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Wir sind schon einiges gewohnt, was die Feststellung von amtlicher Arbeitslosigkeit in einem Land angeht. Ich meine jetzt nicht China, mit seiner regierungskonformen Arbeitslosenrate, die fast ein Jahrzehnt nur um die vier Prozent notierte. Sondern eher die USA, die die Marktteilnehmer jüngst vor manche Überraschung stellte – oder soll man sagen, Divergenz? FMW berichtete darüber. Die Rede soll hier von Spanien sein, einem Land, welches besonders heftig von Covid-19 betroffen ist.

 

Arbeitslosigkeit: Die Folgen des spanischen Lockdowns

Nachdem die Corina-Infektionen Ende Februar geradezu nach oben geschossen waren, reagierte die spanische Regierung ab dem 14. März mit einer strengen Ausgangssperre, die die gesamte Wirtschaft nahezu komplett lahmlegte, um den weiteren Kollaps in den Krankenhäusern zu verhindern. Dieser hatte schon zu extremen medizinischen Notfallentscheidungen bei älteren Covid-Patienten geführt hat – Stichwort Triage.

Diese führte zu angeblich einer Arbeitslosigkeit von 1,07 Millionen  und zusätzlich zu maximal 3,5 Millionen Kurzarbeitern. In der offiziellen Arbeitslosenstatistik für das zweite Quartal tauchen diese drastischen Zahlen jedoch nicht auf, die Arbeitslosigkeit sei nur von 14,4 auf 15,3 Prozent gestiegen – so die neuesten Zahlen vom Dienstag.

https://finanzmarktwelt.de/arbeitslosigkeit-zweifelhafte-zahlen-das-beispiel-spanien-174647/

...Wie das nationale spanische Statistikinstitut (INE) aber am Dienstag bekanntgegeben hatte, hatten im zweiten Quartal insgesamt nur 35 Prozent der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter tatsächlich auch gearbeitet.

Man erklärte dies damit, dass sich wegen der Ausgangssperre und der geschlossenen Arbeitsämter viele Spanier gar nicht arbeitslos melden konnten. Daher kam man nur auf 55.000 arbeitslose Menschen. Man spricht von 1,06 Millionen inaktiven Werktätigen im zweiten Quartal 2020. Die spanische Zentralbank hatte mit einer Abeitslosenquote von 20 Prozent gerechnet. Alles in allem ein ziemliches Durcheinander mit den Daten zur Beschäftigung...

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Fazit

Das Beispiel mit der Registrierung der Arbeitslosigkeit in Spanien zeigt einmal mehr, welchen Sonderfall die Pandemie um SARS-CoV-2 darstellt. Eine Ausnahmesituation, die nicht nur das gesellschaftliche Leben in selten gesehener Art und Weise tangiert.

Nicht nur Ökonomen und Analysten tappen nach wie vor mit ihren Berechnungen im Dunklen, müssen sich von Monat zu Monat neu orientieren. Deshalb sollte man derzeit kritisch mit staatlichen Statistiken zur Arbeitslosigkeit umgehen. Mehr noch als sonst, denn auch in den amtlichen Stellen sitzen Menschen, die von der Virusinfektion heimgesucht werden – oder auch nicht.

bearbeitet von Tiza

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    • Von Joaquin
      Im Sommer diesen Jahres, war die Arbeitslosenzahl in Spanien, so niedrig wie noch nie seit 2011. Dies zumindest laut der Statistikbehörde INE, welche gestern ihre neuen Zahlen darlegte. Auch wenn sich dies so erst einmal ganz nett anhört, wird beim Blick auf die Zahlen klar, dass Spanien mit 21,2 Prozent immer noch nach Griechenland, die zweithöchste Arbeitslosenquote in der EU hat, nach Griechenland.
      Aber mit Zahlen lässt sich ja so vortrefflich spielen. Zum Beispiel hatte Deutschland im Februar eine Arbeitslosenquote von rund 6,9 Prozent. dort nicht mitgezählt werden jene, welche zum Beispiel anderweitig durch Beschäftigungsmaßnahmen geparkt werden wie zum Beispiel durch Häkel-Gruppen, Sporttherapie, Bewerbungstraining usw., dann da sie ja hier tätig sind, stehen sie dem Arbeitsmarkt somit nicht zur Verfügung. Denn wer dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht, kann demnach ja auch nicht der Arbeitslosenquote hinzugerechnet werden, auch wenn sie damit tatsächlich keiner echten Arbeit nachgehen. Es kommt halt immer auf den Standpunkt des Betrachters an
      Alte Menschen, welche in den Augen der Arbeitsagentur für Arbeit zu alt sind um noch vermittelt werden zu können, aber selbst noch keine Rente beziehen, gehören in die Rubrik "Sonderregelungen für Ältere" und kommen auch nicht in der Arbeitslosenquote vor.
      Natürlich sind auch kranke Arbeitslose nicht wirklich Arbeitslos, denn sie stehen ja aufgrund ihrer Krankheit dem Arbeitsmarkt auch nicht zur Verfügung.
      Wird ein Arbeitsloser über private Arbeitsvermittler betreut, zählt er ebenfalls nicht als Arbeitslos, obwohl er weiterhin Geld vom Amt bekommt. Für die Statistik ist dies kein Arbeitssuchender und nun wird es echt schwierig hier das mit dem Standpunkten und dem Betrachter ganz objektiv zu sehen , denn so langsam wird doch klar, dass es nur darum geht, Statistiken zu schönen.
      Somit werden aus den 6,9 Prozent dann schnell mal 8,72 Prozent.
      Nun ist diese Praxis aus Deutschland schon länger bekannt, aber meine Frage geht er dahin, ob es derartige Tricks (und da bin ich mir sicher) auch in Spanien gibt? Wie hoch liegt dort die tatsächliche Arbeitslosenquote?
    • Von Joaquin
      Spanien hat in der Krise doch einiges eingebüßt, so auch den zweiten Platz nach Frankreich als beliebtestes Reiseland Weltweit. War Spanien laut der "Welttourismus-Organisation UNWTO" 2007 noch auf Platz 2 vor den USA, so haben 2009 Spanien und die USA die Plätze in der Rangliste vertauscht.

      Nun kommt aber die "National Tourism Administration of China" daher und behauptet, dass die Chinesen ebenso Spanien auf Platz drei der beliebtesten Reiseländer abgelöst hätten. Dabei beruft man sich ebenso auf die Zahlen von 2009.

      Sicher, China hat durchaus das Potential dazu, dies will ich gar nicht abstreiten, aber es ist doch immer wieder erstaunlich wie verschieden die Ergebnisse so unterschiedlicher Quellen sind. So ganz nach dem Motto, vertraue keiner Statistik, welche Du nicht selbst gefälscht hast
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