ... :cool:

bearbeitet von baufred
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    • Von Joaquin
      Kacheln, bzw. Keramikfliesen, sind ein wesentlicher Bestandteil des spanischen Alltages. Ihre Daseinsberechtigung ist nicht auf verschlossene Sanitäranlagen beschränkt, sondern sind teilweise zu einer wesentlichen Kunstform erhoben und werden so auch stolz im öffentlichen Teil des urbanen Lebens gezeigt. Wen man besonders viel Glück hat, kann man einige Gaststätten sehen, deren Wände kunstvoll verziert sind mit derlei Kacheln und damit zahlreichen Gemälde die Show stehlen.
       
      Hier nun eine kleine Sammlung dieser Keramikfliesen, wie man sie im spanischen Alltag auf der Straße, bzw. an Häusern und Wohnungen findet.
       
      Der Werkstattname wird durch Keramikfliesen dargestellt.




      Der Name einer Bar/Pub, wird durch Keramikfliesen dargestellt.



      Der Bankname wird durch Keramikfliesen angezeigt.


       
      Die Außen- und Unterseite eines Balkonbodens werden durch Keramikfliesen verziert.



      Eine Straßenschild wird durch Keramikfliesen dargestellt.
      http://www.spanien-treff.de/gallery/image/7174-straßenschild-als-keramikfliese/

       
      http://www.spanien-treff.de/gallery/image/7172-straßenschild-als-keramikfliese/

       
      http://www.spanien-treff.de/gallery/image/7167-straßenschild-als-keramikfliese/

       
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    • Von Mica
      Ok, bisschen Sarkasmus ist dabei, geht auch nicht anders nach ueber 24 Jahren Erfahrung mit Wohnungen in Barcelona...aber hey, die haben auch Vorteile

      Moegliche Nachteile spanischer Wohnungen (im Vergleich zu Deutschland)
      1. Steckdosen an unmoeglichen Stellen, dann auch nur eine oder garnicht erst vorhanden.
      2. Heizung in der Mitte der Wand, nicht so, dass man die restliche Wand noch benutzen koennte, mitnichten, wozu auch? Gilt auch fuer Steckdosen.
      3. Fensterbaenke braucht keiner, Heizung ist eh an der gegenueberliegenden Wand.
      4. Gaszaehler (Wasser- und Strom meist genauso) so hoch, dass man auf einen Stuhl klettern muss, um ihn ablesen zu koennen.
      5. Boiler auf der Galerie so niedrig angebracht, dass eine Toplade-Waschmaschine zwar drunter passt, aber nicht aufgehen wuerde, Frontlader waschen eh besser ^^.
      6. Isolierung von Tueren und Fenstern, wozu, frische Luft ist gesund.
      7. Haupthaehne zu finden, ist wie die Euromillonen zu gewinnen = fast unmoeglich oder nur durch puren Zufall beim Saubermachen.
      8. Keller oder sonstiger Stauraum? (Siehe Vorteil 1., zahlt nur leider keine Miete, und Vorteil 6, auch nicht immer das Wahre)

      Absolute Vorteile:
      1. Einbauschraenke, die man bequem als WG-Zimmer vermieten kann.
      2. Lange Naegel koennen in 2 nebeneinander liegenden Zimmern zum Aufhaengen von Bildern benutzt werden, spart 50% der Kosten fuer Naegel.
      3. Keinen kratzt die Mittagsruhe des Nachbarn, Dich also auch nicht.
      4. Bidets *grins* im Badezimmer
      5. Individualismus pur 100%, kein Tuerrahmen gleicht dem anderen in Groesse. Gilt auch fuer Fenster, folglich fuer Gardinenstangen, Gardinen und Jalousien.
      6. "altillos" sog. Stauraeume ueber Kuechen- und Badezimmerdecken, die so tief sind, das man nie wieder herausbekommt, was man mal reingeschoben hat, spart Zeit beim Umzug, braucht eh keiner, kann drinbleiben fuer den Nachmieter - Der "Leck mich" Moment.

