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Siesta ade: Spanien verlängert Ladenöffnungszeiten


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Hier geht es doch nicht um Mica oder deren Geld, sondern um die genannten allgemeinen Arbeitszeiten. Da wird 19h Feierabend mit "Kurz-Siesta" für Spanien als normal hingestellt.

In Südspanien sieht das doch ganz anders aus. Selbst in Großstädten wie Malaga, Sevilla oder Granada hat nachmittags alles zu, alle Läden sind unten.

Und wer gegen 16h Hunger hat, der hat gelitten. Ausser McDoof geht da kaum nochwas. Restaurants schliessen die Küche um spätestens 15:30 und öffnen sie erst wieder um 21h.

Eine viel wichtigere Frage:

Was ist denn eigentlich so schlimm dran mit einer kurzen Pause früher Feierabend zu haben?

Ist es wirklich so toll in der grössten Mittagshitze nochmal zur Arbeit zu gehen um dann spät nachhause zu kommen?

In Andalusien sind allgemeine Geschäftszeiten 10-14 und 17-20h im Winter und 18-21h im Sommer.

Warum nicht früher anfangen, kurze Pause und dafür früher Schluss machen?

Was ist denn wirklich so schlimm dran mehr Zeit für sich und Familie zu haben?

Ach ja, die Hitze. Immerhin ist die Temparatur um 18h auf dem Weg zur Arbeit dann von 35 auf 34,5 Grad abgefallen damit sie dann bei Feierabend noch 34 Grad hat.

Naja, wenn man dann nassgeschwitzt wieder im Betrieb ankommt wartet wenigstens eine Klimaanlage auf einen wo man sich erholen kann........

Die Sonne ballert auch noch um 22h. Und was ist eigentlich mit dem recht kalten Winter? Richtig warm ist es doch nur max 2 Monate.

Ich arbeite in Deutschland idR von 8-19h und möchte nicht mit dieser langen Pause tauschen.

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@ Pepe - Ich kenne die langen Mittagszeiten nur von kleinen Läden und gehe davon aus, dass es Familienbetriebe sind, die kein Personal haben, um z.B. von 9 bis 21 h geöffnet zu halten. Zumindest in der großen Urlaubsregion Costa Blanca kann man den ganzen Tag und das mindestens an sechs Tagen in der Woche einkaufen. Sogar am Sonntag haben einige Supermärkte bis 13/14 h geöffnet.

Die Abschaffung der langen Mittagspause wird bei den kleinen Läden wohl auch kaum funktionieren, da es ein lieb gewordener Brauch ist, dass täglich frisch zu Hause gekocht wird. Die Familie sitzt gemeinsam beim Essen und danach beim Kaffee. Doch mit der Zeit wird sich auch hier eine Wandlung einstellen.

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass es den Geschäftsleuten selbst überlassen bleibt, wie sie ihre Geschäfte geöffnet halten wollen. Man kann, aber man muss nicht.

Edited by Joaquin
Off-Topic entfernt
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Lilac, das ist alles richtig was du sagst und es sollte auf dem Dorf auch so bleiben. In grossen Urlaubsregionen wie der Costa del Sol ist es aber mehr als eine Zumutung für die Kunden!

Da hat nur Mercadona, Dia und Lidl auf. Ebenso in den Großstädten. Diese sind aber oft viele Kilometer, gar mehrere Orte entfernt. Mit dem Bus kommst du auch kaum hin, da diese in der Siesta kaum verkehren.

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Man muss schon wie hier öfters beschrieben die regionalen und saisonalen Unterschiede beachten. Was in einer großen Stadt funktioniert wird in einer kleinen Stadt oder Dorf nicht immer Sinn machen.

Ich kenne es im Sommer, dass die kleinen Geschäfte in kleinen Städten und Dörfen grundsätzlich zu machen und dann eher in den späten Abendstunden länger geöffnet sind. Dies ist dann aber nicht entgegen der Interessen der meisten Kunden, sondern man richtet sich hier nach den Kunden. Die oftmals Einheimischen sind nämlich zu dieser Zeit auch zu Hause Essen, bzw. machen im Gegensatz zu den Touristen eines nicht, sich in der Mittagshitze auf die Straße zu begeben. Dafür geht man dann lieber später einkaufen, wenn auch die Temperaturen erträglicher sind. Es würde also für den kleinen Geschäftsmann auch keinen Sinn machen, seinen Laden hier rund um die Uhr offen zu halten. Da lohnt es sich eher, die Zeit in die Abendstunden zu investieren. Große Geschäfte haben den Vorteil, dass sie hier besser mit dem vorhandenem Personal disponieren können und so den Laden auch über die Mittagszeit geöffnet halten können.

Wer in der Mittagszeit rumläuft, sind ja in der Regel die Touristen und an den Stränden stellen sich die Lokale ja auch oft genug auf diese Kunden ein und lassen ihre Geschäfte geöffnet.

Ich hatte mal eine deutsche Freundin, welche zum ersten mal in Spanien war und dies zur Sommerzeit. Sie war ihren deutschen Rhythmus gewohnt und wollte natürlich kurz nach Mittag zum Strand und wie in Deutschland üblich so um 21.00 Uhr zu Bett gehen. Auch ein wenig typisch deutsch und stur, ignorierte sie meinen Ausführungen zur Zeitverschiebung und geographischen Lage Spaniens usw. Also dachte ich mir, gut, dann sehen wir mal wie lange du das so aushältst.

Sie merkte schnell, dass die Zeit um 14.00 Uhr bis 15.00 Uhr, gerade wenn man nicht wirklich vor gebräunt ist, nicht so die beste Zeit ist, um in Spanien an den Strand zu gehen. Auch die Temperaturen um diese Zeit lagen doch etwas über dem, was sie von Deutschland gewöhnt war. Schließlich nahm sie auch wahr, dass ab 21.00 Uhr die Straßen in Spanien zur Sommerzeit gut belebt sind und es erst dann wirklich angenehm ist, dort spazieren zu gehen.

Also gingen wir zumindest in der ersten Zeit, erst nur Vormittags und Nachmittags an den Strand und genossen auch die Spaziergänge in den späten Abendstunden :)

Also ich würde im Sommer in Spanien, nicht Mittags in einem dieser kleinen ONCE-Häuschen stecken wollen ;)

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Nun, Once ist nicht gerade ein geeignetes Beispiel für Tourismus. An dem Lebensrythmus der Nordeuropäer wird sich innerhalb eines Urlaubes auch nur wenig ändern. Ob das Sinn macht sei dahingestellt. Es ist so wie es ist.

Die kommen um 15h vom Strand und haben Hunger - leider alles zu(in Andalusien). Einkaufen iss auch nicht. Auch gibt es viele Immobilienbesitzer welche im Urlaub renovieren oder neue Möbel kaufen wollen. Die werden nicht in den späten Abendstunden Zement und Farbe oder was für den Garten kaufen gehen. Das wird morgens gekauft und losgelegt. Wenn dann wie oft um 14h das Material ausgeht sieht es schlecht aus. Auch mit Möbelkauf sieht es nicht gut aus. Ausser Ikea hat nachmittags nichts auf. Man will sich erst mal einen Überblick schaffen. Kaum ist man morgens aus dem ersten Geschäft raus machen die anderen zu. Da heisst es Abbruch oder endloses Warten bis 18h das die Geschäfte wieder öffnen.

Spanische Gewohnheiten hin und her, die Spanier kaufen solche Dinge zZ nicht. Die einzigen welche den Sommer über Geld bringen sind die Touristen. Daran gibt es nichts zu rütteln! Sie sind die besten Kunden - ja vielleicht sogar zZ die Einzigen - und bringen jedes Jahr 57 Milliarden Euro.

Gemäss dem weltweit geltenden Motto "der Kunde ist König" sollte man ihnen schon entgegen kommen. Schliesslich hilft das ja auch dem eigenen Umsatz und Wohlstand.

Vor 3 Wochen in meinem Urlaub war ich geschockt wieviele spanische Läden/Restaurants geschlossen sind. Was aber auffallend gut besucht war sind Läden mit GROSSEN Tafeln am Eingang:

- Sin Siesta

- Cocina abierta

- Open all day

- Durchgehend geöffnet bzw warme Küche

Damit meine ich nicht nur Restaurants, sondern alle Arten von Läden wie Friseure, Werkstätten oder Gestorias zB. Wenn abends die Spanier spazieren gehen verhalten sich die Touristen genauso wie die Spanier - sie kaufen nichts, machen einen entspannten Bummel durch die Strassen. Längst haben sie vorher gegessen, zuhause oder beim Nicht-Spanier.

In spanischen Restaurants herrscht inzwischen an der Costa del Sol gähnende Leere. Die spanische Kundschaft fehlt. Viele sind inzwischen durch ihr mangelndes Einsehen Pleite. An einer bekannten Promenade waren es gleich vier ehemalige spanische Restaurants nebeneinander in Bestlage. Sie sind inzwischen in ausländischer Hand und laufen wieder.