    • Von Superbarcelona
      Hi!
      Hier ein paar allgemeine Infos ueber Wohnungen und Zimmer in Spanien. Aufgrund der Mentalitaet findet man in Spanien nicht das deutsche Niveau, was man auch nicht vergessen sollte, wenn man dort ankommt. Trotzdem kann man sich heimisch fuehlen wenn man ueber den ein oder anderen Fleck und die nicht vorhandene Puenktlichkeit absieht. Wer trotzdem das deutsche Niveau sucht kann sich in 4 Sterne Hotels einmieten, was leider etwas kostet. Aber wozu nach Spanien fliegen wenn man alles deutsch haben will? Die Wohnungsuche hat auch manchmal ihre Tuecken und besondern in den Universitaetsstaetten ist es, wenn Semester anfangen, schwer etwas schoenes zu finden. Daher restzeitig buchen oder reservieremn lassen. Ich hatte Glueck und hab ueber Barcelona-home in Barcelona was tolles gefunden wo ich jetzt die naechsten 3 Monate verbringen werde. Ich hoffe ich konnte euch etwas weiterhelfen und ihr habt auch einen schoenen Aufenthalt in Spanien. Liebe Gruesse aus Spanien, eure Superbarcelona
    • Von Joaquin
      Donnerstag, 8. Mai 2008

      Auch wenn die Flaute auf dem spanischen Immobilienmarkt von der Regierung klein geredet wurde, zeichnet sich nun der tiefe Absturz ab. So wurden im Januar nur 27% der vergangenen Jahre verkauft und in vielerorts brach der Markt sogar um mehr als 40% ein. Letzteres trifft vor allem auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln zu, wo zahlreiche Deutsche und Briten Häuser besitzen. Dabei scheint die Talfahrt aber noch nicht erreicht zu sein.

      Zehn Jahre lang hatte Spanien einen beispiellosen Immobilien- und Bauboom erlebt. Zeitweise lagen die Zinsen sogar unterhalb der Inflation und waren dabei stets niedrig. Die eigene Wohnung oder Haus ist für den Spanier ein normales Gut und galt auch als sichere Geldanlage. In Spanien selbst gibt es keine Mietmentalität, so das etwa 85% aller Spanien ein eigenes Heim besitzen. Zudem legten sich viele noch eine zusätzliche Ferienwohnung an der Küste zu. Dies wurde auch von zahlreichen Ausländern gemacht, die sich dadurch ihren Traum von einem Platz an der Sonne erfüllten.

      Die Wohnungspreise haben sich jedoch dazu parallel verdoppelt und vielerorts sogar verdreifacht. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis kletterte in Madrid auf mehr als 4000 Euro, was Investoren anlockte, wodurch Immobilien zu einem Spekulationsobjekt wurden.

      So wurden in Spanien mehr Wohnungen gebaut als in Deutschland, Frankreich und Italien zusammen. Als dann aber die Preise bei steigenden Zinsen zu fallen begannen, platze die Immobilienblase. Die internationale Finanzmarktkrise summiert dabei diesen Effekt und macht alles nur noch viel schlimmer. Wo vorher die spanischen Banken und Sparkassen noch großzügig Kredite für den Wohnungskauf mit Laufzeiten von bis zu 50 Jahren vergaben, dreht jetzt ein anderer Wind. Der Geldhahn wird nun allmählich zugedreht, so dass im Januar 28% weniger Hypothekenkredite bewilligt wurden, als das Jahr zuvor.

      Ein Preissturz von 8% wird nun von den Bauträgern für das Jahr 2008 vorausgesagt. Einen derartigen Rückgang hat es in den letzten 30 Jahren nicht gegeben. Zudem werden dieses Jahr nur 300.000 Wohnungen gebaut werden, was gegenüber dem Jahr 2006 rund eine halbe Million weniger sind. Damit ist der Bausektor, welcher zusammen mit dem privaten Konsum eine der wichtigsten Stützen des spanischen Aufschwungs ist, droht nun der Verlust von bis zu einer Million Arbeitsplätze. Die Immobilinefirmen, welche in den Jahren des Aufschwunges einen erheblichen Schuldenberg aufgetürmt haben, sind nun schwer getroffen. Zahlungsunfähigkeit und Insolvenzen sind das Ergebnis, da die Banken nun auch kein frisches Geld mehr nachschieben. So machten bereits Landesweit zahlreiche Maklerbüros dicht.

      Das gesamte Ausmaß der Krise auf dem spanischen Finanzsektor lässt sich zur Zeit kaum abschätzen und geht einer ungewissen Zukunft entgegen, denn immerhin entfallen rund 60 Prozent der von den Banken und Sparkassen vergebenen Kredite auf den Bau- und den Immobilienbereich nebst Hypotheken. Die hier benannten Beträge belaufen sich auf mehr als eine Billion Euro. Da zahlreiche Kreditinstitute von der Bauwirtschaft abhängen und umgekehrt, hat dies spürbare Auswirkungen auf den Haushalt der Regierung. Im Februar schrumpfte der Haushaltsüberschuss im Jahresvergleich auf rund ein Drittel.

      Bei steigenden Zinsen und der höchsten Inflation in zwölf Jahren von 4,4%, kommen jetzt schon rund 60 Prozent der Familien, am Monatsende mit ihrem Geld aus.
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