Wie kann man denn solch ein spanisches Verhalten nennen gar Topobjekte in die Pleite zu jagen? Da sage ich jetzt mal nichts dazu......................

Fest steht, dass sich wohl kaum ein anderes Land so kundenfeindlich verhält. Zur Mittagshitze bleibt anzumerken - auch dumme Kunden sind gute Kunden.

Edited by Pepe
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Tja Mica, da müssen die Spanier wohl früher aufstehen wie das ALLE nordeuropäischen Länder tun und nicht stundenlang Mittag machen. Von 7-15h brummt's im Norden, nicht wie im Süden ein wenig am Vormittag, dann vieeeel Pause und danach noch ein wenig am Abend.

Andere Vorausetzungen, andere Arbeitszeiten. Das ist ganz normal und gut nachvollziehbar.

Es ist einfach falsch anzunehmen, dass Spanier faul sind, nur weil sie die heisse Zeit des Tages meiden wo man naturgemäss weniger produktiv ist.

Auch sonst finde ich Spanier nicht faul. Vielleicht weniger bissig in vielem und weniger selbstbewusst in manchen Bereichen.

Aber das sind Eigenschaften die man durch Umwelt und Erfahrung erwirbt und die sich auch ändern.

Spanien hatte den Nachteil der späten Demokratisierung und der falschen und korrupten Politik.

Wir hatten da in macher Hinsicht mehr Glück, wenn ich allerdings auch der Meinung bin, dass die Aufbauarbeit nach dem 2.Weltkrieg eine einmailge und bewunderswerte Leistung war und mit Glück nichts zu tun hatte, eher mit der deutschen Mentalität.

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Nein, ich finde auch nicht, dass die Spanier faul sind (natürlich gibt es auch in diesem Land Faulpelze, wie in jedem anderen auch).

Ich habe häufig genug spanische Arbeiter in der prallen Sonne während der Sommermonate auf Dächern oder in Gärten arbeiten sehen. Sie sangen sogar noch dabei.

Als sich dann einmal einer von ihnen in seiner einstündigen Mittagspause ein Schläfchen gönnte, hieß es natürlich gleich von den Deutschen, für die er arbeitete:

"Der Mann schläft ja während der Arbeit. Typisch Spanier!":rolleyes:

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@All

Gibt es vielleicht hier irgendjemanden im Forum welcher mit einer Email in Spanien etwas erreicht hat?

Es würde mich wirklich sehr freuen da auch mal was positives zu hören.

Ja, ich, schon mehrmals. Das hatte aber nichts mit Siesta und Ladenöffnungszeiten zu tun. :D

Bei uns im Dorf gibt es einen Park, in dem man die Hunde noch frei laufen lassen kann. Normalerweise nimmt man ja als Hundebesitzer Plastiktütchen mit. In diesem Park steht ein Robidog. Da kam es mal vor, dass dort die Tüten fehlten. Wieder zuhause schrieb ich dem zuständigen Beamten eine Mail ins Ayuntamiento und teilte ihm das mit. Er bedankte sich für den Hinweis und anderntags war der Robidog wieder aufgefüllt.

In meiner Straße kommt es ab und zu vor, dass die Straßenlaternen nachts nicht leuchten. E-mail genügte. :D

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Wir hatten da in macher Hinsicht mehr Glück, wenn ich allerdings auch der Meinung bin, dass die Aufbauarbeit nach dem 2.Weltkrieg eine einmailge und bewunderswerte Leistung war und mit Glück nichts zu tun hatte, eher mit der deutschen Mentalität.

Vor allem sollte man hier den Marshallplan nicht vergessen, aus dessen Topf Spanien nichts abbekommen hatte, wenn ich mich richtig entsinne.

Man sollte auch nicht die Erfahrung der einzelnen Geschäftleute unterschätzen. Diese wissen in der Regel sehr gut ob und wann es sich lohnt ihr Geschäft zu öffnen. Für den einzelnen Kunden, der gerade mal etwas benötigt, vor verschlossenen Türen steht und nun meint hier hätte der Geschäftsinhaber aber Geld verdienen können, mag es so aussehen. Aber der Inhaber wird für ein, zwei Herumirrende nicht mehrere Stunden das Geschäft öffnen. Vor allem dann nicht, wenn dieser zu anderen Zeiten eine viel bessere Auslastung erziehen kann.

Ich unterhielt mich auch mal mit einem Lokalinhaber und sagte ihn, dass er sehr viel mehr Geld machen könnte, wenn er den Laden zu den und den Zeiten geöffnet hätte, weil ich das aus anderen Ländern kannte. Er erklärte mir, dass er dies schon ausprobiert hatte und es lohne sich einfach nicht für die paar Leute, weil hier im Gegensatzt zu anderen Ländern die Leute eben nicht zu diesen Zeiten ausgehen würden, außer ich und noch so ein paar Nachteulen. Es war natürlich ein Lokal in Deutschland und ich versuchte dem Besitzer die längeren Lokalzeiten aus Spanien schmackhaft zu machen :)

Aber ich kenne es auch aus anderen Bereichen, dass der Kunde dem Unternehmer erzählen will, wie er sein langjähriges Geschäft zu führen hat und dies bei völliger Unkenntiß der Materie :)

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...Ich habe häufig genug spanische Arbeiter in der prallen Sonne während der Sommermonate auf Dächern oder in Gärten arbeiten sehen. Sie sangen sogar noch dabei....

Lilac, mal ehrlich, das ist doch Unsinn was Du da erzählst. Wo soll es denn die letzten paar Jahre singende Bauarbeiter auf Spaniens Dächer in der prallen Sonne gegeben haben?

Du willst uns veräppeln, oder? Das nimmt dir kein Mensch ab.

Das es das aber mal gab bestreitet keiner. Da hat manch ein Bauarbeiter jahrzehntelang sein Gehalt mit Schwarzarbeit vervielfacht. Dabei war dann auch merkwürdigerweise die Sonne kein Problem. Arbeit war/ist bisher in vielen Bereichen während der Siesta 14-16h gesetzlich verboten. ZZ geht es darum dieses Verbot aufzuheben. Damals hat nur keiner was gesagt, weil es jeder gemacht hat. Diese Zeiten sind aber lange vorbei.

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Ja, stimmt, das ist schon ein paar Jährchen her. Es hat sich mir sehr eingeprägt, weil ich die Arbeiter bewunderte, die anscheinend nie unter Sonnenbrand litten und auch nie stöhnten unter der Hitze.

Hab aber auch nicht geschrieben, dass das jetzt erst passiert ist...:pfeiffen:

(Doch ich bin davon überzeugt, dass sich an der Grundeinstellung zur Arbeit bei den Spaniern nichts geändert hat.)

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...Doch ich bin davon überzeugt, dass sich an der Grundeinstellung zur Arbeit bei den Spaniern nichts geändert hat...

Da gebe ich Dir recht. Bei Schwarzarbeit sind sie immer dabei und Sonne spielt dann keine Rolle. Und jetzt mal Spass und südländische Lebensart beiseite.

Wie tragisch das enden kann zeigt folgender Fall:

Unser spanischer Nachbar 2 Häuser weiter, vielleicht der beliebteste und fleissigste Mensch im ganzen Ort ist bei einem tragischem Unfall wegen Übermüdung ums Leben gekommen. Das war vor 3 Wochen. Er stürzte "bei der Arbeit" in den Bergen auf gerader Strecke mit seinem PKW 100m tief ab, hat nie in seinem Leben Alkohol getrunken und wurde nur 47 Jahre alt. Leider hat er in seinem Leben nicht einen einzigen Tag offiziell gearbeitet. Das Auto war nicht versichert, hatte auch kein ITV.

Jetzt steht die Frau und drei Kinder mittellos da. Wir sind da immer noch geschockt. Unsere Kinder haben täglich zusammen gespielt.

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Solange alles gut geht, macht sich keiner was aus der Schwarzarbeit. Wenn natürlich solch ein Fall wie von Pepe geschildert, eintritt, dann sagt man sich, hätte man es doch anders geregelt. Ist natürlich ziemlich tragisch, dass die Familie jetzt ohne etwas dasteht.

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gesehen / erreicht

Spanien schafft die Siesta ab, 2005

Reaktion Spanien schafft die Siesta ab, September 2012

Siesta

Erneutes Auftauchendes Thema Siesta

--- Nein, endlich begriffen ---Dauerte nur -- :eek:

Feste Normen werden nach gereicht, wie bei den Gurken. Betrübnis ein wenig, das alte Spanien fehlt uns.

Nächste Runde, Siesta kommt wieder,

Aber nur im Animationsbereich zwischen 14 und 16 Uhr -- danach zur Flamencoschau von 16 bis 18 Uhr

Ruhezeit 20 bis 22 Uhr, Rest Ruhestörung -- Endlich auch die Touristen begriffen, so kommt Geld in die Kasse.

Die Sache Schwarzarbeit, die brauchen wir noch ein bißchen, wie wo anders auch..

Die GroßenFirmen, mit ihren kleinen sind schon lange voll im Trend.

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